Tod und Sterben und der Umgang damit stellen einen elementaren Teil des Lebens dar, und es scheint ein starkes Bedürfnis bei den Menschen zu geben, Formen zu entwickeln, wie man die unabweisbare Tatsache, dass jeder, auch man selbst, sterben muß, bewältigt. Jede Kultur hat deshalb Bewältigungsformen hervorgebracht, die in Gestalt von Ritualen und Traditionen den Umgang damit regulieren.
Im Zuge der Industrialisierung und Verstädterung haben sich die sozialen Umfelder, die Arbeitswelt, die Familienstrukturen und die Wohnverhältnisse, die Lebensgeschichten, aber auch das Verhältnis zu Krankheit und Tod in bedeutsamer Weise verändert.
Durch diese neuen Bedingungen für Altern und Sterbens werden starke Bedürfnisse der Betroffenen nicht ausreichend befriedigt. In unserer heutigen Gesellschaft scheint die gängigste Bewältigungsstrategie die der Verdrängung vom Bewusstsein unserer Sterblichkeit und der Auslagerung des Sterbens aus dem Leben zu sein. Diese Bedingungen sind die Voraussetzungen dafür, dass eine breite Bewegung entstehen kann, die sich dem Anliegen widmet, Krankheit, Tod und Sterben wieder ins Leben zurückzuholen und den Prozeß zu begleiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Hintergründe der Entstehung der Hospizbewegung
2.1. Generelle Bedingungen für die Entstehung neuer Bewegungen
2.2. Gesellschaftlicher Wandel im Umgang mit Tod und Sterben
2.3. Hospiz als Antwort auf ein gesellschaftliches Defizit
3. Die Geschichte des Hospiz
3.1. Hospize in der Geschichte
3.2. Die Geschichte der modernen Hospizbewegung
3.3. Hospiz-Bewegung in Deutschland
3.4. Bedeutung der Hospizbewegung für den Umgang mit Tod und Sterben in der heutigen Gesellschaft
4. Organisationsformen von Hospizen
4.1. Selbstverständnis der Hospizbewegungen
4.2. Formen der konkreten Arbeit der Hospize vor Ort
4.3. Die Rolle der Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit
4.3.1. Qualifikationsanforderungen für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen
4.3.2. Motive für die Mitarbeit Ehrenamtlicher.
4.4 Ehrenamt und Professionalisierung in der Hospiz- Bewegung
5. Sozialpädagogische Berufsfelder in der Hospizbewegung
6. Einschätzung der Zukunftsentwicklung der Hospizbewegung
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Hospizbewegung als Antwort auf einen gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Sterben und Tod. Das primäre Ziel ist es, die gesellschaftlichen Hintergründe der Hospizbewegung zu beleuchten sowie die Anforderungen, Motivationen und Arbeitsweisen der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter zu analysieren, um daraus Perspektiven für sozialpädagogische Berufsfelder abzuleiten.
- Gesellschaftlicher Wandel im Umgang mit Tod und Sterben
- Geschichte und Entwicklung der modernen Hospizbewegung
- Rolle, Qualifikation und Motivation ehrenamtlicher Mitarbeiter
- Spannungsfelder zwischen Ehrenamt und Professionalisierung
- Sozialpädagogische Einsatzmöglichkeiten im Hospizbereich
Auszug aus dem Buch
2.1. Generelle Bedingungen für die Entstehung neuer Bewegungen
Bewegungen entstehen nicht zufällig aus dem Nichts. Vielmehr entstehen Bewegungen dann, wenn sich durch gesellschaftlichen Wandel neue Bedürfnisse herausbilden, die nicht institutionell befriedigt werden oder traditionell geregelte Bedürfnisbefriedigungsformen trotz weiterbestehen der Bedürfnisse sich auflösen oder ihre Sinnhaftigkeit verlieren.
Gesellschaftliche Bewegungen haben ihren Ursprung in der Regel in einem von mehr oder weniger großen Teilen der Bevölkerung empfundenen Defizit der Befriedigung vorhandener menschlicher Bedürfnisse.
