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Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Die Kommunikationsform der Plauder-Chats

Titel: Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Die Kommunikationsform der Plauder-Chats

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 79 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Amelie Probst (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit sogenannten Plauder-Chats. Aus Sicht der Kommunikationsgeschichte ist die Neuheit an Chats, dass die Schrift erstmals im großen Stil in Handlungsbereiche einzieht, die zuvor der mündlichen Kommunikation vorenthalten waren. Nach dem Nähe-Distanz-Modell ist die Kommunikationsform ‚Plauder-Chat‘ dem Nähepol im Bereich der medialen Schriftlichkeit zuzuordnen und enthält viele Aspekte der konzeptionellen Mündlichkeit. Auf dessen Grundlage beantwortet die Arbeit folgende Fragen: Welche Aspekte der konzeptionellen Mündlichkeit enthält der Plauder-Chat? Inwiefern orientiert sich die Kommunikationsform ‚Plauder-Chat‘ am Duktus der gesprochenen Sprache?

Tägliches E-Mail schreiben, online Zeitung lesen, chatten oder über Facebook Kontakte und Freundschaften pflegen gehört heute für die Menschen zum Alltag. Diese sogenannte ‚Online-Kommunikation‘ ist aus unserem Leben kaum noch wegzudenken. Dies ist jedoch noch nicht lange so. Erst nachdem das World Wide Web 1993 zur allgemeinen Nutzung für die Öffentlichkeit freigegeben wurde, kam es zu einem weltweiten Datenaustausch. Weblogs und Online-Communities wurden immer populärer und für diese neuen Entwicklungen entstand der Begriff des Web 2.0. Mit dem Web 2.0 wird eine neue Dimension von weltweiter Kommunikation und Interaktion im Netz durchgesetzt. Online-Kommunikation findet in einer Vielzahl verschiedener Formen und Anwendungsfelder statt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Internetbasierte Kommunikation im Spannungsfeld Mündlichkeit – Schriftlichkeit

2.1 Entwicklungen durch die Erfindung des Web 2.0

2.2 Interaktionsorientiertes vs. Textorientiertes Schreiben

2.3 Modell der medialen / konzeptionellen Mündlichkeit bzw. Schriftlichkeit

3. Die Kommunikationsform „Chat“

3.1 Bedeutung

3.2 Merkmale und Besonderheiten

3.3 Einordnung in das Nähe-Distanz-Modell

4. Aspekte konzeptioneller Mündlichkeit in Plauder-Chats

4.1 Korpuswahl

4.2 Analysekriterien

4.3 Analyse

4.3.1 Syntax

4.3.2 Morphologie

4.3.3 Phonetik

4.3.4 Semiotik

4.4 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich die Kommunikationsform „Plauder-Chat“ am Duktus der gesprochenen Sprache orientiert und welche spezifischen Aspekte der konzeptionellen Mündlichkeit in dieser Form der internetbasierten Kommunikation enthalten sind.

  • Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in Chats
  • Charakterisierung des interaktionsorientierten Schreibstils
  • Analyse syntaktischer, morphologischer, phonetischer und semiotischer Besonderheiten
  • Einordnung des Plauder-Chats in das Nähe-Distanz-Modell

Auszug aus dem Buch

3.1 Bedeutung

Der ‚Chat‘ hatte seine ersten Ausprägungen bereits in den 1980er Jahren. ‚Chat‘ bedeutet auf Deutsch ‚plaudern‘ oder ‚sich unterhalten‘ und bezeichnet somit die elektronische Kommunikation in Echtzeit. Kommunikationsgeschichtlich war der Chat eine neuartige Form der Schriftnutzung: Die Schrift wurde erstmals im großen Stil für situationsgebundene, dialogische und simultane Kommunikation zwischen mehreren Personen genutzt. Die Merkmale und Besonderheiten dieser Kommunikationsform werden im Folgenden erläutert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Online-Kommunikation ein und umreißt die Forschungsfragen hinsichtlich der konzeptionellen Mündlichkeit im Plauder-Chat.

