Diese Arbeit untersucht cashflow-basierte Finanzkennzahlen und analysiert, wie transparent diese in ausgewählten Unternehmen dargestellt sind. Zuerst werden die theoretischen Grundlagen hinsichtlich der Finanzkennzahlen sowie ihre Eigenschaften und ihre Berechnungen beschrieben. Daran anschließend wird analysiert, welche cashflow-basierten Finanzkennzahlen in der Praxis verwendet werden und wie die transparente Darstellung dieser Kennzahlen in den Geschäftsberichten aufgelistet wird. Abschließend werden die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung dargelegt und mit der ausgewählten Peer-Group verglichen und schließlich kritisch diskutiert, sodass auf Basis der Analyse Best-Practices Vorschläge für die Continental AG erarbeitet werden können.
Aufgrund der zunehmenden Dynamik und der Globalisierung auf den Märkten nehmen die Verflechtungen zwischen Organisationen und ebenfalls auch die Prozesse innerhalb der Unternehmen immer weiter an Komplexität zu. Das stetige Wachstum von Unternehmen ist somit unmittelbar mit einer zunehmenden Menge an Informationen und Entscheidungsfaktoren verbunden, welche sich zu einer hohen Belastung des Managements entwickeln. Darauf aufbauend bestehen vielfältige und divergierende Ansprüche und Interessen von Stakeholdern, die einen wesentlichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben. Demzufolge kommen in der betriebswirtschaftlichen Praxis vielfältige Finanzkennzahlen zum Einsatz, um der komplexen Informationsflut entgegenzuwirken und die unternehmerische Umwelt zu vereinfachen.
Aus unternehmensinterner Sicht werden Kennzahlen zur Planung, Bewertung und Kontrolle von Prozessen benötigt, da hierbei eine erhebliche Zeitersparnis realisiert werden kann. Aus externer Sicht spielt die Informationsfunktion von Kennzahlen eine bedeutsame Rolle, denn die Stakeholder und insbesondere die externen Kapitalgeber haben großes Interesse an der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des Unternehmens. Dafür werden die finanziellen Zielvorstellungen der verschiedenen Anspruchsgruppen in Zielgrößen übersetzt, die dann als Basis für die Steuerung des Unternehmens dienen soll. Außerdem kann anhand von Finanzkennzahlen schnell ein Überblick über die internen Prozesse auf eine effiziente Weise erlangt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und Definitionen
2.1 Definition von Unternehmenssteuerung und Shareholder-Value
2.2 Definition und Funktionen von Kennzahlen
2.3 Arten von Kennzahlen
2.4 Konzeptionen von Erfolgskennzahlen
2.4.1 Ergebnisorientierte Kennzahlen
2.4.2 Cashflow-basierte Kennzahlen
2.5 Netto- und Bruttomethode
2.6 Definition ausgewählter Kennzahlen
2.6.1 Free Cashflow (FCF)
2.6.2 Cash Flow Return on Investment (CFROI)
2.6.3 Cash Value Added (CVA)
2.6.4 Discounted Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren)
2.7 Anpassungen von Kennzahlen
3 Empirische Analyse der Continental AG und einer Peer-Group hinsichtlich cashflow-basierter Kennzahlen
3.1 Verwendung von cashflow-basierten Kennzahlen als Steuerungsgröße
3.1.1 Verwendung von Free Cashflow als Steuerungsgröße
3.1.2 Verwendung CFROI und CVA als Steuerungsgröße
3.1.3 Verwendung von DCF-Verfahren als Steuerungsgröße
3.2 Verwendung von cashflow-basierten Kennzahlen als Bemessungsgrundlage für die erfolgsabhängige Vorstandsvergütung
3.3 Darstellung der Cashflow-Kennzahlen im Geschäftsbericht
4 Diskussion und Best-Practice-Vorschläge
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Anwendung von cashflow-basierten Kennzahlen zur wertorientierten Unternehmenssteuerung. Ziel ist es, die Vielfalt der Berechnungsweisen aufzuzeigen, deren Eignung kritisch zu analysieren und Best-Practice-Ansätze für die Continental AG abzuleiten.
- Grundlagen der wertorientierten Unternehmenssteuerung und Kennzahlen
- Differenzierung zwischen ergebnis- und cashflow-basierten Kennzahlen
- Empirische Analyse der Verwendung von Free Cashflow, CFROI und CVA in einer Peer-Group
- Rolle von Kennzahlen bei der erfolgsabhängigen Vorstandsvergütung
- Analyse der Transparenz bei der Berichterstattung in Geschäftsberichten
Auszug aus dem Buch
2.6.1 Free Cashflow (FCF)
Der Differenzbetrag aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit wird als Free Cashflow bezeichnet, welcher einem Unternehmen in einer Periode zur Verfügung steht, um Schulden zu tilgen, Dividenden auszuschütten oder ggf. den Liquiditätsbestand zu erhöhen. Besonders für Eigner und Gläubiger zeigt der FCF idealerweise den Gesamtbetrag der entziehbaren Finanzmittel nach Abzug aller betrieblich erforderlichen Investitionen in Anlage- und Umlaufvermögen auf, ohne das zukünftige Ertragspotential des Unternehmens zu gefährden.
