Diese Arbeit beschäftigt sich mit vergangenen und aktuellen Betrügereien auf dem Aktienmarkt. Hierbei wird insbesondere auf die sogenannten Cum/Ex-Geschäfte in Kombination mit Leerverkäufen eingegangen und erläutert, wie diese Geschäfte grundsätzlich funktionieren. Hauptaugenmerk wird hierbei auf die Ausgangssituation in Deutschland gelegt. Zu diesem Zweck ist die Arbeit wie folgt aufgebaut.
Im Hauptteil dieser Arbeit werden zuerst das sogenannte Dividendenstripping und das Prinzip des Leerverkaufs definiert und erläutert. Anschließend werden die Gestaltungsmodelle sowie die Abwicklung solcher Cum/Ex-Deals dargestellt und des Weiteren wird ein Einblick darüber gewährt, aus welcher Intuition heraus die betrachteten Deals entstanden sind und welche Beteiligten davon profitiert haben. Eine grundlegende steuerrechtliche Analyse wird die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland beleuchten.
Da der Umfang dieser Arbeit begrenzt ist, werden die sogenannten Cum/Cum-Geschäfte lediglich in jeweils einem kurzen Exkurs erläutert. Zweck dieser Arbeit ist es darzulegen, welche steuerrechtlichen Faktoren den Grundstein für diese Form von Geschäften gelegt haben und ob diese Geschäfte in Deutschland aktuell noch praktiziert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitorische Abgrenzungen
2.1 Dividendenstripping
2.2 Leerverkauf
3 Cum/Ex-Geschäfte
3.1 Gestaltungmodelle und Abwicklung
3.2 Monetäre Anreize
3.2.1 Exkurs Cum/Cum-Geschäfte
3.3 Beteiligte
4 Steuerrechtliche Betrachtung
4.1 Zeitraum bis 2006
4.2 Zeitraum ab 2007 bis 2011
4.3 Zeitraum ab 2012
4.3.1 Cum/Cum-Geschäfte
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionsweise und steuerrechtliche Problematik von Cum/Ex- sowie Cum/Cum-Geschäften am Aktienmarkt, um aufzuzeigen, wie diese Transaktionen zu Steuerausfällen führen konnten und welche regulatorischen Entwicklungen dies beeinflusst haben.
- Grundlagen von Dividendenstripping und Leerverkäufen
- Mechanismen und Gestaltung von Cum/Ex-Transaktionen
- Analyse der monetären Anreize und Auswirkungen für beteiligte Akteure
- Steuerrechtliche Einordnung und Entwicklung über verschiedene Zeiträume
- Kritische Würdigung der rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland
Auszug aus dem Buch
3.1 Gestaltungmodelle und Abwicklung
Cum/Ex-Geschäfte können grundsätzlich in zwei verschiedenen Gestaltungsformen durchgeführt werden. Zum einen besteht die Möglichkeit Cum/Ex-Geschäfte mit einem Inhaberverkauf durchzuführen. Bei dieser Form verkauft der Inhaber der Aktien diese vor dem Dividendenstichtag mit (cum) Dividendenanspruch und liefert nach Dividendenstichtag ohne (ex) Dividendenanspruch. Da diese Art von Geschäft jedoch nicht zur Erzielung von Steuerersparnissen führen kann und es sich nur um eine gewöhnliche Marktransaktion handelt, wird auf diese Gestaltungsform in dieser Seminararbeit nicht weiter eingegangen.
Kritischer zu beleuchten sind hingegen Cum/Ex-Geschäfte in Kombination mit Leerverkäufen. Dabei sind drei Parteien am Geschehen beteiligt. Der Verkäufer der Aktien ist zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht zivilrechtlicher Eigentümer derselben. Die Wertpapiere befinden sich zum Dividendenstichtag im Eigentum eines Dritten. Der Dritte hat demnach Anspruch auf Dividendenzahlung und erhält eben jene. Der Leerverkäufer erwirbt die Aktien nach Dividendenstichtag vom Dritten ohne Dividendenanspruch.
Allerdings schuldet er dem Käufer die Aktien mit Dividende, da er sie vor Dividendenstichtag verkauft hat. Da er lediglich die Aktien ohne Dividende liefern kann steht dem Käufer eine Dividendenkompensationszahlung in Höhe der Nettodividende zu.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Aktiengeschäfte ein und definiert das Ziel, die Funktionsweise von Cum/Ex-Deals zu erläutern.
2 Definitorische Abgrenzungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Dividendenstripping und Leerverkauf für das Verständnis der weiteren Analyse erläutert.
3 Cum/Ex-Geschäfte: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Gestaltungmodelle, die monetären Anreize sowie die beteiligten Akteure dieser Geschäfte.
4 Steuerrechtliche Betrachtung: Es erfolgt eine Analyse der steuerlichen Rahmenbedingungen unterteilt in drei Zeiträume, um die Entwicklung der gesetzlichen Regelungen zu verdeutlichen.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit der regulatorischen Maßnahmen gegen die Missbrauchspraktiken.
Schlüsselwörter
Cum/Ex-Geschäfte, Cum/Cum-Geschäfte, Dividendenstripping, Leerverkauf, Kapitalertragsteuer, Steuerhinterziehung, Dividendenzahlung, Finanzamt, Steuerrückerstattung, Aktienmarkt, Nettodividende, Finanzmarktregulierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den als Cum/Ex-Geschäfte bekannten Transaktionen und den damit verbundenen steuerlichen Problematiken am deutschen Aktienmarkt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise von Dividendenstripping, der Kombination mit Leerverkäufen und der steuerrechtlichen Einordnung dieser Praktiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch bestimmte Transaktionsmodelle Steuern umgangen wurden und wie sich der rechtliche Rahmen über die Jahre entwickelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und die Auswertung von Fallbeispielen zur Veranschaulichung der steuerlichen Mechanismen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Begriffe, die detaillierte Darstellung der Handelsmodelle sowie eine chronologische Analyse der steuerrechtlichen Lage.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Cum/Ex-Geschäfte, Kapitalertragsteuer, Leerverkauf, Dividendenkompensation und Steuerhinterziehung.
Wie unterscheidet sich die steuerliche Betrachtung vor und nach 2012?
Vor 2012 gab es Gesetzeslücken, die doppelte Steuererstattungen ermöglichten; ab 2012 wurde durch das Zahlstellenprinzip die Basis für solche Steuerausfälle weitgehend entzogen.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Cum/Ex- und Cum/Cum-Geschäften?
Während bei Cum/Ex-Geschäften Leerverkäufe für Steuervorteile genutzt werden, zielen Cum/Cum-Geschäfte primär auf die Umgehung der Quellensteuer für ausländische Investoren ab.
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- Mario Harder (Author), 2019, Betrügereien am Aktienmarkt in Deutschland. Funktion von Cum/Ex-Geschäften, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/590682