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Die Debatte um den Schwangerschaftsabbruch in der Weimarer Republik (1919-1933)

Title: Die Debatte um den Schwangerschaftsabbruch in der Weimarer Republik (1919-1933)

Term Paper , 2016 , 15 Pages

Autor:in: Sabrina Frank (Author)

Medicine - History

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Summary Excerpt Details

Die Geschichte des Reproduktionsrechts des weiblichen Geschlechts ist in summa geprägt durch die Unterdrückung der Frau seitens des Mannes, was an vielen Orten der Welt auch heute noch Alltag ist. Diese Unfreiheit manifestierte sich in jedem denkbaren Ausmaß und den verschiedensten Formen, unter anderem dem Paragraphen 218 Strafgesetzbuch, eingeführt im Jahre 1872. Das Abtreibungsverbot in Deutschland hat sich bis dato in veränderter Form gehalten und schränkt weiterhin die Entscheidungsfreiheit von Schwangeren ein. Einige, wie etwa Petra Bläss, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, setzten sich in unserer Gegenwart dafür ein, diesen Paragraphen abzuschaffen und damit die Selbstbestimmung der Frau auf einer von vielen Ebenen einzuführen. So gibt es, seit Repression existiert, auch Betroffene, die sich diesen Umständen nicht unterordnen; sei es nun passiver oder aktiver Widerstand, in Form von Gesetzesbruch oder Organisation von politischen Gruppierungen. Zu der Zeit der Weimarer Republik war es der Abort, der dem Verstoß gegen die Gesetzeslage ein Gesicht gab. Dieser begleitete die, schon damals heftig diskutierte und heute immer noch aktuelle, Fragestellung, ob das oben genannte, gesetzliche Abortverbot abgeschafft werden sollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakterisierung der Zustände vor und während der Weimarer Republik

3. Das Abortverbot und seine Auswirkungen

4. Argumentationsstrukturen der involvierten Parteien

4.1 Reformgegner: Institution Kirche, konservative Parteien und Ärztevereine

4.2 Reformbefürworter: VSÄ, BDÄ, liberale Frauenverbände und linke Parteien

4.2.1 Sozio-ökonomische und medizinische Indikation

4.2.2 Eugenische Indikation

4.2.3 Kriminelle Indikation

5. Zusammenfassende Betrachtung der Debatte und des Reformergebnisses

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die kontroversen Debatten um den Paragraphen 218 des Strafgesetzbuches während der Weimarer Republik (1919-1933) und untersucht dabei sowohl die verschiedenen Argumentationsstrukturen der beteiligten Parteien – von konservativen Ärztevereinen bis hin zu sozialistischen Frauenverbänden – als auch die tatsächlichen Auswirkungen der gesetzlichen Restriktionen auf betroffene Frauen.

  • Historische Rahmenbedingungen und das Bild der Frau in der Weimarer Republik
  • Struktur der Debatte zwischen Reformbefürwortern und -gegnern
  • Die Rolle der Ärzteschaft und der Standesorganisationen (DÄVB vs. VSÄ)
  • Sozio-ökonomische, eugenische und kriminelle Indikationsfragen
  • Die Entwicklung des Abortrechts bis zum Jahr 1933

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Ärzteschaft und der Standesorganisationen

Auf Seiten der Reformgegner sind die Institution der Kirche, die eng mit dieser verbundenen Zentrumspartei, der konservative Deutsche Ärzte Vereinsbund (DÄVB) – zu einem großen Teil aus Gynäkologen bestehend und 1872 als erste Ärzteorganisation gegründet – und einige andere rechten Parteien, wie die DNVP, die wiederum in enger Kooperation mit konservativen Frauenverbünden, wie etwa dem „Bund Deutscher Frauenvereine“ stand, zu nennen. Alle Gruppierungen, die in Kooperation mit der Kirche standen, hatten sich das Erhalten und Wiederaufleben lassen von christlichen Idealen zum Ziel gesetzt. Daneben gab es aber natürlich auch Argumente anderer Natur für die Restriktion des Schwangerschaftsabbruches.

