Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den Rechten des Kindes, die von Janusz Korczak in den Jahren 1914-1918 proklamiert worden sind, sowie mit dem exemplarischen Vergleich von drei ausgewählten Artikeln der UN-Kinderrechtskonventionen.
Es wird dabei der Frage nachgegangen, inwiefern sich Übereinstimmungen oder Abgrenzungen der Kinderrechte erkennen lassen. Neben den Rechten des Kindes wird gleichzeitig eine mögliche Handlungsoption für Erzieherinnen und Erziehern mit einbezogen, um im späteren Verlauf die Relevanz für die sozialpädagogische Praxis zu untersuchen.
Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der historischen Entstehung der Kinderrechte im internationalen Raum, sowie der Analyse von drei exemplarischen Artikeln der UN-Kinderrechtskonventionen. Im dritten Abschnitt der vorliegenden Arbeit wird die Relevanz für die Sozialpädagogik/Soziale Arbeit anhand einer Analyse ausgewählter Rechte von Janusz Korczak und den UN-Kinderrechtskonventionen vollzogen, um mögliche Zielperspektiven für die Praxis zu entwickeln.
Dabei wird z. B. auf die Frage eingegangen, ob das "Recht des Kindes auf den heutigen Tag" durch den Leistungsdruck des Bildungssystems gewahrt wird und inwiefern das mit dem Art. 28 "Recht auf Bildung; Schule; Berufsausbildung" (UN-Kinderrechtskonventionen) in Einklang gebracht werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. HAUPTTEIL
2.1 Korczaks Bild des Kindes
2.2 Die Rechte der Kinder
2.2.1 Recht des Kindes auf seinen Tod
2.2.2 Recht des Kindes auf den heutigen Tag
2.2.3 Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist
2.3 UN-Kinderrechtskonventionen
2.3.1 Historische Verortung der UN-Kinderrechtskonvention
2.3.2 Aufbau und struktureller Inhalt der UN-Kinderrechtskonvention
3. GEGENÜBERSTELLUNG DER RECHTE NACH KORCZAK UND DER UN-KINDERRECHTSKONVENTION - AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die von Janusz Korczak zwischen 1914 und 1918 proklamierten Kinderrechte und stellt diese in einen direkten Vergleich mit ausgewählten Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention, um deren Relevanz für die aktuelle sozialpädagogische Praxis zu beleuchten.
- Historische Herleitung des Kindesbildes nach Janusz Korczak
- Analyse der zentralen Kinderrechte Korczaks
- Strukturelle Untersuchung der UN-Kinderrechtskonvention
- Vergleich von Korczaks Pädagogik mit modernen Menschenrechtsstandards
- Transfer der Erkenntnisse in die heutige pädagogische Handlungsoption
Auszug aus dem Buch
2.1 Korczaks Bild des Kindes
Als Arzt ist zum einen der rein physische Aspekt des wachsenden Organismus’, der zu messen (z.B. Körpergröße, Gewicht) ist (vgl. Korczak 2012, S.67f; vgl. Ungermann 2006, S.364) und zum anderen die Einheit zwischen Körper und Seele, dessen Wechselwirkung ihm bekannt ist und das Kind als geistiges Wesen darstellt, das sich die Welt aneignen möchte (vgl. Korczak 2012, S.36f). Für Korczak ist die Entwicklung des Kindes nicht anhand vorgefertigter Tabellen festzustellen. Auf die Frage einer Mutter, wann ihr Kind denn anfange zu sprechen und zu laufen, antwortet Korczak: „Dann, wenn es läuft und spricht“ (Korczak 2012, S.39). Korczak räumt damit dem Kind aus (vorerst) entwicklungspsychologischer Perspektive eine individuelle Entwicklung ein (vgl. Ungermann 2006, S. 366). In seinem (etwa zehn Jahre) späteren Werk Das Recht des Kindes auf Achtung nimmt Korczak eine kritische Haltung gegenüber dem gesellschaftlichen Bild des Kindes ein und beschreibt ausführlich das Misstrauen, (von Erwachsenen implizierten) nicht vorhandenen Fähigkeiten und die Machtverhältnisse gegenüber Kleinkindern (vgl. Korczak 2011, S.10; vgl. Beiner 2012, S.178f) und weist die Erwachsenen Menschen auf dieses Verhalten gegenüber dem Kind hin: „Wir wagen es, zu beschuldigen und anzuklagen?!“ (ebd., S.26), indem er zuvor Fehler der Erwachsenen aufzählt. Er fordert indirekt ein Verständnis gegenüber den legitimen Fehlern des kindhaften Verhaltens ein und weist auf die Unvollkommenheit der Erwachsenen hin.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Rechte von Janusz Korczak mit der UN-Kinderrechtskonvention zu vergleichen und deren Bedeutung für die sozialpädagogische Praxis zu prüfen.
2. HAUPTTEIL: Der Hauptteil analysiert Korczaks Bild des Kindes, erläutert seine spezifischen Kinderrechte und stellt diese den historischen sowie strukturellen Hintergründen der UN-Kinderrechtskonvention gegenüber.
3. GEGENÜBERSTELLUNG DER RECHTE NACH KORCZAK UND DER UN-KINDERRECHTSKONVENTION - AUSBLICK: Dieses Kapitel führt die theoretischen Analysen zusammen und diskutiert die Übertragbarkeit der Korczakschen Forderungen auf heutige pädagogische Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Janusz Korczak, Kinderrechte, UN-Kinderrechtskonvention, Pädagogik, Sozialpädagogik, Kindesbild, Partizipation, Entwicklung, Erziehung, Achtung, Selbstbestimmung, Menschenrechte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der pädagogischen Philosophie von Janusz Korczak und vergleicht diese mit den heutigen Standards der UN-Kinderrechtskonvention.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Rechte des Kindes auf Leben, auf den heutigen Tag sowie auf Individualität, gepaart mit einer Analyse der UN-Kinderrechtskonvention.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, Übereinstimmungen und Differenzen zwischen Korczaks historischen Forderungen und modernen Kinderrechten aufzuzeigen und daraus Handlungsmöglichkeiten für Erziehende abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die sowohl Korczaks Primärliteratur als auch relevante Sekundärliteratur zur Interpretation und Gegenüberstellung nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Korczakschen Kindesbildes, die Erläuterung seiner proklamierten Rechte und die historische sowie strukturelle Einordnung der UN-Kinderrechtskonvention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Janusz Korczak, Kinderrechte, UN-Kinderrechtskonvention, Partizipation und pädagogische Praxis.
Wie definiert Korczak das "Recht des Kindes auf den heutigen Tag"?
Korczak fordert, dass Kinder nicht nur als Wesen für die Zukunft betrachtet werden dürfen, sondern dass ihre Gegenwart, ihre Bedürfnisse und ihre Erfahrungen im "Hier und Heute" ernst genommen werden müssen.
Welche Rolle spielt die UN-Kinderrechtskonvention für die pädagogische Praxis laut der Autorin?
Die Autorin hebt hervor, dass die Konvention zwar einen normativen Rahmen bietet, die Umsetzung in der heutigen Bildungslandschaft jedoch oft durch Zeitdruck und strukturelle Defizite erschwert wird.
- Quote paper
- Christoph Schönfeldt (Author), 2011, Die Rechte des Kindes nach Janusz Korczak, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/497419