Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Schlüsselfiguren des Kunstmarktes und deren Auswirkungen auf die Karriere eines Künstlers zur heutigen Zeit. Es wird erforscht, wer diejenigen Persönlichkeiten oder Institutionen ("Gatekeeper") sind, welche für den marktwirtschaftlichen Erfolg von Künstlern ausschlaggebend sind. Anhand von einer geschichtlichen Analyse der Entwicklung solcher Gatekeeper, einer Betrachtung des Kunstmarktes, einer detaillierten Auseinandersetzung mit dem Begriff "Gatekeeper" und erhobenen Fragebögen und Interviews, kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass sich die Rolle und Wichtigkeit der Gatekeeper bis zur heutigen Zeit kaum verändert hat und der Kunstmarkt weiterhin von ihnen bestimmt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition zentraler Begriffe
2.1 Karriere
2.2 Erfolg
3. Aktuelle Entwicklungen des Kunstmarktes
4. Künstlerkarrieren im Laufe der Zeit
5. Die Gatekeeper der Kunst
6. Hypothesen
7. Daten, Operationalisierung und Methoden
8. Auswertung und Analyse der praktischen Forschungsarbeit
8.1 Die Künstlerkarriereleiter
8.1.1 Akademie
8.1.2 Ausstellungen
8.1.3 Galerie
8.1.4 Institutionen und ihre Kuratoren
8.1.5 Auktionen
8.1.6 Messen
8.1.7 „Off rooms“
8.1.8 Presse
8.2 Aufmerksamkeit der Gatekeeper
8.3 Die sozialen Medien
9. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Schlüsselfiguren des deutschen Kunstmarktes, sogenannte „Gatekeeper“, und deren Einfluss auf die wirtschaftliche Karriere von Künstlern. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich die Rolle und Bedeutung dieser Instanzen im Zeitverlauf gewandelt haben und ob neue digitale Wege der Selbstvermarktung die Machtstrukturen nachhaltig verändern konnten.
- Historische Entwicklung der gesellschaftlichen Stellung und Vermarktung von Künstlern.
- Analyse der komplexen Hierarchie und Funktion von Akteuren wie Galeristen, Kuratoren und Auktionshäusern.
- Empirische Untersuchung der aktuellen Marktsituation mittels Experteninterviews und Studentenbefragungen.
- Einfluss der Digitalisierung und sozialer Medien als neue, demokratisierende Gatekeeper-Instanzen.
Auszug aus dem Buch
3. Aktuelle Entwicklungen des Kunstmarktes
Eine grundlegende Frage stellt sich zu Beginn unserer Arbeit: Was ist dieser sogenannte „Kunstmarkt“ und wann begannen Menschen, Kunst einen Wert zuzuschreiben und daraufhin mit Kunstwerken zu handeln?
Die Bezeichnung „Kunstmarkt“ entwickelte sich im Zuge neuer kapitalistischer Strömungen und Strukturen im 19. Jahrhundert in Frankreich. Dadurch wurden grundlegende Veränderungen im Verhältnis von Gesellschaft und dem Kunstfeld gelegt. Es entstand in diesem Moment ein Kunstmarkt, in dem sich Künstler mit ihren Werken behaupten mussten. Um mit Kunst monetäre Erfolge verzeichnen zu können benötigt es einen Markt, auf dem die Kunst ausgestellt, angeboten und mit ihr gehandelt werden kann. Der Kunstmarkt bietet somit heutzutage auch die Grundlage für eine erfolgreiche Karriere. Sobald eine künstlerische Arbeit in den Markt eintritt, nimmt sie unweigerlich Warencharakter an und tritt in einen Wettbewerb ein. Erst Museen oder der erfolgreiche Verkauf beenden diesen Wettbewerb um ein Kunstwerk.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Kunstmesse als Mikrokosmos des Marktes und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Gatekeeper-Strukturen.
2. Definition zentraler Begriffe: Klärung der Begriffe Karriere und Erfolg, wobei der Fokus auf den ökonomisch messbaren Erfolg zu Lebzeiten gelegt wird.
