Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Thema Inklusion auseinander und zwar speziell mit der geistigen Behinderung und dem Unterricht mit betroffenen Kindern. Ziel ist es, im Anschluss Empfehlungen für den Unterricht von Kindern mit geistiger Behinderung geben zu können. Um Unsicherheiten der Lehrkräfte möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass sich jede Lehrkraft oder angehende Lehrkraft mit dem Thema auseinandergesetzt haben sollte. Es sollte präsent sein, welche Eigenschaften und besonderen Umstände man beachten sollte, um Kinder mit einer Behinderung im Schulalltag und speziell im Unterricht möglichst effektiv zu fördern und zu integrieren. Da verschiedene Formen einer Behinderung unterschiedliche präventive und interventive Maßnahmen erfordern und daher keine allgemeingültigen Aussagen zu Empfehlungen für den Unterricht über Kinder mit einer Behinderung möglich sind, bezieht sich diese Arbeit speziell auf die geistige Behinderung.
Inklusion ist zu einem bedeutenden Schlagwort der bildungspolitischen, erziehungswissenschaftlichen sowie der pädagogisch-praktischen Diskussionen geworden. Die ersten Versuche von gemeinsamem Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen fanden in Deutschland 1970 statt. Das Thema gewann immer mehr an Bedeutung bis hin zur UN-Konvention von 2006, welche das erste universelle Rechtsdokument darstellt, in dem die Menschenrechte einzelner Länder an die unterschiedlichen Lebensausgangslagen von Menschen mit Behinderung(en) angepasst werden. Im Vordergrund steht nun nicht mehr Diskriminierung zu unterbinden, sondern die Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen zu fördern und letztendlich herzustellen. Die Ratifikation dieses Übereinkommens verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, auf lange Sicht die komplette Verwirklichung aller Menschenrechte zu gewährleisten. Auf Grundlage der bildungspolitischen Bedeutsamkeit, ethischen und moralischen Gründen sowie der Verpflichtungen, die UN-Konvention umzusetzen, ist die Inklusion ein wichtiges Thema für die heutige Schulpädagogik- und Didaktik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
2.1 Definitionen
2.2 Diagnostik
2.3 Ursachen
2.4 Prävention
2.5 empirische Befunde
2.5.1 MehrPerspektivenSchema
2.5.2 Modell der Schülerkooperation
2.5.3 Prinzipien und Strategien lern- und entwicklungsfördernden Unterrichts aus systemisch-konstruktivistischer Perspektive
3. Forschungsfrage
4. Methodik
5. Ergebnisse
6. Diskussion
7. Fazit
8. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, auf Basis des aktuellen Forschungsstandes Empfehlungen für die Gestaltung des Unterrichts von Kindern mit geistiger Behinderung zu erarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Selektion der sechs wichtigsten präventiven Gestaltungsmerkmale für diesen speziellen sonderpädagogischen Bereich.
- Inklusion und rechtliche Grundlagen (UN-Konvention)
- Systemisch-konstruktivistische Didaktik und Förderplanung
- Modelle der Schülerkooperation in inklusiven Settings
- Unterrichtsstrukturierung und individuelle Lernbedürfnisse
- Präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Folgeproblemen
Auszug aus dem Buch
2.5.3 Prinzipien und Strategien lern- und entwicklungsfördernden Unterrichts aus systemisch-konstruktivistischer Perspektive
Rolf Werning und Birgit Lütje-Klose stellen in ihrem Werk u.a. die „Prinzipien und Strategien lern- und entwicklungsfördernden Unterricht aus systemisch-konstruktivistischer Perspektive“ dar. Unter der systemisch-konstruktivistischen Perspektive wird das Lernen als eigenaktiver und strukturdeterminierter Prozess gesehen, was das Verständnis voraussetzt die Lernenden als aktive Beobachter zu betrachten, welche nicht direkt von außen zu steuern sind (Rolf Werning und Birgit Lütje-Klose, 2016, S.150f.). Auf dieser Grundlage werden nun verschiedene Prinzipien und Strategien für den erfolgreichen Unterricht mit geistig Beeinträchtigten Kindern gegeben. Diese werden inhaltlich in die Bereiche der Spannungsfelder Individualisierung und Gemeinsamkeit, Offenheit und Strukturierung, sowie Handlungsorientierung und Lernstrategien unterteilt.
