Durch den demographischen Wandel und dem Anstieg der Lebenserwartung wächst der Anteil älterer Menschen an der Gesellschaft und die Bedeutung von Altersbildern nimmt zu. Die Lebenserwartung ist seit dem Jahr 1900 um mehr als 30 Jahre angestiegen. Bei den Altersbildern geht es nicht nur um die individuellen und gesellschaftlichen Vorstellungen des Altseins, sondern auch um den Prozess des Älterwerdens und den Vorstellungen von älteren Menschen als soziale Gruppe die in der Gesellschaft verbreitet sind. Allerdings werden diese Altersbilder der Vielfalt des Alters meist nicht gerecht, da sie Chancen und Stärken des Alters nicht betrachten.
Des weiteren unterscheidet man zwischen Altersselbstbildern, die sich auf das eigene Altern beziehen und Altersfremdbildern, die das allgemeine Bild des Alterungsprozesses und der alten Menschen betreffen, das im Umfeld und in den Medien vorherrscht. Es gibt in der Gesellschaft eine Vielzahl von teils polarisierenden Altersbildern, die sowohl positive als auch negative Assoziationen mit dem Alter vermitteln. Positive Assoziationen beziehen sich vor allem auf den großen Erfahrungsschatz und das angehäufte Wissen älter Menschen, dass diese an jüngere Generationen weitergeben können. Negative Assoziationen beziehen sich dagegen hauptsächlich auf deren nachlassende geistige und körperliche Leistungsfähigkeit.
Über das Verhältnis von Altersfremdbildern und Altersselbstbildern gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Die Kontaminationshypothese geht davon aus, dass das Altersselbstbild durch das Altersfremdbild beeinflusst wird, so können negative Altersfremdbilder dazu führen, dass ältere Menschen sich in diese fügen und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten unterschätzen. Die Externalisierungshypothese geht genau umgekehrt davon aus, dass die Selbstbilder in das allgemeine Bild vom Alter eingehen und dieses verändern. Die Vergleichshypothese wiederum besagt, dass das Altersselbstbild und das Altersfremdbild unabhängig voneinander sind. Im folgenden soll nun mit Hilfe eines Interviews herausgefunden werden, welche Altersbilder in der Gesellschaft verbreitet sind und welchen Einfluss diese auf die älteren Menschen selbst, sowie auf deren äußere Wahrnehmung haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemhintergrund
2 Forschungsdesign
2.1 Festlegung der Methode
2.2 Erarbeitung des Interviewleitfadens
3 Das Interview
3.1 Kontaktaufnahme und Durchführung des Interviews
3.2 Schritte der Auswertung des Interviews
4 Interpretation des Interviews
5 Reflexion
Zielsetzung & Themen der Untersuchung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss gesellschaftlich verbreiteter Altersbilder auf das Selbst- und Fremdbild älterer Menschen zu untersuchen, wobei insbesondere die Wahrnehmung des Angebots "Seniorenteller" auf eine mögliche stigmatisierende Wirkung hin analysiert wird.
- Analyse der Bedeutung von Altersbildern und deren Einfluss auf die Selbstwahrnehmung.
- Untersuchung der finanziellen Situation und gesundheitlicher Aspekte im Alter.
- Kritische Reflexion der medialen Darstellung des Rentnerdaseins.
- Überprüfung der Annahme einer möglichen Diskriminierung durch das Angebot "Seniorenteller".
Auszug aus dem Buch
Interpretation des Interviews
Bei der Interpretation des Interviews wird deutlich, dass die finanziellen Mittel, sprich die Höhe der Rente, von großer Bedeutung im Alter sind. Die Renten steigen nicht im selben Ausmaß, wie dies die Kosten tun, was ein Problem für viele Rentner und Rentnerinnen darstellt, die nur geringe oder durchschnittliche Renten beziehen. Das Einkommen ist wichtig für das alltägliche Leben, es bestimmt wie man von Anderen wahrgenommen wird und hat ebenfalls Einfluss auf die Gesundheit, da es Einfluss darauf nimmt, welche medizinischen Maßnahmen man sich leisten kann.
