Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, eine erste Einführung in den Bereich der Sprachpflege zu geben. Neben einem theoretischen Teil, in dem Definitionen und Einteilungskriterien dargestellt werden, wird auch die praktische Arbeit eines Sprachpflegers vorgestellt. Wichtige Werke von Karl Hirschbold, die ‚Pirschgänge im Sprachrevier‘ und die Sammlung von Radiobeiträgen ‚Achtung! Sprachpolizei.‘, bieten einen ersten Einblick in den Bereich journalistischer Sprachpflege. Eine Bewertung Hirschbolds Tätigkeit, im Hinblick auf den Erfolg oder Nicht-Erfolg seiner sprachpflegerischen Bemühungen, soll erfolgen. Auf eine kritische Betrachtungsweise und einen reflexiven Zugang wird besonderer Wert gelegt. Den Themen Sprache als Herrschaftsinstrument und Sprache als Mittel zur sozialen Aus- und Abgrenzung wird deshalb im Rahmen der Arbeit Platz eingeräumt.
Bevor die Person Karl Hirschbold und seine Arbeit näher vorgestellt wird, folgen einige einführende Wort über Sprachpflege und Sprachkritik.
Gliederung
1. Einleitung
1.1 Problemkreis Sprachpflege: Definitionen und Begriffsklärungen
1.2 Zur Situation der Sprachpflege in Österreich
2. ‚Eine Institution‘: Der Sprachpfleger Karl Hirschbold
3. Hirschbolds sprachpflegerische Werke
3.1 Achtung! Immer im ‚Sprachdienst‘: Zu Hirschbolds Sprachpolizei
3.2. „Der Hirschbold pirscht hold“: Zu den Pirschgängen im Sprachrevier
3.3 Zur Wirkung von Hirschbolds sprachpflegerischer Tätigkeit
3.4 Zusammenfassung und begriffliche Einordnung
4. Kritische Auseinandersetzung mit Hirschbolds Werk
4.1 Hirschbolds problematische Methode
4.2 Sprache als Herrschaftsinstrument und Mittel zur sozialen Ausgrenzung
4.3. Abgrenzung, Ausgrenzung und soziales Ungleichgewicht in den Texten von Hirschbold: Die Umsetzung in konkreten Beispielen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das sprachpflegerische Wirken von Karl Hirschbold im Kontext journalistischer Sprachpflege. Das primäre Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit Hirschbolds Methoden, seiner Sprachverfallsthese sowie der diskursiven Funktion seiner Arbeit als Instrument sozialer Abgrenzung und Kontrolle.
- Theoretische Fundierung von Sprachpflege und Sprachkritik
- Biografische Einordnung von Karl Hirschbold als Institution der österreichischen Sprachpflege
- Analyse der journalistischen Praxis in Form von Radiobeiträgen und Glossen
- Kritische Untersuchung von Sprache als Herrschaftsinstrument und Mittel zur sozialen Ausgrenzung
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemkreis Sprachpflege: Definitionen und Begriffsklärungen
Seit der Gründung sogenannter Sprachgesellschaften zu Beginn des 17. Jahrhunderts wird Sprache als etwas erkannt, das gefördert und gepflegt werden soll. Die größte deutsche Sprachgesellschaft war die im Jahr 1617 gegründete ‚Fruchtbringende Gesellschaft‘ (der ‚Palmenorden‘). Gegründet vom Fürsten Ludwig von Anhalt, konnte der Palmenorden auf so bekannte Mitglieder wie von Birken, Gryphius, Harsdörffer oder auch Martin Opitz verweisen. Ziele dieser frühen Sprachpflege waren vor allem die Emanzipation des Deutschen gegenüber dem Lateinischen und dem Französischen. Fremdwortpurismus (also die Ablehnung jeglicher Fremdwörter) und Bemühungen um die Hebung des Stils kennzeichnen die Arbeit der ‚Fruchtbringenden Gesellschaft‘ bzw. die ihrer Mitglieder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert den Untersuchungsrahmen der Sprachpflege und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie den Gegenstandsbereich (Hirschbolds Werk) vor.
2. ‚Eine Institution‘: Der Sprachpfleger Karl Hirschbold: In diesem Kapitel wird die Biografie Hirschbolds skizziert, um sein Profil als journalistischer Sprachpfleger und seine Rolle in der österreichischen Medienlandschaft zu beleuchten.
3. Hirschbolds sprachpflegerische Werke: Hier werden seine zentralen Publikationen wie die ‚Sprachpolizei‘ und die ‚Pirschgänge im Sprachrevier‘ in Bezug auf ihre Zielsetzung und Wirkung analysiert.
4. Kritische Auseinandersetzung mit Hirschbolds Werk: Dieses Kapitel hinterfragt Hirschbolds methodische Herangehensweise und beleuchtet die problematischen Aspekte seiner Arbeit in Bezug auf soziale Ausgrenzung und Sprachideologien.
Schlüsselwörter
Sprachpflege, Sprachkritik, Karl Hirschbold, Sprachverfall, journalistische Sprachpflege, Sprachpolizei, Purismus, Mediensprache, Normen, Sprachbewusstsein, soziale Ausgrenzung, Sprachlenkung, Herrschaftsinstrument, Stilkritik, Sprachgefühl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert das sprachpflegerische Werk von Karl Hirschbold und untersucht kritisch, wie durch seine journalistische Spracharbeit sprachliche Normen als Mittel zur sozialen Differenzierung eingesetzt wurden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Sprachpflege, der Analyse von Hirschbolds konkreten Werken (Radio und Glossen) sowie der soziolinguistischen Reflexion über Macht und Sprache.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist eine kritische Bewertung der Wirksamkeit und der methodischen Defizite von Hirschbolds Sprachpflege unter besonderer Berücksichtigung der Frage, wie Sprache als Instrument der sozialen Abgrenzung fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Analyse von Primärtexten, der Sichtung zeitgenössischer Fachliteratur und einer soziolinguistischen Perspektive auf Sprachnormen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einleitung, eine biografische Einordnung Hirschbolds, die Darstellung seiner primären sprachpflegerischen Werke und eine kritische Auseinandersetzung mit seiner Methodik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachpflege, Sprachkritik, Purismus, Mediensprache, soziale Kontrolle und Sprachverfall charakterisieren.
Was versteht Hirschbold unter den Begriffen "Sprachgefühl" und "Sprachgewissen"?
Hirschbold betrachtet diese Begriffe als nicht erlernbare Instanzen, die den "richtigen" Sprachgebrauch sichern sollen; die Autorin problematisiert dies als subjektive und wissenschaftlich nicht fundierte Kategorien.
Warum kritisiert die Autorin Hirschbolds Methode des "Zuschneidens" von Texten?
Die Autorin weist darauf hin, dass Hirschbold durch das selektive Weglassen von Kontext bei seinen Textbeispielen Fehler konstruiert, die im vollständigen Satzgefüge ihre grammatikalische Relevanz verlieren würden.
- Arbeit zitieren
- Elisabeth Augustin (Autor:in), 2005, Karl Hirschbold und sein sprachpflegerisches Werk. Journalistische Sprachpflege zwischen Kritik und Unterhaltung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/52485