Ich werde diese Arbeit aufbauen, indem ich vorerst eine Unterscheidung zwischen Sexarbeiterinnen (Prostituierten) und Zwangsprostituierten treffe.
Die restliche Arbeit wird vorwiegend darin bestehen, anhand von theoretischen Erkenntnissen und Haltungen, eine Diskussion über diese Thematik zu führen, da viele Punkte vielschichtiger zu sehen sind. Besonderen Stellenwert lege ich bei dieser Diskussion auf die Opferrolle, welche Prostituierte automatisch zugeschrieben bekommen – egal, ob sie ihre Dienstleistung freiwillig oder unfreiwillig anbietet. Natürlich ist aber auch der Stellenwert von Prostituierten in unserer Gesellschaft ein Thema, welches zum Nachdenken anregen sollte.
Ich kann mich aufgrund der zahlreichen Argumente von verschiedenen Seiten, zu keiner einheitlichen Position bekennen und werde daher diese Argumente in dieser Arbeit anzuführen um dazu in weiterer Folge auch Stellung zu nehmen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Vorwort
2.) Definitionen und der Unterschied zwischen Zwang und Freiwilligkeit in der Prostitution
a) Prostitution
b) Der Strich
c) Zwangsprostitution
d) Sexarbeiterinnen
3.) Der Status von Prostituierten in unserer Gesellschaft
4.) Sind Prostituierte „Opfer“?
5.) Lösungsweg: „Freier kriminalisieren?“
6.) Rechtliche Zugänge zur Regelung von Prostitution
7.) Schlusswort
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Sexarbeiterinnen auseinander und hinterfragt die oft pauschal zugeschriebene Opferrolle. Ziel ist es, eine differenzierte Betrachtung zwischen freiwilliger Sexarbeit und Zwangsprostitution zu etablieren sowie die Rolle der Gesellschaft und rechtliche Regulierungsansätze zu diskutieren.
- Unterscheidung zwischen freiwilliger Prostitution und Zwangsprostitution
- Analyse der gesellschaftlichen Stigmatisierung und des Status von Prostituierten
- Kritische Auseinandersetzung mit der pauschalen „Opferrolle“
- Diskussion der Kriminalisierung von „Freiern“ und deren Folgen
- Vergleich verschiedener rechtlicher Ansätze zur Prostitutionsregelung
Auszug aus dem Buch
3.) Der Status von Prostituierten in unserer Gesellschaft:
„Unter dem Begriff Stigmatisierung versteht man einen Prozess, in dessen Verlauf innerhalb einer Gesellschaft, bestimmte Merkmale von Personen und Gruppen, mit negativen Bewertungen belegt und die Betroffenen, in eine Randgruppenposition gedrängt werden. Stigmatisierte Personen werden somit bei gesellschaftlichen Interaktionen primär über dieses negativ konnotierte Merkmal wahrgenommen.“ (vgl. www.sign-lang.uni-hamburg.de)
Auch Prostituierte werden mit negativ besetzten Bildern und Prinzipien stigmatisiert. Dabei ergibt sich folgendes Problem: „Zum einen liegen der Stigmatisierung von Huren und Prostitution dieselben Bilder und Prinzipien zugrunde, die alle Frauen abwerten; in einem Zirkelschluß werden zum anderen die Abwertungen, die Prostituierte stigmatisieren, auf alle Frauen übertragen und so alle Frauen abgewertet.“ (Günter, 1996, S. 269)
Ein Grund weshalb Prostituierte einen schlechten Status in unserer Gesellschaft haben, ist es, dass man meint aufgrund der sexuellen Aktivität eines Menschen auch auf seine Identität und Persönlichkeit schließen zu können. „Aus diesem Grunde wird für Huren abgeleitet, dass sie keine Identität und Persönlichkeit außerhalb ihrer Tätigkeit als Prostituierte haben. Damit verbunden ist die Tatsache, dass die Prostitution nicht als Erwerbsarbeit gesehen wird, da ihr Verhalten als abnormal gewertet wird.“ (vgl. Günter, 1996, S. 270)
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation zur Themenwahl, die aus einem Seminar über Frauenhandel im Migrationskontext entstand, und kündigt die beabsichtigte differenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik an.