Spannungsfeld von Individualisierung und Gemeinsamkeit: Durch die große Heterogenität in integrativen bzw. inklusiven Schulklassen ist eine Individualisierung der Lernmöglichkeiten besonders wichtig, um den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Um diesen unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Entwicklungsständen und Lebensbezügen gerecht zu werden ist eine Förderdiagnostik notwendig, um den Unterricht zu planen (Rolf Werning und Birgit Lütje-Klose, 2016, S.154). Jedoch steigt die Gefahr, dass die Gemeinsamkeiten aller außer Sichtweite gerät, je größer der Individualisierungsgrad des Unterrichts ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die bildungspolitische Relevanz der Inklusion und Begründung des Fokus auf den Unterricht von Kindern mit geistiger Behinderung.
2. Forschungsstand: Überblick über theoretische Grundlagen, diagnostische Ansätze, Präventionsmöglichkeiten und verschiedene empirische Modelle der Unterrichtsplanung.
3. Forschungsfrage: Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich der präventiven Gestaltungsmerkmale für den Unterricht von Kindern mit geistiger Behinderung.
4. Methodik: Erläuterung des gewählten Vorgehens in Form einer Literaturarbeit unter Nutzung von Fachdatenbanken und einschlägigen Fachlexika.
5. Ergebnisse: Tabellarische Zusammenfassung der aus der Literatur abgeleiteten Empfehlungen für die Unterrichtsgestaltung.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und deren Übertragbarkeit auf den Schulalltag sowie Würdigung der Grenzen der Arbeit.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage durch die Auflistung der sechs zentralen Gestaltungsmerkmale.
8. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Inklusion, Geistige Behinderung, Förderunterricht, Sonderpädagogik, MehrPerspektivenSchema, Schülerkooperation, Systemisch-konstruktivistische Didaktik, Unterrichtsplanung, Individualisierung, Gemeinsamkeit, Didaktische Reduktion, Prävention, Lernbeeinträchtigung, Förderdiagnostik, Schulalltag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Unterricht für Kinder mit geistiger Behinderung im Kontext inklusiver Schulen effektiv gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen Inklusion, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, theoretische Modelle der Unterrichtsplanung (wie das MehrPerspektivenSchema) und Ansätze der Schülerkooperation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Identifikation und Selektion der sechs wichtigsten präventiven Gestaltungsmerkmale für den Unterricht von Kindern mit geistiger Behinderung.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin führt eine Literaturarbeit durch, in der sie Fachliteratur, Handbücher und empirische Studien analysiert, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung des Forschungsstandes, eine Auseinandersetzung mit der Forschungsfrage, die methodische Vorgehensweise, eine Ergebnistabelle sowie eine diskursive Einordnung dieser Befunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Inklusion, Geistige Behinderung, Didaktische Reduktion und systemisch-konstruktivistische Didaktik definieren.
Warum ist laut der Arbeit eine Rhythmisierung des Unterrichts nach Sinneinheiten schwierig umzusetzen?
Die Arbeit argumentiert, dass starre Rahmenbedingungen wie Lehrer- und Raumwechsel sowie feste Pausenzeiten einer Rhythmisierung entgegenstehen, die über den 45-Minuten-Takt hinausgeht.
Welche Bedeutung kommt der Lehrkraft als Bezugsperson zu?
Die Funktion als verlässliche Bezugsperson wird als essenziell eingestuft, da sie soziale Nähe schafft und Kindern mit geistiger Behinderung die notwendige Sicherheit für ihre Entwicklung bietet.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Behinderung in der Arbeit?
Die Arbeit reflektiert den Wandel vom rein medizinischen Defizitmodell hin zu einem interdisziplinären Ansatz, der soziale Strukturen und Barrieren stärker einbezieht.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2017, Empfehlungen für den Unterricht von Kindern mit geistiger Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/520044