Im Rahmen dieser Seminararbeit werden zuerst die allgemeinen Funktionen der externen Unternehmensberichterstattung erläutert, daraufhin die bestehenden Berichtspflichten im deutschen Rechtsraum dargestellt. Im weiteren Verlauf wird auf die wesentlichen Aspekte einer integrierten Berichterstattung eingegangen, woraufhin im Anschluss die Arbeit mit einem Vergleich der beiden Berichtserstattungen und einer kritischen Würdigung des Konzepts des IIRC abgeschlossen wird.
Ausgelöst durch die Finanz- beziehungsweise Wirtschaftskrise und andere neue globale Herausforderungen wie der Klimawandel oder die Knappheit der Ressourcen befindet sich die Gesellschaft derzeit in einem Wertewandel hin zu einer nachhaltigeren Handlungs- und Denkweise. Dies zeigt sich auch immer mehr in der externen Unternehmensberichterstattung. Auch das Vertrauen der Share- und Stakeholder in Unternehmen ist durch die Finanz- bzw. Wirtschaftskrise geschädigt worden, das es nun wieder herzustellen gilt. Insbesondere Informationen über die Auswirkungen des Handelns der Unternehmen auf ökologische, ökonomische und soziale Sachverhalte gewinnen somit an Bedeutung. Darauf reagiert hat der im Jahr 2010 gegründete International Integrated Reporting Council, der sich das Ziel gesetzt hat ein international akzeptiertes Rahmenkonzept für die externe Unternehmensberichterstattung zu entwickeln, welches die Effizienz der Berichterstattung und damit auch die Entscheidungsnützlichkeit dieser Berichtsinhalte erhöhen soll, genauso wie auf die wachsenden Bedürfnisse der Adressaten eingehen soll.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Funktionen der externen Unternehmensberichterstattung
Bestehende Berichtspflichten im deutschen Rechtsraum
Bestandteile des handelsrechtlichen Jahresabschlusses
(Konzern-)Lagebericht
Wesentliche Aspekte einer integrierten Berichterstattung
Definition und Ziele
Berichtsprinzipien
Berichtselemente
Fachliche Diskussion
Vergleich
Kritische Würdigung des Konzepts des IIRC
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel in der externen Unternehmensberichterstattung durch den Vergleich bestehender gesetzlicher Berichtspflichten im deutschen Rechtsraum mit dem innovativen Konzept des Integrated Reporting (IR). Dabei wird analysiert, inwieweit das vom International Integrated Reporting Council (IIRC) entwickelte Rahmenkonzept die Effizienz und Entscheidungsnützlichkeit der Berichterstattung steigern kann.
- Analyse der Funktionen der externen Unternehmensberichterstattung.
- Darstellung der gesetzlichen Anforderungen an Jahresabschluss und Lagebericht nach HGB.
- Erörterung der zentralen Prinzipien und Elemente des Integrated Reporting.
- Gegenüberstellung der klassischen HGB-Berichterstattung mit dem integrierten Ansatz.
- Kritische Bewertung des IIRC-Konzepts hinsichtlich seiner Zukunftsfähigkeit und internationalen Praktikabilität.
Auszug aus dem Buch
Wesentliche Aspekte einer integrierten Berichterstattung
Eine einheitliche Definition für eine integrierte Berichterstattung existiert derzeit nicht. Der wesentliche Gedanke ist jedoch die gesamte Unternehmensberichterstattung eines Unternehmens zu einem einzigen Bericht, dem Integrated Report, zusammenzufassen. Einzelne Berichtsinstrumente sollen somit miteinander verknüpft werden, insbesondere finanzielle mit nicht-finanziellen auf Nachhaltigkeit bezogene Informationen. Dies soll übersichtlich und nur mit bedeutsamen Informationen geschehen, um komplexe Berichte zu vermeiden. Im Besonderen können durch diese Verknüpfung nachhaltigere Entscheidungen getroffen werden. Daraus ist erkennbar, dass die integrierte Berichterstattung besonderes Augenmerk auf zukunftsorientierte, zusammenhängende und strategische Informationen legt.
