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Persönlichkeitsdarstellung im Artusroman Hartmanns von Aue

Titel: Persönlichkeitsdarstellung im Artusroman Hartmanns von Aue

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: André Weikard (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung

Das übergreifende Buchprojekt unter dem Titel „Die Entdeckung des Ich“ aus dem Jahre 2001 macht bereits in seinen Kapitelüberschriften eine grundlegende Auffassung über die Gestaltung von Persönlichkeit im Mittelalter deutlich. 1 Das erste dieser Kapitel ist mit „Spuren der Individualität im Mittelalter und in der Renaissance“ überschrieben, das zweite „Entdeckung des Selbst in der Frühen Neuzeit“. Der mehr oder minder deutlichen Abgrenzung entspricht auch der Hinweis Haases, dass es „in mittelalterlichen Dichtungen nicht um die Darstellung psychologisch motivierter Vorgänge geht, sondern um idealtypische Verhaltensformen, um ein Geschehen an sich, zu dessen Veranschaulichung die Figuren lediglich als Handlungsträger fungieren.“ 2 Ganz im Gegensatz dazu formuliert der Kommentar der Klassiker-Ausgabe zu Hartmann von Aues „Erec“, es sei das „[...] Bestreben des vorliegenden Kommentars, die Darstellungsweise Hartmanns als ein Muster psychologischer Charakterisierungskunst zu präsentieren.“ 3

Die Frage nach der Individualität im Mittelalter führt also direkt in eine hochspannende und seit längerer Zeit mit verbittertem Ernst geführte Forschungskontroverse. 4 Vielleicht ist der Gegenstand eben deshalb so umstritten, weil er so sehr das Selbstverständnis des Menschen im 20. und 21. Jahrhundert berührt, weil er so sehr dazu geeignet ist, auch über seine Identität etwas auszusagen. Wie aber ist nun der Hinweis der Klassiker-Ausgabe zu verstehen? Glaubt man, dass der Artusroman Hartmanns von Aue eine Ausnahme gegenüber der üblichen Charakterdarstellung im höfischen Roman darstelle? Wohl kaum. Vielmehr wird hier der „Erec“ geradezu als exemplarisch für eine gänzlich andere Auffassung von höfischer Literatur präsentiert. Dies zu überprüfen wird die Aufgabe dieser Arbeit sein. Die Gefahr, auf der Suche nach dem „Individuum“ in begriffliche Verwirrung zu geraten, ist dabei sehr hoch. Ihr soll mit einer möglichst präzisen Zielvorgabe entgegengewirkt werden. Hier soll nicht versucht werden, eine Feststellung darüber zu treffen, ob oder inwieweit im Mittelalter ein Bewusstsein von Individualität bestanden habe, sondern es gilt allein herauszufinden, inwieweit in den beiden Artusromanen Hartmanns von Aue der Versuch unternommen wird, den Figuren eine unverwechselbare Persönlichkeit zu verleihen. Es werden hier keine Aussagen über „den mittelalterlichen Menschen“, der notwendig ein Konstrukt ist, getroffen. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ungereimte Persönlichkeit

3. Personenbeschreibung

4. Der Artusroman als Bestandteil der höfischen Kultur

5. Die statische Person

6. Der Artusroman als höfisches Exempel

7. Die Einheit von Charakter und Erscheinung

8. Das Autor-Ich

9. Personifizierung - Frau Minne

10. Innenansichten

11. Die Aventiure als Einzelkämpfertum und Sinnsuche

12. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung von Persönlichkeit in den Artusromanen Hartmanns von Aue und geht der Forschungsfrage nach, inwieweit diese literarischen Figuren über eine individuelle Identität verfügen oder als bloße Repräsentanten eines gesellschaftlichen Ideals fungieren.

  • Analyse der Persönlichkeitsdarstellung im höfischen Roman
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Typisierung und Individualität
  • Bedeutung der sozialen Ordnung und des Gottesbildes für das Individuum
  • Rolle von Autor-Ich und Personifizierung (Frau Minne)
  • Verhältnis von äußerer Erscheinung zu innerem Charakter

Auszug aus dem Buch

3. Personenbeschreibung

Dabei entspricht dieser Mangel an Einsicht in den Charakter, in die inneren Verhältnisse der Protagonisten einem zweiten: nämlich der Dürftigkeit seiner äußeren Beschreibung. Dass man über das Aussehen der männlichen Figuren wenig erfährt, zumal des eigentlichen Helden, dessen Name ja immerhin den Titel der Verserzählung abgibt, mag nachvollziehbar werden, bedenkt man, dass seine Rolle ihm in erster Linie Tapferkeit und höfische Gesinnung abverlangt, es muss spätestens in Hinsicht auf die Darstellung der höfischen Dame verwundern. Das Preisen ihrer Anmut gehört zum festen Repertoire Hartmanns von Aue, wie seiner ganzen Dichterzunft. Die Minne als ritterliches Konzept bleibt aber ungewohnt blass. Die vorgebliche Einzigartigkeit der Anbetungswürdigen bleibt Behauptung und erschöpft sich im Gebrauch konventioneller Superlative.

Verdeutlichen lässt sich diese merkwürdige Armut in der Beschreibung, wenn man sie etwa mit der von Enites Pferd und Sattel vergleicht, die beinahe 500 Verse für sich einnimmt. Kunstgerecht wird hier „a capute ad calem“ (vom Schädel zur Sohle) jedem Detail Bedeutung beigemessen, ganz im Gegensatz zu ihrer Besitzerin. Ein Hinweis auf Haarfarbe, Gestalt, Statur, Größe oder gar auf besondere Merkmale bleibt aus. Die Narbe an der Iwein erkannt wird, als man ihn im Wald verkommen und entstellt auffindet, wird erst an dieser Stelle von Hartmann eingeführt, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Handlung nach einem solchen Erkennungszeichen verlangt. Losgelöst davon hätte der Erzähler eine Erwähnung solcher Merkmale nicht für angebracht empfunden, so die Schlussfolgerung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Forschungskontroverse um die Individualität im Mittelalter ein und definiert das Ziel, den Grad der Persönlichkeitsgestaltung in den Werken Hartmanns von Aue zu untersuchen.

