Da für Rousseau die Freiheit des Menschen besonders wichtig ist und diese sich in seiner Theorie im Laufe der Entwicklung stark verändert, setzt sich diese Hausarbeit mit der Frage, welche Rolle die Freiheit in der Zivilisierungsgeschichte bei Jean-Jacques Rousseau spielt, auseinander. Hierfür werde ich zunächst das Rousseau´sche Freiheitsverständnis analysieren. Um die Veränderung der Freiheit verständlicher zu machen, werde ich zunächst die natürliche Freiheit, welche auch Freiheit aus Unabhängigkeit genannt wird, erläutern. Diese besitzt der Mensch aufgrund eines isolierten Lebensstils und völliger Unabhängigkeit im Naturzustand. Zur Differenzierung der Freiheit im Naturzustand von der Freiheit in der Gesellschaft, werde ich Rousseaus Freiheitsvorstellung im Staat erklären.
Diese wird unterschieden zwischen der bürgerlichen und der sittlichen Freiheit, welche ich ebenfalls darstellen werde. Als nächstes werde ich den Naturzustand nach Rousseau verdeutlichen und ihn kurz mit dem Naturzustand nach Thomas Hobbes vergleichen. Zudem werde ich auf den Menschen im Naturzustand eingehen, dessen Verbindung mit der natürlichen Freiheit genau erläutern und anschließend erklären, wie und warum der Naturzustand zu einem Ende kam. Den daraus resultierenden Verlust der natürlichen Freiheit und die so entstehenden Wechselwirkungen auf die Freiheit des Menschen im Allgemeinen und die differenzierten Formen der Freiheit im Speziellen werde ich schildern und veranschaulichen. Diesbezüglich werde ich zunächst den Gesellschaftsvertrag im Allgemeinen darstellen. Weiterhin werde ich genau auf seine Entstehung und seine gedankliche Konstruktion eingehen. Ich werde erläutern, wie das Volk einen Souverän bildet, woraus dieser Souverän besteht und welche konzeptionellen Details den Souverän ausmachen. Weiterhin werde ich die Beziehung des Souverän zum Menschen und zur Gesellschaft, sowie die Positionierung des Souverän gegenüber dem Gesellschaftsvertrag darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Freiheitsverständnis von Jean-Jacques Rousseau
2.1 Die natürliche Freiheit
2.2 Die bürgerliche Freiheit
2.3 Die sittliche Freiheit
3 Der Naturzustand
3.1 Der Mensch im Naturzustand
3.2 Das Ende des Naturzustandes
4 Der Gesellschaftsvertrag
4.1 Der Gesellschaftsvertrag als Grundlage bürgerlicher Freiheit
4.2 Das Volk als Souverän des Staates
5 Fazit/ Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Freiheitsbegriffs in Jean-Jacques Rousseaus Zivilisierungsgeschichte, um aufzuzeigen, wie sich die menschliche Freiheit vom isolierten Naturzustand bis hin zur staatlichen Ordnung im Gesellschaftsvertrag wandelt.
- Analyse des Rousseau’schen Freiheitsverständnisses (natürlich, bürgerlich, sittlich)
- Untersuchung des menschlichen Lebens im Naturzustand und dessen historisches Ende
- Erläuterung der Entstehung und Konstruktion des Gesellschaftsvertrags
- Diskussion des Verhältnisses von Individuum, Gemeinwille und Volkssouveränität
Auszug aus dem Buch
3 Der Naturzustand
„Dies war der Zustand des entstehenden Menschen; dies war das Leben eines Tieres, das zunächst auf die reinen Sinnesempfindungen beschränkt war und sich kaum die Gabe zunutze machte, die ihm die Natur anbot, weit davon entfernt, daran zu denken, ihr etwas abzuringen;“ (Rousseau, 2001: S.175)
Als Naturzustand bezeichnet Jean-Jacques Rousseau jenen Zustand, vor jeglicher Vergesellschaftung. Dieser basiert auf keiner historischen Realität. Der Naturzustand ist vielmehr ein Gedankenexperiment, welches zeigen soll, was vom Menschen bleibt, wenn man sich die Gesellschaft wegdenkt.
