Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Begriff der politischen Bildung und versucht im Rahmen der Evaluation des Festivals Berlin 08 aus dem Jahr 2008 eine Annäherung an eine Definition des Begriffes zu geben und Konzepte zur Politikbeteiligung zu kritisch zu bewerten.
Ziel ist dabei besonders, folgende Fragen zu beantworten: Was kann getan werden, um möglichst viele Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, das heißt die kommenden Generationen nachhaltig für soziale und politische Themen zu interessieren und sie diesbezüglich zu mehr Eigeninitiative und Engagement zu motivieren?
Hierzu werden zunächst verschieden Ansätze der politischen Bildung vorgestellt und gegeneinander abgegrenzt und verglichen, bevor danach auf das Festival selbt eingegangen wird. Hier stehen zunächst dessen Veranstalter und dessen Konzept im Vordergrund. Danach wird ein Fragebogen entwickelt, vornehmlich für das jugendliche Publikum des Events, mittels welchem erforscht wird, ob das Event sein ausgesprochenes Ziel, eine größere politische Anteilnahme der Jugendlichen, erreicht hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. ANNÄHERUNG AN DIE BEGRIFFLICHKEIT „POLITISCHE BILDUNG“
1.2. DIE HEUTIGE BEDEUTUNG DER POLITISCHEN BILDUNG IN DEUTSCHLAND
1.3. DIE PROBLEMATIK „POLITISCHE BILDUNG“
2. Das Festival Berlin ´08
2.1. VERANSTALTER, PROGRAMM UND THEORETISCHES KONZEPT
2.2 INTENTIONEN DES FESTIVALS
3. Die Evaluation des Festivals
3.1 DIE ENTWICKLUNG DES FRAGEBOGENS
3.2. INTERVIEWERFAHRUNGEN
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit evaluiert das Jugendpolitikfestival „Berlin '08“, um zu untersuchen, ob solche Veranstaltungen tatsächlich effektiv dazu beitragen, junge Menschen – insbesondere aus bildungsfernen Schichten – für politisches Engagement zu gewinnen und ihre Partizipationsbereitschaft nachhaltig zu steigern.
- Theoretische Grundlagen der politischen Bildung in Deutschland
- Konzept und Intentionen des Jugendpolitikfestivals „Berlin '08“
- Methodik der Evaluation und Entwicklung eines standardisierten Fragebogens
- Analyse der Interviewerfahrungen mit verschiedenen Zielgruppen
- Kritische Bewertung der Wirksamkeit von Event-Veranstaltungen zur politischen Mobilisierung
Auszug aus dem Buch
3.2. Interviewerfahrungen
Das Zeitfenster in dem man davon sprechen konnte, dass die Interviews „gut liefen“ lag zwischen der Überwindung der anfänglichen Hemmschwelle die Jugendlichen anzusprechen und der sich allmählich einschleichenden Monotonie des immer wieder gleichen Wortlauts und Ablaufs der Fragen.
Obwohl das anzustrebende Pensum von 60 ausgefüllten Fragebögen pro Interviewer es erforderlich machte die Befragungen zeitlich straff und möglichst ohne Verzug abzuhalten, fiel das weitläufige Gelände des FEZ positiv auf. Zwischen den verschiedenen Ständen, Zelten und Bühnen bot sich viel Raum und Gelegenheiten die Interviews durchzuführen.
Besonders interessant waren die offenen Fragen, die nicht nur Anreiz zu Gesprächen und Diskussion gab, sondern aufgrund der relativ freien Antwortmöglichkeiten auch eine vorsichtige, charakterliche Einschätzung der Befragten zuließ.
• Die Selbstsicheren Gehörten am häufigsten zu den „Programmmachern“ und waren auch politisch oder sozial in irgend einer Wiese aktiv. Das angestrebte oder bereits erworbene Abitur war standardmäßig. Sie zeigten sich äußerst gesprächig und zum Teil auch sehr redegewandt, ließen sich bereitwillig auf das ein oder andere Streitgespräch ein und vermittelten manchmal den Eindruck, dass sie nicht allzu ungern mit ihrem Wissen und ihrem Engagement brillierten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der politischen Bildung und beleuchtet deren Stellenwert sowie die Herausforderungen bei der Erreichung bildungsferner Zielgruppen.
2. Das Festival Berlin ´08: Hier werden das Konzept, die Veranstalter und die Kernintentionen des Jugendpolitikfestivals „Berlin '08“ vorgestellt.
3. Die Evaluation des Festivals: Dieses Kapitel erläutert die methodische Herangehensweise bei der Erstellung des Fragebogens und fasst die praktischen Erfahrungen der Interviewer vor Ort zusammen.
4. Fazit: Das Fazit bewertet kritisch die Wirksamkeit des Festivals und stellt fest, dass vor allem bereits politisch interessierte Jugendliche erreicht wurden, während der erhoffte Breiten- und Nachhaltigkeitseffekt ausblieb.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Jugendbeteiligung, Berlin '08, Evaluation, Partizipation, Bildungsferne Milieus, Demokratie, Fragebogen, Sozialisation, Jugendarbeit, Politische Urteilsfähigkeit, Selbstwirksamkeit, Engagement, Jugendpolitik, Politikverdrossenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Jugendpolitikfestival „Berlin '08“ und prüft anhand einer durchgeführten Evaluation, inwiefern dieses Format zur politischen Bildung junger Menschen beiträgt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Definition von politischer Bildung stehen die Bedeutung der Jugendarbeit, die Problematik der Zielgruppenansprache und die methodische Umsetzung einer wissenschaftlichen Evaluation im Zentrum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, ob durch groß angelegte Events wie das Festival „Berlin '08“ tatsächlich eine breite politische Partizipation initiiert werden kann oder ob solche Angebote an den Bedürfnissen bestimmter Zielgruppen vorbeigehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine empirische Untersuchung in Form einer mündlichen Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens durchgeführt, der auf vorab definierten Hypothesen und theoretischen Gütekriterien basierte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Festivals, die methodische Entwicklung des Evaluationsinstruments sowie die Darstellung und Analyse der Interviewerfahrungen mit verschiedenen Teilnehmertypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Politische Bildung, Jugendbeteiligung, Evaluation, Partizipation und Bildungsferne Milieus.
Welche Gruppen von Jugendlichen wurden bei der Befragung identifiziert?
Die Interviewer klassifizierten die Teilnehmenden in die Gruppen der „Selbstsicheren“, „Bescheidenen“, „Schüchternen“ und „Egalitären“, basierend auf ihrem Auftreten und ihrer Motivation zur Teilnahme.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor hinsichtlich des Nutzens?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Nutzenszuwachs des Festivals äußerst fragwürdig ist, da überwiegend bildungsnahe Jugendliche erreicht wurden, die bereits über ein hohes Maß an Engagement verfügen.
- Quote paper
- Jürgen Hönle (Author), 2008, Festival Berlin '08 für junge Politik. Ein Erfolg für die politische Beteiligung Jugendlicher?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/499417