In dieser Hausarbeit wird die Portraitmedaille Pisanellos von Cecilia Gonzaga untersucht. Für die Kunsthistorik handelt es sich hierbei um ein interessantes Einzelstück. Allerdings wurde der tragenden Rolle als seltene Darstellung einer zeitgenössischen Frau, sowohl als Portrait als auch in Kombination mit der symbolträchtigen Rückseite, welche es der Kunstform Medaille möglich macht, gleichzeitig über Tugenden zu berichten, wenig Beachtung geschenkt. Es soll untersucht werden, welcher Funktion die Medaille dienen sollte und wie das Portrait zum damaligen Frauenbild steht.
Um dies in einem genügenden Umfang zu erläutern, werden zuerst die äußeren Umstände, auch im Bezug auf die Rolle der Frau, zur Entstehungszeit der Medaille erläutert. Bei der Medaille handelt es sich um einen außergewöhnlichen Zeitzeugen, denn die Medaille Cecilias ist nicht nur die einzige Portraitmedaille, die Pisanello in seinem Leben von einer Frau schuf, sie ist auch das einzige Werk des Künstlers aus Mantua, was sowohl mit seiner Unterschrift und Datum (1447), versehen ist. Weiterhin ist Pisanellos Portraitmedaille von Cecilia Gonzaga das erste Medaillenportrait einer zeitgenössischen Frau seit der Antike.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Renaissance
2.1 Die gesellschaftliche Stellung der Frau in der Renaissance
3 Geschichte und Funktion der Medaille in der Renaissance
3.1 Definition einer Medaille und Entstehung
3.2 Funktion
3.3 Anzahl und Verteilung
4 Die Medaille Cecilia Gonzagas
4.1 Biographie
4.2 Beschreibung
4.3 Deutung
4.4 Zusammenhang mit der Medaille des Bruders Ludovico
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Portraitmedaille von Cecilia Gonzaga durch den Künstler Pisanello. Ziel ist es, die Funktion der Medaille als zeitgenössisches Medium zu analysieren, ihre Rolle im damaligen Frauenbild zu ergründen und die eingesetzten Mittel zur Charakterisierung und Idealisierung der Dargestellten sowie deren dynastische Bedeutung zu entschlüsseln.
- Die Medaille als kunsthistorisches Einzelstück und ihre Entstehungsgeschichte.
- Die gesellschaftliche Stellung der Frau in der Renaissance.
- Ikonographische Deutung der Medaillen-Vorder- und Rückseite.
- Der dynastische Kontext und die Verbindung zur Medaille des Bruders Ludovico.
Auszug aus dem Buch
4.3 Deutung
Vermutlich wurde die Portraitmedaille von Cecilias Bruder Ludovico zusammen mit seinem Portrait (Abb.2) in Auftrag gegeben. Das auf der Rückseite eingravierte Datum 1447 fällt zusammen mit der Ernennung Ludovicos zum Generalkapitän der Truppen von Florenz, nachdem er 1444 nach dem Tod seines Vaters zum Marquis von Mantua ernannt worden war. Im Jahre 1447 wird Cecilia wahrscheinlich, nach zwei Jahren ihres Eintritts ins Kloster, die letzten Gelübde abgelegt haben. Somit ist anzunehmen, dass Ludovico über das Motiv entschied, da Cecilia sich zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen von der höfischen Welt befand. Die Absicht, in der der Bruder seine Schwester abzubilden suchte, klärt die Betitelung der Abgebildeten auf: CICILIA VIRGO FILIA IOHANNIS FRANCISCHI PRIMI MARCHIONIS MANTUE. Der erste Titel, welcher die junge Frau beschreibt ist VIRGO- die Jungfrau. Damit ist geklärt, in welche Verständnisrichtung die Betrachtung gehen soll. Der Titel der Virgo ist in diesem Fall aber als vielmehr als eine Beschreibung zu verstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema der Portraitmedaille von Cecilia Gonzaga, deren kunsthistorische Bedeutung sowie die Darstellung der Forschungsfragen.
2 Renaissance: Überblick über die kunst- und geistesgeschichtliche Epoche sowie die Analyse der gesellschaftlichen Rolle der Frau in dieser Zeit.
3 Geschichte und Funktion der Medaille in der Renaissance: Definition der Medaille als Kunstform, deren Entstehung, Funktionen wie Ruhm und Gedenken sowie Aspekte der Verteilung.
4 Die Medaille Cecilia Gonzagas: Detaillierte Betrachtung des konkreten Objekts durch biographische Einordnung, physische Beschreibung, ikonographische Deutung und den Bezug zur Medaille ihres Bruders.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Funktionen der Medaille als Instrument der Idealisierung und dynastischen Legitimation sowie ein Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Pisanello, Cecilia Gonzaga, Portraitmedaille, Renaissance, Medaille, Frauenbild, Ikonographie, Ludovico Gonzaga, Sposa Christi, Idealisierung, Mantua, Kunstgeschichte, Jungfräulichkeit, Diana, Symbolik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die 1447 von Pisanello geschaffene Portraitmedaille von Cecilia Gonzaga als kunsthistorisches Objekt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Rolle der Frau in der Renaissance, die Geschichte der Medaillenkunst, die ikonographische Symbolik und dynastische Repräsentation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erforschung der Funktion der Medaille und wie durch sie ein idealisiertes Frauenbild vermittelt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, inklusive Bildbetrachtung, Kontextualisierung durch Biographien und Vergleiche mit zeitgenössischen Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition der Medaille, Cecilias Biographie, die physische Beschreibung des Objekts sowie die Deutung der Symbolik und des dynastischen Zusammenhangs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Pisanello, Renaissance, Portraitmedaille, Sposa Christi und Ikonographie.
Welche Rolle spielt das Einhorn auf der Medaillen-Rückseite?
Das Einhorn dient als christliches Symbol für Reinheit und Unberührtheit, welches Cecilia als "Sposa Christi" (Braut Christi) und christliches Ideal ausweist.
Wie unterscheidet sich die Medaille von einer Münze?
Im Gegensatz zu Münzen, die exklusiv von der Obrigkeit zur Zahlung ausgegeben wurden, war die Medaille ein privates Kunstobjekt zur Erinnerung und Selbstdarstellung.
Warum wird Cecilia Gonzaga mit der Göttin Diana verglichen?
Diana symbolisiert als "Jungfrau" Stärke und die Widerstandsfähigkeit gegen männliches Werben, was Pisanello nutzt, um Cecilias Entscheidung für das Kloster als heroische Tat zu stilisieren.
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- Sara Elbers (Author), 2019, Die Medaille der Cecilia Gonzaga. Zeitzeuge des idealen Frauenbildes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/510998