Des Weiteren sollen sich die Adressaten im Kernelement nicht auf die Anteilseigner beschränken, sondern auf alle Stakeholder des Unternehmens erweitern. Hierfür wird der Kapitalbegriff weiter gefasst und lässt sich dann in sechs verschiedene Kapitalien (Capitals) unterscheiden: Finanz- (finanzielle Mittel), Produktions- (hergestellte physische Objekte), Human- (menschliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen), Sozial- und Netzwerkkapital (Beziehungen zwischen Gemeinschaften), geistiges (immaterielle Güter) und natürliches (natürliche Ressourcen) Kapital. Diese können durch Aktivitäten des Unternehmens erhöht oder verringert werden und stellen somit dynamische Größen dar. Alle diese Kapitalien finden Berücksichtigung in der integrierten Berichterstattung und nicht, wie meist, nur das Finanz- und Produktionskapital. Eigens im IR soll damit aufgezeigt werden wie die einzelnen Kapitalien den Prozess der Wertschöpfung des Unternehmens beeinflussen, auch wird dadurch eine neue Form der Entscheidungsfindung für das Management impliziert, nämlich die Betrachtung der Kohärenz zwischen den Kapitalien und einer langfristigen Werterhaltung. Diese integrative Betrachtungsweise wird vom IIRC als integrated thinking bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung erläutert den Informationsüberfluss in der Unternehmensberichterstattung und die Notwendigkeit eines neuen Rahmenkonzepts, um dem Informationsbedarf der Stakeholder gerecht zu werden.
Funktionen der externen Unternehmensberichterstattung: Dieses Kapitel beschreibt die zentralen Aufgaben der Berichterstattung, insbesondere die Informations-, Dokumentations- und Rechenschaftsfunktion gegenüber verschiedenen Interessengruppen.
Bestehende Berichtspflichten im deutschen Rechtsraum: Hier werden die gesetzlichen Anforderungen an den handelsrechtlichen Jahresabschluss und den (Konzern-)Lagebericht gemäß HGB dargelegt.
Wesentliche Aspekte einer integrierten Berichterstattung: Das Kapitel erläutert die Ziele, die sechs Kapitalien des IR sowie die sieben Guiding Principles und acht Inhaltselemente des IIRC-Frameworks.
Fachliche Diskussion: Dieser Teil vergleicht die Anforderungen des IR mit der klassischen HGB-Berichterstattung und würdigt kritisch die Potenziale sowie Herausforderungen des IIRC-Konzepts.
Schlüsselwörter
Integrated Reporting, Unternehmensberichterstattung, IIRC, Jahresabschluss, Lagebericht, HGB, Nachhaltigkeit, Wertschöpfung, Kapitalien, Stakeholder, Shareholder, Finanzberichterstattung, integriertes Denken, Berichtsprinzipien, Transparenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Wandel in der externen Unternehmensberichterstattung und vergleicht das etablierte deutsche System (HGB) mit dem internationalen Konzept des Integrated Reporting.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Berichtspflichten für Unternehmen in Deutschland sowie die Prinzipien und Ziele einer integrierten Berichterstattung nach dem IIRC-Framework.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen der klassischen HGB-Berichterstattung und dem Integrated Report aufzuzeigen sowie eine kritische Würdigung der Zukunftsfähigkeit des IIRC-Konzepts vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Literaturanalyse sowie den systematischen Vergleich von Rechnungslegungsnormen und Rahmenkonzepten nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der HGB-Berichtspflichten, die Erläuterung der Elemente des Integrated Reporting und einen direkten fachlichen Vergleich beider Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Integrated Reporting, HGB, IIRC, Stakeholder-Orientierung und die sechs Kapitalien (Capitals).
Welche Rolle spielen die "sechs Kapitalien" im Integrated Reporting?
Sie erweitern den klassischen Kapitalbegriff um nicht-finanzielle Aspekte wie Humankapital, Sozialkapital, geistiges und natürliches Kapital, um ein ganzheitliches Bild der Wertschöpfung zu zeichnen.
Was ist mit dem Begriff "integrated thinking" gemeint?
Dies bezeichnet die integrative Betrachtungsweise des Managements, die die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Kapitalien und die langfristige Werterhaltung des Unternehmens in den Fokus rückt.
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- Anonym (Author), 2016, Externe Berichtserstattung im Wandel. Vergleich bestehender Berichtspflichten mit dem Konzept zum Integrated Reporting, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/505086