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Robert Musils epistemologische Konzeption im Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß"

Unter Berücksichtigung zeitgenössicher grundlagen- und sprachkritischer Diskurse

Titel: Robert Musils epistemologische Konzeption im Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß"

Hausarbeit , 2018 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tim Uhl (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Fokus dieser Arbeit soll die Würdigung der philosophischen Eigenleistung Musils stehen. Konkret möchte ich versuchen, vor allem die epistemologische Position Musils, die sich insbesondere in seinem essayistischen Werk und seinen Tagebüchern äußert und nicht selten auch durch (scheinbare) Widersprüche charakterisiert ist, zu konzentrieren und zu entwirren.

Natürlich ist auch dieses Unterfangen in der Musil-Forschung kein Novum, sondern ist so oder so ähnlich bereits von einigen Autoren durchgeführt worden. Den bescheidenen Versuch eines Beitrags zum wissenschaftlichen Diskurs möchte ich in dieser Arbeit damit leisten, den Einfluss epistemologischer Konzeption Musils, nachdem ich sie zunächst im Allgemeinen dargestellt habe, auf das Werk "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" – das ich nachfolgend aus sprachökonomischen Gründen
nur noch als Törleß bezeichnen werde – zu beziehen und den Einfluss, den Musils Erkenntnistheorie auf den Roman genommen hat, herauskristallisieren, was so – zumindest nach meinen Recherchen – noch nicht geschehen ist.

Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich dann nochmals genauer auf die Sprachkrise und deren Auftreten im Roman eingehen, da diese die Wirkmächtigkeit der Sprache als Instrument zur Vermittlung von Erkenntnis infrage stellt und somit vor dem Hintergrund einer epistemologischen Exegese des Romans berücksichtigt werden muss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zielsetzung der Arbeit und Stand der Forschung

2. Der Roman als Projektionsebene Musils epistemologischer Überlegungen

2.1 Inhaltliche Bestimmung der Verwirrungen Törleß

2.2 Törleß Zustände als neomystische Erfahrungen

2.3 Epistemologie Musils

2.4 Elemente der Epistemologie Musils im Törleß

3. Sprachkritik im Törleß und die Suche nach neuen Ausdrucksformen

3.1 Sprachkrise allgemein und die sprachkritische Dimension des Romans

3.2 Sprach und Grundlagenkrise im Törleß

3.3 Die Bedeutung der Mathematik im Törleß

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der epistemologischen Konzeption Robert Musils auf seinen Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß". Dabei wird analysiert, inwiefern die im essayistischen Werk Musils ausgearbeitete Unterscheidung zwischen rationalen ("ratioiden") und nicht-rationalen ("nicht-ratioiden") Erkenntnisgebieten sowie die zeitgenössische Sprach- und Grundlagenkrise das Erleben und die Sinnsuche des Protagonisten Törleß bestimmen.

  • Erkenntnistheoretische Grundlagen Musils
  • Charakterisierung der "Verwirrungen" als neomystische Grenzerfahrung
  • Die Sprachkritik als Ausdruck des Unvermögens zur Erkenntnisvermittlung
  • Mathematik als Metapher für die Grundlagenkrise der Moderne
  • Syntheseversuche zwischen rationaler und mystischer Welterfahrung

Auszug aus dem Buch

2.2 Törleß Zustände als neomystische Erfahrungen

Da nun die grundlegende Auffassung der Verwirrungen im Roman geklärt ist, soll jetzt die Struktur von Törleß Zuständen näher analysiert werden, die zu ebendiesen führen. In der Sekundärliteratur herrscht weitestgehend Konsens darüber, dass Törleß verwirrende Bewusstseinszuständen mystischer Natur sind. Was damit gemeint ist, soll hier an einem solchen, beliebig aus dem Roman herausgegriffenem Erlebnis erläutert werden:

„Es war wie ein Erschrecken. Gerade über ihm leuchtete ein kleines, blaues, unsagbar tiefes Loch zwischen den Wolken. Ihm war, als müsste man da mit einer langen, langen Leiter hineinsteigen können. […] Es war, als ob die aufs äußerste gespannte Sehkraft Blicke wie Pfeile zwischen die Wolken hineinschleuderte und als ob sie, je weiter sie auch zielte, immer um ein wenig zu kurz träfe.“

