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"Sich selbst Feind genug". Die Entwicklung des weiblichen Blicks in Erica Pedrettis "Valerie"

Title: "Sich selbst Feind genug". Die Entwicklung des weiblichen Blicks in Erica Pedrettis "Valerie"

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

In Erica Pedrettis 1986 erschienenen "Valerie oder Das unerzogene Auge" erzählt die Autorin die Geschichte einer Frau, eines Modells und deren Tod durch Krebs. Sie greift dabei auf die historische Konstellation zwischen dem Modell Valentine Godé-Darel und dem Maler Ferdinand Hodler zurück. Aber anders als Godé-Darel, die nur als Bildobjekt existiert, bekommt Valerie eine Stimme, mehr noch einen eigenen Blick verliehen. Das Verhältnis zwischen Maler und Modell, das in der Regel männlich/weiblich, aktiv/passiv besetzt ist, erfährt hier in gewisser Wiese eine Umkehrung, wenn das Modell als sinngebendes Subjekt auftritt. Zuerst nur Spiegel ihres Malers Franz gelingt Valerie eine Lösung und Emanzipation ihrer eigenen Gedanken, ihres eigenen Blickes. Die Dinge fügen sich anders in ihrem unerzogenen Blick, weniger normativ als es bei Franz der Fall ist, aber doch auf ihre eigene Art sehend und erkennend.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. DER MALER

3.1. Das Modell als Spiegel des männlichen Subjekts

3.2. Gebannter Tod

3.3. Gebändigte Natur

4. DAS MODELL

4.1. Valeries Adaption des männlichen Blickes

4.1.1. Bilder einer Landschaft als Entwicklung des eigenen Blicks

4.2. Chinametaphorik

4.3. Krankenhausmetaphorik

4.3.1. Warten

5. DAS GÄNZLICH UNERZOGENE AUGE

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der weiblichen Identität und des eigenen Blicks der Protagonistin Valerie in Erica Pedrettis Roman "Valerie oder Das unerzogene Auge" vor dem Hintergrund einer von männlicher Dominanz und künstlerischer Instrumentalisierung geprägten Beziehung. Dabei wird analysiert, wie sich das Modell durch einen Erkenntnisprozess von der Rolle als bloßer Spiegel des männlichen Künstlers emanzipiert und eine eigene, subjektive Wahrnehmung entwickelt.

  • Die Dekonstruktion des männlichen Blickes auf das weibliche Objekt.
  • Die symbolische Funktion von Natur- und Gartenmetaphern sowie Krankheit.
  • Der Zusammenhang zwischen Identitätsfindung und physischem Verfall.
  • Die Analyse der Chinametaphorik als Ausdruck der Reise ins Innere.
  • Die Auseinandersetzung mit Sterblichkeit und der Inszenierung des Todes.

Auszug aus dem Buch

3.2. Gebannter Tod

Franz, ebenso wie Hodler, malt also sein Modell so wie er es auch schon vor ihrer Krankheit getan hat, aber die Bilder gewinnen eine andere Funktion durch ihr Sterben. Sie bannen den Tod. Franz kann sich vom Tod distanzieren und letztlich überleben. Nicht nur, dass die Darstellung der realen Gewalt diese abschwächt und mittelbar werden lässt, mehr noch machen die Bilder der Sterbenden die Aspekte des Realen unsichtbar, so dass letztlich der Betrachter dieser Bilder die Erfahrung nicht greifen kann. Der Maler, sowie der Betrachter bleiben außen vor, „was für den sterbenden Körper höchst real ist, bleibt für den Betrachter dieses Körpers […] höchst irreal.“ Der Zweck dieser Bilder ist somit lediglich das eigene Überleben des Künstlers und die obsessive Inszenierung, und somit Kontrolle des Todes. Der reale, natürliche Tod ist immer als kulturelles Konstrukt inszeniert, nicht nur in Franz Bildern, sondern in jeder Darstellung: „Das jeder Darstellung des Todes inhärente Paradoxon besteht darin, daß der ‚Tod‘ immer kulturell konstruiert ist, weil er außerhalb der persönlichen Erfahrung jedes sprechenden Subjekts liegt, außerhalb und jenseits der imaginären und symbolischen Kategorie.“ In jeder Darstellungsform des Todes liegt somit der Versuch zu Grunde das Nichtgreifbare, das Unfassbare der eigenen Sterblichkeit fassbar zu machen. Beides, das Überleben des Künstlers und die Inszenierung des Todes werden in Valerie behandelt. Zum einem Valeries Tod als Objekt des Malers, der anders auf ihr Sterben reagiert als auf das eines Freundes. Würde er einen Freund am liebsten töten, um ihm die Schmerzen zu ersparen und sagt, er sei ein „Feigling[…], kein Freund“, weil er es nicht tat, so tut er es bei Valerie ebenso wenig und mehr noch. Statt ihr, seiner Geliebten und der Mutter seiner Tochter, beizustehen und sie beim Sterben zu begleiten, malt er sie. Immer kürzer werden die einleitenden, hohlen Floskeln bevor er zu zeichnen anfängt und dann bleibt er ihr Tage lang fern, kommt erst zurück, wenn ihm danach ist. Auch verbringt er nicht mehr Zeit als irgend notwendig bei ihr, selbst das Signieren und Datieren erledigt er zu Hause. Mehr noch nimmt er ihr die Kontrolle über ihren eigenen Tod. Wollte er den Freund noch töten, um ihm Schmerzen zu ersparen, so lässt er Valerie nicht die Entscheidung über ihren Tod treffen, als er sie bei einem Suizidversuch überrascht.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Konstellation zwischen dem Modell Valentine Godé-Darel und dem Maler Ferdinand Hodler ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Valeries Emanzipation und ihren Erkenntnisprozess im Roman zu untersuchen.

