In der folgende Arbeit werden die Konzepte der "Ressourcenorientierten Seelsorge" nach Heike Schneidereit-Mauth und "Innere Heilung" nach John und Paula Sandford miteinander verglichen.
Ein besondere Fokus liegt hierbei auf der jeweiligen Rolle des Seelsorgers, Bild und Anspruch der Seelsorge, und auf dem zugrundeliegenden Menschenbild.
Abschließend werden die erörterten Unterschiede nochmals tabellarisch miteinander verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
a. Vergleich
a. a. Die Rolle des Seelsorgers
a. b. Das Bild von Seelsorge mit seinem Anspruch
a. c. Das Menschenbild
3. Schlusswort
4. Bibliographie:
5. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, zwei unterschiedliche christliche Seelsorgemodelle – die „Ressourcenorientierte Seelsorge“ von Heike Schneidereit-Mauth und das Modell der „Inneren Heilung“ von John und Paula Sandford – vergleichend gegenüberzustellen und hinsichtlich ihrer theoretischen sowie praktischen Ansätze zu prüfen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie die jeweilige Rolle des Seelsorgers, das Verständnis von Seelsorge und das zugrunde liegende Menschenbild konzeptionell ausgestaltet sind und welche Auswirkungen dies auf die Begleitung von Ratsuchenden hat.
- Vergleich der Seelsorgerrolle und deren autoritärer bzw. begleitender Ausprägung
- Analyse des unterschiedlichen Seelsorgeverständnisses und der zugrunde liegenden Ansprüche
- Untersuchung der divergierenden Menschenbilder und deren biblisch-theologischer Herleitung
- Evaluierung der praktischen Anwendbarkeit und des Umgangs mit Defiziten und Ressourcen
- Reflektion über die Bedeutung von Salutogenese versus Sündenorientierung in der seelsorgerlichen Praxis
Auszug aus dem Buch
a. a. Die Rolle des Seelsorgers
Die Sandfords sind über 30 Jahre älter als Heike Schneidereit-Mauth und könnten damit ihre Eltern sein. Das erklärt, dass bei Sandfords der damalige Umgangs- und Erziehungsstil der 50er bis 70er Jahre zum Tragen kommt: in ihrem Buch erhält man auf S. 48 einen Einblick dazu. Sie treten autoritär auf, indem John oft sagt: „Ich erkannte…“, „Ich verstand…“ und sie im Seelsorgegespräch stark als die Handelnden und Lenkenden erscheinen. Ihre Autorität verstärken sie mit der Schilderung übernatürlicher Erfahrungen, die sie zu bestimmten Erkenntnissen geführt haben. Sie nennen die Ratsuchenden manchmal „Schützlinge“ und geben im Seelsorgegespräch des Öfteren die Lösung vor, als ob der Ratsuchende nicht ganz mündig sei. Auch bewegen sie sich sehr stark auf der Lehrebene.
Sandfords haben ein ganzes Kapitel in ihrem Buch der Rolle des Seelsorgers gewidmet und gebrauchen geradezu martialische Ausdrücke: „Ein Seelsorger muss erst das Herz `durchpflügen´, die harten Brocken der Selbstgerechtigkeit in Stücke brechen, das alte Unkraut aus dem Verstand und dem Herz ausreißen, die Samen des Feindes herauspicken… Ein weiteres Bild für einen Seelsorger: Er ist einer, der von Gott berufen ist, die Axt an die Wurzel der Bäume zu legen (Mt 3, 10).“ Hier werden Worte des Bußpredigers Johannes des Täufers auf den Seelsorgedienst übertragen. „Die Seelsorger sollen Gottes schärfstes Werkzeug für diese Reinigung sein.“ „…ist er auch ein Scharfrichter, der die kleinen Monster tötet, die aus dem sündigen Schoß des Verstandes, des Herzens und der Seele geboren werden.“ „Ein Seelsorger ist wie ein Detektiv – in jeder Situation auf der Suche nach dem wirklichen Täter.“ „Ein Seelsorger muß die Hartnäckigkeit einer Bulldogge und die durchdringende Kraft eines stählernen Meißels haben.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Interesse der Autorin an den gewählten Seelsorgemodellen und definiert die Kriterien für den Vergleich: die Rolle des Seelsorgers, das Seelsorgeverständnis und das Menschenbild.
