Im Zuge der sich ändernden Lernkultur hin zu mehr Selbststeuerung, Handlungsorientierung und dem problemlösenden Lernen, ändern sich die Konzepte von Unterricht und somit unter anderem die Arbeitsbedingungen für Lehrer sowie für Schüler/innen.
Nach dem ersten großen Pisaschock im Jahre 2009 erfolgte ein Umdenken weg von einem Unterricht, welcher den Fokus auf das stumpfe Erlernen von Fachkompetenzen, hin zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Problemlösekompetenz, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.
Im Rahmen dessen wuchs die Implementierung von Handlungsorientierten Unterrichtsmethoden wie etwa dem Projektunterricht.
Die vorliegende Hausarbeit widmet sich nun der Frage, ob das Konzept des „Handlungsorientierten Unterrichts“ am Beispiel des Projektunterrichts und des „Lernen durch Engagements“ (LdE) für den Förderschwerpunkt Lernen zur Steigerung wichtiger Schlüsselkompetenzen und allgemein als Unterrichtsmethode, geeignet ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Handlungsorientierter Unterricht
1.1 Terminologische Klärung des Begriffs des Handlungsorientierten Unterrichts
1.2 Ausprägungsformen von Handlungsorientiertem Unterricht
2 Projektunterricht
2.1 Terminologische Klärung
2.2 Schritte und Merkmale eines Projekts
2.3 Planungsschritte für die Implementierung eines Projekts im Unterricht
2.4 Beispiele der Implementierung von Projekten im Unterricht
2.4.1 Lehrpfad
2.4.2 Ausstellung
2.4.3 Zukunftswerkstatt
3 Lernen durch Engagement (LdE)
3.1 Terminologische Klärung des Begriffs „Lernen durch Engagement“
3.2 Qualitätsstandards des LdE
3.3 Beispiele von Projekten des LdE
4 Bedeutung des Handlungsorientierten Unterrichts am Beispiel von Projektunterricht und LdE für den Förderschwerpunkt Lernen
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Unterrichtskonzepte „handlungsorientierter Unterricht“ (am Beispiel des Projektunterrichts) und „Lernen durch Engagement“ (LdE) dazu geeignet sind, wichtige Schlüsselkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen zu steigern und allgemein als Unterrichtsmethode für diese Zielgruppe eingesetzt werden können.
- Grundlagen und Definitionen handlungsorientierten Unterrichts
- Strukturen und Planungsschritte von Projektunterricht
- Qualitätsstandards und Implementierung von "Lernen durch Engagement"
- Eignung handlungsorientierter Konzepte für den Förderschwerpunkt Lernen
Auszug aus dem Buch
1.1 Terminologische Klärung des Begriffs des Handlungsorientierten Unterrichts
Nach Koch sei der Handlungsorientierte Unterricht „ein eigenständiges Unterrichtskonzept […], zudem Bestandteil und grundlegendes Prinzip konkreter Unterrichtsformen, z.B. Projektunterricht, Wochenplanunterricht, Offener Unterricht.“ (Koch 2016, S. 99). Die Relevanz dieses Unterrichtskonzepts rückte im Zeitalter des medialen Wandels zunehmend in den Fokus, da die Schule der Abnahme der Aneignung von Primärerfahrungen der Kinder entgegenwirken sollten. Die Anfänge dieses Konzepts können jedoch bis ins 17. Jahrhundert zurückdatiert werden.
So beschrieb Langermann (1848-1923) in seinem Buch „Der Erziehungsstaat nach Stein-Fichteschen Grundsätzen“ erstmals den handelnden Unterricht als eigenes Konzept im deutschsprachigen Raum. In diesem Kontext sei zudem J. Dewey genannt, welcher in Nordamerika den Begriff des „handelnden Lernens“ publik machte. Merkmale des Handlungsorientierten Unterrichts stellen nach Koch Produkt-; Schüler- und Prozessorientierung, Ganzheitlichkeit, Schüleraktivität und Offenheit dar (vgl. Koch 2016, S. 105).
