In unserer heutigen Zeit kommen schon kleinere Kinder mit dem Medium Fernsehen in Berührung. Aber nicht jede Sendung, die für Kinder bestimmt ist, ist auch tatsächlich pädagogisch wertvoll.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Teile: Nach einem kurzen Abriß über die technische Entwicklung des Fernsehens, wird es um die Fernsehsozialisation speziell von Kindern gehen. Dabei sollen ihre Fernsehgewohnheiten und die daraus resultierenden Folgen betrachtet werden. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, sich auch Gedanken zum vernünftigen Umgang mit dem Medium zu machen.
Im zweiten Teil wurde sich bewußt für die Bearbeitung der „Sendung mit der Maus“ entschieden, denn zum einen ist sie schon über dreißig Jahre erfolgreich im Programm, zum anderen gilt sie als pädagogisch wertvoll. Wichtig war dabei, die Konzeption sowie die einzelnen Elemente der Sendung zu beleuchten. Auf eine abschließende Zusammenfassung am Ende der Arbeit wird bewußt verzichtet und statt dessen nach beiden Teilen eine kurzes Resümee erstellt. Zudem erscheinen innerhalb der einzelnen Kapitel auch immer kleinere Zusammenfassungen, damit der Leser nicht den Überblick verliert.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Fernsehsozialisation
1.1. Technische Entwicklung
1.2. Fernsehsozialisation von Kindern
1.2.1. Fernsehzeiten und Folgen des Konsums
1.2.2. Umgang mit dem Fernsehen
1.3. Resümee
2. Das Magazin „Die Sendung mit der Maus“
2.1. Entstehungsgeschichte und Grundkonzept
2.2. Aufbau des Magazins
2.2.1. Magazinform
2.2.2. Die Moderationsfiguren Maus & Co.
2.2.3. Lachgeschichten
2.2.4. Sachgeschichten
2.3. Resümee
3. Anmerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Fernsehens bei der Sozialisation von Kindern und analysiert am Beispiel des Magazins „Die Sendung mit der Maus“, wie pädagogisch wertvolle Inhalte erfolgreich für ein junges Publikum aufbereitet werden können.
- Technische Entwicklung und Verbreitung des Fernsehens in Deutschland.
- Einfluss des Fernsehkonsums auf die kindliche Entwicklung und Verhaltensweisen.
- Konzeption und redaktionelle Strategien der „Sendung mit der Maus“.
- Bedeutung der „Lach-“ und „Sachgeschichten“ als zentrale Elemente der Sendung.
- Die Rolle der Eltern bei der Vermittlung von Medienkompetenz.
Auszug aus dem Buch
2.2.2. Die Moderationsfiguren Maus & Co.
Erkennungsfigur der Sendung ist ganz eindeutig die Maus. Für die Kinder ist sie die Bezugsperson, sie identifizieren die Maus mit der gesamten Sendereihe. Das ist ganz im Sinne der Redaktion, denn neben der Moderationsfunktion sollte die Maus ihrer Intention nach auch gleichzeitig Werbung für ein ganzes Sendungskonzept machen (vgl. Stötzel 1990: 54-55). Müntefering erklärt die Werbefunktion der Maus folgendermaßen:
Folgerichtig haben wir versucht, die Maus in unseren Lach- und Sachgeschichten als Werbefigur zu betrachten. Nur, sie wirbt für andere Dinge: Für das Verständnis von großen und kleinen Zusammenhängen in der Welt, für Spaß in Bildergeschichten und für Kinder und ihre Bedürfnisse. Selbst auf die Gefahr hin, daß das Wort Werbung diskreditiert ist, wollen wir diese Sendung so verstanden wissen. (Stötzel 1990: 55)
Besonders sichtbar wird ihre Bedeutung, wenn man sich die Vermarktung der Maus und ihrer Freunde Elefant und Ente anschaut. Neben rund 300 Merchandising-Produkten wie Stofftieren, Kleidung, Kochbüchern u.ä. unterhält die Maus seit dem 07. März 1999 auch eine eigene Internetseite. Dort können die Kinder die aktuellen Sendetermine ersehen, erfahren zudem Wissenswertes rund um die Maus und können spielen. Im Internet finden sich auch Hinweise bzw. Daten zum MausOleum bzw. zur MausShow. Hinter dem Begriff MausOleum verbirgt sich eine Wanderausstellung, die zeigt, wie die „Sendung mit der Maus“ produziert wird. Zu bestaunen sind auch erste Mausfilme, Kinderbriefe und Geschenke an die Redaktion sowie eine original WeltraumMaus. Bei der MausShow dagegen tritt die Maus als Laufpuppe bei Kinderfesten, Sportveranstaltungen oder Familienfesten auf. Für alle Fans der Maus besteht seit 1996 ein Maus Club. Dort gehen pro Woche rund 800 Briefe und e-mails ein, in denen Fragen, Wünsche und Anregungen zu finden sind (www.Die-Maus.de).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Arbeit analysiert die allgemeine Fernsehsozialisation von Kindern und beleuchtet detailliert die Konzeption der „Sendung mit der Maus“.
