Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Intervention bei sozial unsicherem Verhalten im Schulalltag

Titel: Intervention bei sozial unsicherem Verhalten im Schulalltag

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Barbara Schrübbers (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Julia ist Schülerin einer 6. Klasse einer Realschule, wirkt sehr schüchtern, nervös und ist gehemmt, etwas frei zu erzählen. Thomas besucht die zweite Klasse einer Grundschule, weint häufig, versteckt sich oft unter seinem Tisch und spricht nur sehr leise und undeutlich. Jan ist bereits 17 Jahre alt und Schüler eines Gymnasiums. Er steht in den Pausen meistens abseits und alleine, ist bei Kurstreffen oder anderen außerschulischen Veranstaltungen nur selten anwesend und in der mündlichen Mitarbeit mangelhaft. Susanne besucht die 8. Klasse einer Hauptschule, hat kaum Freunde, scheut jeglichen Blickkontakt und spricht, wenn überhaupt, mit zittriger Stimme. Schon häufig ist sie unentschuldigt nicht zum Unterricht erschienen.
Alle diese vier Kinder beziehungsweise Jugendliche zeigen Verhaltensweisen, die für soziale Unsicherheit typisch sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass jeder Lehrer schon einmal einen sozial unsicheren Schüler unterrichtet hat, unabhängig von Schulform und Altersstufe. Denn soziale Unsicherheit und Ängste sind bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet (vgl. Petermann 1996, S. 11). Allerdings beschäftigen Pädagogen und Psychologen sich erst seit wenigen Jahrzehnten mit diesem Problem. Schüchternes und zurückgezogenes Sozialverhalten wurde zuvor als Übergangsform innerhalb einer normalen Entwicklung angesehen (vgl. Petermann 1987a, S. 230). Hinzu kommt, dass soziale Angst, soziale Unsicherheit und depressives Verhalten aufgrund ihres internalisierenden (nach innen gerichteten) Charakters Eltern und Lehrern oft nicht auffallen. Im Gegensatz zu Kindern mit externalisierenden Störungsbildern wie Hyperaktivität und Aggression, die mit ihrem Verhalten nicht nur sich selbst, sondern auch ihrem Umfeld schaden, verhalten sich sozial unsichere Kinder und Jugendliche angepasst und eher passiv (vgl. Gössinger 2002). Dass die Defizite dieses Verhaltens im Vergleich zu beispielsweise aggressiven Kindern nicht so offensichtlich sind und sozial unsicheres Verhalten das Familienleben sowie den Schulunterricht nicht zu beeinträchtigen scheint, können demnach weitere Gründe für die unzureichende Beachtung dieser Verhaltensauffälligkeit sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung: Soziale Unsicherheit als Verhaltensauffälligkeit bei Schülern

2) Begriff des sozial unsicheren Verhaltens und Erklärungsansätze

2.1) Begriffsklärung

2.2) Lerntheoretische Erklärungsansätze

2.2.1) Modelllernen

2.2.2) Verstärkungslernen

2.2.3) Klassisches Konditionieren

2.2.4) Die Theorie der erlernten Hilflosigkeit

2.2.4.1) Unkontrollierbarkeit und Hilflosigkeitsentwicklung

2.2.4.2) Unvorhersagbarkeit und die Sicherheitssignalhypothese

2.2.4.3) Hilflosigkeitsverhalten

2.3) Erziehungsprozesse als Ursache sozialer Unsicherheit

3) Intervention bei sozialer Unsicherheit in der Schule

3.1) Ziele der Intervention

3.2) Abbau von sozial unsicherem Verhalten

3.3) Unterrichtsmaßnahmen

3.3.1) Unterrichtsstil

3.3.2) Lehrerverhalten

3.3.3) Leistungsbemessung

3.3.4) Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Beratungsstelle

4) Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, auf Basis theoretischer Annahmen über sozial unsicheres Verhalten Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Lehrer im alltäglichen Unterricht sozial unsicheren Schülern helfen und deren ängstliches, hilfloses Verhalten abbauen können. Die Forschungsfrage leitet sich aus dem Defizit ab, dass solche Fördermaßnahmen oft nur auf außerschulische Therapien begrenzt sind, obwohl die Schule ein zentraler Ort für soziale Entwicklung ist.

  • Analyse von Begriffen und lerntheoretischen Erklärungsansätzen sozialer Unsicherheit
  • Untersuchung familiärer Einflüsse und Erziehungsprozesse als Ursachen
  • Ableitung von Interventionszielen für das schulische Umfeld
  • Konkretisierung von Unterrichtsmaßnahmen (Stil, Lehrerverhalten, Leistungsbewertung)
  • Bedeutung der Kooperation zwischen Schule, Elternhaus und Beratungsstellen

Auszug aus dem Buch

3.3.2) Lehrerverhalten

Der Lehrer verstärkt das Verhalten der Schüler im Unterricht durch Lob und Tadel beziehungsweise Strafe. Diese kurzen Urteile über das Schülerverhalten sind zum einen bedeutend für die extrinsische Motivation der Lernenden, zum anderen gibt der Lehrer den Schülern mit diesen Bemerkungen eine wichtige Rückmeldung über ihre Haltung und ihre Leistungen.