2. Hauptteil: Der Hauptteil unterteilt sich in drei Abschnitte, welche die beiden Konzepte detailliert vergleichen, wobei insbesondere die unterschiedliche Autoritätsstruktur und die methodische Herangehensweise beleuchtet werden.
a. Vergleich: Dieser Abschnitt ordnet die beiden Ansätze in ihre jeweiligen zeitlichen und theologischen Kontexte ein und bereitet die thematische Analyse vor.
a. a. Die Rolle des Seelsorgers: Hier wird der autoritäre, oft lehrende Stil der Sandfords dem beratenden und respektvollen Ansatz von Heike Schneidereit-Mauth gegenübergestellt.
a. b. Das Bild von Seelsorge mit seinem Anspruch: Dieses Kapitel untersucht, wie die beiden Konzepte ihre Seelsorge definieren, welche Zielgruppen sie ansprechen und inwieweit sie sich von anderen Disziplinen wie Psychologie oder Medizin abgrenzen.
a. c. Das Menschenbild: Der Fokus liegt hier auf dem Verständnis von Sünde, Erlösung und der psychischen Struktur des Menschen, wobei die Unterschiede zwischen der defizitorientierten Lehre der Sandfords und dem ganzheitlich-salutogenetischen Ansatz Schneidereit-Mauths deutlich werden.
3. Schlusswort: Das Schlusswort zieht ein persönliches Resümee der Autorin, in dem sie den ausgewogenen, hoffnungsvollen Ansatz von Schneidereit-Mauth gegenüber der strengen, oft defizitorientierten Haltung der Sandfords bevorzugt.
4. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die für die Arbeit herangezogene Fachliteratur auf.
5. Anhang: Der Anhang bietet eine detaillierte tabellarische Gegenüberstellung beider Modelle hinsichtlich ihrer theologischen, persönlichen und praktischen Aspekte.
Schlüsselwörter
Seelsorge, Ressourcenorientierte Seelsorge, Innere Heilung, Sandford, Salutogenese, Seelsorgemodelle, Menschenbild, Seelsorgerrolle, Psychologie, Theologie, Defizitorientierung, Identität, Sündenlehre, Bibelauslegung, Vergleich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht zwei gegensätzliche christliche Seelsorgemodelle: die „Ressourcenorientierte Seelsorge“ von Heike Schneidereit-Mauth und das Konzept der „Inneren Heilung“ von John und Paula Sandford.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Analyse konzentriert sich auf das Rollenverständnis des Seelsorgers, das jeweilige Selbstverständnis der Seelsorgekonzepte sowie das zugrunde liegende Menschenbild.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen einem eher defizitorientierten, streng biblisch-theologischen Modell und einem modernen, ressourcenorientierten und interdisziplinären Ansatz kritisch herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Literaturanalyse, ergänzt um eigene Reflexionen aus der Praxis und eine tabellarische Gegenüberstellung der theoretischen und praktischen Aspekte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Rolle des Seelsorgers, des generellen Seelsorgeanspruchs und des spezifischen Menschenbildes beider Modelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Seelsorge, Salutogenese, Defizitorientierung, Menschenbild, Ressourcen, Innere Heilung und der Vergleich theologischer und psychologischer Ansätze.
Warum kritisieren die Sandfords die Anwendung psychologischer Methoden?
Die Sandfords lehnen viele psychologische Methoden ab, da sie diese als „analytisch“ bezeichnen und befürchten, dass menschliche Methoden das Wirken des Heiligen Geistes stören könnten.
Wie unterscheidet sich Heike Schneidereit-Mauth in ihrem Vorgehen?
Sie arbeitet interdisziplinär, würdigt psychotherapeutische Erkenntnisse als Ressource und setzt auf eine salutogenetische Sichtweise, bei der der Ratsuchende als kompetenter „Regisseur“ seines Lebens angesehen wird.
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- Elke Buchholz (Author), 2018, "Ressourcenorientierte Seelsorge" und "Innere Heilung". Vergleich zweier Seelsorgemodelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/493477