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Karl Mays Antwort auf die Orientfrage und sein Verhältnis zum Imperialismus

Titel: Karl Mays Antwort auf die Orientfrage und sein Verhältnis zum Imperialismus

Seminararbeit , 2006 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Daniel Rother (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Karl May zählt noch heute - rund 100 Jahre nach seinem Tod - zu den beliebtesten deutschen Trivialroman- und Jugendbuchautoren. Er beeinflusste bis in die Gegenwart mit seinen abenteuerlichen und fantastischen Werken zig Generationen von Jugendlichen. 1 Dabei prägte er - wie viele andere Reise- und Abenteuer-romanautoren auch 2 - die Bilder dieser fremden Kulturen stark mit; Bilder vom „edlen Roten Mann“ oder vom „faulen Türken“. Diese Bilder wurden oft von May aus literarischen Zwecken konstruiert, oft aber bedienen sie sich auch der zeitgenössischen Klischees. May schrieb seine Orientromane in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, eine turbulente Zeit für das Osmanische Reich und für das junge Deutsche Reich. In dieser Zeit wird der Begriff vom „Kranken Mann am Bosporus“ geprägt; es ist aber auch die Zeit der Gründung des deutschen Nationalstaats. All diese Ereignisse fließen direkt oder indirekt in Mays Werke ein - entweder dienen sie als Hin-tergrund für seine Erzählungen oder als Vorlage für seine Charaktere. Es wurden viele kritische Bücher über Karl May verfasst, doch die Masse dieser behandelt die Frage, ob er selbst die Reisen und Abenteuer seiner Ich-Erzähler -Kara Ben Nemsi bzw. Old Shatterhand - gemeistert hat. Ich befasse mich in meiner Hausarbeit mit einer anderen Fragestellung, die weniger in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, dafür aber umso kontroverser ist: Inwiefern formulierte Karl May eine Antwort auf die Orientfrage? Bei der Bearbeitung meiner Fragestellung werde ich zunächst auf die politischen und historischen Hintergründe der Mayschen Orientromane eingehen. Danach untersuche ich, wie Karl May das Osmanische Reich und das Bild der Türken dargestellt hat und wie nach seiner Meinung die Antwort auf die Orientfrage aussehen könnte. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Hintergründe

2.1. Die Orientfrage

2.2. Der Berliner Kongress und Bismarcks Rolle des „ehrlichen Maklers“

3. Karl May und die Orientfrage – Kritiker oder Sympathisant des Imperialismus?

3.1. Darstellung des Osmanischen Reichs und der Türken

3.1.1. Stereotyp Türke

3.1.2. Das Militär

3.1.3. Der Staatsapparat und das Justizwesen

3.1.4. Der Kranke Mann am Bosporus

3.2. Die Maysche Antwort: Kara Ben Nemsi

4. Abschließende Betrachtungen und Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die kontroverse Fragestellung, inwiefern Karl May in seinen Orientromanen eine bewusste Antwort auf die historische „Orientfrage“ des 19. Jahrhunderts formulierte. Ziel ist es, durch die Analyse der Darstellung osmanischer Gesellschaftsstrukturen und der Rolle seines Ich-Erzählers Kara Ben Nemsi die Haltung des Autors zum Imperialismus und zur kulturellen Überlegenheit des Westens zu ergründen.

  • Historische Einordnung der Orientfrage und des Berliner Kongresses.
  • Analyse der stereotypen Darstellung des Osmanischen Reichs und der Türken durch Karl May.
  • Untersuchung der kritischen Darstellung osmanischer Institutionen wie Militär und Justizwesen.
  • Interpretation von Kara Ben Nemsi als omnipotenter „Prototyp des Kolonisators“.
  • Diskussion von Karl Mays Positionierung im Kontext des Kulturimperialismus.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Das Militär

Die Invasion türkischer Truppen in Europa war jahrhundertelang eine reale Gefahr, die Kriegskunst der Türken war lange Zeit die große Stärke des Osmanischen Reiches. Zur Zeit Mays hatten sich allerdings die Verhältnisse umgekehrt: aus dem „Kettenhund Europas“31 ist ein 'Schoßhund' geworden. May lässt das türkische Militär in einem krassen Gegensatz zu den disziplinierten preußischen Truppen erscheinen. Das deutsche Militär und insbesondere das preußische Militär war nach drei Siegen in den drei Einigungskriegen dort, wo das türkische lange Zeit gestanden hatte.32 Ein preußischer Leutnant wurde vielfach verehrt wie ein junger Gott33 und große Teile der Gesellschaft wurden stark vom Militär geprägt.