3. Aktuelle Entwicklungen des Kunstmarktes: Erläuterung der historischen Entstehung des Kunstmarktes im 19. Jahrhundert und der daraus resultierenden Mechanismen der Wertschöpfung.
4. Künstlerkarrieren im Laufe der Zeit: Historischer Abriss über den Status des Künstlers vom Handwerker über den Höfling bis hin zum modernen, eigenverantwortlichen Unternehmer.
5. Die Gatekeeper der Kunst: Definition der Gatekeeper-Rolle als zentrale Instanz für die Selektion und Wertzuschreibung, die den Zugang zum Kunstmarkt kontrolliert.
6. Hypothesen: Aufstellung der fünf zentralen Annahmen über den Gatekeeper-Einfluss und die Rolle der sozialen Medien.
7. Daten, Operationalisierung und Methoden: Beschreibung des Mixed-Methods-Ansatzes unter Verwendung von Experteninterviews und Online-Fragebögen.
8. Auswertung und Analyse der praktischen Forschungsarbeit: Detaillierte Darstellung der Ergebnisse zu den einzelnen Stationen der Künstlerkarriereleiter und dem Einfluss digitaler Vermarktung.
9. Schlusswort: Fazit der Forschungsarbeit mit der Erkenntnis, dass soziale Medien Funktionen ergänzen, die klassische Gatekeeper aber weiterhin unverzichtbar bleiben.
Schlüsselwörter
Kunstmarkt, Gatekeeper, Künstlerkarriere, Markterfolg, Galeristen, Kuratoren, Mixed Methods, Soziale Medien, Selbstvermarktung, Auktionshäuser, Kunststudenten, Wertschöpfung, Professionelle Vermittler, Kunstdefinition, Experteninterviews.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strukturen des deutschen Kunstmarktes und die entscheidende Rolle der sogenannten Gatekeeper bei der Karriereplanung von bildenden Künstlern.
Welche Akteure werden als Gatekeeper definiert?
Dazu zählen vor allem Galeristen, Kuratoren, Kunstprofessoren, Messen, Auktionshäuser und die Presse, da diese durch ihre Auswahl und Bewertung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Es soll untersucht werden, ob sich die Macht der traditionellen Gatekeeper durch die Möglichkeiten des Internets und der sozialen Medien verringert hat oder ob diese weiterhin den Zugang zum Markt dominieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autoren nutzen den "Mixed Methods"-Ansatz, welcher eine Kombination aus qualitativen Experteninterviews und einer quantitativen Online-Befragung von Kunststudenten beinhaltet.
Was sind die thematischen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Kunstmarktmechanismen sowie eine praktische Analyse entlang der "Künstlerkarriereleiter", die Stationen wie Akademie, Galerie, Messen und Auktionen umfasst.
Wie definieren die Autoren Erfolg?
Aufgrund der Komplexität künstlerischen Erfolgs beschränken sich die Autoren für ihre Analyse primär auf den Markterfolg, also die Fähigkeit, vom Verkauf der eigenen Werke leben zu können.
Welche Rolle spielen soziale Medien laut den Autoren?
Die Autoren stellen fest, dass soziale Medien das System ergänzen und zur Selbstvermarktung beitragen, das traditionelle Gatekeeping jedoch nicht ersetzen können.
Wie stehen die interviewten Experten zum Begriff "Gatekeeper"?
Die befragten Experten lehnen die Bezeichnung „Gatekeeper“ oft ab, da sie negativ konnotiert ist, erkennen aber dennoch die faktische Kontroll- und Vermittlungsfunktion ihrer Arbeit an.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Zukunft des Kunstbetriebs?
Das Fazit zeigt, dass auch im digitalen Zeitalter der persönliche Kontakt und die Expertise der etablierten Akteure essenziell bleiben, um sich als Künstler nachhaltig erfolgreich zu positionieren.
- Quote paper
- Charlotte Hüser (Author), 2017, Wer sind die Persönlichkeiten und Institutionen ("Gatekeeper") auf dem deutschen Kunstmarkt, welche über die Karriere von Künstlern entscheiden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/510260