„Die Idee ist, herauszuarbeiten, was der Mensch von Natur aus ist – unter der Setzung, daß Gesellschaft eben nicht Natur ist.“ (Becker, Schmidt, Zintl, 2006: S.65)
Im Gegensatz zu Hobbes, der sagt, dass im Naturzustand ein dauerhafter Krieg zwischen allen Menschen herrscht, da der Mensch von Natur aus böse ist, leben die Menschen im Naturzustand nach Rousseau so friedlich wie nie zuvor.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Rousseaus als Philosoph der Aufklärung ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Freiheit in seiner Zivilisierungsgeschichte.
2 Das Freiheitsverständnis von Jean-Jacques Rousseau: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Facetten von Rousseaus Freiheitsbegriff, differenziert zwischen der natürlichen, der bürgerlichen und der sittlichen Freiheit und beschreibt deren Wandel im Zuge gesellschaftlicher Entwicklungen.
3 Der Naturzustand: Der Autor definiert den Naturzustand als Gedankenexperiment, grenzt ihn von Hobbes’ Kriegszustand ab und analysiert die ursprünglichen Lebensbedingungen sowie die Gründe für den Übergang in die sesshafte Gesellschaft.
4 Der Gesellschaftsvertrag: Hier wird der Prozess beschrieben, wie durch die Unterwerfung unter den Gemeinwillen im Gesellschaftsvertrag ein Souverän gebildet wird, um bürgerliche Freiheit innerhalb des Staates zu sichern.
5 Fazit/ Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, in der betont wird, dass der Mensch durch den Gesellschaftsvertrag die ursprüngliche natürliche Freiheit zwar verliert, jedoch als Teil des Souveräns sittlich frei wird.
Schlüsselwörter
Jean-Jacques Rousseau, Freiheit, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Gemeinwille, Souveränität, Zivilisierungsgeschichte, bürgerliche Freiheit, natürliche Freiheit, sittliche Freiheit, Eigentum, Arbeitsteilung, Aufklärung, politische Philosophie, Staat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die philosophische Entwicklung des Freiheitsbegriffs bei Jean-Jacques Rousseau und dessen Transformation vom isolierten Naturzustand bis hin zur bürgerlichen Ordnung durch den Gesellschaftsvertrag.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themen sind das Rousseau’sche Freiheitsverständnis, die Natur des Menschen vor der Vergesellschaftung, die Entstehung sozialer Ungleichheit und die Legitimierung politischer Herrschaft durch den Gemeinwillen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Rolle der Freiheit in Rousseaus Zivilisierungsgeschichte zu klären und aufzuzeigen, wie der Übergang von der natürlichen Unabhängigkeit zur bürgerlichen Freiheit theoretisch konstruiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Hausarbeit angewendet?
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche, textanalytische Arbeit, die primär auf der Interpretation von Werken Rousseaus sowie ergänzender politisch-philosophischer Sekundärliteratur basiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Freiheitsverständnis des Autors, das Gedankenexperiment des Naturzustandes und die spezifische Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages sowie des Souveräns detailliert dargelegt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Souveränität, Gemeinwille, Zivilisierungsprozess, Naturzustand und der dialektischen Beziehung zwischen Freiheit und Gesetz charakterisieren.
Wie unterscheidet Rousseau laut der Arbeit zwischen dem Naturmenschen und dem Tier?
Rousseau sieht den Hauptunterschied in der Fähigkeit des Menschen, über einen eigenen Entscheidungswillen zu verfügen, was ihn von der reinen Triebgesteuertheit des Tieres abhebt.
Was bedeutet es laut Rousseau, durch den Gesellschaftsvertrag „frei zu sein“?
Nach Rousseau bedeutet Freiheit im staatlichen Kontext nicht absolute Unabhängigkeit, sondern das sittliche Unterwerfen unter Gesetze, die man sich als Teil des Souveräns selbst gegeben hat.
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- Miriam Khadiri (Author), 2018, Die Entwicklung des Menschen in Bezug auf die Freiheit bei Jean-Jacques Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/583504