2. Die ungereimte Persönlichkeit: Es wird die Irritation des modernen Lesers gegenüber dem scheinbar willkürlichen und sprunghaften Verhalten der höfischen Protagonisten thematisiert.

3. Personenbeschreibung: Dieses Kapitel kritisiert die Dürftigkeit äußerer Beschreibungen der Protagonisten, die hinter die Detailverliebtheit bei Objekten wie Pferd und Sattel zurückfällt.

4. Der Artusroman als Bestandteil der höfischen Kultur: Der Artusroman wird als identitätsstiftendes Medium des Ritterstandes verortet, das ein normatives Weltbild und eine gottgegebene Ordnung propagiert.

5. Die statische Person: Hier wird dargelegt, dass das mittelalterliche Menschenbild durch eine unveränderliche Persönlichkeit geprägt ist, in der sozialer Rang und Wesen fest miteinander verbunden sind.

6. Der Artusroman als höfisches Exempel: Die Erzählungen werden als exemplarische Situationen gedeutet, die dem Rezipienten korrektes ritterliches Verhalten im Sinne eines Rollenrepertoires vorführen.

7. Die Einheit von Charakter und Erscheinung: Das Aussehen wird als verlässliches Indiz für den inneren Charakter und die noble Herkunft der Figuren, insbesondere der Damen, analysiert.

8. Das Autor-Ich: Untersucht wird, ob das Auftreten des Autors als Namensnennung auf ein beginnendes, individuelles Selbstbewusstsein schließen lässt.

9. Personifizierung - Frau Minne: Die Personifizierung der Minne wird als rhetorischer Kunstgriff und externe Steuerungsinstanz gedeutet, welche die Autonomie der menschlichen Emotion im Roman einschränkt.

10. Innenansichten: Anhand des inneren Monologs von Enite wird geprüft, ob es Momente gibt, in denen sich doch eine komplexe, reflektierte Persönlichkeit in den Romanen zeigt.

11. Die Aventiure als Einzelkämpfertum und Sinnsuche: Es wird hinterfragt, ob die isolierte Abenteuerreise des Ritters als Ausdruck individueller Selbstfindung oder eher als Beweis ritterlicher Tugend innerhalb der Gesellschaft zu werten ist.

12. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Person im Artusroman zwar nicht das Hauptziel der Darstellung ist, aber dennoch als unwillkürlicher Teil der Erzählung präsent bleibt.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Artusroman, Persönlichkeitsdarstellung, Individualität, Höfische Kultur, Erec, Iwein, Mittelalter, Typisierung, Rollenrepertoire, Minne, Ritter, Aventiure, Identität, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Artusromane Hartmanns von Aue hinsichtlich der Frage, wie Persönlichkeit und Individualität in der mittelalterlichen Literatur dargestellt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Typisierung versus Individualität, das mittelalterliche Menschenbild, die Bedeutung der höfischen Normen sowie die Funktion des Erzählers und der Personifizierung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die Figuren als bloße marionettenhafte Rollenträger agieren oder ob Hartmann von Aue den Versuch unternimmt, ihnen eine unverwechselbare Persönlichkeit zu verleihen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung stützt sich auf eine textnahe Analyse ausgewählter Passagen der Romane "Erec" und "Iwein", ergänzt durch literaturwissenschaftliche Sekundärliteratur zu den Themen Individualität und Höfik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die äußere und innere Charakterisierung der Figuren, die Rolle von Stand und sozialer Ordnung, das Auftreten des Autors sowie die Funktion von Emotionen durch Personifizierungen wie Frau Minne.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie "statische Person", "höfisches Exempel", "Identität", "Einheit von Innen und Außen" und "Personifizierung" geprägt.

Warum wird Enites innerer Monolog als besonders wichtig erachtet?

Der innere Monolog von Enite gilt als Ausnahmeerscheinung im Artusroman, da er eine Form der Selbstreflexion zeigt, die auf eine über die reine Rollenerfüllung hinausgehende Persönlichkeit hindeutet.

Wie bewertet der Autor das sogenannte "Namensgetue" im Roman?

Das Zögern der Ritter, ihren Namen preiszugeben, wird nicht als Ausdruck individueller Identitätssuche gedeutet, sondern als ritterliche Sorge um die soziale Anerkennung und die damit verbundene Ehre.

Wie steht die Arbeit zur These von der Unmöglichkeit individueller Darstellung im Mittelalter?

Die Arbeit widerspricht der Auffassung, dass die strengen Regeln der mittelalterlichen Epik eine lebendige Persönlichkeitsgestaltung grundsätzlich ausschließen, und plädiert für eine differenzierte Betrachtung.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Persönlichkeitsdarstellung im Artusroman Hartmanns von Aue
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Germanistik)
Veranstaltung
Hauptseminar WS 2005/06
Note
2,0
Autor
André Weikard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V58819
ISBN (eBook)
9783638529143
ISBN (Buch)
9783656814603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Persönlichkeitsdarstellung Artusroman Hartmanns Hauptseminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
André Weikard (Autor:in), 2006, Persönlichkeitsdarstellung im Artusroman Hartmanns von Aue, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/58819
Blick ins Buch
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