Seit vielen Generationen sind klassische Sportarten wie Gymnastik, Turnen, Volleyball oder Leichtathletik fest im Sportunterricht an allgemeinbildenden Schulen verankert. In einer Zeit des ständigen Wandels, der Innovationen und kurzer Produktlebenszyklen nach dem Motto „immer schneller neuer“ stellt sich die Frage, ob sich auch der Schulsport den gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen sollte. Längst sind ehemalige Trendsportarten wie Beachvolleyball, Windsurfing oder Freestyle-Skiing Teil der Olympischen Spiele. Bei den Olympischen Sommerspielen 2020 soll sogar erstmals Skateboarden zur Disziplin werden. Daher wird schon seit einigen Jahren diskutiert, ob Trendsport in den Lehrplan aufgenommen werden soll. Im bayerischen Lehrplan sind die neuen Sportarten bisher aber nur im Wahlbereich zu finden (ISB, 2004). In dieser Arbeit soll diskutiert werden, ob Trendsportarten ein fester Bestandteil des Sportunterrichts an Schulen sein sollten. Dazu zeige ich zuerst die Aufgaben des Sportunterrichts an allgemeinbildenden Schulen auf. Weiter soll der Begriff Trendsport sowie die gesellschaftlichen Veränderungen in diesem Bereich näher erläutert werden. Anschließend werden in einer fachdidaktischen Analyse sowohl Chancen und Potentiale, als auch Problematiken diskutiert. Daraus werde ich meinen Standpunkt ableiten und klären, ob Trendsport den Anforderungen an den Schulsport gerecht werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Zum Begriff Trendsport
2.2 Gesellschaftliche Veränderungen
3. Fachdidaktische Analyse
3.1 Chancen und Potentiale
3.1.1 Spaß und Motivation
3.1.2 Mehr Lebensnähe durch Trendsportarten
3.1.3 Chancengleicher Zugang zu exklusiven Sportarten
3.1.4 Förderung von Selbstständigkeit
3.2 Probleme und Nachteile
3.2.1 Verlust von Individualität
3.2.2 Organisatorische und materielle Probleme
3.2.3 Mangelnde Qualifikation der Lehrkräfte
3.2.4 Hohes Verletzungsrisiko
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration von Trendsportarten in den Sportunterricht an allgemeinbildenden Schulen, um zu klären, ob diese den Anforderungen des Schulsports gerecht werden können und als feste Bestandteile des Lehrplans sinnvoll sind.
- Definition und Kategorisierung von Trendsportarten
- Analyse der gesellschaftlichen Einflüsse auf den Sport
- Bewertung von pädagogischen Chancen wie Motivation und Selbstständigkeit
- Kritische Betrachtung von organisatorischen und sicherheitsrelevanten Hürden
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Spaß und Motivation
Spaß und Aktion stehen bei der Ausübung von Trendsportarten im Vordergrund (Heinz, 2007, S. 498f). Viel wichtiger als Gewinnen oder Verlieren ist die Erfahrung, die die jungen Erwachsenen mit sich und anderen bei der sportlichen Betätigung machen. Bei traditionellen Sportarten wie Fußball oder Leichtathletik geht es am Ende stets darum, welches Team die meisten Tore erzielt oder wer zuerst im Ziel einläuft. Ohne Zweifel ist das Gefühl von Wettkampf ein wichtiger Ansporn und Leistung ein zentrales Element im Sport. Doch insbesondere für die leistungsschwachen SuS (Schülerinnen und Schüler) ist es von großer Bedeutung, dass sie Sport nicht nur mit Konkurrenz – und Verlieren – verbinden. Durch den informellen Charakter und die individuelle Bezugsnormierung von Trendsportdisziplinen können Frustrationserlebnisse vermieden werden und die Jugendlichen zum Sport motiviert werden (Laßleben, 2009, S. 23). Dies ist deshalb wichtig, weil Motiviert-sein eine unmittelbare Voraussetzung für gelingende Erziehung darstellt (ebd., S. 20). Darüber hinaus setzt sich die Sportpädagogik als Ziel, die SuS auch für die Sportausübung in der Freizeit zu begeistern. Das kann durch eine emotionale Beziehung zum Sport erreicht werden. Hierfür sind positive Erfahrungen und Erfolgserlebnisse im Sportunterricht existenziell (ebd., S. 22).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel stellt die aktuelle Situation des traditionellen Schulsports dar und leitet die Forschungsfrage zur Integration von Trendsportarten in den Lehrplan ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier wird der Begriff Trendsport definiert, in Kategorien unterteilt und der gesellschaftliche Wandel zum Sport als Lebensstil beleuchtet.
3. Fachdidaktische Analyse: Dieser Teil erörtert detailliert die Potentiale wie Motivation und Lebensnähe sowie die Herausforderungen hinsichtlich Organisation, Qualifikation und Sicherheit.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Empfehlung, Trendsportarten als Ergänzung in den Schulsport aufzunehmen, sofern der Fokus auf sicherheitsgerechte Disziplinen gelegt wird.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Trendsport, Schulsport, Motivation, Sportpädagogik, Lebensnähe, Fachdidaktik, Selbstständigkeit, Schulsport, Bewegungsformen, Sportlehrerausbildung, Individualisierung, Lehrplan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Trendsportarten eine sinnvolle Ergänzung zum traditionellen Sportunterricht an allgemeinbildenden Schulen darstellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition von Trendsport, gesellschaftliche Entwicklungen im Sport sowie eine fachdidaktische Analyse von Chancen und Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis einer fachdidaktischen Analyse zu klären, ob Trendsport den Anforderungen an den Schulsport gerecht werden kann und einen Platz im Lehrplan finden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung bestehender empirischer Studien zur Sportdidaktik basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Chancen wie Spaß und Motivation sowie die Herausforderungen wie organisatorische Probleme und das Verletzungsrisiko.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Trendsport, Schulsport, Sportpädagogik, Motivation und fachdidaktische Analyse.
Wie unterscheidet sich Trendsport von klassischen Disziplinen laut Arbeit?
Trendsportarten zeichnen sich durch einen informellen Charakter aus, bei dem Spaß und individuelle Lernprozesse im Vordergrund stehen, statt reinem Leistungsdruck.
Warum spielt der Sicherheitsaspekt eine so große Rolle?
Da Trendsportarten teilweise mit einem höheren Risiko verbunden sind, müssen Lehrkräfte laut Ministerium spezifische Sicherheits- und Rettungstechniken beherrschen.
- Quote paper
- Lea Kornemann (Author), 2018, Trendsportarten im Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/535802