Mobile Learning – neue Ansätze in der Hochschullehre
Vor dem Hintergrund der schwachen Marktposition deutscher Unternehmen bei internetspezifischen Technologien und Standards hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung Handlungsbedarf erkannt und mit dem Förderprogramm für Informations- und Kommunikationstechnik „IT-Forschung 2006“ ein umfassendes Paket von Förderprojekten auf den Weg gebracht.
Ziel ist mitunter das Ausnutzen der relativ guten Marktposition deutscher Unternehmen im Mobilfunksektor, um bei der zu erwartenden Verknüpfung von Internet und Mobilfunk im nächsten Entwicklungsschritt des Computers eine günstigere Ausgangsposition am Markt zu gewährleisten.
Eine Facette des gefächerten Förderprogramms ist „Neue Medien in der Bildung“, die Ihrerseits mit einem Etat von rund 25,6 Millionen Euro bis Ende 2003 das Förderprogramm „Notebook-University“ durchführt. Das im November 2001 gestartete Projekt verfolgt in Abgrenzung zu dem Begriff „Virtuelle Universität“ die Erprobung der sich aus der mobilen (ubiquitären) Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien ergebenden Möglichkeiten in Präsenzhochschulen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
E-Learning und mobile Learning
Klassifikation des Medienbegriffs und alternative Lehrszenarien
Das Projekt URMEL
Das Projekt VIROR
Synchrones Lernszenario
Asynchrones Lernszenario
Die Struktur von asynchronem Lehrmaterial
Technische Umsetzung eines automatisch generierten Web-Kurses
Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Anforderungen von Mobile Learning und E-Learning in der Hochschullehre. Dabei steht die Gegenüberstellung von synchronen und asynchronen Lernszenarien im Mittelpunkt, um Ansätze für eine medienunterstützte Wissensvermittlung aufzuzeigen und technische sowie didaktische Herausforderungen bei der Implementierung zu analysieren.
- Grundlagen von Mobile Learning und E-Learning
- Klassifikation von Medien und deren Einsatz in der Lehre
- Analyse der Projekte URMEL und VIROR
- Differenzierung zwischen synchronen und asynchronen Lernszenarien
- Technische Aspekte der Automatisierung bei der Erstellung von Web-Kursen
Auszug aus dem Buch
Die Struktur von asynchronem Lehrmaterial
Wie sollten nun Medien in web-basierten Lehrdokumenten optimalerweise verwendet und strukturiert werden? Die erhöhten Freiheitsgrade des Lernenden bezüglich Terminintensität und Geschwindigkeit bei asynchronen Lehrszenarien bringen sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Insbesondere fortgeschrittene Lerner begrüssen die Freiheiten bezüglich der Navigation im Informationsraum, gleichzeitig besteht beim eigenständigen Wählen des Lernpfades aber die Gefahr, dass sich der Lernende im Informationsraum verirrt und keine optimalen Lernergebnisse erzielt werden. Wichtig für die optimale Nutzung der Freiheiten im Navigationsraum ist eine für den Betrachter transparente Struktur.
Eine hierarchische Struktur ist bei Hypertext- und Hypermediadokumenten zwar nicht obligatorisch, aber doch empfehlenswert. Eine Gliederung des Online-Kurses in Lektionen und Themengebiete bietet dem Lernenden einen roten Faden, zu dem er auch nach Navigationsaktivitäten leicht zurückfinden kann. Entscheidend für den Leser ist das permanente Wissen, in welchem Bereich des Informationsraumes er sich aktuell befindet. Um die Navigation und die Bestimmung des optimalen Lernpfades zu erleichtern, bietet es sich an, in einem gesonderten Frame eine Baumstruktur zu verwenden, die computererfahrenen Personen z.B. durch den MS-Explorer vertraut ist, und die keiner besonderen Erklärung bedarf. Als Formate für strukturierte Hypertext- und Hypermediadokumente bieten sich HTML und XML an, die eine plattformunabhängige Darstellung der Inhalte ermöglichen. Auch bezüglich des Multimediaeinsatzes sind positive wie auch mögliche negative Aspekte abzuwägen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den politischen und technologischen Kontext der Förderung neuer Medien in der Bildung durch den Bund, mit Fokus auf die Etablierung von mobilen Lernszenarien an Hochschulen.
