Diese Arbeit hat zur Frage, ob die Anomalien beziehungsweise die systematischen Abweichungen - resultierend aus dem CAPM - anhand des Dreifaktorenmodells von Fama und French die Realität angemessen darstellen können. Thematisiert wird konkret, ob die Fama French Faktoren Firmengröße (SMB) und -wert (HML) die richtigen Risikofaktoren sind, welche von den Marktteilnehmern in ein Gleichgewicht eingepreist werden. Darüber hinaus werden weitere Faktoren untersucht, die ebenfalls Einfluss auf den Aktienkurs haben könnten, insbesondere der Ölpreis Brent sowie der Gaspreis. Die Forschungshypothesen werden in einem separaten Kapitel explizit genannt.
Die Thematik von schwankenden Aktienkursen findet sich oft in den finanzwirtschaftlich geprägten Sektoren wieder. Wie schön wäre es nicht, wenn sich Renditen vorab berechnen ließen? Häufig wird das CAPM-Modell für einen Erklärungsbeitrag genutzt. Das Modell scheint allerdings überholt und ruft immer wieder starke Zweifel bezüglich seiner Validität hervor. Insbesondere für den Kapitalmarkt der USA kann festgehalten werden, dass Aktienkurse beziehungsweise -renditen verstärkt über Variablen wie die Firmengröße oder das Verhältnis von Markt- zu Buchwert bestimmt werden und eben nicht hauptsächlich über das Beta wie es im CAPM der Fall ist. Das Dreifaktoren-Modell von Fama und French berücksichtigt die im vorherigen Satz genannten Variablen bei der Determinierung von Aktienrenditen.
Nach den einleitenden Worten orientiert sich diese Arbeit im zweiten Kapitel an den theoretischen Grundlagen. In diesem werden zunächst das multiple lineare Regressionsmodell sowie die dazugehörigen Grundlagen des Fama French Dreifaktorenmodells erläutert. Darüber hinaus werden in einem Ausschnitt ausgewählte Studien vom bisherigen Forschungsstand herangezogen. Im dritten Kapitel folgt eine Überleitung zur Herangehensweise in dieser Arbeit. Danach werden die Bereinigung der Daten, die jeweiligen Variablen sowie die daraus resultierenden Forschungshypothesen erläutert. Anschließend erfolgt die Regressionsdiagnostik, um die Annahmen des Modells zu überprüfen. Im fünften Kapitel werden abschließend die Ergebnisse der Regression dargelegt und es erfolgt eine Interpretation des Modells. Abschließend folgen das Fazit der Arbeit und ein Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Theorie zur Bestimmung der Determinanten von Aktienkursen
2.1.1 Das multiple lineare Regressionsmodell
2.1.2 Fama French Dreifaktorenmodell
2.2 Bisherige Untersuchungen – Forschungsstand
2.2.1 Energy Networks Association
2.2.2 Evidence from Istanbul stock exchange
2.2.3 Revisited France
3 Vorgehensweise - Forschungsansatz
3.1 Bereinigte Datenbasis
3.2 Abhängige Variable und unabhängige Variablen
3.3 Forschungshypothesen
4 Regressionsdiagnostik
4.1 Berücksichtigung aller relevanten Variablen
4.2 Stationarität
4.3 Fehlspezifikation
4.4 Linearität
4.5 Autokorrelation
4.6 Heteroskedastizität
4.7 Normalverteilung
4.8 Multikollinearität
5 Regressionsergebnis und Interpretation
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Fama French Dreifaktorenmodell sowie externe Faktoren wie Öl- und Gaspreise die Aktienkursrendite eines spezifischen US-amerikanischen Unternehmens (X Company) erklären können, um die Validität klassischer CAPM-Annahmen kritisch zu hinterfragen.
- Analyse der Determinanten von Aktienkursrenditen
- Anwendung des Fama French Dreifaktorenmodells
- Integration von Rohstoffpreisen (Öl und Gas) in das Modell
- Durchführung einer umfassenden Regressionsdiagnostik
- Empirische Überprüfung von sechs spezifischen Forschungshypothesen
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Fama French Dreifaktorenmodell
Fama und French haben das CAPM-Modell für den Zeitraum von 1963 bis 1990 getestet. Sie haben das CAPM Modell um diverse erklärende Variablen, die sie auf signifikanten Einfluss hin überprüfen wollten. Bei den erklärenden Variablen handelte es sich um die Marktkapitalisierung, das Markt- zu Buchwertverhältnis, den Verschuldungsgrad, das KGV sowie Beta. Die untersuchten Unternehmen wurden nach unterschiedlichen Kriterien in zehn Portfolios eingeteilt. Fama und French untersuchten mit Hilfe einer Querschnittsregression die verschiedenen Variablen. Die Einteilung der Portfolios wurde zeitlich verschoben vorgenommen, so dass die Entstehung von möglichen Schätzfehlern vermieden werden konnte.
