Diese Seminararbeit untersucht daher die folgende Frage: Welche Chancen und Risiken birgt der kollaborative Konsum in der Sharing Economy für die Menschen und die Gesellschaft?
Zur Beantwortung der Frage wird einleitend der Begriff Sharing Economy definiert, die vielfältige Verwendung herausgestellt und zwei grundsätzliche Logiken des Teilens aufgezeigt. Im dritten Kapitel werden mit dem Einfluss durch technologische Entwicklungen und der Veränderung menschlicher Bedürfnisse zwei Erklärungsansätze für die Entstehung und Entwicklung der
Sharing Economy gegeben.
Für eine ganzheitliche Betrachtung der Sharing Economy wird im vierten Kapitel das Analysekonzept M-T-O angewandt. Dabei werden zur Beantwortung der Forschungsfrage Chancen, als auch Risiken entlang der Dimensionen Mensch, Technik und Organisation analysiert. Auf Basis dieser Analyse werden Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze abgeleitet, die zu einer Förderung des positiven Ursprungsgedankens beitragen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen – Sharing Economy
3 Entstehung und Entwicklung der Sharing Economy
3.1 Einfluss durch technologische Entwicklungen
3.2 Veränderung der menschlichen Bedürfnisse
4 M-T-O Konzept in der Sharing Economy
4.1 Dimension des Menschen
4.2 Dimension der Technik
4.3 Dimension der Organisation
5 Handlungsempfehlungen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Sharing Economy als neuartige Form des kollaborativen Konsums, um die damit verbundenen Chancen und Risiken für Individuen und die Gesellschaft zu identifizieren. Dabei wird der Fokus insbesondere auf die technologischen Treiber, die veränderten Konsumwünsche sowie die organisatorischen Auswirkungen gelegt, um fundierte Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Gestaltung dieses Sektors abzuleiten.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung der Sharing Economy
- Technologische Treiber und deren Einfluss auf das Teilen
- Wandel menschlicher Bedürfnisse und Motive
- Analyse mittels des M-T-O-Konzepts (Mensch-Technik-Organisation)
- Regulierungsmöglichkeiten und Zukunftsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.1 Einfluss durch technologische Entwicklungen
Die Sharing Economy wird vor allem durch technologische Errungenschaften ermöglicht. Das Geschäftsmodell der Unternehmen in der Sharing Economy basiert im Wesentlichen auf Online-Plattformen, welche Angebot und Nachfrage verschiedener Tauschpartner zusammenbringen. Im Vergleich zum traditionellen Tauschgeschäft ist die Suche nach einem Angebot und die Kommunikation mit dem Tauschpartner auf Online-Plattformen mit sehr viel weniger Aufwand verbunden (vgl. Demary, 2015, S. 7). Durch das Internet und Smartphones können Transaktionskosten nun minimiert werden, indem insbesondere der Such- und Informationsaufwand wesentlich nutzerfreundlicher im Gegensatz zum traditionellen Tauschhandel gestaltet ist (ebd.). Das hat zur Folge, dass das Teilen von gebrauchten Gegenständen oder Dienstleistungen von den Tauschpartnern als unkompliziert und einfach wahrgenommen wird.
Die technologischen Entwicklungen, welche die Sharing Economy begünstigt haben, lassen sich grob in vier Phasen teilen: Open-Source Bewegung, Web 2.0, Soziale Netzwerke und Co-Konsum (vgl. Botsman & Rogers, 2010, S. 88ff.). Mit der Open-Source Bewegung hat ein kleiner Anwenderkreis von Programmierern Software-Codes programmiert. Die Besonderheit lag darin, dass der Zugang zu Codes ermöglicht wurde und die Partizipation explizit gewünscht war. Jeder Anwender konnte den Code kopieren und nutzen oder nach eigenen Präferenzen verändern. Das Einsehen der Software-Codes und des Quelltextes ermöglicht so den Austausch mit anderen Entwicklern und beruht auf dem Prinzip der Kooperation, da die Veröffentlichung des Codes eine Mitarbeit und Verbesserung am Quellcode impliziert (vgl. Matzler et al., 2016, S. 121).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema der Sharing Economy als Form des kollaborativen Konsums und Darlegung der zentralen Fragestellung sowie der methodischen Vorgehensweise.
