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"Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil. Reflektion einer österreichischen Identität?

Titel: "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil. Reflektion einer österreichischen Identität?

Seminararbeit , 2004 , 6 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Stefan Meingast (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Für den Biografen Karl Corino hat Robert Musil mit „Der Mann ohne Eigenschaften“ den bedeutendsten deutschsprachigen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts verfasst. Für den deutschen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hingegen ist Musil ein „gescheiterter Autor“ dessen Sprache wenig anschaulich sei. Wenn auch Kritiker unterschiedlicher Ansicht über die schriftstellerische Bedeutung Musils sind, so ist „Der Mann ohne Eigenschaften“ in anderer Hinsicht wichtig: Der Roman beschreibt in seinem Österreichbezug eine mentale Landkarte, deren Nutzen ein besonderer ist, kann sich die Lektüre des Buches, im Besonderen Kapitel 8 „Kakanien“, als anschauliche Referenz für die Suche nach österreichischer Identität erweisen. Trotz eines ironisch-differenzierenden Impetus hat das Werk die Habsburger Monarchie als Hintergrund, und wenngleich er diese nicht in ihrer tatsächlichen historischen Substanz beschreiben will, schafft Musil das Seelenbild einer geordneten und wohl funktionierenden Welt, wie sie bei Entstehen des Romans in den 1930er Jahren nicht ferner hätte sein können. Im Folgenden soll auf Musils Schilderungen dieser Welt näher eingegangen werden und die Frage beantwortet werden, welchen Wert diese ironische Beschreibung „Kakaniens“ für die österreichische Identität heute haben kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Musil: „Der Mann ohne Eigenschaften“ – Reflektion einer österreichischen Identität?

1.1 Kafkas „Kakanien“

1.2 „Kakanien“ und österreichische Identität

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“, insbesondere das Kapitel „Kakanien“, als ironische Reflexion und Referenzpunkt für die Identitätsfindung der österreichischen Bevölkerung in der Ersten und Zweiten Republik dienen kann.

  • Analyse der literarischen Darstellung der Habsburger Monarchie bei Musil.
  • Gegenüberstellung von moderner Getriebenheit und dem „Kakanien“-Ideal.
  • Untersuchung der Identitätskrise nach dem Untergang der Monarchie.
  • Reflexion des Habsburgermythos in der österreichischen Nachkriegskultur.
  • Bedeutung der historischen Wurzeln für das moderne österreichische Selbstverständnis.

Auszug aus dem Buch

Kafkas „Kakanien“

Um das Bild der österreichisch-ungarischen Monarchie als Welt der Ordnung in einer Art splendid isolation zu zeichnen, bedient sich Musil am Beginn von Kapitel 8 zuerst der Beschreibung, was Österreich nicht ist und kontrastiert diese Welt mit einer Welt der Moderne. Als Bezugsrahmen dient das hektische Treiben in einer „überamerikanischen Stadt“, wie Musil sie nennt, welche vor allem für junge Menschen einen Reiz ausübe, deren Getriebenheit jedoch abschreckend beschrieben wird:

„Luft und Erde bilden einen Ameisenbau, von den Stockwerken der Verkehrsstraßen durchzogen. Luftzüge, Erdzüge, Unterrohrzüge, Rohrpostmenschensendungen, Kraftwagenketten rasen horizontal, Schnellaufzüge pumpen vertikal Menschenmassen von einer Verkehrsebene in die andre; man springt in den Knotenpunkt von einem Bewegungsapparat in den andern, wird von deren Rhythmus, der zwischen zwei losdonnernden Geschwindigkeiten eine Synkope, eine Pause, eine kleine Kluft von zwanzig Sekunden macht, ohne Überlegung angesaugt und hineingerissen, spricht hastig in den Intervallen dieses allgemeinen Rhythmus miteinander ein paar Worte.“

Nicht zufällig erinnert diese Beschreibung an die Prozesshaftigkeit einer Maschine, dessen sich der Einzelne willentlich nur entziehen kann, wenn er Kurzlebigkeit und Kurzfristigkeit eintauscht mit einer idealisierten und verlangsamten Welt, wie sie Musil in der österreichischen Monarchie findet. Diese erscheint als eine Art „katechon“, als aufhaltende, der Moderne gegenläufige Macht.

