Im Rahmen des Seminars Benotung und Leistung im Deutschunterricht beschäftigten wir uns mit mündlicher Kommunikation und der Rechtschreibung und ihrer Überprüfbarkeit und Vergleichbarkeit im Schulalltag. Besonders bei der mündlichen Kommunikation in der Schule tauchen verschiedene Probleme auf, über die man sich als angehender Lehrer bzw. Lehrerin 1 bewusst werden sollte. Die Darstellungen von Ralf Langhammer, der sich mit der Thematik intensiv beschäftigt hat, wurden von mir für ein Referat aufbereitet und sollen nun noch ausführlicher betrachtet werden und in Verbindung zu anderer Literatur gesetzt werden. Zunächst werde ich auf die Probleme und Voraussetzungen der mündlichen Leistungsbeurteilung nach Langhammer eingehen, um anschließend seinen Notenstufenentwurf vorzustellen. Anschließend folgen die wichtigsten Aussagen zum Mündlichen im Deutschunterricht aus einigen Richtlinien, die dann wiederum kritisch in Bezug gesetzt werden zu Problemen und Vorschlägen der Leistungsbeurteilung aus der Sicht anderer Autoren.
Inhaltsverzeichnis
1. Aufgabe und Ziel der Arbeit
2. Probleme bei der Leistungsbeurteilung
3. Vorraussetzungen für die Leistungsbeurteilung
4. Benotungsvorschlag von R. Langhammer
5. Richtlinien der KMK
6. Leistungsbeurteilung aus der Sicht anderer Autoren
7. Zusammenfassung und abschließende Gedanken
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Bewertung mündlicher Schülerleistungen im Deutschunterricht und analysiert verschiedene Ansätze zur Gestaltung transparenter und objektiverer Beurteilungskriterien, um den subjektiven Charakter der Leistungsbewertung zu reduzieren.
- Problematik der mangelnden Objektivität, Validität und Reliabilität mündlicher Noten
- Notwendigkeit einer Trennung zwischen fachlichen und kommunikativen Leistungen
- Diskussion des Notenstufenentwurfs von Ralf Langhammer als methodische Hilfe
- Kritische Auseinandersetzung mit der Einbeziehung von Schweigen und Kontinuität in die Bewertung
- Vergleich von Beobachtungsmethoden und Dokumentationshilfen in der Unterrichtspraxis
Auszug aus dem Buch
2. Probleme bei der Leistungsbeurteilung
Bei der Beurteilung von Schulleistungen im Bereich der mündlichen Kommunikation treten eine Reihe von Problemen auf, die Langhammer ausführlich darstellt. Ein Hauptproblem liegt darin, dass es wenig Literatur zur Bewertung mündlicher Leistungen gibt, die man dann als Hilfe in der Praxis verwenden könnte. Zwar wird in der Literatur viel Wert auf die sprachlichen Fähigkeiten der Schüler gelegt, jedoch der Benotung kaum Beachtung geschenkt. In der Forschung besitzt die betrachtete Thematik also wenig Bedeutung, so dass auch einheitliche Bewertungsgrundsätze bis heute nicht entstanden sind.
Das Fehlen dieser einheitlichen Grundlagen führt in der Praxis dazu, dass der Lehrer sich nur an bestimmte Richtlinien halten muss, jedoch im Großen und Ganzen nach seinen eigenen Ansprüchen bewertet. Dies wird zusätzlich dadurch erschwert, dass es im Studium, also in der Lehrerausbildung kaum Vorbereitung auf die Benotungspraxis gibt. Weitere Probleme entstehen dann in der Unterrichtssituation, z. B. dadurch, dass nur wenig Unterrichtsbeiträge möglich sind bzw. diese auch noch stark gestreut sind. Fraglich ist hier dann auch, ob und wie der Lehrer Schweigen interpretiert, entweder als aufmerksames Zuhören oder eben als Nichtbeteiligung. Um diesen Schwierigkeiten zu begegnen, müsste man die Validität (Gültigkeit) und die Reliabilität (Zuverlässigkeit) der Bewertung gewährleisten. Dies wäre jedoch nur möglich, wenn man jeden einzelnen Schüler immer wieder in bestimmten Gesprächssituationen beobachten würde und eine gleichmäßige Beobachtung durch Festlegung des zu beobachtenden Schülers sichern würde.
