Die GmbH & Co. KG wurde zivilrechtlich im Jahr 1912 als Personengesellschaft anerkannt. Das Steuerrecht knüpft an diese Auffassung an, mit der Folge, dass sich mit dem Konstrukt der GmbH & Co. KG eine Gesellschaft mit zwei verschiedenen Besteuerungssystemen ergibt. Allerdings sind die Vorschriften über die Behandlung der GmbH & Co. KG nicht gesetzlich kodifiziert; sie basieren auf der Rechtsprechung.
Die Gesellschafter der GmbH & Co. KG sind einerseits einer oder mehrere natürliche Personen, andererseits eine Kapitalgesellschaft (GmbH & Co. KG als eine Sonderform der KG mit einer Kapitalgesellschaft als Komplementär). Die natürlichen Personen unterliegen der Einkommen-steuer, die Kapitalgesellschaft unterliegt der Körperschaftsteuer. Aufgrund der Geprägerecht-sprechung unterliegen die Einkünfte der GmbH & Co. KG auch der Gewerbesteuer.
Als Kombination von Personen- und Kapitalgesellschaft verbindet die GmbH & Co. KG den gesellschaftsrechtlichen Vorteil der Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen mit der Ertragsteuerbelastung einer Personengesellschaft.
Die vorliegende Seminararbeit aus dem Jahre 2001 setzt sich mit der laufenden Besteuerung der GmbH & Co. KG auseinander. Dabei wird zunächst gezeigt, wie der Gewinn bei dieser Rechtsform ermittelt wird. Hier liegt auch der Hauptschwerpunkt dieses Referates. Nach der Gewinnermittlung wird gezeigt, wie der Gewinn auf die Gesellschafter der GmbH & Co. KG aufzuteilen ist. Dabei gibt es eine Besonderheit: obwohl die GmbH & Co. KG als Personengesellschaft anzusehen ist, finden bei ihr die Regelungen über die verdeckte Gewinnausschüttung bei Kapitalgesellschaften Anwendung.
Wie die ermittelten und verteilten Gewinne bei den einzelnen Gesellschaftern zu versteuern sind, wird dann im nächsten Abschnitt erläutert.
Kurz dargestellt wird die gewerbesteuerliche Behandlung der GmbH & Co. KG und der Sonderfall der Zebragesellschaft.
Abgeschlossen wird die vorliegende Arbeit mit einer thesenförmigen Zusammenfassung und einem kurzen Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Problemstellung
2. Gang der Untersuchung
II. Gewinnermittlung
1. Allgemeines
2. Dividenden der Komplementär-GmbH
3. Geschäftsführergehälter
3.1 Gf der GmbH ist nicht Mitunternehmer der KG
3.2 Gf der GmbH ist Mitunternehmer der KG
3.3 Geschäftsführer ist mittelbar beteiligt
4. Pensionszusagen
4.1 Gf ist nicht an der GmbH & Co. KG beteiligt
4.2 Gf der GmbH ist an der GmbH & Co. KG beteiligt
III. Gewinnverteilung
1. Allgemeines
2. GmbH ist kapitalmäßig an der GmbH & Co. KG beteiligt
3. GmbH ist kapitalmäßig nicht an der GmbH & Co. KG beteiligt
4. Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) bei der GmbH & Co. KG
4.1 Allgemeines
4.2 Einzelfälle der vGA
IV. Behandlung der Gewinne bei den einzelnen Gesellschaftern
1. Besteuerung der Einkünfte bei den Kommanditisten
2. Aktivierung und Besteuerung des Gewinnanteils der GmbH
V. Gewerbesteuer
1. Kommanditgesellschaft
2. Gewerbesteuer bei der Komplementär-GmbH
VI. Die vermögensverwaltende GmbH & Co. KG - Zebragesellschaft
1. Allgemeines
2. Umqualifizierung der Einkünfte
VII. Thesenförmige Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der laufenden steuerlichen Behandlung der GmbH & Co. KG. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie bei dieser Rechtsform der Gewinn ermittelt, auf die Gesellschafter aufgeteilt und die daraus resultierenden Einkünfte versteuert werden, unter Berücksichtigung von Besonderheiten wie der verdeckten Gewinnausschüttung und der Gewerbesteuerpflicht.