1. Fernsehsozialisation: Dieses Kapitel behandelt die historische technische Entwicklung des Fernsehens und untersucht die Auswirkungen des kindlichen Medienkonsums sowie die Notwendigkeit von Medienkompetenz.
2. Das Magazin „Die Sendung mit der Maus“: Es wird die Entstehungsgeschichte, das redaktionelle Grundkonzept sowie der Aufbau des Magazins inklusive der Moderationsfiguren und der inhaltlichen Kategorien erläutert.
3. Anmerkungen: In diesem Abschnitt werden ergänzende Statistiken, Gesetzesauszüge und die historischen Thesen zum WDR-Kinderprogramm aufgeführt.
Schlüsselwörter
Fernsehsozialisation, Kinderfernsehen, Die Sendung mit der Maus, Medienkompetenz, Lachgeschichten, Sachgeschichten, WDR, Programmkonzept, Medienpädagogik, Fernsehkonsum, Unterhaltung, Bildungsauftrag, Moderationsfiguren, Zeichentrick, Kinderpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Fernsehens auf die Sozialisation von Kindern und bewertet am Beispiel der „Sendung mit der Maus“, wie das Medium Fernsehen als pädagogisch wertvolles Instrument genutzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung des deutschen Fernsehens, die Folgen des kindlichen Fernsehkonsums, die Vermittlung von Medienkompetenz durch Eltern und die spezifische Analyse eines langfristig erfolgreichen Kindermagazins.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die didaktische Konzeption hinter einem erfolgreichen, als „pädagogisch wertvoll“ geltenden Format wie der „Sendung mit der Maus“ zu durchleuchten und von den theoretischen Anforderungen an Kinderprogramme abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Programmkonzeptionen, redaktionellen Leitsätzen (WDR-Thesen) und statistischen Untersuchungen zum Fernsehverhalten von Kindern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die allgemeinen theoretischen Grundlagen zur Fernsehsozialisation gelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der „Sendung mit der Maus“, ihrer Entstehungsgeschichte, ihres Aufbaus und ihrer bewussten Abkehr von strengen didaktischen Forderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fernsehsozialisation, Medienkompetenz, „Die Sendung mit der Maus“, Sachgeschichten, Lachgeschichten, WDR-Kinderprogramm und Medienpädagogik.
Warum leugnete die Redaktion der „Sendung mit der Maus“ anfangs ihr pädagogisches Konzept?
Die Redaktion wollte sich bewusst von der starren, schulmeisterlichen Didaktik des damaligen Bildungsfernsehens absetzen und prägte stattdessen den Begriff „Fernsehen für Anfänger“, um den Unterhaltungscharakter und die Eigeninteressen der Kinder in den Vordergrund zu stellen.
Welche Rolle spielt die Maus als Moderationsfigur?
Die Maus dient nicht als Moderator im klassischen Sinne, sondern fungiert als stumme Identifikationsfigur, die durch Minidramen die einzelnen Beiträge verbindet und so die Aufmerksamkeit und das Verständnis der Kinder fördert, ohne umständlich zu erklären.
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- Simone Kaletsch (Author), 2002, Kinder und Fernsehen - Schwerpunkt: Das Magazin "Die Sendung mit der Maus", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/51159