Zu Beginn erfolgte eine Einteilung anhand von Marktkapitalisierung und Beta. Da die beiden Variablen stark negativ korrelieren, wurden zunächst die Portfolios nach Marktkapitalisierung gebildet. Anschließend wurde innerhalb jeden Portfolios eine Sortierung nach Beta vorgenommen. Dies führte dazu, dass auch der Einfluss jeder Variable separat untersucht werden konnte. Fama und French erkannten, dass es einen starken positiven Zusammenhang zwischen Marktkapitalisierung und Rendite gibt. Bei Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung lässt sich eine geringere Rendite aufzeigen als bei Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung. Nichtsdestotrotz fanden sie keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Rendite und Beta. Bei getrennter Betrachtung konnte eine stark positive Relation zwischen Rendite und Beta erkannt werden sowie eine stark negative Relation zwischen Rendite und Marktkapitalisierung. Dies lässt darauf schließen, dass der Firmengrößeneffekt den Beta-Effekt eliminiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Fragestellung durch die Kritik am CAPM-Modell und führt das Dreifaktorenmodell von Fama und French als alternativen Erklärungsansatz für Aktienrenditen ein.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden das multiple lineare Regressionsmodell sowie das Fama French Dreifaktorenmodell erläutert und durch einen Forschungsstand ergänzt, der frühere Studien in Australien, der Türkei und Frankreich zusammenfasst.
3 Vorgehensweise - Forschungsansatz: Dieser Abschnitt beschreibt die Datenauswahl basierend auf dem S&P 500, die Variablenbildung und definiert die zu prüfenden Forschungshypothesen.
4 Regressionsdiagnostik: In diesem Kapitel werden methodische Voraussetzungen wie Stationarität, Linearität, Autokorrelation, Heteroskedastizität und Multikollinearität anhand statistischer Tests überprüft.
5 Regressionsergebnis und Interpretation: Hier werden die Ergebnisse der Regression präsentiert, eine notwendige Newey-West-Korrektur angewandt und die zuvor aufgestellten Hypothesen anhand der Signifikanzwerte interpretiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, welche Variablen einen signifikanten Einfluss auf die Rendite der X Company haben, und schlägt eine Erweiterung um das Vierfaktorenmodell für zukünftige Arbeiten vor.
Schlüsselwörter
Aktienkursrendite, Fama French Modell, Dreifaktorenmodell, Regressionsdiagnostik, multiple lineare Regression, Marktrisiko, Firmengrößeneffekt, Werteffekt, Newey-West-Korrektur, Rohstoffpreise, S&P 500, Finanzmarktdaten, Kapitalmarkt, statistische Signifikanz, Renditedeterminanten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die die Aktienkursrendite eines spezifischen Unternehmens (X Company) beeinflussen, unter Anwendung empirischer ökonometrischer Modelle.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die empirische Kapitalmarktforschung, das Fama French Dreifaktorenmodell, die Regressionsanalyse und der Einfluss externer makroökonomischer Faktoren auf den Aktienkurs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Risikofaktoren – unter Einbeziehung des Fama French Modells und Rohstoffpreisen – eine statistisch signifikante Erklärung für die Rendite der betrachteten Aktie liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine multiple lineare Regressionsanalyse durchgeführt, inklusive einer umfassenden Regressionsdiagnostik und Korrekturverfahren wie der Newey-West-Korrektur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung, die methodische Vorgehensweise bei der Datenauswertung, die diagnostische Prüfung des Modells und die finale Interpretation der Regressionsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Aktienkursrendite, Fama French Modell, Regressionsdiagnostik, Marktrisiko und ökonometrische Modellierung.
Welche Rolle spielt die Newey-West-Korrektur in der Analyse?
Da die Regressionsdiagnostik Verletzungen der Modellannahmen, insbesondere Heteroskedastizität, aufdeckte, war die Korrektur notwendig, um konsistente Standardfehler zu erhalten.
Warum wurde der Ölpreis als zusätzliche Variable aufgenommen?
Der Autor vermutete, dass neben den klassischen Fama French Faktoren auch Rohstoffpreise einen signifikanten Einfluss auf die Aktienrendite der X Company ausüben könnten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Determinanten des Aktienkurses eines Unternehmens und Überprüfung der Risikofaktoren, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/510774