- Gewinnermittlung und -verteilung bei der GmbH & Co. KG
- Steuerliche Behandlung von Geschäftsführervergütungen und Pensionszusagen
- Verdeckte Gewinnausschüttungen bei Personengesellschaften
- Gewerbesteuerliche Behandlung der GmbH & Co. KG und ihrer Komplementär-GmbH
- Besonderheiten der sogenannten Zebragesellschaft
Auszug aus dem Buch
1. Problemstellung
Die GmbH & Co. KG wurde zivilrechtlich im Jahr 1912 als Personengesellschaft anerkannt. Das Steuerrecht knüpft an diese Auffassung an, mit der Folge, dass sich mit dem Konstrukt der GmbH & Co. KG eine Gesellschaft mit zwei verschiedenen Besteuerungssystemen ergibt. Allerdings sind die Vorschriften über die Behandlung der GmbH & Co. KG nicht gesetzlich kodifiziert; sie basieren auf der Rechtsprechung.
Die Gesellschafter der GmbH & Co. KG sind einerseits einer oder mehrere natürliche Personen, andererseits eine Kapitalgesellschaft (GmbH & Co. KG als eine Sonderform der KG mit einer Kapitalgesellschaft als Komplementär). Die natürlichen Personen unterliegen der Einkommensteuer, die Kapitalgesellschaft unterliegt der Körperschaftsteuer. Aufgrund der Geprägerechtsprechung unterliegen die Einkünfte der GmbH & Co. KG auch der Gewerbesteuer.
Als Kombination von Personen- und Kapitalgesellschaft verbindet die GmbH & Co. KG den gesellschaftsrechtlichen Vorteil der Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen mit der Ertragsteuerbelastung einer Personengesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die rechtliche Einordnung der GmbH & Co. KG als Personengesellschaft mit speziellen steuerlichen Anforderungen und beschreibt den Aufbau der Untersuchung.
II. Gewinnermittlung: Dieses Kapitel behandelt die Grundsätze der Steuerbilanzgewinnermittlung sowie die steuerliche Einordnung von Dividenden der Komplementär-GmbH, Geschäftsführergehältern und Pensionszusagen.
III. Gewinnverteilung: Hier wird die steuerliche Anerkennung der Gewinnverteilungsabreden bei Beteiligung der GmbH erläutert und auf die Problematik der verdeckten Gewinnausschüttung bei dieser Rechtsform eingegangen.
IV. Behandlung der Gewinne bei den einzelnen Gesellschaftern: Das Kapitel beschreibt die Besteuerung der Gewinnanteile bei den Kommanditisten und die Aktivierung bzw. Besteuerung bei der GmbH.
V. Gewerbesteuer: Die Ausführungen konzentrieren sich auf die gewerbliche Prägung der GmbH & Co. KG sowie die spezifische gewerbesteuerliche Belastung der Komplementär-GmbH.
VI. Die vermögensverwaltende GmbH & Co. KG - Zebragesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet den Sonderfall der Zebragesellschaft und die damit verbundene Umqualifizierung von Einkünften.
VII. Thesenförmige Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die zentralen steuerlichen Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf die künftige rechtliche Einordnung gegeben.
Schlüsselwörter
GmbH & Co. KG, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Gewinnermittlung, Gewinnverteilung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, verdeckte Gewinnausschüttung, vGA, Mitunternehmer, Sonderbetriebsvermögen, Zebragesellschaft, Unternehmenssteuerreform, Besteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die laufende Besteuerung der GmbH & Co. KG, einer Mischform aus Personen- und Kapitalgesellschaft, und die damit verbundenen komplexen steuerlichen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Gewinnermittlung, die steuerliche Behandlung von Geschäftsführerbezügen, Pensionszusagen, die verdeckte Gewinnausschüttung und die gewerbesteuerliche Behandlung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die steuerlichen Konsequenzen der Rechtsform GmbH & Co. KG für die Gesellschaft selbst sowie für ihre einzelnen Gesellschafter transparent darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten juristischen und steuerrechtlichen Analyse, gestützt auf die einschlägige Rechtsprechung des BFH und die Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Gewinnermittlung, die Gewinnverteilung, die Besteuerung der Gesellschafter, die Gewerbesteuerproblematik sowie die Besonderheiten der Zebragesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind GmbH & Co. KG, Gewinnermittlung, verdeckte Gewinnausschüttung (vGA), Körperschaftsteuer, Einkommensteuer und Gewerbesteuer.
Wie unterscheidet sich die steuerliche Behandlung der GmbH von der eines Kommanditisten?
Während die GmbH der Körperschaftsteuer unterliegt, werden die Gewinnanteile der Kommanditisten (als natürliche Personen) ihrer individuellen Einkommensteuer unterworfen.
Was passiert bei einer sogenannten Zebragesellschaft?
Bei der Zebragesellschaft erfolgt eine Umqualifizierung der Einkünfte, wobei die Behandlung davon abhängt, ob die Beteiligung an der KG zum Betriebsvermögen oder Privatvermögen gehört.
- Arbeit zitieren
- Alenka Reinmöller (Autor:in), 2001, Laufende Besteuerung der GmbH & Co. KG, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/4977