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Zur Shop-Startseite › Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Reflexion zeitgenössiger Muslime zur Menschenrechtsfrage am Beispiel der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Islam" von 19. September 1981

Titel: Reflexion zeitgenössiger Muslime zur Menschenrechtsfrage am Beispiel der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Islam" von 19. September 1981

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Maritana Larbi (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Diskussionen um die Menschenrechtsfragen zählen zu den umstrittensten Themen um Islam und Demokratie. Sie führen zum Kernbereich der Wertedebatte, in der das Problem der Universalisierbarkeit von Normen, Werten und Institutionen, gleich welchen kulturellen Ursprungs verschärft zum Ausdruck kommt. Es sei umstritten, ob sie - unabhängig vom Stand der Entwicklung einer Gesellschaft und unabhängig auch von ihren kulturellen Traditionen und Werten - tatsächlich universell gültig sind, sein sollen oder sein können.

Nach der Zeit der Dekolonialisierung wurde das Streben der islamischen Gesellschaften nach eigener kultureller Identität und Authentizität stärker, und zwar nicht nur von der Seite der militanten Fundamentalisten, sondern vielmehr von allen gesellschaftlichen Gruppen. Demgegenüber wird die Suche nach einer "islamischen Ordnung" oft als Ablehnung von der Moderne und Rückfall in das barbarische Mittelalter verstanden. Obwohl es öfter darum geht "wie es gelingen kann, bestimmte, als modern definierte Werthaltungen, Verhaltensweisen und Institutionen zu übernehmen und dennoch der eigenen Tradition und Identität treu zu bleiben".
Besonders nach dem Ende des Kalten Krieges, wird nicht nur von der Rivalität durch Religionen gesprochen, sondern rückte der Islam als neues Feinbild der weltpolitischen Ordnung vor.

Der Druck der westlichen Staaten auf die islamischen Gesellschaften hat dazu geführt, daß sich eine Tendenz zu Abwehr und Gegenangriff herausgebildet hat, in der jede Seite ihre kulturelle Überlegenheit und ihren Humanismus zu beweisen sucht. Wobei es das Grundprinzip der islamischen Selbstdarstellung ist, daß die Idee der Menschenrechte im Koran selbst verankert seien, und somit lange vor dem christlichen Humanismus und der Aufklärung entstanden sei. Das heißt auch: sie sind von Gott durch Gesetzgebung (Scharia) verliehen und werden nicht, wie in den abendländischen Kulturen, als Ergebnis der historischen Prozesse betrachtet. Trotz dieser Tendenz wird von der islami-schen Seite die Idee der Menschenrechte als normativ akzeptiert und die Mehrheit der Muslime bemüht sich um eine Angleichung islamisch begrün-deter Wertvorstellungen von Rechten, Pflichten und Würde des Menschen an die internationalen Definitionen.

Leseprobe


Gliederung

1 Einleitung

2 Die Gründe für die Entstehung der Islamischen Menschenrechte und deren innerislamischer Diskurs

2.1 Die Problematik des Universalitätsanspruchs für die Geltung der Menschenrechte

2.2 Der innerislamische Diskurs

2.3 Ausdifferenzierung der islamischen Menschenrechtskonzepte

3 Das islamische Recht Scharia

3.1 Die Grundzüge der Scharia

3.2 Die Entwicklung der Scharia

3.3 Koran und Sunna als Hauptquellen des islamischen Rechts

3.4 Aktuelle Diskussionen um die Scharia

4 "Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam" vom 19. September 1981

4.1 Die Entstehung der Erklärung

4.2 Der eigentliche Inhalt der Erklärung

4.2.1 Präambel

4.2.2 Das Recht auf Glaubensfreiheit und das Recht der religiösen Minderheiten

4.2.3 Das Recht auf Denk-, Glaubens- und Redefreiheit

4.2.4 Stellung und Rechte der Frauen

5 Schlußfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem Islam und der Idee universeller Menschenrechte. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwieweit das islamische Menschenrechtsverständnis mit internationalen Normen vereinbar ist und inwiefern von Menschenrechten in "islamischer Sprache" gesprochen werden kann.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Universalitätsanspruch westlicher Menschenrechte.
  • Die Analyse der Scharia als religiös legitimiertes Rechtssystem und deren Wandlungsfähigkeit.
  • Die Untersuchung der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Islam" von 1981.
  • Der innerislamische Diskurs über die Auslegung sakraler Quellen (Koran und Sunna) durch Igtihad.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Grundzüge der Scharia

Der vorangegangene Abschnitt hat gezeigt, daß die vorherige Ausdifferenzierung der Menschenrechtskonzepte auf die Grundlage des Umgangs mit dem islamischen Recht Scharia stützen, das heißt, in allen Konzepten sind kontroverse Diskussionen über die Bedeutung der Scharia in der Etablierung von Menschenrechten geführt. Um die Ausdifferenzierung der Konzepte besser zu verstehen, ist es sinnvoll die Grundzüge und die Entwicklung der Scharia zu erläutern. Im folgenden wird die Scharia aus der traditionellen sunnitischen Sichtweise dargestellt.

Das islamische Gesetz, die Scharia22, gilt den Muslimen als Grundlage einer islamischen Ordnung. Dabei reicht die Scharia weit über den im engeren Sinn rechtlichen Bereich hinaus. Als umfassende islamische Rechts- und Werteordnung soll sie das Leben der Muslime in allen Aspekten bestimmen und leiten, von den Akten individuelle Frömmigkeit über Hygiene und Familienleben bis zur gesellschaftlichen Ordnung und den internationalen Beziehungen der muslimischen Gesellschaft bzw. einzelner muslimischer Staaten. Demnach wird die Scharia gemeinhin in zwei Bereiche unterteilt: in Bestimmungen, welche das Verhältnis der Menschen zu Gott regeln, und Bestimmungen, welche das Verhältnis der Menschen untereinander regeln. Allerdings sind die Beziehungen der Menschen untereinander auch durch göttliche Gebote bestimmt.

Das entscheidende Merkmal des islamischen Rechts, im Unterschied zu den europäischen "christlichen" Rechtsstrukturen, die ihren Ursprung in der römischen Spätantike haben, ist seine religiöse Legitimität. Daher ist die abendländiche Rechtsordnung von Menschen geschaffen ist und kann verändert werden. Das islamische Recht ist gottgegeben und ist der menschlichen Beurteilung und somit Veränderung entzogen. Aus diesem Grund gilt die Scharia als universal und deshalb unabhängig von den jeweiligen Verhältnissen, unter denen die Muslime leben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Spannungsfelder zwischen Islam, Demokratie und den Herausforderungen der Universalisierbarkeit von Menschenrechten.

2 Die Gründe für die Entstehung der Islamischen Menschenrechte und deren innerislamischer Diskurs: Dieses Kapitel analysiert die Konfrontation der islamischen Welt mit UN-Menschenrechtskonzepten und die daraus resultierende interne Debatte über kulturelle Identität.

3 Das islamische Recht Scharia: Es werden die Grundlagen, die historische Entwicklung sowie die Quellen des islamischen Rechts dargestellt und die aktuelle Diskussion um die Anwendung der Scharia beleuchtet.

4 "Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam" vom 19. September 1981: Dieses Kernkapitel untersucht Entstehung und Inhalt der Erklärung von 1981 sowie spezifische Problemfelder wie Frauenrechte und Religionsfreiheit.

5 Schlußfolgerung: Das Fazit fasst die Unvereinbarkeit westlicher und islamischer Menschenrechtsvorstellungen zusammen und betont die Dynamik reformorientierter Ansätze innerhalb der Scharia.

Schlüsselwörter

Islam, Menschenrechte, Scharia, Koran, Sunna, Universalität, Kulturrelativismus, Igtihad, Reformbewegung, Demokratie, Frauenrechte, Religionsfreiheit, Apostasie, Menschenwürde, Islamrat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Reflexion zeitgenössischer Muslime zur Menschenrechtsfrage, insbesondere unter Bezugnahme auf die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam" von 1981.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Universalitätsanspruch von Menschenrechten, die religiöse Legitimität der Scharia, die Bedeutung der koranischen Interpretation und das Verhältnis zwischen Islam und Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu ergründen, inwieweit "islamische Menschenrechte" und internationale Menschenrechtsstandards Gemeinsamkeiten aufweisen und ob eine Begriffsverwendung in "islamischer Sprache" möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor stützt sich auf eine diskursive Analyse und juristische Betrachtungsweisen der Scharia, wobei vor allem sunnitische Traditionen und Ansätze der rechtshermeneutischen Exegese (Igtihad) untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgründe islamischer Menschenrechtskonzepte, die Grundlagen und Entwicklung des islamischen Rechts sowie eine detaillierte inhaltliche Analyse der Erklärung von 1981.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Scharia, Igtihad, Menschenwürde, Kulturrelativismus und dem Dialog zwischen westlichen und islamischen Rechtsvorstellungen beschreiben.

Was unterscheidet die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam" von der UN-Erklärung?

Während die UN-Erklärung am Individuum orientiert ist, betonen islamische Erklärungen häufiger kollektive Aspekte und leiten Rechte primär aus der göttlichen Scharia ab.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis der Scharia zur modernen Demokratie?

Der Autor arbeitet heraus, dass Traditionalisten die Scharia als unveränderlich betrachten, während Reformer durch neue Interpretationsmethoden wie Igtihad versuchen, eine moderne und menschenrechtskonforme Auslegung zu finden.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Reflexion zeitgenössiger Muslime zur Menschenrechtsfrage am Beispiel der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Islam" von 19. September 1981
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Erziehungswissenschaftliche Institut)
Veranstaltung
Selbstständige Schule oder Globalisierung der Bildung
Note
1,7
Autor
Maritana Larbi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V49332
ISBN (eBook)
9783638458092
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reflexion Muslime Menschenrechtsfrage Beispiel Allgemeinen Erklärung Menschenrechte Islam September Selbstständige Schule Globalisierung Bildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maritana Larbi (Autor:in), 2004, Reflexion zeitgenössiger Muslime zur Menschenrechtsfrage am Beispiel der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Islam" von 19. September 1981, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/49332
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Leseprobe aus  21  Seiten
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