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Luciano Floridis Theorie zur informationellen Privatheit und polytropen Menschenwürde. Ist ein Angriff auf die Privatsphäre eine akute Verletzung der Menschenwürde?

Title: Luciano Floridis Theorie zur informationellen Privatheit und polytropen Menschenwürde. Ist ein Angriff auf die Privatsphäre eine akute Verletzung der Menschenwürde?

Term Paper , 2016 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Henrike Vogel (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob moderne Überwachungstechnologien sowie der Gebrauch von massiver Datenspeicherung und –Verarbeitung als Angriff auf die Privatsphäre akute Menschenwürdeverletzungen darstellen. Dabei wird sowohl auf Luciano Floridis polytrope Würde-Konzeption als auch auf seine ontologische Theorie zur informationellen Privatheit eingegangen, die es ermöglicht eine grundlegende Verbindung zwischen Menschenwürde und Privatsphäre zu etablieren. Auf der Basis dieses essentiellen Zusammenhangs wird am Beispiel neuer Praktiken in den digitalen Medien gezeigt, dass eben diese gegen die Wahrung der Menschenwürde verstoßen, indem sie unsere informationelle Privatheit erheblich bedrohen und einschränken. Zuletzt wird der Versuch unternommen, Floridis Ansatz in die Debatte um Menschenwürde und Privatheit einzuordnen und einen kurzen Ausblick auf das Feld zu geben.

"Wacht auf, es geht um die Menschenwürde" titelt die Frankfurter Allgemeine im Feuilleton. Nachdem öffentlich geworden war, dass die NSA eine Datenbank gigantischen Ausmaßes aufgebaut hat, in der weltweit alle zugänglichen analogen und digitalen Daten gespeichert werden, mahnt der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum, dass Datenschutz ein Anliegen zur Wahrung der Menschenwürde sei. Er ist nicht allein: immer wieder erscheint in der Debatte um Vorratsdatenspeicherung und moderner Überwachungstechnologie der Satz, dass durch Eingriffe in die Privatsphäre die Menschenwürde bedroht sei – zumeist ohne weiterführende Erklärung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. LUCIANO FLORIDIS ONTOLOGISCHE THEORIE ZUR INFORMATIONELLER PRIVATHEIT

2. DAS KONZEPT DER POLYTROPEN MENSCHENWÜRDE

3. DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN PRIVATHEIT UND MENSCHENWÜRDE AM BEISPIEL VON MODERNEN ÜBERWACHUNGSTECHNOLOGIEN SOWIE MASSIVER DATENSPEICHERUNG UND –VERARBEITUNG

4. FAZIT, EINORDNUNG & AUSBLICK

5. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob moderne Überwachungstechnologien und die massive Speicherung sowie Verarbeitung von Daten eine Verletzung der Menschenwürde darstellen. Dabei wird auf Luciano Floridis Theorien zur informationellen Privatheit und zur polytropen Menschenwürde zurückgegriffen, um eine philosophische Verbindung zwischen dem Schutz der Privatsphäre und der Wahrung der Menschenwürde im digitalen Zeitalter zu begründen.

  • Informationelle Privatheit als konstitutives Element der persönlichen Identität
  • Kritik am anthropozentrischen Exzeptionalismus in der Würde-Debatte
  • Das Konzept der polytropen Menschenwürde und die Freiheit zur Identitätsentwicklung
  • Implikationen moderner Überwachungspraktiken für die Selbstbestimmung des Individuums
  • Die Notwendigkeit einer Neuinterpretation von Grundrechten in der digitalen Infosphäre

Auszug aus dem Buch

3. DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN PRIVATHEIT UND MENSCHENWÜRDE AM BEISPIEL VON MODERNEN ÜBERWACHUNGSTECHNOLOGIEN SOWIE MASSIVER DATENSPEICHERUNG UND –VERARBEITUNG

In Deutschland gilt spätestens ab Juni 2017 das „Gesetz zur Einführung einer Speicherpflicht“. Dieses besagt, dass zehn Wochen lang nachvollziehbar sein soll, wer mit wem telefoniert hat oder das Internet benutzt hat. Bei Handy-Telefonaten sowie SMS wird auch der jeweilige Standort der Benutzer*in gespeichert und für vier Wochen lang verfügbar gehalten. In Verbindung mit anderen Daten (u.a. die der Internetnutzung) könnten so Bewegungsprofile erstellt, Kontakte und Beziehungen rekonstruiert und identifiziert werden. Je mehr Daten gesammelt, gebündelt und gespeichert werden, desto einfacher würde es Rückschlüsse auf Inhalte der Kommunikation oder persönliche Interessen, aber auch auf Religionszugehörigkeit, sexuelle Orientierung und weiteres zu ziehen (vgl. https://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/46/42/lang,de/). Welche Rückschlüsse anhand von Metadaten möglich sind, haben Forscher der Stanford Universität in einem Experiment getestet.

Mithilfe von Computern und der entsprechenden Software wurden die von 500 freiwilligen Proband*innen gesammelten Metadaten ausgewertet, mit dem für die Forscher erschreckenden Ergebnis, dass anhand der als unbedeutend empfundenen Daten Rückschlüsse auf Geschlechtskrankheiten, außereheliche Affären, Waffenbesitz u.ä. gezogen werden konnten (vgl. https://kuketz-blog.de/die-risiken-von-anlasslosen-datenspeicherungen/ und http://news.stanford.edu/news/2014/march/nsa-phone-surveillance-031214.html).

