Diese Arbeit thematisiert das Kriegsbild des Kriegsveteranen nach dem Ersten Weltkrieg und stellt einen Bezug zu Ernst Tollers Werk Der Hinkemann her. Dabei soll die Frage beantwortet werden, inwiefern das expressionistische Drama Der Hinkemann von Ernst Toller als eine Allegorie für die Nachkriegszeit und die Weimarer Republik verstanden werden kann.
Tollers poetischer Appell beinhaltet die Botschaft an ein heranwachsendes Solidaritätsgefühl in der Gesellschaft. Im Hinkemann wird das allgemeine Verständnis eines Kriegsheimkehrers aus dem ersten Weltkrieg illustriert und damit eines der am meisten diskutierten Themen der zwanziger Jahre beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kriegsinvaliden nach dem ersten Weltkrieg
3. Schicksal des Hinkemanns im Drama von Ernst Toller „Der Hinkemann“
4. Entspricht der Hinkemann der Darstellung des Kriegsinvaliden nach dem ersten Weltkrieg ?
5. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das expressionistische Drama „Der Hinkemann“ von Ernst Toller als eine Allegorie auf die gesellschaftliche Situation der Weimarer Republik und die spezifische Lebensrealität von Kriegsheimkehrern nach dem Ersten Weltkrieg.
- Historische Einordnung der Situation von Kriegsinvaliden nach 1918.
- Analyse der psychologischen und sozialen Entwicklung des Protagonisten Eugen Hinkemann.
- Untersuchung des Verhältnisses zwischen Individuum und Gesellschaft in der Nachkriegszeit.
- Kritische Beleuchtung von Themen wie Männlichkeitskonstruktionen, Profitgier und zwischenmenschlicher Entfremdung.
- Reflektion über den Einfluss der Haftzeit des Autors auf die Gestaltung des Werkes.
Auszug aus dem Buch
3. Schicksal des Hinkemanns im Drama von Ernst Toller „Der Hinkemann“
„Ich habe die Kraft nicht mehr. Die Kraft nicht zu kämpfen, die Kraft nicht mehr zum Traum. Wer keine Kraft zum Traum hat, hat keine Kraft zum Leben. Der Schuß, der war wie eine Frucht, vom Baum der Erkenntnis... . Alles Sehen wird mir Wissen, alles Wissen Leid. Menschen, die alles Leid leben und dennoch wollen... Ich will nicht mehr.“
Dieses Zitat stammt aus dem Ernst Tollers expressionistischen Drama „Hinkemann“, welches im Jahre 1923 am Alten Theater Leipzig uraufgeführt worden ist. Der Protagonist Hinkemann erweckt in seinem Bewusstsein die grauenhafte Erkenntnis über die Gesellschaft seiner Zeit. Er stellt fest, dass er psychisch am Ende seiner Kräfte angekommen ist . Aber wie kommt es dazu, dass ein Mensch von einer derartigen Verzweiflung geprägt ist? Hat die Gesellschaft und seine Sozialisation einen starken Einfluss auf ein Individuum?
Die Tragödie vom Kriegsheimkehrer Eugen Hinkemann spielt in Deutschland um das Jahr 1921. Dem Protagonisten wurden im ersten Weltkrieg seine Genitalien abgeschossen. Er ist verheiratet mit seiner Frau Grete, welche ihn im Verlauf des Dramas mit Paul Großhahn hintergeht. Um einen Arbeitsplatz wieder zu erlangen, bewirbt sich der Hinkemann auf einem Rummelplatz. Seine Aufgabe besteht darin, vor den Augen der Zuschauer die Kehle von Mäusen und Ratten durchzubeißen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, inwieweit Ernst Tollers Werk als Allegorie auf die Weimarer Republik und die Nachkriegszeit zu verstehen ist.
2. Kriegsinvaliden nach dem ersten Weltkrieg: Dieses Kapitel beschreibt die gesellschaftliche Ausgrenzung, das Leiden und die problematische Integration von Kriegsversehrten in der Nachkriegsgesellschaft.
3. Schicksal des Hinkemanns im Drama von Ernst Toller „Der Hinkemann“: Hier wird der Leidensweg des Protagonisten Eugen Hinkemann innerhalb des Dramas sowie dessen psychologische Entwicklung analysiert.
4. Entspricht der Hinkemann der Darstellung des Kriegsinvaliden nach dem ersten Weltkrieg ?: Dieses Kapitel vergleicht die literarische Figur Hinkemann mit den realen Erfahrungen und dem sozialen Status von Kriegsinvaliden jener Zeit.
5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Werk eine pessimistische Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen der Weimarer Zeit darstellt.
Schlüsselwörter
Ernst Toller, Der Hinkemann, Weimarer Republik, Kriegsinvalide, Expressionismus, Nachkriegszeit, Allegorie, Eugen Hinkemann, Kriegsversehrte, Gesellschaftskritik, Männlichkeitskonstruktion, Sozialisation, Trauma, Zwischenmenschliche Beziehungen, Identitätsverlust
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert Ernst Tollers expressionistisches Drama „Der Hinkemann“ unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Allegorie auf die Weimarer Republik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die soziale Ausgrenzung von Kriegsinvaliden, das Scheitern zwischenmenschlicher Beziehungen und der gesellschaftliche Egoismus nach dem Ersten Weltkrieg.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Es soll beantwortet werden, ob und wie Ernst Toller mit seinem Protagonisten Eugen Hinkemann eine gelungene Allegorie auf die Nachkriegszeit geschaffen hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung von Sekundärquellen zur historischen und zeithistorischen Einordnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der realen historischen Situation der Invaliden, die Figurenanalyse des Hinkemanns und einen vergleichenden Abschnitt zur Beantwortung der zentralen Forschungsfrage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kriegsinvalide, Weimarer Republik, Expressionismus, Allegorie und gesellschaftliche Kritik.
Inwiefern beeinflusste die Haftzeit Ernst Toller bei der Arbeit?
Die Arbeit geht davon aus, dass die Inhaftierung des Autors, während der er das Stück verfasste, einen prägenden Einfluss auf den pessimistischen Stil und die psychologische Tiefe des Dramas hatte.
Welche Bedeutung hat das Lachmotiv in Hinkemann?
Das Lachmotiv wird als Indikator für die Inakzeptanz und die Verständnislosigkeit der Gesellschaft gegenüber dem versehrten Individuum interpretiert.
Warum spielt die Figur des Budenbesitzers eine wichtige Rolle?
Der Budenbesitzer fungiert als Kontrastfigur, die Machtansprüche, Profitgier und den Egoismus der Gesellschaft verkörpert und damit das Machtgefälle verdeutlicht.
- Arbeit zitieren
- Jan Filip (Autor:in), 2019, Über Ernst Tollers "Hinkemann" von 1923. Der Kriegsinvalide als Allegorie auf die Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/501955