In der Arbeit wird am Beispiel des Fachbereichs der Jagd (auch Waidmannssprache) analysiert, inwieweit Termini aus diesem Bereich in deutsch-französischen Wörterbüchern zu finden sind und wie exakt mit diesen umgegangen werden. Zunächst wird die theoretische Definition des Begriffes Fachsprache angeführt. Das Problem der Abgrenzung zwischen Fachsprache und Gemeinsprache, die eine lexikographische Herausforderung darstellt, wird hierfür thematisiert. Zur Verdeutlichung der Theorie wird die Darstellung von Fachtermini aus dem Bereich Jagd in drei verschiedenen Wörterbüchern verschiedener Verlage untersucht und gegenübergestellt. Zuletzt werden die Ergebnisse der Untersuchung diskutiert.
Betrachtet man die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten fünfzig Jahre, ist es offensichtlich, dass durch die Globalisierung der Fremdsprachenerwerb unumgänglich geworden ist. Vor allem der Erwerb des in vielen Berufssparten benötigten fachsprachlichen Vokabulars fällt Lernenden besonders schwer. Ein wichtiges Hilfsmittel beim Erwerb von Sprachen stellen Wörterbücher dar. Jedoch existieren für die meisten Fachsprachen keine spezifischen Wörterbücher, da deren Wortschatz vielmehr in die allgemeinsprachlichen Wörterbücher integriert worden ist.
Nach welchen Kriterien sollen Fachtermini in allgemeinsprachliche Wörterbücher eingefügt werden, um den Ansprüchen einer globalisierten (Arbeits-)Welt gerecht zu werden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1. Definition: Fachsprache
2.1.1 Fachsprache versus Gemeinsprache
2.1.2 Problematik bei der Erstellung eines Wörterbuchs
2.2 Die Waidmannssprache
3. Anwendung
3.1 Vorstellung der untersuchten Wörterbücher
3.2 Material
3.2.1 Fachtexte
3.2.2 Fachwörter
3.3 Analyse
3.3.1 Genereller Umgang mit Fachtermini
3.3.2 Bearbeitung der ausgewählten Fachtermini
3.4 Besprechung der Ergebnisse
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die lexikographische Erfassung und Behandlung der jagdlichen Fachsprache (Waidmannssprache) in allgemeinsprachlichen deutsch-französischen Wörterbüchern, um festzustellen, wie präzise diese fachsprachlichen Termini abgebildet werden.
- Abgrenzung von Fachsprache und Gemeinsprache in der Lexikographie
- Analyse der Qualität fachsprachlicher Einträge in PONS, Langenscheidt und Larousse
- Einfluss der Polysemie auf das Kriterium der Kontextunabhängigkeit von Fachbegriffen
- Bedeutung der Waidmannssprache als historisch gewachsene Fachterminologie
- Vergleich der Trefferquoten jagdsprachlicher Fachbegriffe in verschiedenen Wörterbuchwerken
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Bearbeitung der ausgewählten Fachtermini
Nun soll in weiterer Folge der Umgang mit den ausgewählten Fachtermini in den drei gewählten Wörterbüchern dargelegt werden.
Das Lexem prélever ist in allen drei Wörterbüchern enthalten, jedoch wird ihm in keinem der Werke die Bedeutung von erlegen zugesprochen, die es im waidmännischen Sinne hat. Generell findet sich hier die Bedeutung einbehalten, abziehen, entnehmen, doch nirgends wird das Wort in den Kontext der Jagd eingeordnet. Interessanterweise findet sich jedoch bei PONS, Larousse und Langenscheidt unter dem Lexem abattre die waidmännische Bedeutung des Erlegens. Kirchhoff (Kirchhoff 1976, S.135) listet prélever als Synonym zum waidmännischen Gebrauch von abattre, weshalb sich die Frage stellt, warum diese zusätzliche Bedeutung von prélever in allen drei untersuchten Wörterbüchern unterschlagen wird. Ein möglicher Grund könnte hier das Kriterium der Frequenz sein, oder aber die schlichte Notwendigkeit, den Umfang der Printwörterbücher zu begrenzen.
Affût als Lexem ist in allen drei Werken vertreten, es wird als Ansitz oder Anstand übersetzt, wobei hier das Langenscheidt’sche Wörterbuch dieses Lexem am ausführlichsten behandelt, indem auch Kollokationen wie être à l’affût – ansitzen aufgeführt werden. Sowohl bei Langenscheidt als auch bei PONS findet sich die zusätzliche, figurative Bedeutung des Wartens, im Dictionnaire Larousse finden sich zusätzliche militärische und technische Bedeutungen wie Lafette, Gestell, Stütze, sowie die Kollokation être à l’affût d’une chose – auf der Lauer liegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderung, fachsprachliches Vokabular in allgemeinsprachliche zweisprachige Wörterbücher zu integrieren, am Beispiel der französischen Waidmannssprache.
2. Theorie: Hier werden die Begriffe Fachsprache und Gemeinsprache definiert sowie die spezifische Bedeutung und Historie der Waidmannssprache erläutert.
3. Anwendung: In diesem Kapitel werden die drei untersuchten Wörterbücher vorgestellt und die methodische Vorgehensweise bei der Analyse der Fachtexte und Fachwörter dargelegt.
4. Schluss: Das Kapitel fasst zusammen, dass allgemeinsprachliche Wörterbücher die jagdliche Fachsprache oft unzureichend abbilden und stellt das Konzept der Kontextunabhängigkeit für Fachbegriffe in Frage.
Schlüsselwörter
Waidmannssprache, Fachsprache, Gemeinsprache, Lexikographie, Wörterbuchanalyse, Jagd, Fachtermini, Polysemie, Kontextunabhängigkeit, Französisch-Deutsch, Sprachvergleich, Terminologie, PONS, Langenscheidt, Larousse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie adäquat allgemeinsprachliche, zweisprachige Wörterbücher (Französisch-Deutsch) jagdfachsprachliche Begriffe erfassen und wiedergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Abgrenzung zwischen Fach- und Gemeinsprache, die lexikographische Praxis sowie die spezifische Terminologie der Waidmannssprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Überprüfung der Genauigkeit und Vollständigkeit, mit der Wörterbuchverlage wie PONS, Larousse und Langenscheidt jagdliche Fachbegriffe behandeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine qualitative und quantitative Analyse, bei der ausgewählte Fachbegriffe aus authentischen Fachtexten mit den entsprechenden Einträgen in den Wörterbüchern abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Definitionsansätze, stellt das verwendete Material (Fachtexte/Fachwörter) vor und dokumentiert die Ergebnisse der Wörterbuchvergleiche für spezifische Begriffe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Waidmannssprache, Fachsprache, Lexikographie, Polysemie und Kontextunabhängigkeit.
Warum ist die Abgrenzung zwischen Fachsprache und Gemeinsprache im Französischen laut der Arbeit schwierig?
Viele jagdliche Begriffe sind im Französischen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen, was die Identifikation als spezifisch fachsprachliche Termini erschwert.
Welches Wörterbuch schneidet in der Untersuchung am besten ab?
Das Wörterbuch von Langenscheidt enthält prozentual die meisten der untersuchten Fachbegriffe und schneidet somit bei der Analyse am besten ab.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Termini der Waidmannssprache im zweisprachigen Wörterbuch Französisch-Deutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/497736