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Bedürfnis Schlaf - Konzeption eines Objektes für den strategischen Kurzschlaf

Title: Bedürfnis Schlaf - Konzeption eines Objektes für den strategischen Kurzschlaf

Diploma Thesis , 2006 , 80 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom Designer Frank Ehnes (Author)

Design (Industry, Graphics, Fashion)

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Wenn jemand weit über den Schreibtisch gebeugt, zwischen Kaffeetasse, Maus und Tastatur beim Schlafen ertappt wird, sind spottende Kollegen und verärgerte Chefs nicht weit. Viele sehen im Tagesschlaf ein Sinnbild für Faulheit, Müßiggang oder Respektlosigkeit. Zu einem geregelten Lebensund Arbeitsrhythmus passt so etwas in den Augen der meisten Menschen nicht. Fleiß, Effizienz und Ordnung sind schließlich die wichtigen Tugenden der heutigen Zeit.
Doch nicht immer ist Faulheit der Grund für das Schlafen am Tag. Vielmehr sorgt ein grundlegendes gesellschaftliches Problem für immer häufigeres Gähnen: fehlende Zeit. Schlaf ist in unserer modernen „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ zu einem knappen Gut geworden. Das Natürliche wird zum Luxus, jeder zweite Deutsche sehnt sich heute nach mehr Schlaf, wie repräsentative Umfragen zeigen.1 Wachsender Leistungsdruck und eine schwindende Abtrennung zwischen Arbeit und Freizeit rauben immer mehr Menschen die Zeit für nötige geistige und körperliche Erholung. Ein Phänomen, das sich in Zukunft häufen wird, wenn die Globalisierung in Wirtschaft und Produktion weiter so schnell voranschreitet wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten.2 Die biologische Uhr, die unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert und für natürliche Leistungstiefs und -hochs verantwortlich ist, wird heute mehr beeinträchtigt denn je. Zunehmend wird der Tagesschlaf deshalb auch zum Thema für Firmen und Betriebe, die sich aufgrund von unkonzentrierten und ermüdeten Mitarbeitern die Frage stellen, wie diesem Problem beizukommen ist. In diesem beruflichen Kontext ist man deshalb vielerorts dazu übergegangen, Tagesschlaf den Angestellten in Form von gezielt eingesetzten Ruhephasen zu gewähren.
Welchen Einfluss dies auf die Arbeitswelt hat, und welche Möglichkeiten dabei für das Design bestehen, möchte ich in der folgenden theoretischen Arbeit erläutern. Während im ersten Teil physiologische Grundlagen, soziokulturelle und historische Aspekte untersucht werden, nehme ich anschließend näheren Bezug auf die Charakteristik und Einflussfaktoren des Tagesschlafes und gebe einen Ausblick zum gestalterischen Teil.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 5

1. Das Wesen des Schlafs 7

1.1 Physiologische Grundlagen 8

Im Takt der inneren Uhr 9

Natürliche Müdigkeitsphasen 10

1.2 Was uns sonst noch müde macht 11

Fehlende psychische Beanspruchung 11

Psychische und körperliche Beanspruchung 13

Einflüsse aus der Natur 14

2. Schlafkulturen 15

2.1 Monophasen-Schlafkultur 16

2.2 Siesta-Kultur 17

2.3 Nickerchen-Kultur 18

2.4 Schlafen im Stundenrhythmus 19

2.5 Zusammenfassung 20

3. Tagesschlaf in unserer Gesellschaft 21

3.1 Vorindustrielle Zeit 22

3.2 Beginn einer neuen „Zeitrechnung“ 23

3.3 Zeit ist Geld 25

3.4 Freiraum im Arbeitsraum 26

3.5 Im Halbschlaf zum Erfolg 27

3.6 Der Leistungskonflikt 29

3.7 Das Design knüpft an 31

4. Gestaltungsfaktoren 33

4.1 Schlafpositionen 34

Gibt es die optimale Position? 36

4.2 Umgebung 38

Schläfer und Raum 38

Ebenen 40

4.3 Einfluss der Wahrnehmung 42

Geräusche 42

Licht 43

Strahlungen 44

Temperatur 44

4.4 Der Schläfer persönlich 46

Intimität und Privatsphäre 46

Hygiene 48

Individualität 49

Sicherheit 50

4.5 Zwischen Wachen und Schlafen 51

Einschlafen und Rituale 51

Aufwecken 53

4.6 Nutzung 54

Stationär oder mobil? 54

Kommt Zeit, kommt Schlaf 54

5. Gestaltungsansätze 57

5.1 Orte für die Napping-Kultur 59

6. Zusammenfassung 67

6.1 Fazit 68

6.2 Zielsetzung für den praktischen Teil 69

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und den gesellschaftlichen Wandel des Tagesschlafes, insbesondere in Bezug auf die moderne Arbeitswelt. Das Hauptziel ist die Analyse von Faktoren, die den Tagesschlaf beeinflussen, um daraus fundierte Ansätze für die Gestaltung eines speziellen Schlafobjektes für den strategischen Kurzschlaf zu entwickeln.

