Für die Zuschauerrezeption ist es wichtig, wie Charaktere dargestellt sind, das heißt wie sich der Zuschauer mit ihnen identifizieren kann und welche Merkmale ihnen direkt oder indirekt zugeschrieben werden. Indem die Darstellungsweise Sympathie oder Ablehnung beim Rezipienten gegenüber den Protagonisten aufbauen, beeinflussen sie maßgeblich auch die Wahrnehmung von Gewalt. Diese Faktoren spielen zusammen und lassen den Betrachter Gewalt immer anders verarbeiten.
Im Folgenden soll untersucht werden, wie diese Rezeption im Film "Der Baader-Meinhof-Komplex" ausfällt. Zumal dieser Film
auf dem Fundament realer Ereignisse steht, ist es interessant zu untersuchen, inwieweit Gewaltakte filmisch dargestellt werden und zu welcher Schlussfolgerung dies bei einem adulten Zuschauer führt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Darstellungen von Gewalt
- Schah-Besuch und der Tod Benno Ohnesorgs
- Das Dutschke-Attentat
- Die Aktionen der RAF
- Darstellung der Charaktere
- Andreas Baader
- Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin
- Horst Herold
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die Rezeption von Gewalt im Film "Der Baader-Meinhof-Komplex" und analysiert, wie die Darstellung von Gewalt und die Inszenierung der Charaktere die Zuschauer beeinflussen. Insbesondere wird fokussiert, wie die filmische Darstellung von Gewaltakten der RAF, des Staates und der Attentäter die Wahrnehmung des Zuschauers prägt. Die Arbeit konzentriert sich auf die Charakterisierung der Protagonisten Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof sowie deren filmischen Antagonisten Horst Herold.
- Die Wirkung von Gewalt in Medien und die Kultivierungsthese
- Die Rolle der Darstellung von Gewalt in der Zuschauerrezeption
- Die Relevanz der Charakterisierung von Tätern und Opfern für die Identifikation des Zuschauers
- Die Inszenierung von Gewalt im Film "Der Baader-Meinhof-Komplex"
- Die Auswirkungen der filmischen Darstellung von Gewalt auf die Wahrnehmung des Zuschauers
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Der Text beleuchtet die vielschichtigen Aspekte der Wirkung von Mediengewalt und deren Einfluss auf den Sozialisationsprozess. Er stellt die Bedeutung der Darstellung von Gewalt und Charakteren für die Zuschauerrezeption heraus und kündigt die Analyse des Films "Der Baader-Meinhof-Komplex" an.
Darstellung von Gewalt
Dieses Kapitel erörtert die Wirkung von Gewalt in Medien, insbesondere die Kultivierungsthese. Es werden primäre und sekundäre Determinanten der Wahrnehmung von Gewalt erläutert und die Bedeutung des Identifikationspotenzials mit Täter und Opfer hervorgehoben.
Darstellung der Charaktere
Hier werden die Charakterisierungen von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Horst Herold im Film "Der Baader-Meinhof-Komplex" analysiert. Der Fokus liegt auf der filmischen Gestaltung der Protagonisten und deren Bedeutung für die Zuschauerrezeption.
Schlüsselwörter
Mediengewalt, Zuschauerrezeption, "Der Baader-Meinhof-Komplex", Kultivierungsthese, Darstellung von Gewalt, Charakterisierung, Identifikation, Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Horst Herold.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird Gewalt im Film „Der Baader-Meinhof-Komplex“ dargestellt?
Der Film zeigt Gewaltakte der RAF, staatliche Gewalt (z.B. Schah-Besuch) und Attentate in einer Weise, die die Wahrnehmung des Zuschauers durch Inszenierung lenkt.
Wie beeinflusst die Charakterisierung der Protagonisten die Rezeption?
Durch die Darstellung von Sympathie oder Ablehnung gegenüber Figuren wie Baader oder Meinhof wird gesteuert, wie der Zuschauer deren Gewaltanwendung verarbeitet.
Was besagt die Kultivierungsthese im Kontext von Mediengewalt?
Sie besagt, dass langfristiger Medienkonsum die Realitätswahrnehmung der Zuschauer prägt und sie die Welt als gefährlicher wahrnehmen können.
Welche Rolle spielt Horst Herold im Film?
Herold wird als rationaler Gegenspieler inszeniert, dessen Charakterdarstellung einen Kontrast zur emotionalen Radikalisierung der RAF-Mitglieder bildet.
Kann sich ein Zuschauer mit den RAF-Terroristen identifizieren?
Der Film bietet Identifikationspotenzial durch die Darstellung der Motive und der persönlichen Hintergründe, was die ethische Bewertung der Gewalt verkompliziert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2010, Die Lenkung der Zuschauerrezeption durch die Darstellung von Gewalt und der Inszenierung der Charaktere im Film "Der Baader-Meinhof-Komplex", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/537427