Zusammenfassung der Kapitel
Handlungsorientierter Unterricht: Dieses Kapitel definiert den Begriff des handlungsorientierten Unterrichts, erläutert seine historische Entwicklung und stellt Merkmale sowie den optimalen Ablauf in vier Phasen dar.
Projektunterricht: Hier wird der Projektunterricht als Lehrmethode beleuchtet, wobei Ursprünge, spezifische Planungsschritte und Merkmale sowie praktische Beispiele wie Lehrpfad, Ausstellung und Zukunftswerkstatt dargelegt werden.
Lernen durch Engagement (LdE): Dieses Kapitel führt in das Konzept des „Service-Learning“ ein, beschreibt sechs wesentliche Qualitätsstandards für ein erfolgreiches Projekt und nennt praxisnahe Beispiele der Umsetzung.
Bedeutung des Handlungsorientierten Unterrichts am Beispiel von Projektunterricht und LdE für den Förderschwerpunkt Lernen: Dieser Teil analysiert die Eignung der zuvor beschriebenen Konzepte für Schüler mit der Diagnose Lernhilfe, wobei der Fokus auf der Notwendigkeit von Strukturierungshilfen und der Verbindung von Handeln und Reflexion liegt.
Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst zusammen, dass handlungsorientierte Unterrichtskonzepte bei entsprechender Adaption durch die Lehrkraft sehr gut für den Förderschwerpunkt Lernen geeignet sind, um Motivation und Schlüsselkompetenzen zu stärken.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierter Unterricht, Projektunterricht, Lernen durch Engagement, LdE, Förderschwerpunkt Lernen, Lernhilfe, Schlüsselkompetenzen, Schülerpartizipation, Selbststeuerung, Service-Learning, Lernkultur, Förderpädagogik, Kooperatives Lernen, Unterrichtsmethode, Reflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Eignung handlungsorientierter Unterrichtskonzepte, konkret Projektunterricht und "Lernen durch Engagement", für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung des handlungsorientierten Unterrichts, die methodische Ausgestaltung des Projektunterrichts sowie die Qualitätsstandards und Implementierung von "Lernen durch Engagement" im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob diese auf Selbststeuerung basierenden Ansätze geeignet sind, Schlüsselkompetenzen bei Lernhilfeschülern zu fördern und wie der Unterricht methodisch angepasst werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur, die durch eine Gegenüberstellung von Konzepten und die Einbeziehung empirischer Studien zur Wirksamkeit dieser Methoden gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen des handlungsorientierten Unterrichts, die detaillierte Darstellung von Projektunterricht und LdE sowie einen Transfer dieser Methoden auf die spezifischen Bedürfnisse von Schülern im Förderschwerpunkt Lernen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Handlungsorientierung, Projektunterricht, LdE, Förderschwerpunkt Lernen, Schülerpartizipation und Schlüsselkompetenzen beschreiben.
Warum ist eine spezielle Adaption für den Förderschwerpunkt Lernen notwendig?
Schüler mit der Diagnose Lernhilfe haben häufig Schwierigkeiten mit selbstorganisiertem Arbeiten; daher müssen offene Konzepte zwingend mit stärker lehrerzentrierten, kleinschrittigen Strukturierungshilfen kombiniert werden.
Welche Rolle spielt die Reflexion in diesen Unterrichtskonzepten?
Die Reflexion dient als notwendiges Bindeglied zwischen dem praktischen Engagement (Service) und dem schulischen Fachlernen (Learning), um ein tieferes Verständnis zu generieren.
Was ist das Fazit zur Eignung dieser Methoden für die Lernhilfe?
Das Fazit lautet, dass die Methoden sehr gut geeignet sind, sofern die Lehrkraft das Milieu anpasst, Strukturierungshilfen bietet und das Vertrauen in die Selbstwirksamkeit der Schüler fördert.
- Quote paper
- Corinna Herr (Author), 2017, Förderschwerpunkt Lernen. Inwiefern eignet sich die Unterrichtskonzeption "handlungsorientierter Unterricht"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/495922