In der Arbeit geht der Autor der Frage nach, welche Rolle dem weiblichen Geschlecht in der zweigeteilten Welt in Baudelaires Gedichten zukommt. Hierfür werden die Gedichte "Hymne à la Beauté" und "Léthé" untersucht.
Baudelaire versuchte gegen den damaligen Fortschritt in Technik und Gesellschaft anzukämpfen. Er erkannte darin die Gefahr, Gegensätze wie moralisch und unmoralisch, Gut und Böse, zu relativieren. Deshalb trieb er in seinen Werken eine Polarisierung von Gut und Böse voran und unterstützt das Bild der "deux postulations simultanées".
Baudelaire hatte einige Beziehungen zu unterschiedlichen Frauen und war zu der Frauenwelt hingezogen. Zwingend nimmt das andere Geschlecht dadurch auch einen großen Stellenwert in seinen Werken ein. Bereits das erste Gedicht aus den "Les Fleurs du Mal", die Bénediction, beschreibt das Verhältnis zu seiner Mutter als einen Absturz, eine Beziehung, die von Anfang an durch Schmerz und Hass bestimmt war.
Der Autor verfolgt die These, dass die Frau keiner Seite zugeordnet werden kann, und die Spannung zwischen den beiden Extremen vereint.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Hymne à la Beauté
Analyse
Interpretation
Le Léthé
Analyse
Interpretation
Fazit
Der Autor
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mystische und ambivalente Darstellung der Frau in Charles Baudelaires Gedichtband "Die Blumen des Bösen" (Les Fleurs du Mal). Anhand eines vergleichenden Gedichtanalysen soll ergründet werden, welche Rolle dem weiblichen Geschlecht in der für Baudelaire typischen, zweigeteilten Welt zwischen Spleen und Ideal zukommt und inwiefern sich die Frau als eine Kraft jenseits einfacher Kategorisierungen entzieht.
- Analyse der gegensätzlichen Rollenbilder der Frau im lyrischen Werk Baudelaires
- Untersuchung der Gedichte "Hymne à la Beauté" und "Le Léthé"
- Die Spannung zwischen Anziehung und Abstoßung in der Beziehung zum lyrischen Ich
- Vergleich der symbolischen Bedeutung von Natur und Künstlichkeit
- Die Einordnung der Frau in das Spannungsfeld von Spleen und Ideal
Auszug aus dem Buch
Hymne à la Beauté
Das Gedicht Hymne à la Beauté ist ein langes Gedicht, verglichen mit anderen Gedichten aus den Fleurs du Mal. Es gehört der ersten Gruppe Spleen und Ideal (Aufsuchung und Absturz oder Satanismus und Idealität) an. Es wurde erst 1861 in der Zweitauflage der Fleurs du Mal veröffentlicht, man nimmt jedoch an, es wurde schon deutlich früher geschrieben. Baudelaire hielt es jedoch aus unbekannten Gründen bei der Erstauflage zurück. In dem Gedicht werden Spleen und Ideal verwoben, auf das Gute folgt immer das Schlechte und umgekehrt und oft gehen sie ineinander über. Die Überschrift „Loblied auf die Schönheit“ lässt auch eine Darstellung des Weiblichen, beziehungsweisen der weiblichen Natur vermuten. Man muss jedoch bedenken, dass sich nach Baudelaire die Schönheit nicht definieren lässt, auch nicht an einer Frau. Deswegen verlegt er die Frage nach der Schönheit auf die nach ihren Wirkungen oder Fähigkeiten. Im Folgenden werden nun das Gedicht genau auf diesen Aspekt hin analysieren und interpretieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entstehung von "Les Fleurs du Mal" und beleuchtet die thematische Polarisierung in Baudelaires Werk zwischen göttlichem Aufstreben und satanischer Triebhaftigkeit.
Hymne à la Beauté: Hier erfolgt die formale Analyse sowie die inhaltliche Deutung des Gedichts, wobei die Schönheit als ambivalentes, nicht definierbares Prinzip untersucht wird.
Analyse: Dieser Teil widmet sich dem metrischen und stilistischen Aufbau des Gedichts "Hymne à la Beauté" sowie der Identifikation zentraler sprachlicher Merkmale.
Interpretation: Der Abschnitt erläutert die symbolische Bedeutung der Schönheit als machtvolle, teils grausame Instanz, die das lyrische Ich in eine ambivalente Abhängigkeit versetzt.
Le Léthé: In diesem Kapitel wird das Gedicht "Le Léthé" auf seine düstere Tonalität und die Parallelen zur Drogensymbolik hin untersucht.
Analyse: Hier wird der parataktische Stil und der umarmende Reim des Gedichts "Le Léthé" unter Berücksichtigung der französischen Alexandriner-Tradition analysiert.
Interpretation: Der Text ergründet die Rolle der Frau als Personifikation des Bösen und des Vergessens, die das lyrische Ich sowohl abstößt als auch unaufhaltsam anzieht.
Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass die Frau in beiden Gedichten eine machtvolle, jedoch letztlich unerreichbare Position einnimmt, die das lyrische Ich in eine ausweglose Abhängigkeit führt.
Der Autor: Dieser Teil setzt das dichterische Werk in Bezug zur Biografie Baudelaires und reflektiert über den Einfluss seiner Muse Jeanne Duval und den Dandyismus.
Schlüsselwörter
Charles Baudelaire, Les Fleurs du Mal, Gedichtanalyse, Hymne à la Beauté, Le Léthé, Spleen und Ideal, Frauenbild, Lyrik, Symbolismus, Dandyismus, Jeanne Duval, Ambivalenz, Literaturwissenschaft, Ästhetik, Allegorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die komplexe und oft widersprüchliche Darstellung der Frau in zwei zentralen Gedichten von Charles Baudelaire aus dem Band "Die Blumen des Bösen".
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Dichotomie von Spleen und Ideal, die Machtverhältnisse zwischen dem lyrischen Ich und der weiblichen Figur sowie die Suche nach Erlösung oder Betäubung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass die Frau in Baudelaires Gedichten keine eindeutige Rolle einnimmt, sondern als mystische Instanz agiert, die zwischen göttlicher Schönheit und satanischer Zerstörungskraft oszilliert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die formale Aspekte wie Metrum und Reim mit einer inhaltlichen Interpretation der Metaphorik und Symbolik verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von "Hymne à la Beauté" und "Le Léthé", wobei jeweils eine strukturelle Analyse gefolgt von einer interpretatorischen Einordnung der Frauengestalt erfolgt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Baudelaire, Spleen und Ideal, Symbolismus, Ambivalenz, Dandyismus und das spezifische Frauenbild des 19. Jahrhunderts.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Frau in "Hymne à la Beauté" von "Le Léthé"?
Während die Frau in "Hymne à la Beauté" eine allmächtige, transzendente und fast göttliche Schönheit repräsentiert, wird sie in "Le Léthé" eher als Instrument des Vergessens und der düsteren Betäubung, ähnlich einer Droge, dargestellt.
Welche Rolle spielt die Biografie Baudelaires, insbesondere Jeanne Duval, für die Analyse?
Die Arbeit verweist auf Jeanne Duval als mögliche Muse, deren reales Verhältnis zu Baudelaire das Spannungsfeld zwischen Anziehung und Verzweiflung, das sich in den Gedichten widerspiegelt, maßgeblich beeinflusst haben könnte.
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- Franz Beigelbeck (Author), 2017, Die Rolle der Frau in "Hymne à la Beauté" und "Léthé" von Charles Baudelaire, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/493506