Zusammenfassung der Kapitel

Musil: „Der Mann ohne Eigenschaften“ – Reflektion einer österreichischen Identität?: Einleitende Betrachtung der literarischen Bedeutung Musils und der Funktion des Romans als mentale Landkarte für die österreichische Identität.

Kafkas „Kakanien“: Analyse der ironischen Gegenüberstellung zwischen der modernen, mechanisierten Welt und dem idealisierten, entschleunigten Lebensmodell der alten Monarchie.

„Kakanien“ und österreichische Identität: Untersuchung der Identitätsentwicklung nach 1918 und der Rolle des Habsburgermythos als Ankerpunkt in der Zweiten Republik im Kontrast zur historischen Realität.

Schlüsselwörter

Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Kakanien, Österreichische Identität, Habsburger Monarchie, Identitätskrise, Moderne, Zwischenkriegszeit, Habsburgermythos, Identitätsfindung, Kulturgeschichte, Literaturwissenschaft, Staatsidee, Tradition, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ als ironisches Spiegelbild für die Suche nach österreichischer Identität nach dem Zusammenbruch der Monarchie fungiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die literarische Konstruktion von „Kakanien“, die Verarbeitung des Habsburgermythos sowie die Entwicklung eines österreichischen Selbstbewusstseins im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu beantworten, welchen Wert Musils ironische Darstellung der Habsburger Monarchie für das Verständnis und die Definition der österreichischen Identität in der modernen Geschichte haben kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext in den kulturhistorischen Kontext der österreichischen Ersten und Zweiten Republik stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Musils Kontrastierung der modernen Welt mit dem „aufhaltenden“ Kakanien und beleuchtet die Schwierigkeiten der Identitätsfindung der Österreicher nach 1918.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Kakanien, österreichische Identität, Habsburger Monarchie, Moderne, Identitätsfindung und Habsburgermythos.

Wie unterscheidet sich die Sicht Musils von anderen zeitgenössischen Autoren wie Stefan Zweig oder Joseph Roth?

Im Gegensatz zu den genannten Autoren nutzt Musil gezielt die Ironie, um Distanz zu der Unbeweglichkeit der Monarchie zu wahren, anstatt das Bild der „guten, alten Zeit“ rein nostalgisch zu überhöhen.

Warum wird der Begriff „katechon“ im Text im Zusammenhang mit Kakanien verwendet?

Der Begriff beschreibt die Monarchie als eine „aufhaltende Kraft“, die der hektischen und entfremdeten Moderne entgegenwirkt und eine Form der Entschleunigung anbietet.

Welche Rolle spielten die Sissi-Filme für das österreichische Selbstverständnis laut dem Autor?

Diese Filme werden als Ausdruck der Tendenz gewertet, die überzogene Idealisierung der Monarchie aus der Nachkriegszeit in einen märchenhaften Mythos zu verklären.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil. Reflektion einer österreichischen Identität?
Hochschule
Diplomatische Akademie Wien - Vienna School for International Studies
Veranstaltung
Kultur und Literatur in der Ersten und Zweiten Republik
Note
1,4
Autor
Stefan Meingast (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
6
Katalognummer
V49670
ISBN (eBook)
9783638460569
ISBN (Buch)
9783668148277
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musil Mann Eigenschaften Reflektion Identität Kultur Literatur Ersten Zweiten Republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Meingast (Autor:in), 2004, "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil. Reflektion einer österreichischen Identität?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/49670
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Leseprobe aus  6  Seiten
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