Die Hausarbeit gliedert sich in drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt stelle ich Mackenzies relationales Autonomiekonzept vor, in welches sie unter anderem das narrativ-historische Konzept von John Christman implementiert. Im Weiteren werde ich erläutern was ein Selbst, eine Identität oder ein Ich, über das reflektiert werden soll, überhaupt ist. Im zweiten Abschnitt beschreibe ich Christmans Verständnis von Entfremdung und kritischer Reflexion. Im dritten Abschnitt diskutiere ich diese beiden Begriffe, inwiefern sie Probleme aufwerfen und im vierten Abschnitt fokussiere ich mich auf Christmans und Mackenzies Fähigkeitsanforderungen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Mackenzies Autonomie Konzept
1.1 Mackenzies drei Dimensionen der Autonomie
1.2 Diachronic practical identity
2. Historical Reflection and Alienation
3. Die Natur des Geistes
4. The Internal Observer
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch aktuelle Autonomiekonzepte unter besonderer Berücksichtigung der relationalen Autonomie und der Bedeutung von Selbstreflexion für die personale Identität bei gleichzeitiger Vermeidung von Entfremdung.
- Vergleich und Integration der Konzepte von John Christman und Catriona Mackenzie
- Die Rolle der diachronic practical identity für ein stabiles Selbstkonzept
- Analyse von Entfremdungsprozessen und affektiven Barrieren der Selbstreflexion
- Identifikation notwendiger Kompetenzen und Fähigkeiten für eine stabile, authentische Autonomie
Auszug aus dem Buch
2. Historical Reflection and Alienation
Die Persönlichkeit des Menschen als diachronic practical identity, die sich mit Reflexionsfähigkeit aus Gründen konstruiert, wäre jedoch ziemlich unvollständig, wenn emotionale und körperliche Faktoren nicht mit einbezogen würden. Christman betont daher, dass in einem Reflexionprozess noch viele weitere Faktoren hinzukommen: „Consider also the way one’s gender, one’s overall physical abillities, one’s race, sexuality, and so on, may shape one’s perspective and hence one’s reflections“41. Zudem weist er unseren körperlichen Ausdrücken eine besondere Schlüsselrolle zu, denn oft stehen unsere körperlichen Reaktionen in einem starken Widerspruch zu unseren zweckrationalen Entscheidungen. Christman sagt dazu ganz klar, dass wir zu Recht davon ausgehen können, dass unsere eigentliche Handlungsmacht aus unserer Körperlichkeit entsteht. Der Körper, der unser Handeln mit bestimmten Reaktionen leitet sowie auch Einfluss auf unseren PST hat und damit eben auch auf unsere Reflexionskraft. Jedoch scheint Christman damit nicht ausdrücken zu wollen, dass wir unwillkürlich dieser Körperlichkeit ausgeliefert sind.42
Das Selbst lässt sich nun als ein Konstrukt aus Gründen, welche in Relation mit vielen Faktoren stehen, zusammenfassen. Für die Organisation dieser Gründe ist ein PST zuständig, der wiederum auch sozial und körperlich geprägt ist. In dem Repertoire des PST erscheint als wichtigste Komponente für Autonomie das reflektierte Urteil, welches zu Christmans wesentlicher Vorstellung von Autonomie führt: “The Idea is that when a person reflects on a trait over time and in variety of settings and contexts, always yielding neither alienation nor rejection, such reflection indicates the kind of settled character that autonomous agency manifest”43.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der personalen Identität und Autonomie unter dem Druck sozio-historischer Veränderungen, welche die Kohärenz des Selbst gefährden.
1. Mackenzies Autonomie Konzept: Vorstellung des relationalen Autonomiekonzepts von Catriona Mackenzie als Schirmtheorie, die Selbstregulierung und Selbstautorisierung zur Selbstbestimmung hinzufügt.
1.1 Mackenzies drei Dimensionen der Autonomie: Detaillierung der Bedingungen für Selbstregulierung, insbesondere durch Freiheit und politische sowie soziale Möglichkeiten.
1.2 Diachronic practical identity: Analyse der diachronic practical identity als soziales Konstrukt, das die historische Komponente und Bewertungsprozesse des Selbst in den Mittelpunkt stellt.
2. Historical Reflection and Alienation: Untersuchung der Rolle von Emotionen und Körperlichkeit im Reflexionsprozess und der Bedeutung der Nicht-Entfremdung für authentische Autonomie.
3. Die Natur des Geistes: Kritische Auseinandersetzung mit Christmans Vorstellung, wie eine Person ein unakzeptables Charakteristikum als Teil ihrer Persönlichkeit akzeptieren kann, ohne affektive Entfremdung zu verspüren.
4. The Internal Observer: Diskussion der ergänzenden Fähigkeiten zur kritischen Reflexion, wobei der interne Beobachter (internal observer) eine zentrale Rolle zur Stabilisierung des Reflexionsprozesses einnimmt.
Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Integration von Christmans Konzept in Mackenzies relationales Modell und Ausblick auf die Verbindung zu praktischer Lebenskunst.
Schlüsselwörter
Autonomie, Selbstbestimmung, Personale Identität, Relationalität, Selbstreflexion, Entfremdung, Authentizität, Diachronic practical identity, Personal style of thinking, Internal observer, Selbstregulierung, Selbstautorisierung, Affekte, Lebenskunst, Soziale Konstituierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Rehabilitation personaler Identität und Autonomie durch kritische Selbstreflexion, insbesondere vor dem Hintergrund einer pluralistischen Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die philosophische Anthropologie der Person, das Konzept der relationalen Autonomie sowie die psychologischen Bedingungen für ein authentisches, nicht-entfremdetes Selbst.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Konzepte von John Christman und Catriona Mackenzie kritisch zu vergleichen und aufzuzeigen, wie Mackenzies relationaler Ansatz das historisch-narrative Konzept von Christman sinnvoll ergänzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine hermeneutisch-analytische Methode angewandt, um bestehende philosophische Texte und Autonomiekonzepte zu vergleichen, zu hinterfragen und zu einem konsistenten Modell zu synthetisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bedingungen von Autonomie, die Rolle der emotionalen und körperlichen Faktoren im Reflexionsprozess, sowie die Bedeutung spezifischer Fähigkeiten wie der Distanzierungsfähigkeit zur Überwindung von Entfremdung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autonomie, relationale Identität, Selbstreflexion und Authentizität charakterisiert.
Wie definiert Mackenzie das Verhältnis zwischen inneren und äußeren Bedingungen von Autonomie?
Mackenzie lehnt eine strikte Trennung zwischen Innen und Außen ab, da das soziale Umfeld eines konstituierten Selbst die Denkstrukturen und identifikationsstiftenden Gründe einer Person maßgeblich mitformt.
Welche Funktion hat der "Internal Observer" bei Mackenzie?
Der interne Beobachter fungiert als psychische Fähigkeit, die außerhalb der unmittelbaren, affektgeleiteten Vorstellungen steht, um diese zu reflektieren, zu beurteilen und aktiv auf sie zu reagieren, statt passiv in ihnen gefangen zu bleiben.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Von Selbstreflexion zu Selbstbestimmung. Eine kritische Betrachtung aktueller Autonomie Konzepte in praktischer Hinsicht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/496868