Nicht nur der Himmel Raum, nicht nur der Sonnen Schein
Nicht der Planeten Größ’ allein:
Ein Stäubchen ist bewundernswert.
Vorspruch zur Gedichtesammlung
“Irdisches Vergnügen in Gott”
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Brockes als “poetischer“ Vertreter der Physikotheologie
3. Die Rose
3.1. Die äußere Form
3.2. Inhalt
3.3. Der Weg zu Gott
3.3.1. Das Auge
3.3.2. Die Sonne
3.3.3. Die Rose
3.3.4. Der Garten als “Ort des sinnlichen Gottesdienstes“
3.4. Fazit
4. Die Trauben-Hyacinth
4.1. Die äußere Form
4.2. Inhalt
4.3. Der Weg zu Gott
4.3.1. Vom Mikro- zum Makrokosmos
4.4. Fazit
5. Kirsch - Blühte bey der Nacht
5.1. Die äußere Form
5.2. Inhalt
5.3. Der Weg zu Gott
5.3.1. Das Irdische vers. das Himmlische
5.4. Fazit
6. Ergebnis der Gedichtuntersuchungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Weg des Dichters Barthold Hinrich Brockes zu Gott, dargestellt anhand dreier ausgewählter Blumengedichte. Dabei wird analysiert, wie Brockes die Naturphänomene durch eine detaillierte sinnliche Betrachtung als Medium nutzt, um die Allmacht, Weisheit und Güte Gottes zu erkennen und zu preisen.
- Physikotheologische Ansätze in der Lyrik des 18. Jahrhunderts
- Die Rolle der Sinne als Werkzeuge zur Gotteserkenntnis
- Die Verbindung von Mikro- und Makrokosmos in der Naturbeobachtung
- Analyse der ästhetischen und formalen Gestaltung der Blumengedichte
- Das Spannungsfeld zwischen irdischer Natur und himmlischer Vollkommenheit
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Die Sinne
Um Brockes’ Weg zu Gott zu verstehen, muss man seine Beziehung zu den Sinnen kennen. Sie sind die “Werkzeuge” zur Wahrnehmung Gottes. Durch sie erfährt ihr Nutzer das Leben im Diesseits mit Genuss. Er erblickt die Schönheit der Schöpfung und kann durch diese “Lusterfahrung” die Güte und Allmacht Gottes erkennen. Brockes hat deshalb immer wieder versucht, die Natur mit ihren sinnlichen Charakteren zu erfassen und sich so von allen “rationalen Bindungen” loszulösen.
“Ich sahe jüngst, […]” (Vers 1) - mit diesen Worten führt Brockes gleich zu Beginn des “Sing=Gedichts” den wohl “vollkommenste(n) und vergnüglichste(n)” der fünf Sinne ein; Nicht umsonst entstand im 18. Jahrhundert in der Literatur eine “Kultur des Auges”. Es wird als Rezipient des “so unentbehrliches Lichts” von namhaften Wissenschaftler gepriesen. Brockes sieht das Auge ganz im Sinne der Physikotheologie als einen Weg zwischen Irdischem und Göttlichen, wodurch “Seelen mit dem Himmel sich vermählen” vermögen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Brockes als Dichter dar und definiert das Ziel der Arbeit, seinen Weg zu Gott durch die Analyse von drei Blumengedichten nachzuvollziehen.
2. Brockes als “poetischer“ Vertreter der Physikotheologie: Das Kapitel erläutert den Einfluss der Physikotheologie auf Brockes und wie er die Vielfalt der Schöpfung als Beweis für die Allweisheit und Allmacht Gottes versteht.
3. Die Rose: Die Analyse des Gedichts „Die Rose“ zeigt, wie das lyrische Ich durch sinnliche Wahrnehmung, insbesondere durch Sehen und Riechen, zu einem tieferen Verständnis der göttlichen Schöpfung gelangt.
4. Die Trauben-Hyacinth: Hier wird untersucht, wie die detaillierte Betrachtung der Trauben-Hyacinth zu einer Verbindung zwischen dem Mikrokosmos der Blume und dem Makrokosmos des Sternenhimmels führt.
5. Kirsch - Blühte bey der Nacht: Das Kapitel beleuchtet den Kontrast zwischen irdischer Blütenpracht und der überlegenen Reinheit des himmlischen Lichts, die das lyrische Ich zur Gotteserkenntnis führt.
6. Ergebnis der Gedichtuntersuchungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Brockes bei allen untersuchten Gedichten die Sinne als Werkzeuge zur Entdeckung des Schöpfers nutzt, wobei oft der Weg über den Himmel notwendig ist, um Gott vollends zu erfahren.
Schlüsselwörter
Barthold Hinrich Brockes, Physikotheologie, Blumengedichte, Gotteserkenntnis, Sinnliche Wahrnehmung, Barock, Aufklärung, Makrokosmos, Mikrokosmos, Naturlyrik, Schöpfung, Gotteslob, Madrigalverse, Ästhetik, Religion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Barthold Hinrich Brockes in seinen Blumengedichten die Natur als Mittel zur Gotteserkenntnis einsetzt und welche Rolle dabei die physikotheologischen Strömungen seiner Zeit spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die physikotheologische Naturauffassung, die Funktion der menschlichen Sinne als Werkzeuge zur Gotteserfahrung sowie die symbolische Verknüpfung von irdischer Schöpfung und göttlichem Ursprung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das primäre Ziel ist es, den „Weg zu Gott“ nachzuvollziehen, den das lyrische Ich in den drei ausgewählten Gedichten beschreitet, um zu zeigen, wie der Dichter durch die Detailbetrachtung zur theologischen Erkenntnis gelangt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine interpretatorische Analyse der Texte, wobei sie auf literaturwissenschaftliche Sekundärliteratur und zeitgeschichtliche Kontexte der Aufklärung zurückgreift.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Gedichte „Die Rose“, „Die Trauben-Hyacinth“ und „Kirsch-Blühte bey der Nacht“, jeweils unter Berücksichtigung von Form, Inhalt und dem Weg zur Gotteserkenntnis.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Physikotheologie, Sinneswahrnehmung, Schöpfung, Makrokosmos, Mikrokosmos und Gotteslob charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Sonne in den Gedichten?
Die Sonne fungiert als Ursprung, der die Schönheit der Natur erst sichtbar macht und für das lyrische Ich zum Beweis der göttlichen Existenz und Allmacht wird.
Warum spielt das Auge eine so bedeutende Rolle?
Das Auge gilt im 18. Jahrhundert als „Sinn des Lichts“ und als wichtigstes Werkzeug, um den Übergang vom Irdischen zum Göttlichen in der Natur wahrzunehmen und zu begreifen.
- Arbeit zitieren
- Lydia Ostler (Autor:in), 2006, Barthold Hinrich Brockes' Weg zu Gott, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/53552