Diese Seminararbeit soll sich innerhalb von Elitestudien mit den Propagandisten der nationalsozialistischen Elite befassen.
Der bearbeitete Bereich betrifft die soziale Herkunft und die geistige Situation in der sie sich befanden als sie Anhänger des Nationalsozialismus wurden. Im letzten Teil der Arbeit wird als Beispiel auf die Person Joseph Goebbels eingegangen werden.
Als Basisinformation für die nationalsozialistische Elite wurde die 1951 von Daniel Lerner, Ithiel de Sola Pool und George K. Schueller herausgegebene Studie “The Nazi-Elite” verwandt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Absicht und Methode der Untersuchung
3. Die Spezialisten
4. Die Propagandisten
4.1 Soziale Herkunft
4.2 Die Propagandisten als entfremdete Intellektuelle
5. Ein Propagandist am Beispiel Joseph Goebbels
6. Zusammenfassende Bewertung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht innerhalb der Elitenforschung die Propagandisten der nationalsozialistischen Führungsschicht mit einem Fokus auf deren soziale Herkunft und psychologische bzw. geistige Situation. Ziel ist es, auf Basis der Studie „The Nazi-Elite“ von Daniel Lerner die Charakteristika dieser Gruppe zu analysieren und am Fallbeispiel Joseph Goebbels zu prüfen, inwieweit die theoretischen Erkenntnisse der Studie auf individuelle Biographien zutreffen.
- Analyse der sozialen Herkunft nationalsozialistischer Propagandisten
- Untersuchung des Phänomens der entfremdeten Intellektuellen
- Vergleich der Elitenmerkmale mit dem Durchschnitt der NSDAP-Elite
- Fallstudie zur Biographie von Joseph Goebbels
- Darstellung der Entfremdungsprozesse und Motivationen für den Parteibeitritt
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Propagandisten als entfremdete Intellektuelle
Die Frage die sich als nächstes stellt ist, wie diese jungen Männer dazu kamen, gegen ihre Gesellschaft zu rebellieren und Mitglieder der Gegenelite zu werden, obwohl sie in der Denkweise der imperialistischen und Weimarer Zeit erzogen und ausgebildet wurden, meist aus gutem Hause stammten und eine gute Bildung genossen hatten.
Lerner begründet dies in seiner Studie durch die Charakterisierung der Propagandisten als entfremdete Intellektuelle. Unter einem Intellektuellen versteht er eine Person, die durch ihre Anlagen, Herkunft und Ausbildung mehr ihre geistige als ihre materielle Umwelt beeinflußt. Entfremdet bedeutet in diesem Zusammenhang, daß sie sich mit den geltenden Werten, Geboten und Verboten ihrer Gesellschaft nicht mehr identifizieren konnten (vgl. Lerner 1951:9).
Die Tatsache, daß viele Propagandisten Intellektuelle waren, wurde schon damit gezeigt, daß die meisten ein Studium und dies bevorzugt im Bereich der Geisteswissenschaften vorzuweisen hatten. Ein weiterer Hinweis auf intellektuelle Tätigkeiten sind die Berufe die sie vor ihrer Naziaktivität ausübten. Die Statistik zeigt, daß diese vor allem im Kommunikationsbereich anzusiedeln waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition des Untersuchungsgegenstands innerhalb der Elitenforschung und Vorstellung der zugrunde liegenden RADIR-Studie.
2. Absicht und Methode der Untersuchung: Erläuterung des verwendeten Datenmaterials aus dem Führerlexikon und der statistischen Aufteilung der Untersuchungsgruppen.
3. Die Spezialisten: Theoretische Herleitung der Gruppe der Spezialisten als Teil revolutionärer Eliten sowie Definition der sozioökonomischen Kriterien.
4. Die Propagandisten: Charakterisierung der Propagandisten als Gruppe sowie detaillierte Betrachtung ihrer sozialen Herkunft und ihrer geistigen Entfremdung.
5. Ein Propagandist am Beispiel Joseph Goebbels: Biographische Untersuchung von Joseph Goebbels unter Anwendung der zuvor erarbeiteten theoretischen Merkmale.
6. Zusammenfassende Bewertung: Abgleich der Erkenntnisse aus dem Fallbeispiel Goebbels mit den theoretischen Modellen der Studie von Lerner.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Elitenforschung, Propagandisten, Daniel Lerner, RADIR-Projekt, entfremdete Intellektuelle, Joseph Goebbels, Sozialstruktur, politische Radikalisierung, Weimarer Republik, NSDAP, Ideologie, Bildungsbürgertum, Weltanschauung, Spezialisten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Propagandisten innerhalb der nationalsozialistischen Elite auf Basis soziologischer Elitenstudien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziale Herkunft, das Phänomen der Intellektualität, die Entfremdung von der Weimarer Republik und die persönliche Entwicklung am Beispiel von Joseph Goebbels.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Überprüfung der theoretischen Annahmen der Lerner-Studie zur NS-Elite anhand der soziologischen Datenlage und eines spezifischen biographischen Fallbeispiels.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Sekundäranalyse des Datenmaterials der Lerner-Studie „The Nazi-Elite“ in Verbindung mit biographischer Forschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition der „Spezialisten“ und „Propagandisten“, deren Herkunft, Ausbildung sowie die psychologische Situation, die zum Beitritt in die NSDAP führte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Elitenforschung, NS-Propagandisten, Entfremdung und soziologische Strukturanalysen geprägt.
Warum wird Joseph Goebbels als Fallbeispiel gewählt?
Goebbels dient als Paradebeispiel, um die theoretische Kategorie des „entfremdeten Intellektuellen“ an einer realen Biographie zu verifizieren oder zu hinterfragen.
Welche Bedeutung hat das „Führerlexikon“ für die Studie?
Das Führerlexikon bildet die empirische Basis für die Datenerhebung der untersuchten Elitegruppen im Rahmen des RADIR-Projekts.
- Arbeit zitieren
- M.A. Nicole Matthe (Autor:in), 1995, Die nationalsozialistischen Propagandisten anhand Joseph Goebbels, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/542871