Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „Mehrsprachigkeit in Kitas“ in Verknüpfung mit der Fragestellung „Welche Bedeutung hat die Mehrsprachigkeit in der Kindertagesstätte für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen?“
Das Thema ist mir in dem Seminar „Sprachstandserfassungen, Sprachstörungen, Sprachförderung in multiethnischen Gruppen“ mit der Dozentin Serafina Morrin in den Sinn gekommen, da ich im Kindesalter selber davon betroffen war und mit mehreren Sprachen erzogen worden bin. Bereits am Anfang meiner Hausarbeit, stellte ich mir diverse Fragen: „wie verhalten sich pädagogischen Fachkräfte gegenüber den Kindern nicht-deutscher Herkunft bzw. wie werden die Eltern in die (sprachliche) Entwicklung der Kinder informiert?“
Die Hausarbeit soll einen umfassenden Einblick in Bezug auf Mehrsprachigkeit im Kita-Alltag bieten, dabei auch von unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.Grundlagen und Selbstverständnis
1.1 Was ist Mehrsprachigkeit?
1.2 Was ist „Quersprachigkeit?“
1.3 Wie wirkt sich die Erstsprache auf die Deutschförderung aus?
2. 3-Sprachenformel der EU
2.1 Was ist Kultur?
2.2 Sprachkultur in der Kita
3. Mehrsprachigkeit durch Immersion
3.1 Erschließung durch Sprache in eine neue Welt
3.2 Warum sollten Kulturen und Sprachen im Kita-Alltag sichtbar und hörbar sein?
4. Das Mitbestimmungsrecht der Kinder in Bezug auf Sprache
4.1 Ich bin ein Kind und habe Rechte
4.2 Was ist Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung?
5. Vielfalt der Kulturen in den Bildungsbereichen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Mehrsprachigkeit in Kindertageseinrichtungen speziell für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen, und beleuchtet dabei, wie pädagogische Fachkräfte eine wertschätzende Umgebung schaffen können.
- Grundlagen und Definitionen der Mehrsprachigkeit
- Die Rolle von Erstsprache und Kultur im Kita-Alltag
- Methoden der Immersion und Sprachförderung
- Mitbestimmungsrechte und vorurteilsbewusste Erziehung
- Praktische Umsetzung der kulturellen Vielfalt in Bildungsbereichen
Auszug aus dem Buch
3.1 Erschließung durch Sprache in eine neue Welt
Zunächst möchte ich in einem kurzen Abschnitt die Vorteile eines mehrsprachigen Aufwachsens zusammenfassen bzw. die Erschließung durch Sprache in eine neue Welt erläutern.
Die sogenannte „Theory of Mind“, entwickele sich bei mehrsprachigen Kindern schneller, als bei anderen Kindern. Diese Theorie deutet, dass das Bewusstsein sich schneller entwickele als andere Personen andere Dinge wissen, als man selbst. Die frühere Entwicklung der „Theory of Mind“ könne damit zu tun haben, dass mehrsprachige Kinder aufgrund ihrer Sprachkenntnisse sehr bald und einprägsam die Erfahrung machen, dass es Unterschiede zwischen dem Wissen der Menschen gibt, denn nicht alle verstehen beide bzw. alle Sprachen.
Die kommunikativen Kompetenzen bieten für mehrsprachige Kinder einen Vorteil, dass sie in verschiedenen Sprachen miteinander kommunizieren können. Außerdem stellen sich die mehrsprachigen Kinder „besser“ auf unterschiedliche Kommunikationssituationen ein. Dabei nutzen sie die „körpersprachliche Kommunikationsmittel“ stärker.
Zudem haben die Mehrsprachler_innen ein umfangreicheres „metsprachliches Bewusstsein“. Dies bedeutet, dass es ihnen leichter falle, Aussagen über Sprachen zu machen. Beispielsweise warum oder ob ein Satz grammatikalisch richtig ist. Dies wirke sich positiv auf das Lernen weiterer Sprachen aus. Die Ursache für das „höhere metsprachliche Bewusstsein ist zum einen die bessere Aufmerksamskontrolle, durch die es leichter fällt auf die grammatikalischen Regeln, statt auf den Inhalt zu achten. Zum anderem folge auch die Rolle, dass auf unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche Regeln folgen.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für das Thema dar, basierend auf eigenen Erfahrungen als mehrsprachig aufgewachsenes Kind und der Fragestellung zur Bedeutung von Mehrsprachigkeit in der Kita.
1.Grundlagen und Selbstverständnis: Dieses Kapitel definiert Mehrsprachigkeit und „Quersprachigkeit“ und untersucht den Einfluss der Erstsprache auf das Erlernen der deutschen Sprache.
2. 3-Sprachenformel der EU: Es wird der Zusammenhang zwischen der EU-Sprachenformel, kulturellem Verständnis und der frühen Bildung in Kindertageseinrichtungen erläutert.
3. Mehrsprachigkeit durch Immersion: Dieses Kapitel behandelt das Konzept des sprachlichen Eintauchens und warum die Sichtbarkeit verschiedener Sprachen im Kita-Alltag essentiell ist.
4. Das Mitbestimmungsrecht der Kinder in Bezug auf Sprache: Fokus auf Partizipation von Kindern und die Bedeutung vorurteilsbewusster Bildung zur Vermeidung von Diskriminierung.
5. Vielfalt der Kulturen in den Bildungsbereichen: Praktische Anwendungsbeispiele, wie kulturelle Vielfalt durch Rollenspiele und Buchbereiche in den pädagogischen Alltag integriert werden kann.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, dass Erstsprache ein Identitätsmerkmal ist und die Unterstützung durch Fachkräfte entscheidend für den Erfolg mehrsprachiger Kinder ist.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Kindertagesstätte, Deutsch als Zweitsprache, Erstsprache, Immersion, Interkulturalität, Partizipation, Vorurteilsbewusste Erziehung, Sprachförderung, Sprachstand, Identität, Diskriminierung, Bildungsbereiche, Kommunikation, Sprachentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Mehrsprachigkeit im Kontext von Kindertagesstätten für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Verständnis von Mehrsprachigkeit, der Rolle der Erstsprache, der Bedeutung von kultureller Sichtbarkeit, den Rechten der Kinder und der Umsetzung in der pädagogischen Praxis.
Welche Forschungsfrage leitet die Untersuchung?
Die Leitfrage lautet: „Welche Bedeutung hat die Mehrsprachigkeit in der Kindertagesstätte für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen?“
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden werden verwendet?
Es wird eine theoretische Aufarbeitung anhand von Fachliteratur vorgenommen, ergänzt durch Konzepte wie die „Theory of Mind“ und den Ansatz der „Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die 3-Sprachenformel der EU, das Prinzip der Immersion, Mitbestimmungsrechte und praktische Umsetzungsmöglichkeiten der Vielfalt in Bildungsbereichen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die zentralen Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Sprachförderung, vorurteilsbewusste Erziehung und Partizipation.
Was besagt das Konzept der „Quersprachigkeit“?
Das Konzept beschreibt eine Situation, in der Kompetenzen mehrsprachiger Menschen gewürdigt werden, ohne die Sprachen strikt zu trennen, was die Identitätsentwicklung fördert.
Warum ist das Mitbestimmungsrecht im Kontext der Sprache wichtig?
Es dient dazu, die Kinder als selbstwirksam zu stärken und sie vor Diskriminierung zu schützen, indem ihre Meinungen und kulturellen Hintergründe ernst genommen werden.
- Arbeit zitieren
- Dilan Özgül (Autor:in), 2019, Mehrsprachigkeit in Kindertageseinrichtungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/510700