2. Internetbasierte Kommunikation im Spannungsfeld Mündlichkeit – Schriftlichkeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere den interaktionsorientierten Schreibstil und das Nähe-Distanz-Modell.

3. Die Kommunikationsform „Chat“: Hier werden Bedeutung, spezifische Merkmale und die Einordnung des Chats in das Nähe-Distanz-Modell behandelt.

4. Aspekte konzeptioneller Mündlichkeit in Plauder-Chats: Dieses Kapitel enthält die methodische Korpuswahl, die Definition der Analysekriterien sowie die detaillierte Analyse und Auswertung der Ergebnisse.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Hypothese, dass Plauder-Chats konzeptionell mündlich geprägt sind.

Schlüsselwörter

Online-Kommunikation, Plauder-Chat, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Nähe-Distanz-Modell, Interaktionsorientiertes Schreiben, Syntax, Ellipsen, Morphologie, Akronyme, Phonetik, Onomatopoetika, Semiotik, Emoticons, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die linguistischen Besonderheiten von Plauder-Chats im Internet und deren Nähe zur gesprochenen Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, der interaktionsorientierte Schreibstil und die Analyse von Chat-Beispielen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass sich Chat-Kommunikation in vielerlei Hinsicht der mündlichen Kommunikation annähert und spezifische Aspekte der konzeptionellen Mündlichkeit aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine illustrative Analyse verschiedener Plauder-Chat-Beispiele aus dem Dortmunder Chat-Korpus auf Basis vier übergeordneter Kategorien (Syntax, Morphologie, Phonetik, Semiotik) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Konzepte vorgestellt und anschließend eine detaillierte Analyse von Chat-Daten durchgeführt, um elliptische Konstruktionen, Akronyme, Onomatopoetika und Emoticons zu untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Online-Kommunikation, konzeptionelle Mündlichkeit, Chat-Korpus, Nähe-Distanz-Modell und interaktionsorientiertes Schreiben.

Warum spielt das Nähe-Distanz-Modell von Koch und Oesterreicher eine wichtige Rolle?

Es dient als theoretischer Rahmen, um zu begründen, warum Plauder-Chats trotz ihrer medialen Schriftlichkeit als „Näheschrift“ mit vielen Merkmalen konzeptioneller Mündlichkeit klassifiziert werden können.

Welche Funktion haben Emoticons in der Chat-Kommunikation?

Sie dienen der Kompensation fehlender Mimik und Gestik sowie der Verdeutlichung der Bedeutung von Äußerungen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Was wurde bei der Analyse der Syntax festgestellt?

Es zeigte sich ein deutliches Überwiegen elliptischer Satzkonstruktionen, was auf den Zeitdruck beim Schreiben und die Nähe zum gesprochenen Dialog hinweist.

Wie unterscheiden sich Plauder-Chats von förmlicheren Chat-Formen wie Beratungschats?

In Plauder-Chats steht die Unterhaltung und das informelle „Geplauder“ im Vordergrund, während förmlichere Chats eine zweckgerichtete Kommunikation verfolgen, bei der weniger Akronyme oder spontane lautmalerische Ausdrücke verwendet werden.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Die Kommunikationsform der Plauder-Chats
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Note
1,3
Autor
Amelie Probst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
79
Katalognummer
V498038
ISBN (eBook)
9783346024015
ISBN (Buch)
9783346024022
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik Chatkommunikation Nähe-Distanz-Modell Koch Oesterreicher Sprachanalyse Interaktionsorientiertes Schreiben Syntax Morphologie Phonetik Semiotik mediale Schriftlichkeit konzeptionelle Schriftlichkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Amelie Probst (Autor:in), 2018, Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Die Kommunikationsform der Plauder-Chats, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/498038
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