Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Darstellung der Identitätsfindung des jungen Koumaïls in dem Roman ,,Die Zeit der Wunder“ von Anne-Laure Bondoux, welcher der aktuellen Kriegsliteratur zugeordnet werden kann. Der Adoleszenzroman erzählt eine Flüchtlingsgeschichte aus Kindersicht. Koumaïl Dabaïev (sein französischer Name ist Blaise Fortune) flüchtet mit seiner Ziehmutter Gloria, im Verlauf des Romans stellt sich heraus, dass Gloria seine leibliche Mutter ist, aus dem Kriegsgebiet Kaukasus über Umwege nach Frankreich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Gegenstand und Zielsetzung der Hausarbeit
2. Hauptteil
2.1 Erzähltextanalyse nach dem Ansatz von Martinez und Scheffel
2.1.1 Zeit
2.1.2 Modus
2.1.3 Stimme
2.2 Figurenanalyse
2.2.1 Koumaïl Dabaiev bzw. Blaise Fortune
2.2.2 Gloria
2.3 Raumsemantik
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätsfindung des Protagonisten Koumaïl Dabaïev (später Blaise Fortune) im Roman "Die Zeit der Wunder" von Anne-Laure Bondoux vor dem Hintergrund seiner Fluchterfahrung. Ziel ist es, durch eine narratologische Analyse sowie eine Figuren- und Raumanalyse aufzuzeigen, wie sich der Protagonist vom flüchtenden Kind zum selbstbestimmten jungen Mann entwickelt.
- Narratologische Untersuchung von Zeit, Modus und Stimme
- Analyse der dynamischen Entwicklung der Hauptfiguren
- Untersuchung der Raumsemantik und Wegstrukturen
- Die Thematik der Identitätskonstruktion in der aktuellen Kriegsliteratur
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Koumaïl Dabaiev bzw. Blaise Fortune
Die Hauptfigur des Romans „Die Zeit der Wunder“ ist der Heranwachsende Koumaïl, welcher mit seiner Mutter Gloria aus dem Kriegsgebiet Kaukasus flieht. Der mittlerweile zwanzigjährige Protagonist und Ich-Erzähler erzählt rückblickend, wie er die letzten acht Jahre als Flüchtling erlebt hat. Dabei berichtet Koumaïl ausführlich von den politischen und emotionalen Leiden, die seine Flucht aus dem Kaukasus begleiten. Immer wieder muss er unvorbereitet und erzwungen seine gewohnten Umgebungen verlassen, was charakteristisch für eine Flucht ist. Das besondere Merkmal Koumaïls ist es, dass er im Verlauf des Romans den Namen Blaise Fortune annimmt, welcher für seine Verbindung zu Frankreich steht. Seine Familie besteht nur noch aus seiner, wie zunächst angenommen, Ziehmutter Gloria. Seine leiblichen Eltern, so erzählt es ihm Gloria immer wieder, seien bei einem schweren Zugunglück im Kaukasus ums Leben gekommen. Gloria war es, die den Säugling aus den Trümmern gerettet und schließlich zu sich genommen hat. Koumaïls Erinnerungen an seine eigene Kindheit setzen im Jahr 1992 ein, als der damals Siebenjährige zusammen mit Gloria aus dem Kaukasus flieht. Während seiner Zeit im Großen Haus besucht Koumaïl die „Universität der Armen“. Hier werden die Kinder von den verschiedenen Bewohnern des Hauses unterrichtet. Für Koumaïl bedeutet der Unterricht eine willkommene Ablenkung zu dem sonst so tristen Alltag.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Gegenstand und Zielsetzung der Hausarbeit: Einführung in die Romanproblematik der Identitätsfindung und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2. Hauptteil: Analyse der erzähltheoretischen Aspekte, der Figurenentwicklung und der Raumsemantik im Roman.
2.1 Erzähltextanalyse nach dem Ansatz von Martinez und Scheffel: Untersuchung der zeitlichen Struktur, des Erzählmodus sowie der Stimme und Perspektive innerhalb der Erzählung.
2.2 Figurenanalyse: Charakterisierung von Koumaïl Dabaiev bzw. Blaise Fortune und Gloria Vassilievna hinsichtlich ihrer Entwicklung und Rolle im Fluchtkontext.
2.3 Raumsemantik: Untersuchung der verschiedenen Fluchtetappen als topologische und semantische Räume, die das Schicksal der Figuren prägen.
3. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Identitätsfindung des Protagonisten und Einordnung des Werkes als sujethafter Text.
Schlüsselwörter
Identitätsfindung, Flucht, Kriegsliteratur, Erzähltextanalyse, Narratologie, Koumaïl Dabaïev, Blaise Fortune, Raumsemantik, Figurenanalyse, Adoleszenzroman, Anne-Laure Bondoux, Grenzüberschreitung, Zeit, Modus, Stimme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Roman "Die Zeit der Wunder" von Anne-Laure Bondoux hinsichtlich der Identitätsentwicklung des Protagonisten auf der Flucht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Identitätsfindung, Fluchterfahrungen, die Darstellung von Krieg und die Bedeutung von Heimat und Raum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung Koumaïls vom geflüchteten Kind bis zur Etablierung seiner Identität als Blaise Fortune in Frankreich nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Erzähltextanalyse nach den Ansätzen von Martinez und Scheffel durchgeführt, ergänzt durch eine Figurenanalyse und eine raumsemantische Betrachtung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine narratologische Untersuchung (Zeit, Modus, Stimme), eine detaillierte Analyse der beiden Hauptfiguren und eine Betrachtung der Raumsemantik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Identitätsfindung, Flucht, Kriegsliteratur, Erzähltextanalyse und Raumsemantik stehen im Zentrum.
Warum spielt die Raumsemantik eine so große Rolle?
Da die Flucht zwangsläufig durch verschiedene geografische und soziale Räume führt, fungiert die Raumgestaltung als zentrales strukturierendes Element für die Handlung.
Welche Entwicklung vollzieht der Protagonist?
Er entwickelt sich von einem unsicheren, durch äußere Umstände fremdbestimmten Kind zu einem selbstbewussten jungen Mann, der seine wahre Herkunft erfährt und seine Identität festigt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2015, Identitätsfindung auf der Flucht anhand von Koumaïl Dabaïev bzw. Blaise Fortune im Roman "Die Zeit der Wunder", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/501237