Eine der größten Sorgen der Befürworter des Paragraph 218 war der, mit der Abschaffung dieses Gesetztes für sie unausweichlich verbundene, Verfall der Moral. Das Abortverbot stellte für diejenigen, die die Moral nach christlichem Vorbild erhalten wollten, eine Gegebenheit dar, die benötigt wurde, um „Unzucht“, also außerehelichen Geschlechtsverkehr, oder nicht der Fortpflanzung dienenden Beischlaf, zu verhindern. Viele Gynäkologen, sowie konservative Frauenverbände, bezichtigten Schwangere, die Hilfe für ein Abort ersuchten, des moralischen Verfalls. Die, in den Leitsätze des 44. Deutschen Ärztetages – eine jährlich stattfindende Mitgliederversammlung des DÄVB in Leipzig 1925 so bezeichnete, „Abtreibungssucht“, ufere bei einer Abschaffung des Paragraphen 218 nur aus und gehe mit einer Vermehrung von Geschlechtskrankheiten einher. Konservative Frauenverbände fürchteten den Verlust der Ehre der Frau durch ebensolche, die Kontrolle über ihren Körper verlangten und ihre Sexualität ausleben wollten. Sie sahen in den unzähligen Aborten eine Rebellion der Frau gegen ihre, so die christlich Überzeugten, natürliche Mutterrolle, die, laut Mitgliedern des „Reichsverband Deutscher Hausfrauen“, die größte Ehre der Frau darstelle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der historischen Bedeutung des Paragraphen 218 als Instrument der staatlichen Kontrolle über den weiblichen Körper.

2. Charakterisierung der Zustände vor und während der Weimarer Republik: Darstellung der gesellschaftlichen Instabilität, des Geburtenrückgangs und des Wandels der Frauenrolle in einer Zeit des Umbruchs.

3. Das Abortverbot und seine Auswirkungen: Analyse des strafrechtlichen Rahmens des Paragraphen 218 und der daraus resultierenden hohen Dunkelziffer an Aborten unter schwierigen Bedingungen.

4. Argumentationsstrukturen der involvierten Parteien: Detaillierte Gegenüberstellung der moralisch-konservativen Ablehnung und der sozial-reformerischen Forderungen verschiedener Ärzte- und Frauenvereinigungen.

5. Zusammenfassende Betrachtung der Debatte und des Reformergebnisses: Bewertung des letztlich liberalisierten Gesetzes von 1926 und dessen begrenzte reale Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Frauen.

Schlüsselwörter

Paragraph 218, Weimarer Republik, Schwangerschaftsabbruch, Abtreibungsverbot, Frauenbewegung, Reproduktionsrechte, Pronatalismus, Indikationen, Ärztevereine, DÄVB, VSÄ, Sozialhygiene, Eugenik, Geburtenkontrolle, Moralvorstellungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die heftigen gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen um den Paragraphen 218 im Deutschland der Weimarer Republik sowie die Auswirkungen dieser Gesetzgebung auf Frauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die moralischen, medizinischen und staatspolitischen Argumente, die zur Beibehaltung oder Reform des Abtreibungsverbots geführt wurden, sowie die Rolle der Standespolitik innerhalb der Ärzteschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Gruppierungen – von kirchlichen Kreisen bis hin zu sozialistischen Ärztinnen – den Schwangerschaftsabbruch instrumentalisierten und wie sich die Debatte auf die Gesetzgebung auswirkte.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und zeitgenössischer Quellen basiert, um die Argumentationsstrukturen der Epoche zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Ära, die Analyse der verschiedenen Indikationen (medizinisch, sozial, eugenisch) und die Gegenüberstellung der gegensätzlichen Positionen von Reformgegnern und -befürwortern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Reproduktionsrechte, Paragraf 218, Sozialhygiene, Standespolitik der Ärzte und Weimarer Demokratie geprägt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Engelmacherinnen?

Die Autorin stellt fest, dass die Literatur die Rolle der Laienärzte oder Engelmacherinnen unterschiedlich wertet, wobei einige Autoren sie als notwendige Hilfe für Proletariatsfrauen in einer ausweglosen Lage betrachten.

Was war das Ergebnis der Reform von 1926?

Die Reform führte zwar zur Abmilderung des Strafmaßes von Zuchthaus auf Gefängnisstrafe, hielt den Schwangerschaftsabbruch jedoch weiterhin unter Strafe, was die tatsächliche Lebenssituation der Frauen nur geringfügig verbesserte.

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Details

Title
Die Debatte um den Schwangerschaftsabbruch in der Weimarer Republik (1919-1933)
College
University of Würzburg  (Institut für Geschichte der Medizin)
Course
Historische Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns
Author
Sabrina Frank (Author)
Publication Year
2016
Pages
15
Catalog Number
V491311
ISBN (eBook)
9783668980518
ISBN (Book)
9783668980525
Language
German
Tags
Medizingeschichte Abtreibung Schwangerschaftsabbruch Paragraph 218 Strafgesetzbuch Weimarer Republik Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Frank (Author), 2016, Die Debatte um den Schwangerschaftsabbruch in der Weimarer Republik (1919-1933), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/491311
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