E-Learning und mobile Learning: Dieses Kapitel definiert Mobile Learning als spezifische Form des E-Learning, die durch die Nutzung mobiler Endgeräte und drahtloser Netzwerke charakterisiert ist.
Klassifikation des Medienbegriffs und alternative Lehrszenarien: Es erfolgt eine medientheoretische Einordnung sowie eine Differenzierung zwischen diskreten, kontinuierlichen, interaktiven und nicht-interaktiven Medienformen.
Das Projekt URMEL: Dieses Kapitel stellt das Projekt der RWTH-Aachen vor, welches durch die Ausstattung mit Laptops und WLAN-Infrastruktur einen Pilotcharakter für neue Lehransätze bietet.
Das Projekt VIROR: Das Projekt der Virtuellen Hochschule Oberrhein wird als Beispiel für die Kooperation zwischen Universitäten zur Bereitstellung synchroner und asynchroner Lehrangebote präsentiert.
Synchrones Lernszenario: Es wird die didaktische und technische Gestaltung von zeitgleichem Tele-Teaching beschrieben, bei dem Vorlesungen realitätsnah übertragen werden.
Asynchrones Lernszenario: Dieses Kapitel diskutiert die Anforderungen an die Lernumgebung, um Studierenden flexible, individualisierte Lernpfade durch Hypertext-Strukturen zu ermöglichen.
Die Struktur von asynchronem Lehrmaterial: Der Fokus liegt hier auf der Gestaltung von Web-Kursen, wobei die Bedeutung von Transparenz, hierarchischer Gliederung und geeigneten Dateiformaten hervorgehoben wird.
Technische Umsetzung eines automatisch generierten Web-Kurses: Es werden die Prozessschritte der Aufbereitung, Segmentierung und Verknüpfung von Lehrinhalten für eine automatisierte Web-Bereitstellung dargelegt.
Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Anforderungen an Medieneinsatz und Strukturierung zusammen und prognostiziert eine zunehmende Selbstverständlichkeit mobiler Netznutzung auf dem Campus.
Schlüsselwörter
Mobile Learning, E-Learning, Hochschullehre, URMEL, VIROR, Synchrones Lernszenario, Asynchrones Lernszenario, Multimedia, Hypertext, Hypermedia, Web-Kurs, Didaktik, Medieneinsatz, Tele-Teaching, Wissensvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz von modernen Medien, insbesondere Mobile Learning, in der universitären Lehre und wie diese das Lernen an Präsenzhochschulen verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Medien, den Unterschied zwischen synchronen und asynchronen Lernszenarien sowie die technische Umsetzung von Web-Kursen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die didaktischen und technischen Herausforderungen bei der Integration neuer Medienformate in der Hochschullehre aufzuzeigen und Lösungsansätze anhand konkreter Projekte zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Ausarbeitung, die auf der Auswertung bestehender Forschungsberichte und der Darstellung aktueller Praxisbeispiele (Fallstudien) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Klassifikation von Medien sowie die detaillierte Darstellung zweier Lernszenarien (synchron und asynchron) inklusive deren technischer Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Mobile Learning, E-Learning, Multimedia-Integration, Web-basierte Lehrmaterialien und didaktische Flexibilität.
Was unterscheidet das synchrone vom asynchronen Lernszenario?
Während im synchronen Szenario Dozent und Lernende zeitgleich räumlich getrennt agieren, ermöglicht das asynchrone Szenario eine zusätzliche zeitliche Entkoppelung, was dem Lernenden mehr individuelle Flexibilität bei Navigation und Lerntempo gibt.
Welche Rolle spielt die Automatisierung bei Web-Kursen?
Die Automatisierung ist entscheidend, um den hohen Aufwand der Erstellung von asynchronen Lehrmaterialien auf Basis von synchronen Vorlesungsaufzeichnungen drastisch zu reduzieren.
Welches Fazit zieht der Autor zur zukünftigen Entwicklung?
Der Autor schätzt, dass durch sinkende Kosten bei der Technik die Nutzung drahtloser Netzwerke am Campus innerhalb eines Jahrzehnts eine ähnliche Selbstverständlichkeit erreichen wird wie der Tageslichtprojektor.
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- Martin Weinberg (Author), 2003, Mobile Learning - neue Ansätze in der Hochschullehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/50029