Um sozial unsicheres Verhalten abzubauen, ist es wichtig, dass der Lehrer Lob und Strafe planvoll und vor allem konsequent einsetzt. Die Schüler müssen einen Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und der lobenden beziehungsweise tadelnden Reaktion des Lehrers erkennen können. Dies ist von entscheidender Bedeutung, weil die Schüler erst auf diese Weise die Erfahrung machen, dass ihr eigenes Handeln effizient ist und sie damit eine Situation beeinflussen und kontrollieren können.

Es scheint sinnvoll, sozial unsichere Schüler häufiger zu loben als zu tadeln oder zu bestrafen, um ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu stärken. Allerdings erfüllt eine verbale Belohnung ihren Zweck nicht, wenn sie willkürlich erfolgt und keine Beziehung zum Schülerverhalten erkennen lässt. Zudem sind besonders für verwöhnte „Sonntagskinder“ ebenso Erfahrungen von Misserfolg entscheidend, damit sie lernen können, auch mit solchen negativen Situationen umzugehen. Verstehen sie dabei den Grund, aus dem sie vom Lehrer getadelt oder bestraft werden, haben sie die Möglichkeit, ihr Verhalten zu kontrollieren und zu ändern. Generell sollten Kollektivstrafen vermieden werden. Wenn alle Schüler einer Klasse bestraft werden, obwohl nur einzelne gegen eine Regel verstoßen haben, wird die Erwartung, dass das eigene Verhalten für die Konsequenzen und das Lehrerverhalten nicht bedeutend ist, aufrecht erhalten und verstärkt. Die Schüler haben das Gefühl, dass es ohnehin keinen Zweck hat, wenn sie sich regelkonform verhalten, da sie auch dann bestraft werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Soziale Unsicherheit als Verhaltensauffälligkeit bei Schülern: Das Kapitel führt in das Problem sozial unsicherer Schüler ein, die aufgrund ihres passiven Verhaltens oft übersehen werden, und definiert das Ziel der Arbeit, Interventionen für den Schulalltag aufzuzeigen.

2) Begriff des sozial unsicheren Verhaltens und Erklärungsansätze: Hier werden Definitionen und lerntheoretische Hintergründe wie Modelllernen, Verstärkungslernen und die Theorie der erlernten Hilflosigkeit erläutert, um die Entstehung dieser Verhaltensweisen zu verstehen.

2.1) Begriffsklärung: Dieses Kapitel differenziert verschiedene beobachtbare Verhaltensweisen, die auf soziale Unsicherheit hindeuten, unterteilt in Bereiche wie Sprachverhalten, Mimik/Gestik und Sozialkontakt.

2.2) Lerntheoretische Erklärungsansätze: Es wird dargelegt, wie soziale Unsicherheit durch spezifische Lernprozesse und die Beobachtung von Bezugspersonen entstehen kann.

2.2.1) Modelllernen: Dieses Kapitel beschreibt, wie Kinder das unsichere Verhalten von Vorbildern wie Eltern oder Geschwistern durch Beobachtung übernehmen.

2.2.2) Verstärkungslernen: Es wird analysiert, wie mangelnde Anerkennung oder falsche Verstärkung durch die Umwelt zur Entstehung sozialer Unsicherheit beitragen können.

2.2.3) Klassisches Konditionieren: Hier wird erklärt, wie unangenehme oder bedrohliche Erlebnisse in sozialen Situationen zu Ängsten und Vermeidungshaltungen führen.

2.2.4) Die Theorie der erlernten Hilflosigkeit: Das Kapitel behandelt Seligmans Konzept der Unkontrollierbarkeit und Unvorhersagbarkeit als zentrale Faktoren für die Entwicklung von Hilflosigkeit.

2.2.4.1) Unkontrollierbarkeit und Hilflosigkeitsentwicklung: Es wird erläutert, wie das Gefühl, dass das eigene Handeln keine Auswirkungen auf Konsequenzen hat, zu Hilflosigkeit führt.

2.2.4.2) Unvorhersagbarkeit und die Sicherheitssignalhypothese: Dieses Kapitel erklärt die Rolle von Sicherheitssignalen und wie deren Fehlen zu dauerhafter Angst und chronischer Furcht führt.

2.2.4.3) Hilflosigkeitsverhalten: Es werden die motivationalen, kognitiven und emotionalen Störungen beschrieben, die aus der Erfahrung von Hilflosigkeit resultieren.

2.3) Erziehungsprozesse als Ursache sozialer Unsicherheit: Hier werden elterliche Erziehungsstile wie Verwöhnung oder Vernachlässigung als Ursachen für die Entstehung von Verhaltensdefiziten untersucht.

3) Intervention bei sozialer Unsicherheit in der Schule: Dieses Kapitel leitet konkrete pädagogische Maßnahmen ab, um durch Transparenz und Struktur im Unterricht soziale Kompetenz aufzubauen.