Während das deutsche Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung vorsieht, nur Staatsanwält*innen, der Polizei und anderen Staaten im Dienste der Strafverfolgung den Zugriff zu diesen Daten zu erlauben, speichern viele Unternehmen bereits jetzt permanent Daten und Meta-Daten gleichermaßen. Obwohl die Informationen über Nutzer*innen nicht wirklich entfernt werden, spricht Floridi in seiner ontologischen Theorie zur informationellen Privatheit lieber von „kidnapping“ als von „trespassing“ (Floridi 2006: 8). Unwillentlich und möglicherweise sogar unwissentlich werden Informationen kopiert und an einen anderen Ort verbracht. Dies ist nicht etwa gleichbedeutend mit einer Grenzüberschreitung, weil in fremdes Terrain eingedrungen wurde, sondern eben mit der Entführung von Daten, also von einem Teil der Nutzer*in, die von ihren Daten konstituiert wird (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Relevanz des Themas Menschenwürde im Kontext von Überwachung und formuliert die zentrale These der Arbeit basierend auf Luciano Floridis Ansätzen.

1. LUCIANO FLORIDIS ONTOLOGISCHE THEORIE ZUR INFORMATIONELLER PRIVATHEIT: Dieses Kapitel führt Floridis Konzept der Infosphäre ein und erläutert, wie informationelle Privatheit als ontologischer Schutzraum für die Identität fungiert.

2. DAS KONZEPT DER POLYTROPEN MENSCHENWÜRDE: Hier wird Floridis Würdekonzeption erläutert, die den Menschen als fragiles, anpassungsfähiges Wesen (polytropos) definiert und eine Abkehr vom anthropozentrischen Exzeptionalismus fordert.

3. DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN PRIVATHEIT UND MENSCHENWÜRDE AM BEISPIEL VON MODERNEN ÜBERWACHUNGSTECHNOLOGIEN SOWIE MASSIVER DATENSPEICHERUNG UND –VERARBEITUNG: Das Kapitel wendet die theoretischen Grundlagen auf aktuelle Überwachungspraktiken an und zeigt die daraus resultierenden Gefahren für die menschliche Identitätsbildung auf.

4. FAZIT, EINORDNUNG & AUSBLICK: Das Fazit fasst die Argumentation zusammen, untermauert die Stichhaltigkeit der These und setzt sie in den breiteren wissenschaftlichen Kontext der Debatte.

5. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen und Literaturangaben gemäß den Standards auf.

Schlüsselwörter

Menschenwürde, Privatheit, Luciano Floridi, Informationelle Privatheit, Infosphäre, Polytrope Menschenwürde, Identität, Überwachungstechnologien, Vorratsdatenspeicherung, Datenkidnapping, Ontologische Reibung, Care-Ethik, Datenspeicherung, Selbstbestimmung, Digitale Medien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Verteidigung des Rechts auf Privatsphäre und leitet dieses aus dem Konzept der Menschenwürde ab, wobei moderne digitale Überwachung als Angriff auf diese Würde kritisch hinterfragt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Informationsphilosophie nach Luciano Floridi, dem Verhältnis zwischen persönlicher Identität und Daten sowie der normativen Bewertung staatlicher und unternehmerischer Überwachungspraktiken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, ob moderne Überwachungstechnologien und die massive Verarbeitung persönlicher Daten akute Verletzungen der Menschenwürde darstellen, und die Notwendigkeit einer grundlegenden Änderung dieser Praktiken zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die philosophische Analyse und Interpretation von Floridis Theorien zur informationellen Privatheit und zur polytropen Menschenwürde, um diese auf aktuelle gesellschaftliche Phänomene der Digitalisierung anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der ontologischen Privatheitstheorie, die Einführung der polytropen Würdekonzeption und die praktische Anwendung dieser Theorien auf konkrete Beispiele wie die Vorratsdatenspeicherung und algorithmische Preisgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Menschenwürde, informationelle Privatheit, Identitätsbildung, Infosphäre und digitale Überwachung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Floridis Ansatz von traditionellen Würde-Konzepten?

Im Gegensatz zu klassischen anthropozentrischen Ansätzen, die den Menschen durch gottgegebene oder rationale Sonderstellungen definieren, betrachtet Floridi den Menschen als „polytropes“, also vielfältiges und anpassungsfähiges Wesen, das in einem ständigen Entwicklungsprozess steht.

Warum verwendet der Autor den Begriff „Kidnapping“ statt „Trespassing“ im Kontext von Daten?

Der Begriff „Kidnapping“ verdeutlicht, dass Daten kein bloßes Eigentum, sondern konstitutive Teile der menschlichen Identität sind; ihre Entführung greift somit das Sein der Person an und nicht nur ihr privates Territorium.

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Details

Title
Luciano Floridis Theorie zur informationellen Privatheit und polytropen Menschenwürde. Ist ein Angriff auf die Privatsphäre eine akute Verletzung der Menschenwürde?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Course
Seminar
Grade
1,7
Author
Henrike Vogel (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V491605
ISBN (eBook)
9783668990227
ISBN (Book)
9783668990234
Language
German
Tags
Menschenwürde Privatheit informationelle Selbstbestimmung Floridi Überwachung Technologien Datenverarbeitung Menschenwürdeverletzung digitale Medien Vorratsdatenspeicherung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Henrike Vogel (Author), 2016, Luciano Floridis Theorie zur informationellen Privatheit und polytropen Menschenwürde. Ist ein Angriff auf die Privatsphäre eine akute Verletzung der Menschenwürde?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/491605
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