2 Begriffsdefinitionen – Sharing Economy: Erörterung verschiedener Definitionen und Logiken des Teilens, um ein einheitliches Begriffsverständnis für die Arbeit zu schaffen.
3 Entstehung und Entwicklung der Sharing Economy: Untersuchung der technologischen Treiber und des Wandels menschlicher Bedürfnisse als Ursprung für den Aufstieg der Sharing Economy.
4 M-T-O Konzept in der Sharing Economy: Anwendung des M-T-O-Analysekonzepts zur Untersuchung von Chancen und Risiken entlang der Dimensionen Mensch, Technik und Organisation.
5 Handlungsempfehlungen: Ableitung konkreter Empfehlungen für eine nachhaltigere und sicherere Gestaltung der Sharing Economy basierend auf den Analyseergebnissen.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung sowie die Notwendigkeit des gesellschaftlichen Dialogs.
Schlüsselwörter
Sharing Economy, kollaborativer Konsum, M-T-O-Konzept, Web 2.0, Nachhaltigkeit, Ressourcennutzung, Peer-to-Peer, Plattformökonomie, Vertrauen, Bewertungssysteme, digitale Transformation, Mikro-Unternehmer, Regulatorik, Arbeitsbedingungen, Konsumwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Sharing Economy als wirtschaftliche und soziale Erscheinung und untersucht die Auswirkungen des kollaborativen Konsums auf die Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Grundlagen, den psychologischen Motiven des Teilens sowie den strukturellen Auswirkungen in den Bereichen Mensch, Technik und Organisation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche Chancen und Risiken mit der Sharing Economy verbunden sind, und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt das M-T-O-Konzept (Mensch-Technik-Organisation), um eine ganzheitliche systemische Analyse der Sharing Economy durchzuführen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil widmet sich der Identifikation der Treiber der Sharing Economy sowie der systematischen Analyse von Risiken wie fehlendem Vertrauen oder prekären Arbeitsverhältnissen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sharing Economy, kollaborativer Konsum, Nachhaltigkeit, Plattformökonomie und Digitalisierung beschreiben.
Wie bewertet der Autor das M-T-O-Konzept für dieses Thema?
Das Konzept wird als wertvolles Analyseinstrument betrachtet, da es erlaubt, die komplexen Abhängigkeiten zwischen den Akteuren und der technischen Infrastruktur umfassend zu reflektieren.
Welche Rolle spielt Vertrauen in der Sharing Economy laut der Arbeit?
Vertrauen ist laut der Autorin ein kritischer Erfolgsfaktor für Transaktionen, wobei technologische Instrumente wie Bewertungssysteme sowohl Chancen zur Vertrauensbildung als auch Risiken durch Manipulationen bergen.
Wie steht die Arbeit zur Regulierung der Plattformen?
Die Arbeit plädiert für einen ausgewogenen Mittelweg, der einerseits Verbraucherschutz und faire Arbeitsbedingungen sicherstellt, andererseits aber Innovationen nicht durch Überregulierung erstickt.
Gibt es spezifische Beispiele für die analysierten Gefahren?
Ja, die Arbeit nennt explizit das Beispiel von Airbnb, wo sich die Nutzung von der ursprünglichen Idee des Teilens hin zu kommerziellen Vermietungsmodellen verschoben hat, sowie Uber im Kontext prekärer Arbeitsverhältnisse.
- Quote paper
- Benjamin Keil (Author), 2019, Chancen und Risiken des kollaborativen Konsums in der Sharing Economy, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/498149