Am Beispiel der Ökobewegung (gesunde Ernährung, gesunde Lebensmittelproduktion) lässt sich das verdeutlichen. Nahrung und Essen sind existentielle Grundbedürfnisse. Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft und des Einsatzes von Chemie veränderte sich die Qualität der Lebensmittel. Die Ökobewegung stellte dieser Praxis ein neues Paradigma gegenüber: Es geht nicht um Nahrung an sich oder um möglichst viel und billige Produktion, sondern um gesunde Nahrung und ökologische, nachhaltige Produktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, die Hintergründe der Hospizbewegung und die Rolle der dort tätigen Mitarbeiter zu untersuchen.
2. Allgemeine Hintergründe der Entstehung der Hospizbewegung: Dieses Kapitel analysiert gesellschaftliche Defizite und den Wandel im Umgang mit Sterben und Tod als Hauptursachen für das Aufkommen der Hospizbewegung.
3. Die Geschichte des Hospiz: Hier wird die historische Entwicklung von der ursprünglichen Herberge bis zur modernen Hospizbewegung mit Fokus auf England und Deutschland nachgezeichnet.
4. Organisationsformen von Hospizen: Das Kapitel erläutert das Selbstverständnis von Hospizen, ihre Arbeitsweisen sowie die zentrale Rolle und Motivation der Ehrenamtlichen im Zusammenspiel mit Professionalisierung.
5. Sozialpädagogische Berufsfelder in der Hospizbewegung: Dieses Kapitel skizziert vier spezifische Aufgabenfelder, in denen Sozialpädagogen durch ihre Ausbildung einen wertvollen Beitrag zur Arbeit der Hospize leisten können.
6. Einschätzung der Zukunftsentwicklung der Hospizbewegung: Das Fazit bewertet das zukünftige Potential der Hospizbewegung als Reaktion auf gesellschaftliche Bedürfnisse und deren Einfluss auf die kulturelle Identität.
Schlüsselwörter
Hospizbewegung, Sterbebegleitung, Tod, Sterben, Ehrenamt, Professionalisierung, Sozialpädagogik, Palliativmedizin, Gesellschaftlicher Wandel, Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Hospizarbeit, Sterbehilfe, Lebensende, Selbstverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Hospizbewegung als Reaktion auf die gesellschaftliche Verdrängung des Themas Sterben und untersucht die Arbeit und Strukturen innerhalb der Hospize.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Bewegung, den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Sterben, die Organisationsformen der Hospizarbeit sowie die Rolle der Ehrenamtlichen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die gesellschaftlichen Hintergründe zu verstehen und Anforderungen an die Mitarbeiter zu definieren, um daraus sozialpädagogische Berufsfelder in der Hospizbewegung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die den Wissensstand über die Hospizbewegung anhand von Fachliteratur, Studien und dokumentierten Konzepten analysiert.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte, die Organisationsformen, die Rolle der Ehrenamtlichen einschließlich ihrer Motivation und Qualifikation sowie die Professionalisierung in Hospizen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Hospizbewegung, Sterbebegleitung, Ehrenamt, Professionalisierung, Sozialpädagogik, Gesellschaftlicher Wandel und Sterben sind die Kernbegriffe.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen eine Rolle?
Die Arbeit diskutiert, wie durch den Schritt zur Professionalisierung und den Einsatz bezahlter Fachkräfte neue Spannungsfelder in der Organisationsstruktur und Rollenverteilung entstehen können.
Welche Bedeutung haben Sozialpädagogen in der Hospizbewegung?
Sozialpädagogen können laut Arbeit in den Bereichen Teamarbeit, Verwaltung, Fortbildung sowie Supervision und Kommunikationsberatung gezielt unterstützen und entlasten.
- Arbeit zitieren
- Isa Straub (Autor:in), 2006, Selbstverständnis der Hospizdienste und Anforderungen an die ehrenamtlichen und hauptamtlichen MitarbeiterInnen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/58123