  • Biologische Grundlagen und Rhythmik des Schlafes
  • Historische und kulturelle Schlaforganisationsformen
  • Einfluss der modernen Industriegesellschaft auf das Schlafverhalten
  • Gestaltungsrelevante Faktoren für Kurzschlaf im beruflichen Kontext
  • Konzepte für Möbeldesign und Ruhezonen in Büroumgebungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Vorindustrielle Zeit

Ein Blick in die europäische Geschichte macht deutlich, dass nicht nur der Schlafort, sondern auch die Schlafzeit weniger starr festgelegt war als heute. Der Tagesschlaf in der Öffentlichkeit war in früheren Jahrhunderten durchaus üblich und spontan. Schon seit dem Mittelalter ist die erquickende Rast und Pause zur Mitte des Tages, wenn das halbe Tageswerk vollbracht ist, als bildnerisches Thema aufgegriffen worden. Auch später, im 16. und 17. Jahrhundert, sind auf Gemälden der flämischen Schule häufig Menschen zu sehen, die tagsüber bei der Arbeit, neben Häusern oder an Wegen schlafen. Wiederholt findet man auch das Motiv des schlafenden Hirtenknaben oder des Wanderburschen, der sich unterwegs erholt.

Damals wie heute wird dieser „wohlverdiente und ehrliche“ Schlaf klar von jenem Tagesschlaf abgegrenzt, der vor allem mit Faulheit, Müßiggang und Langeweile einhergeht. Dieser wird als ein „verwerfliches Laster“ angesehen. Schließlich ist der Tag dem aktiven Leben vorbehalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Wesen des Schlafs: Erläutert die biologischen Grundlagen, den Schlaf-Wach-Rhythmus und Faktoren wie Müdigkeit, die den Schlafbedarf beeinflussen.

2. Schlafkulturen: Beschreibt verschiedene internationale Schlaforganisationsformen wie Monophasen-, Siesta- und Nickerchen-Kulturen.

3. Tagesschlaf in unserer Gesellschaft: Analysiert den historischen Wandel der Einstellung zum Tagesschlaf durch Industrialisierung und moderne Arbeitsstrukturen.

4. Gestaltungsfaktoren: Untersucht technische und psychologische Parameter wie Schlafpositionen, Licht, Geräusche und Privatsphäre für den Entwurf von Schlafobjekten.

5. Gestaltungsansätze: Zeigt bestehende Konzepte und Prototypen von Möbeln für den Kurzschlaf auf und bewertet deren Tauglichkeit.

6. Zusammenfassung: Fasst die theoretischen Ergebnisse zusammen und definiert die Zielsetzung für den praktischen Design-Teil.

Schlüsselwörter

Tagesschlaf, Kurzschlaf, Powernapping, Schlafhygiene, Arbeitswelt, Industriedesign, biologischer Rhythmus, Schlafkultur, Ergonomie, Gestaltung, Ruhephasen, Leistungsfähigkeit, Privatsphäre, Bürodesign, Strategischer Schlaf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Bedürfnis nach Schlaf und der Konzeption eines Objektes, das einen strategischen Kurzschlaf, das sogenannte "Powernapping", am Arbeitsplatz ermöglicht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen physiologische Grundlagen, soziokulturelle Unterschiede, der historische Wandel durch die Arbeitswelt sowie gestalterische Faktoren für Möbel im Bürokontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erforschung von Bedingungen, unter denen ein Kurzschlaf in den Berufsalltag integriert werden kann, sowie die Entwicklung eines Design-Ansatzes für ein solches Schlafobjekt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die soziologische, historische und biologische Fakten sowie eine Design-Methodik zur Lösungsfindung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schlaf-Kulturen, den gesellschaftlichen Leistungskonflikt und die detaillierte Analyse von Gestaltungsfaktoren wie Positionierung, Privatsphäre und Hygiene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind: Tagesschlaf, Powernapping, Arbeitswelt, Industriedesign, biologischer Rhythmus und Ergonomie.

Welche Rolle spielt die Privatsphäre bei der Gestaltung?

Da Kurzschlaf oft in halböffentlichen Räumen stattfindet, ist die Wahrung der Privatsphäre entscheidend, um Hemmschwellen abzubauen, ohne den Nutzer vollständig zu isolieren.

Warum wird der "strategische Kurzschlaf" als sinnvoll erachtet?

Wissenschaftliche Belege zeigen, dass kurze Ruhepausen die Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Arbeitsqualität signifikant steigern und den Kreislauf regenerieren können.

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Details

Title
Bedürfnis Schlaf - Konzeption eines Objektes für den strategischen Kurzschlaf
College
University of Art and Design Halle  (Industriedesign)
Grade
1,0
Author
Diplom Designer Frank Ehnes (Author)
Publication Year
2006
Pages
80
Catalog Number
V56929
ISBN (eBook)
9783638514880
Language
German
Tags
Bedürfnis Schlaf Konzeption Objektes Kurzschlaf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Designer Frank Ehnes (Author), 2006, Bedürfnis Schlaf - Konzeption eines Objektes für den strategischen Kurzschlaf, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/56929
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