Diese Textstelle steht symptomatisch für das um die Jahrhundertwende aufkommende Phänomen der „poetische[n] Mystik“. Was ein Erlebnis als mystisch charakterisiert, ist die Aufhebung der Grenzen zwischen Subjekt und Objekt, hier also zwischen Törleß und dem Himmel, den er betrachtet. Spörl führt den Neologismus der „Neomystik“ ein, um eine solche, auch hier vorliegende, Art der mystischen Einheitserfahrung zu beschreiben, die nicht auf eine transzendente Entität, sondern auf weltimmanente Objekte, gerichtet ist. Er führt weiter aus, dass aufgrund der grenzenlosen Einheit zwischen Subjekt und Objekt, die bei dieser unio erlebt wird, das Objekt – insofern man nach der unio überhaupt noch von Subjekt und Objekt als getrennte Instanzen sprechen kann – dem Subjekt durch seine Nähe in unanzweifelbare Erkenntnis tritt. Eine Erkenntnis, die so nicht durch rationale oder empirische Untersuchung des Gegenstands gewonnen werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zielsetzung der Arbeit und Stand der Forschung: Einleitung in die erkenntnistheoretische Fragestellung und Verortung im Kontext der bestehenden Musil-Forschung.

2. Der Roman als Projektionsebene Musils epistemologischer Überlegungen: Analyse der Törleß-Verwirrungen als Ausdruck eines Dualismus zwischen rationalem und mystischem Erleben.

3. Sprachkritik im Törleß und die Suche nach neuen Ausdrucksformen: Untersuchung der Sprach- und Grundlagenkrise und der metaphorischen Bedeutung mathematischer Konzepte im Roman.

4. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Korrelation von Musils Philosophie und dem Roman sowie Ausblick auf weiterführende Forschungspotenziale.

Schlüsselwörter

Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, Epistemologie, Sprachkrise, Grundlagenkrise, Neomystik, Ratïoid, Nicht-ratïoid, Unendlichkeit, Erkenntnistheorie, Moderne, Literatur, Metaphorik, Subjekt-Objekt-Verhältnis, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die philosophische Erkenntnistheorie von Robert Musil, insbesondere seine Unterscheidung zwischen rationalen und irrationalen Wissensformen, das Geschehen in seinem Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" prägt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Epistemologie (Erkenntnistheorie), die zeitgenössische Sprachkrise der Jahrhundertwende, die mathematische Grundlagenkrise sowie die mystische Welterfahrung des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Musils Erkenntnistheorie auf den Roman herauszuarbeiten und zu zeigen, dass Törleß' Verwirrungen aus der Unfähigkeit resultieren, eine Synthese zwischen rationalen und mystischen Erfahrungsweisen zu bilden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine epistemologische Exegese des Romans durchgeführt, wobei Musils eigene Essays (wie "Skizze der Erkenntnis des Dichters") zur theoretischen Rahmung herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Bewusstseinszustände Törleß', eine Untersuchung der Sprachkritik sowie eine Analyse der mathematischen Metaphorik als Ausdruck der Grundlagenkrise.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Erkenntnistheorie, Sprachkrise, Grundlagenkrise, Neomystik sowie die dichotomische Unterscheidung von ratioiden und nicht-ratioiden Erkenntnisgebieten.

Warum spielt die Mathematik im Roman eine so zentrale Rolle?

Die Mathematik fungiert im Roman als Metapher für die Grundlagenkrise; sie wird von Törleß als ein System wahrgenommen, das einerseits logisch und "gezähmt" erscheint, ihn aber andererseits mit dem Phänomen der Unendlichkeit konfrontiert, das sich dem rationalen Verstand entzieht.

Ist der Versuch von Törleß, eine "Synthese" zu finden, erfolgreich?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass dieser Versuch scheitert, da Törleß die wechselhafte seelische Perspektive zwischen rationalem Verstand und mystischem Erleben nicht dauerhaft verbinden kann.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Robert Musils epistemologische Konzeption im Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß"
Untertitel
Unter Berücksichtigung zeitgenössicher grundlagen- und sprachkritischer Diskurse
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Ausgewählte Fragestellungen der Neueren deutschen Literatur
Note
1,3
Autor
Tim Uhl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V519959
ISBN (eBook)
9783346128539
ISBN (Buch)
9783346128546
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erkenntnis Erkenntnistheorie Robert Musil Törleß Verwirrungen Sprachkrise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tim Uhl (Autor:in), 2018, Robert Musils epistemologische Konzeption im Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/519959
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Leseprobe aus  17  Seiten
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