3. DER MALER: Dieses Kapitel beleuchtet das Machtverhältnis zwischen dem männlichen Künstler Franz und Valerie, wobei Franz' obsessive Fixierung auf das Modell als Spiegel seiner selbst und als Mittel zur Bannung seiner eigenen Ängste vor Natur und Tod dargestellt wird.

4. DAS MODELL: Hier steht Valeries Entwicklung im Mittelpunkt, wobei ihre Adaption des männlichen Blickes, ihre Suche nach einer eigenen Identität durch die Chinametaphorik und ihre Erfahrungen im Krankenhaus als Gegenpol zu Franz' Ordnung analysiert werden.

5. DAS GÄNZLICH UNERZOGENE AUGE: Das Kapitel reflektiert, dass Valeries gewonnener eigener Blick zwar existiert, aber aufgrund der Unaussprechlichkeit ihres Zustands und der normativen Anforderungen des künstlerischen Ausdrucks nicht vollständig mitgeteilt werden kann.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Valerie zwar ihre Rolle als passives Spiegelbild des Mannes hinter sich lässt und einen eigenen Blick gewinnt, dieser Prozess jedoch untrennbar mit ihrem Sterben verbunden ist und sie letztlich stumm bleibt.

Schlüsselwörter

Valerie, Erica Pedretti, Weiblicher Blick, Ferdinand Hodler, Modell, Identitätsfindung, Krankheit, Chinametaphorik, Sterben, Männlicher Blick, Emanzipation, Erkenntnisprozess, Spiegelung, Sterblichkeit, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Roman "Valerie oder Das unerzogene Auge" von Erica Pedretti und fokussiert sich dabei auf die Emanzipation der weiblichen Hauptfigur Valerie aus der Objektrolle eines männlichen Malers.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die feministische Literaturwissenschaft, das Machtgefüge zwischen Künstler und Modell, die Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie die Bedeutung von Krankheit und Tod.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Prozess herauszuarbeiten, in dem Valerie durch ihre Krankheit vom passiven Spiegelobjekt ihres Partners Franz zu einem Individuum mit eigenem, "unerzogenem" Blick reift.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung psychoanalytischer und feministischer Theorien, um die Textgestaltung und die symbolischen Bezüge des Romans zu deuten.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Untersuchung im Zentrum?

Im Hauptteil werden das Verhältnis von Maler und Modell, die symbolische Bedeutung der Chinametaphorik, der Krankenhausaufenthalt und die Naturmetaphorik detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Identitätsfindung, weiblicher Blick, Modell, Tod, Emanzipation und der Erkenntnisprozess der Protagonistin.

Warum spielt die Metapher des "unerzogenen Auges" eine so große Rolle?

Das "unerzogene Auge" steht für eine authentische, unmittelbare Wahrnehmung der Welt, die sich von den normativen, künstlerischen Vorgaben des Malers Franz unterscheidet und Valeries inneren Wandel symbolisiert.

Welchen Einfluss hat die Krankheit auf Valeries Entwicklung?

Die Krankheit fungiert als Katalysator, der Valerie zwingt, sich mit ihrem Körper und ihrem Leben auseinanderzusetzen, was sie aus der Fremdbestimmung durch den männlichen Blick löst, ihr aber gleichzeitig die physische Kraft nimmt.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
"Sich selbst Feind genug". Die Entwicklung des weiblichen Blicks in Erica Pedrettis "Valerie"
College
University of Paderborn
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2012
Pages
20
Catalog Number
V537428
ISBN (eBook)
9783346129680
ISBN (Book)
9783346129697
Language
German
Tags
sich feind entwicklung blicks erica pedrettis valerie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2012, "Sich selbst Feind genug". Die Entwicklung des weiblichen Blicks in Erica Pedrettis "Valerie", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/537428
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