Jedoch erkennt man an dieser potenziellen Problemlösung, dass es schwierig ist, diese Kriterien zu erfüllen. Ferner liegt eine Schwierigkeit in der Vergleichbarkeit der mündlichen Beiträge, die zusätzlich noch durch die Subjektivität des Lehrers beeinflusst wird. Die Objektivität wird durch die selektive Wahrnehmung und auch durch seine persönliche Beziehung zu dem jeweiligen Schüler deformiert und ist somit nicht gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aufgabe und Ziel der Arbeit: Einleitung in die Thematik der mündlichen Leistungsbeurteilung und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Probleme bei der Leistungsbeurteilung: Analyse der Schwierigkeiten wie mangelnde Objektivität, fehlende einheitliche Grundlagen und die Flüchtigkeit des gesprochenen Wortes.
3. Vorraussetzungen für die Leistungsbeurteilung: Darstellung notwendiger Voraussetzungen für Lehrkräfte, um eine gerechtere Bewertung zu ermöglichen, wie etwa Transparenz und die Trennung von Inhalts- und Kommunikationsaspekten.
4. Benotungsvorschlag von R. Langhammer: Vorstellung eines Notenstufenentwurfs, der nonverbale, verbale und situative Leistungsfelder systematisiert.
5. Richtlinien der KMK: Überprüfung offizieller Richtlinien hinsichtlich ihrer Vorgaben zur Förderung und Beurteilung mündlicher Fähigkeiten im Unterricht.
6. Leistungsbeurteilung aus der Sicht anderer Autoren: Kritische Betrachtung alternativer Ansätze, Strichlisten und Bewertungsbögen anderer Fachdidaktiker.
7. Zusammenfassung und abschließende Gedanken: Fazit zur Relevanz von Langhammers Modell und Bestätigung der methodischen Lücke im Bereich der mündlichen Bewertung.
Schlüsselwörter
Leistungsbeurteilung, Mündliche Kommunikation, Deutschunterricht, Notengebung, Objektivität, Validität, Reliabilität, Gesprächsführung, Notenstufenentwurf, Didaktik, Schulleistung, Bewertungskriterien, Unterrichtssituation, Sprachliche Fähigkeiten, Leistungsnachweis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Notengebung bei mündlichen Leistungen im Deutschunterricht und untersucht, wie eine nachvollziehbare und objektivere Bewertung möglich ist.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Im Zentrum stehen die Gütekriterien der Leistungsbeurteilung (Validität, Reliabilität, Objektivität), die Analyse von Bewertungsmodellen sowie die Bedeutung des gesprochenen Wortes in der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Beurteilungspraxis und die Vorstellung methodischer Ansätze, um die Benotung mündlicher Leistungen transparenter zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Der Autor führt eine Literaturarbeit durch, die vorhandene didaktische Modelle, Rahmenrichtlinien und empirische Beobachtungen zum Thema Leistungsbeurteilung miteinander in Bezug setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Behandelt werden die Probleme bei der Notengebung, die notwendigen Voraussetzungen für Lehrer, der konkrete Notenstufenentwurf von Ralf Langhammer sowie die Perspektiven anderer Autoren wie Meyenberg, Birkel und Kirk.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Leistungsbeurteilung, mündliche Mitarbeit, Transparenz der Notengebung und didaktische Bewertungsmodelle charakterisieren.
Warum spielt die Trennung von Wissen und Sprache bei Langhammer eine so große Rolle?
Langhammer plädiert für die Trennung, da die Bewertung häufig zu stark auf den Inhalt fokussiert, während kommunikative Fertigkeiten und die sprachliche Form als eigenständige Kompetenzen oft vernachlässigt werden.
Wie bewerten die untersuchten Autoren den Einsatz von Strichlisten?
Die Autoren bewerten die Praktikabilität von Strichlisten unterschiedlich; während sie als Hilfsmittel zur Notierung positiv hervorgehoben werden, warnt der Verfasser vor dem ständigen Druck auf die Schüler und der mangelnden Umsetzbarkeit im Schulalltag.
- Quote paper
- Julia Feist (Author), 2005, Benotungsvorschläge und -Vorschriften mündlicher Leistungen nach Langhammer, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/53762