3.1) Ziele der Intervention: Es wird definiert, dass das Hauptziel der Abbau von Angst und der Aufbau von sozialen Fertigkeiten sowie einem positiven Selbstkonzept ist.

3.2) Abbau von sozial unsicherem Verhalten: Das Kapitel skizziert, wie Kinder durch neue Erfahrungen von Kontrollierbarkeit und Selbstwirksamkeit ihr hilfloses Verhalten überwinden können.

3.3) Unterrichtsmaßnahmen: Hier werden konkrete Methoden für die Gestaltung des Unterrichts, des Lehrerverhaltens und der Leistungsbewertung präsentiert.

3.3.1) Unterrichtsstil: Es wird verglichen, wie sich laissez-faire, autoritäre und demokratische Unterrichtsstile auf das Sicherheitsgefühl und die soziale Entwicklung der Schüler auswirken.

3.3.2) Lehrerverhalten: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Lob und Strafe planvoll eingesetzt werden müssen, um Transparenz und Lernzuwachs bei unsicheren Schülern zu fördern.

3.3.3) Leistungsbemessung: Es wird gefordert, dass Bewertungskriterien transparent gemacht und Lern- sowie Leistungssituationen getrennt werden sollten, um Leistungsangst abzubauen.

3.3.4) Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Beratungsstelle: Das Kapitel betont die Notwendigkeit einer Vernetzung zwischen Elternhaus, Schule und externen Experten für eine effektive Intervention.

4) Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Aufklärung der Lehrkräfte über Ursachen und Merkmale sozialer Unsicherheit die Grundvoraussetzung für erfolgreiche pädagogische Interventionen im Schulalltag ist.

Schlüsselwörter

Soziale Unsicherheit, Verhaltensauffälligkeit, Schule, Intervention, Erlernte Hilflosigkeit, Sozialverhalten, Selbstkonzept, Unterrichtsstil, Lehrkraft, Elternarbeit, soziale Kompetenz, Selbstwirksamkeit, Verstärkungslernen, Transparenz, Leistungsbewertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik sozial unsicherer Schüler, deren Verhalten durch Zurückgezogenheit, Angst und Passivität geprägt ist, und untersucht, wie der Schulunterricht dazu beitragen kann, diese Auffälligkeiten abzubauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentral sind die theoretischen Erklärungsansätze (insb. Lerntheorien und die Theorie der erlernten Hilflosigkeit), die Analyse familiärer Ursachen und die Ableitung konkreter pädagogischer Handlungsstrategien für Lehrkräfte im Schulalltag.

Was ist das primäre Ziel der Intervention?

Das Ziel ist der Abbau sozialer Ängste und der Aufbau sozialer Kompetenzen sowie eines positiven Selbstkonzepts, damit Schüler lernen, ihre Umwelt als kontrollierbar und vorhersagbar wahrzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Theorien zur Entwicklung von Sozialverhalten und zur Gestaltung von Lernprozessen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Entstehungsursachen von sozialer Unsicherheit und einen praxisorientierten Teil, der Unterrichtsstil, Lehrerverhalten, Leistungsbewertung und die Kooperation mit Eltern adressiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind soziale Unsicherheit, erlernte Hilflosigkeit, Unterrichtstransparenz, soziale Kompetenz, Selbstwirksamkeit und Erziehungsprozesse.

Warum ist ein demokratischer Unterrichtsstil bei sozial unsicheren Schülern vorzuziehen?

Der demokratische Stil schafft durch Transparenz und Einbeziehung der Schüler eine kalkulierbare Umgebung, die das Gefühl der Hilflosigkeit reduziert und soziales Lernen am Modell des Lehrers ermöglicht.

Welche Rolle spielt die Leistungsbewertung beim Abbau sozialer Unsicherheit?

Eine transparente Leistungsbewertung, bei der Kriterien klar offengelegt und Rückmeldungen häufig gegeben werden, hilft Schülern, den Zusammenhang zwischen ihrem eigenen Handeln und den Ergebnissen zu verstehen, was Ängste durch Unvorhersehbarkeit mindert.

Warum sollte die Zusammenarbeit mit Eltern und Beratungsstellen intensiviert werden?

Da Ursachen für soziale Unsicherheit oft tief im Erziehungsverhalten der Familie verwurzelt sind, ist ein Austausch zwischen Schule und Eltern sowie bei schweren Fällen die Einbindung von Fachberatungsstellen für einen nachhaltigen Erfolg unerlässlich.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Intervention bei sozial unsicherem Verhalten im Schulalltag
Hochschule
Universität zu Köln  (Pädagogisches Seminar der Philosophischen Fakultät)
Veranstaltung
Oberseminar: Zur Problematik verhaltensauffälliger Schüler/innen
Note
1,0
Autor
Barbara Schrübbers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
25
Katalognummer
V49796
ISBN (eBook)
9783638461559
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Intervention Verhalten Schulalltag Oberseminar Problematik Schüler/innen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Barbara Schrübbers (Autor:in), 2004, Intervention bei sozial unsicherem Verhalten im Schulalltag, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/49796
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  25  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum