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Das Recht des gewalt(tät)igen Michael Kohlhaas

Titel: Das Recht des gewalt(tät)igen Michael Kohlhaas

Hausarbeit , 2003 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Thomas von der Heide (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit analysiert die moralischen und rechtlichen Legitimisierungsversuche der Gewalt des Protagonisten in Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“. Die Hauptfigur der Geschichte sei hierbei anzusehen als die Symbiose der historischen Person Hans Kohlhase mit zentralen Reflektionen Kleists. Der Autor leistet es, die konkret geschichtliche Vorlage mit der rechts- und moralphilosophischen Diskussion seiner Zeit zu verknüpfen, verleiht Michael Kohlhaas so eine Tiefenschärfe und lässt den Protagonisten als komplexes, reflektierendes Individuum entstehen.

In dieser Arbeit werden das Leben des Michael Kohlhaas, das Unrecht an ihm, die gewalttätige Reaktion und sein endgültiges Verhängnis mit der Rechts- und Moralauffassung der Hauptfigur verglichen. Eine zentrale Fragestellung ist hierbei, ob und in wie weit Selbsthilfe und Widerstand bei staatlichem Versagen (moralisch) rechtens sind. Eine Analyse der Stellungnahme des Autors zu seinem Werk oder Angaben darüber, wie er den Erzähler über seinen Protagonisten werten lässt, wird diese Hausarbeit auf Grund der Fülle der Informationeninnerhalbder Hauptfigur nicht leisten. Eine formale Untersuchung leistet diese Hausarbeit ebenfalls nicht, da die inhaltlichen Aspekte und die Frage nach ihrer Anwendbarkeit auf die Diskussionen zur Zeit Kleists klar im Mittelpunkt stehen.

Obwohl diese Arbeit Michael Kohlhaas als individuelles Subjekt behandelt, wird das Hauptaugenmerk auf seinen objektiven, universalisierbaren Anspruch gelenkt. Eine Diskussion seiner ausschließlich subjektiven, triebleidenschaftlichen Rachenatur kann nur marginal vorgenommen werden. Die sogenannte Kapselepisode (für das Rachemotiv ein wichtiger Aspekt) wird so etwa auch nur dann zur Sprache gebracht, wenn sie einen Einblick in die objektive Reflektion der Hauptperson bietet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Das Recht des gewalt(tät)igen Michael Kohlhaas

I. Vor dem Zwischenfall – das Rechtsverständnis des Michael Kohlhaas

1. Der Alltag des Michael Kohlhaas

2. Die Rousseauistische Position

II. Das Unrecht an Michael Kohlhaas

1. Der Zwischenfall

2. Der Rechtschaffene scheitert

III. Nach dem Zwischenfall – die Gewalt des Michael Kohlhaas

1. Die ideellen Umstände der Gewalt

2. Recht zur Selbsthilfe – ja oder nein?

3. Adam Müller und Michael Kohlhaas

4. Luther

IV. Am Ende der Gewalt – das Schicksal des Michael Kohlhaas

1. Politisches Geschacher und Resignation

2. Die Genugtuung

C. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die moralischen und rechtlichen Legitimationsversuche der Gewalt durch den Protagonisten in Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“. Dabei wird untersucht, inwieweit Selbsthilfe und Widerstand bei staatlichem Versagen moralisch rechtens sind und wie Kleist diese Thematik mit zeitgenössischen rechts- und staatsphilosophischen Konzepten verknüpft.

  • Moralische Rechtfertigung von Widerstand und Selbsthilfe
  • Die Spannung zwischen individuellem Rechtsempfinden und staatlicher Rechtsordnung
  • Staatstheoretische Einordnung nach Rousseau, Kant und Adam Müller
  • Die psychologische und religiöse Entwicklung des Protagonisten
  • Die Rolle von Autoritäten wie Martin Luther im Prozess der Konfliktlösung

Auszug aus dem Buch

II.1 Der Zwischenfall

Die Biografie des Michael Kohlhaas nimmt ihren verhängnisvollen Lauf, als der Rosshändler eines Tages während einer geschäftlichen Reise Opfer einer willkürlich schikanösen Aktion an der kursächsischen Tronkenburg wird. Entgegen aller Gewohnheit verlangt man dem Kohlhaas einen Zoll ab, welchen er auch bezahlt.