2.) Definitionen und der Unterschied zwischen Zwang und Freiwilligkeit in der Prostitution: Dieses Kapitel liefert die terminologische Basis durch Definitionen von Prostitution, Strich, Zwangsprostitution und Sexarbeiterinnen.
3.) Der Status von Prostituierten in unserer Gesellschaft: Es wird die gesellschaftliche Stigmatisierung von Prostituierten als Prozess beschrieben, der weit über die einzelne Person hinaus alle Frauen abwertet.
4.) Sind Prostituierte „Opfer“?: Die Autorin hinterfragt kritisch, warum Sexarbeiterinnen automatisch als Opfer männlicher Machtstrukturen betrachtet werden und plädiert für eine Anerkennung weiblicher Selbstbestimmung.
5.) Lösungsweg: „Freier kriminalisieren?“: Hier wird die Idee der Kriminalisierung von Freiern diskutiert, wobei die Autorin vor negativen Konsequenzen für Sexarbeiterinnen warnt und eine Differenzierung fordert.
6.) Rechtliche Zugänge zur Regelung von Prostitution: Das Kapitel bietet einen Überblick über vier theoretische Ansätze der Prostitutionsregulierung: Prohibition, Abolition, Regulation und Entkriminalisierung.
7.) Schlusswort: Die Autorin resümiert ihre Erkenntnisse, betont die Notwendigkeit, eigene Klischees zu überdenken, und mahnt zu einem respektvolleren Umgang mit Menschen als Individuen.
Schlüsselwörter
Prostitution, Sexarbeiterinnen, Zwangsprostitution, Stigmatisierung, Frauenhandel, Opferrolle, Selbstbestimmung, Kriminalisierung, Freier, Patriachat, Erwerbsarbeit, Rechtsregelung, Gesellschaft, Diskriminierung, Menschenwürde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Stigmatisierung von Sexarbeiterinnen und der Notwendigkeit, zwischen freiwilliger Sexarbeit und Zwangsprostitution zu unterscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Prostitution, der Status von Prostituierten in der Gesellschaft, die kritische Diskussion der Opferrolle und die Analyse rechtlicher Regulierungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein differenzierteres Bild der Sexarbeit zu zeichnen, das Prostituierte als handelnde Subjekte und nicht ausschließlich als Opfer begreift.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer diskursiven Auseinandersetzung mit verschiedenen soziologischen und feministischen Positionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Begrifflichkeiten geklärt, die stigmatisierende gesellschaftliche Haltung analysiert, die Opfer-Debatte beleuchtet und die Kriminalisierung von Kunden sowie rechtliche Lösungsansätze diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prostitution, Selbstbestimmung, Stigmatisierung, Opferrolle und rechtliche Regulierung geprägt.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Prostituierten und Zwangsprostituierten?
Sie unterscheidet anhand des Kriteriums der Freiwilligkeit und Selbstbestimmung: Während Sexarbeiterinnen ihre Tätigkeit als Erwerbsarbeit ausüben, sind Zwangsprostituierte Opfer von Ausbeutung und Gewalt.
Wie bewertet die Autorin die Kriminalisierung von Freiern?
Sie lehnt eine pauschale Kriminalisierung ab, da diese Frauen in die Illegalität drängt, die Prostituiertenhilfe erschwert und den Fokus von den tatsächlichen Peinigern in Zwangsprostitutionsverhältnissen ablenkt.
- Quote paper
- Simone Strasser (Author), 2006, Die Unverwechselbarkeit von Sexarbeiterinnen und Zwangsprostituierten und ihr Status in der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/57323