In den Augen des Lesers der damaligen Zeit wirkte der von May beschriebene türkische Soldat alles andere als professionell oder gefährlich. Er hat dann nur noch Spott und Hohn für die ehemals stolzen Krieger übrig. Hier eine signifikante Textpassage aus dem Roman „Durchs wilde Kurdistan“34:

„Der eine der beiden Helden war ein Hauptmann und der andere ein Lieutenant. Der Hauptmann hatte ein recht biederes Aussehen; er kam mir grad so vor, als sei er eigentlich ein urgemütlicher, dicker deutscher Bäckermeister, der auf seinem Liebhabertheater den wilden Türken spielen soll und sich dazu für anderthalbe Mark vom Maskenverleiher das Kostüm geliehen hat. Mit dem Lieutenant war es ganz ähnlich. Just so wie er mußte eine sechzigjährige Krankenschwester aussehen, die auf den unbegreiflichen Backfischgedanken geraten ist, in Pumphosen und Osmanly-Jacke auf die Redoute zu gehen.“

Die beiden türkischen Offiziere wirken wie Witzfiguren oder als wären sie Teilnehmer eines Masken- oder Kostümballes und nicht wie professionelle Beherrscher der Kriegskunst. An anderen Stellen bezeichnet May die türkischen Truppen ironisch mit „Oasenhelden“35 oder als „großherrliche Vaterlandsverteidiger“36.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Karl Mays Bedeutung als Autor ein und skizziert die Forschungsfrage nach seiner Haltung zur Orientfrage im Kontext der zeitgenössischen Geschichte.

2. Historische Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert den außenpolitischen Druck und den Zerfallsprozess des Osmanischen Reiches im 19. Jahrhundert sowie die Rolle Deutschlands als „ehrlicher Makler“ auf dem Berliner Kongress.

3. Karl May und die Orientfrage – Kritiker oder Sympathisant des Imperialismus?: Das Hauptkapitel analysiert Mays Darstellung des Orients, seiner Völker und der als krank wahrgenommenen osmanischen Institutionen.

4. Abschließende Betrachtungen und Resümee: Hier werden die Analyseergebnisse zusammengefasst und Karl May als Vertreter eines Kulturimperialismus eingeordnet, der die Überlegenheit westlicher Ideologie propagiert.

Schlüsselwörter

Karl May, Orientfrage, Osmanisches Reich, Kara Ben Nemsi, Imperialismus, Kulturimperialismus, Orientroman, Berliner Kongress, Türkenbild, Stereotypen, Sozialdarwinismus, Kolonialismus, Europäisierung, Trivialliteratur, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Karl May in seinen Orientromanen das Osmanische Reich darstellte und inwiefern er damit eine spezifische politische Antwort auf die sogenannte „Orientfrage“ des 19. Jahrhunderts lieferte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die historische Realität des Osmanischen Reiches, die Auswirkungen des Imperialismus, die Konstruktion von Stereotypen über den Orient sowie die Rolle des deutschen Helden als Träger westlicher Ideologie.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Karl May durch die gezielte Darstellung von Minderwertigkeiten der osmanischen Institutionen eine ideologische Rechtfertigung für die Überlegenheit westlicher Kulturen schafft.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und vergleicht dabei primäre Romanquellen mit zeitgenössischen historischen und literaturwissenschaftlichen Sekundärquellen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil fokussiert?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse des Türkenbildes, der Parodierung des Militärs und des Staatsapparates sowie der Funktion des Ich-Erzählers Kara Ben Nemsi als Zivilisationsbringer.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kulturimperialismus, Orientfrage, Stereotypisierung und die Identität des Helden Kara Ben Nemsi charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Mays Türkenbild vom historischen Bild?

May nutzt teilweise zeitgenössische Klischees vom „faulen Türken“, konstruiert diese aber literarisch so überspitzt, dass sie die vermeintliche Notwendigkeit eines westlichen „Lehrmeisters“ unterstreichen.

Inwiefern ist Kara Ben Nemsi ein Prototyp des Kolonisators?

Kara Ben Nemsi wird als eine Figur dargestellt, die durch überlegenes Wissen, moderne Technik und westliche Ideologie die Autorität übernimmt, um in einer als rechtlos dargestellten Umgebung selbst zu richten und zu ordnen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Karl Mays Antwort auf die Orientfrage und sein Verhältnis zum Imperialismus
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar: Die Wahrnehmung des Anderen: Probleme und Fragen zur Wahrnehmung nahöstlicher Gesellschaften in Vergangenheit und Gegenwart in der europäischen Literatur und Forschung
Note
1,7
Autor
Daniel Rother (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V54889
ISBN (eBook)
9783638499927
ISBN (Buch)
9783656773399
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karl Mays Antwort Orientfrage Verhältnis Imperialismus Proseminar Wahrnehmung Anderen Probleme Fragen Wahrnehmung Gesellschaften Vergangenheit Gegenwart Literatur Forschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Rother (Autor:in), 2006, Karl Mays Antwort auf die Orientfrage und sein Verhältnis zum Imperialismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/54889
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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