Zusammenfassend und vereinfacht lässt sich die FCF-Berechnung wie folgt darstellen: Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit - Cashflow aus Investitionstätigkeit = Free Cashflow. Nach dieser vereinfachten Berechnung ist diese Beziehung schematisch und damit in ihrer Aussagekraft begrenzt. Alle Investitionen in Sachanlage- und immaterielles Anlagevermögen werden hierbei als betriebsnotwendig unterstellt, Finanzanlageinvestitionen dagegen nicht.
Spezifisch in der Fachliteratur wird der Free Cashflow auch „frei verfügbarer Cashflow“ bezeichnet und gibt abhängig von der Berechnung unterschiedliche Auskünfte. Werden die Fremdkapitalkosten nicht im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit als Ausgaben berücksichtigt, stellt der FCF den Betrag dar, der zur Zahlung der Fremd- und Eigenkapitalgeber zur Verfügung steht. Im Fall der Berücksichtigung von Fremdkapitalkosten im Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit, werden FCF verwendet, um den Geldbetrag, der für die Auszahlung gegenüber den Eigenkapitalgebern vorhanden ist, zu ermitteln. Der FCF ist besonders für Eigen- und Fremdkapitalgeber von großer Bedeutung, denn dieser stellt das Wertpotential, insbesondere in Form von Dividenden an Anteilseigner und Rückzahlungen an Gläubiger dar. Kreditinstitute ziehen diese Kennzahlen häufig als Indikatoren zur Beurteilung der Rückzahlungsfähigkeit, sog. Bonität, eines Unternehmens heran.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die zunehmende Relevanz von Finanzkennzahlen für die Unternehmenssteuerung im Kontext von Globalisierung und Informationskomplexität.
2 Theoretische Grundlagen und Definitionen: In diesem Kapitel werden die Konzepte der wertorientierten Unternehmensführung sowie die Funktionen, Arten und Berechnungslogiken verschiedener Kennzahlen erläutert.
3 Empirische Analyse der Continental AG und einer Peer-Group hinsichtlich cashflow-basierter Kennzahlen: Dieses Kapitel untersucht empirisch, wie Unternehmen der Peer-Group den Free Cashflow und andere Kennzahlen zur Steuerung und Vergütung nutzen.
4 Diskussion und Best-Practice-Vorschläge: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert und Empfehlungen für eine optimierte Anwendung von Kennzahlen bei der Continental AG formuliert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Kennzahlenvielfalt zusammen und betont die Notwendigkeit einer nachvollziehbaren Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Unternehmenssteuerung, Shareholder-Value, Kennzahlen, Free Cashflow, CFROI, Cash Value Added, Investitionstätigkeit, Finanzkennzahlen, Geschäftsbericht, Vorstandsvergütung, Wertbeitrag, Rentabilitätskennzahlen, Liquiditätssteuerung, Unternehmenswert, Continental AG.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Verwendung von cashflow-basierten Kennzahlen als Instrument zur wertorientierten Unternehmenssteuerung in großen Industrieunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von Kennzahlen, deren Kategorisierung, die Anwendung in der Praxis sowie die Transparenz in der externen Berichterstattung.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht in einer konzeptionellen Betrachtung der Kennzahlenverwendung und der Identifizierung von Best-Practice-Vorschlägen für die Continental AG.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine empirische Analyse auf Basis der Geschäftsberichte ausgewählter Unternehmen (Peer-Group) für die Jahre 2014 und 2015.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die praktische Analyse der Kennzahlenanwendung zur Steuerung und Vergütung sowie die Untersuchung der Darstellungsweise in Berichten.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Unternehmenssteuerung, Free Cashflow, Cash Flow Return on Investment (CFROI), Cash Value Added (CVA) und wertorientierte Führung.
Wie unterscheidet sich die Berechnung des FCF in der Praxis?
Die Arbeit zeigt auf, dass Unternehmen den FCF unterschiedlich definieren und anpassen, was die Vergleichbarkeit erschwert und oft in fünf verschiedene Varianten unterteilt wird.
Warum spielt der FCF bei der Vorstandsvergütung eine Rolle?
Der FCF dient als Anreizinstrument, um Manager zu einer nachhaltigen Unternehmenswertsteigerung und zur Auswahl von Projekten mit positiven Cashflows zu motivieren.
- Arbeit zitieren
- Mesut Cirik (Autor:in), 2016, Kritische Analyse von cashflow-basierten Kennzahlen und deren Potentiale für die Unternehmenssteuerung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/585071