„...durch die hohen Kosten die heute sind,muss man immer mehr rechnen[.]der Durchschnittsrentner zumindest,denn so wie die Kosten steigen,steigen die Renten ja nicht.“
Die Vorstellungen vom Alter die in jüngeren Jahren verbreitet waren unterschieden sich teils deutlich von der späteren Realität. So war in jüngeren Jahren die Vorstellung verbreitet, dass es einem als Rentner, nachdem man jahrelang gearbeitet hat besser geht, vor allem auch in finanzieller Hinsicht. Dies ist aber in der Realität nicht zutreffend und führt bei den Betroffenen zu Gefühlen von Enttäuschung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemhintergrund: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Altersbilder ein, beleuchtet den demographischen Wandel und stellt verschiedene Hypothesen zum Verhältnis von Selbst- und Fremdbild im Alter vor.
2 Forschungsdesign: Hier werden die Forschungsfrage und Hypothesen definiert sowie die methodische Vorgehensweise einer qualitativen Fallstudie mittels Interviewleitfaden erläutert.
3 Das Interview: Dieser Abschnitt beschreibt den Prozess der Datenakquise durch die Kontaktaufnahme und Durchführung des Interviews sowie das methodische Vorgehen bei der Auswertung nach Mayring.
4 Interpretation des Interviews: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse des Interviews analysiert, wobei Schwerpunkte auf finanziellen Rahmenbedingungen, Gesundheit und der Wahrnehmung des "Seniorentellers" liegen.
5 Reflexion: Der Autor setzt sich hier kritisch mit den Ergebnissen auseinander, evaluiert die zu Beginn aufgestellten Hypothesen und reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse im Vergleich zur eigenen Erwartungshaltung.
Schlüsselwörter
Altersbilder, Qualitatives Interview, Rentner, Altersarmut, Selbstbild, Fremdbild, Seniorenteller, Altersforschung, Qualitative Inhaltsanalyse, Gesellschaft, Gesundheit, Finanzen, Generationenverhältnis, Stigmatisierung, Medien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von gesellschaftlichen Altersbildern und spezifischen Angeboten wie dem Seniorenteller auf das Selbstbild älterer Menschen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen von Altersbildern, die Bedeutung von finanziellen Ressourcen und Gesundheit im Alter sowie die öffentliche Wahrnehmung von Rentnern.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob das Angebot "Seniorenteller" und in der Gesellschaft verbreitete Altersbilder das Selbst- oder Fremdbild älterer Menschen beeinflussen und ob eine Gleichsetzung mit Kindern stattfindet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Einzelfallstudie durchgeführt, bei der die Daten durch ein Leitfadeninterview erhoben und anschließend mittels der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Erstellung des Forschungsdesigns, der Durchführung und Transkription des Interviews sowie der anschließenden Interpretation der gewonnenen Aussagen im Hinblick auf die Hypothesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Altersbilder, Selbstbild, Fremdbild, Seniorenteller, qualitative Sozialforschung und Altersarmut.
Wie wird das mediale Bild von Rentnern in der Arbeit bewertet?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das in den Medien vermittelte Bild von wohlhabenden Rentnern oft nicht der Realität des durchschnittlichen Rentnerdaseins entspricht und bei jüngeren Menschen falsche Vorstellungen erzeugen kann.
Führt das Angebot eines Seniorentellers zu Diskriminierung?
Nein, der interviewten Person zufolge wird der Seniorenteller nicht als diskriminierend oder als Gleichsetzung mit Kindern wahrgenommen, sondern als ein praktisches und preislich attraktives Angebot.
- Quote paper
- Annika Frings (Author), 2013, Methoden der qualitativen Datenanalyse. Forschung zum Thema Altersbilder, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/504017