Die danach vom Burgvogt eingeforderte Lösung eines Passscheins lehnt er allerdings ab, da er „alle landesherrlichen Verfügungen, die sein Gewerbe angingen, genau kennt“ und die Forderung zunächst als aufzuklärenden Irrtum ansieht. Als der Burgvogt allerdings auf die Lösung des Scheins beharrt, erkennt der Rosshändler, dass er es mit einer unrechtmäßigen Erpressung zu tun hat, was ihm später von der sächsischen Regierung auch bestätigt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der moralischen Legitimierung von Gewalt in Kleists Novelle vor und grenzt das Vorhaben auf eine inhaltlich-philosophische Analyse ein.

B. Das Recht des gewalt(tät)igen Michael Kohlhaas: Das Hauptkapitel untersucht das Rechtsverständnis des Protagonisten, das erlebte Unrecht, die theoretischen Hintergründe seiner gewaltsamen Reaktion sowie seine Auseinandersetzung mit der Obrigkeit und sein tragisches Ende.

C. Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert die Ambivalenz der Hauptfigur zwischen Rechtskämpfer und wahnhaftem Gewalttäter und weist auf die fortdauernde Relevanz der Leitfrage in der heutigen Kultur hin.

Schlüsselwörter

Michael Kohlhaas, Heinrich von Kleist, Rechtsphilosophie, Selbsthilfe, Widerstandsrecht, Moral, Gerechtigkeit, Staatsgewalt, Gesellschaftsvertrag, Jean-Jacques Rousseau, Immanuel Kant, Adam Müller, Gewalt, Novelle, Rechtsempfinden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die moralischen und rechtlichen Argumente, mit denen der Protagonist Michael Kohlhaas seine Gewalttaten nach erlittenem Unrecht zu begründen versucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind das Verhältnis zwischen Individuum und Staat, die moralische Legitimität von Selbsthilfe bei staatlichem Versagen und die philosophische Einordnung der Handlungen des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Fragestellung ist, ob und inwieweit Selbsthilfe und Widerstand gegenüber einem Staat, der seinen Schutzauftrag verletzt, moralisch rechtens sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung staatsphilosophischer Theorien, insbesondere von Rousseau, Kant und Adam Müller, um die Handlungen des Protagonisten zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Kohlhaas' Rechtsverständnis, die Eskalation nach dem Zwischenfall an der Tronkenburg, die Einordnung in verschiedene staatsphilosophische Lehren und das Scheitern sowie die letztliche Genugtuung des Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rechtsphilosophie, Widerstandsrecht, moralische Legitimität, Selbsthilfe, staatliche Gerechtigkeit und das Individuum im Spannungsfeld zum Recht.

Welche Rolle spielt Martin Luther in der Argumentation des Autors?

Luther fungiert als moralische Instanz, die Kohlhaas von seinem religiösen Wahn befreit und ihn dazu bewegt, seine Gewalttaten einzustellen und sich wieder dem staatlichen Rechtsprozess zu unterwerfen.

Warum scheitert der Rechtsanspruch des Michael Kohlhaas zunächst so kläglich?

Der Rechtsanspruch scheitert an familiärer Vetternwirtschaft, Korruption im sächsischen Staatsapparat und dem Unvermögen der Behörden, das Anliegen unvoreingenommen und gerecht zu behandeln.

Was bedeutet der Begriff der „doppelten Negation“ im Kontext der Arbeit?

Damit ist gemeint, dass Kohlhaas jenseits des Gesetzes handelt, um die faktische Aussetzung der Rechtsordnung selbst wieder aufzuheben und so die universelle Gültigkeit des Rechts neu zu etablieren.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Recht des gewalt(tät)igen Michael Kohlhaas
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Einführungsseminar B: Heinrich von Kleist
Note
1,7
Autor
Thomas von der Heide (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
24
Katalognummer
V55828
ISBN (eBook)
9783638506847
ISBN (Buch)
9783656697176
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Recht Michael Kohlhaas Einführungsseminar Heinrich Kleist Thema Michael Kohlhaas
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas von der Heide (Autor:in), 2003, Das Recht des gewalt(tät)igen Michael Kohlhaas, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/55828
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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