Die Veränderungen der letzten Jahrzehnte im Markt und der Wirtschaft stellen klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) vor immer neue Herausforderungen. KMUs sind daher gezwungen neue Wege des Reagierens zu finden. In den letzten Jahren ist daher eine immer größere Anzahl an Netzwerken entstanden, um im Markt bestehen zu können. Diese Arbeit setzt sich mit Netzwerken im Bereich der Forschung und Entwicklung (F&E) auseinander, welche für KMUs besonders geeignet erscheinen.
Sie soll KMUs klare Kriterien zur Wahl unterschiedlichen Netzwerkformen als finales Ziel geben und diese kurz anhand von konkreten Beispielen untermauern. Als Zwischenziele sollen die Besonderheiten von KMUs aufgezeigt werden, sowie ein geeigneter Ansatz zur Kategorisierung der Form von Netzwerken gegeben und die grundlegenden Eigenschaften der ermittelten Netzwerkformen erläutert werden. Im Grundlagenteil soll zunächst erklärt werden was unter einem Netzwerk zu verstehen ist und an welcher Stelle die Unterschiede zu einer Kooperation bestehen. Sodann soll eine Definition für KMUs gefunden und deren Besonderheiten anhand von Stärken und Schwächen ausgeführt werden.
Im anschließenden Teil werden die Gründe zur Entstehung von Netzwerken bei KMUs ausgeführt. In Kapitel vier wird zunächst der Gesichtspunkt zur Kategorisierung von Netzwerken festgelegt und die daraus resultierenden Formen im Anschluss detailliert. Auf unterschiedliche Formen im Sinne verschiedener Arten von Netzwerkpartnern soll in dieser Arbeit nicht eingegangen werden. Anschließend wird überprüft, welche der genannten Netzwerkformen für KMUs im Bereich der F&E als besonders geeignet erscheinen. Ein konkretes Beispiel sollen die Ausführungen fundieren. Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine Zusammenfassung sowie eine kritische Reflexion der Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Differenzierung Kooperation und Netzwerk
2.2 Abgrenzung KMUs
2.3 Besonderheiten von KMUs
3 Gründe zur Netzwerkbildung von KMUs
4 Formen von Netzwerken
4.1 Strategische Netzwerke
4.2 Verbundnetzwerke
4.3 Virtuelle Unternehmen
4.4 Projektorientierte Netzwerke
5 F&E Netzwerkbildung für KMUs
5.1 Strategische F&E-Netzwerke für KMUs
5.1.1 Zusammenfassung strategisches F&E-Netzwerk für KMUs
5.1.2 Beispiel strategisches F&E-Netzwerk
5.2 F&E-Verbundnetzwerke für KMUs
5.2.1 Zusammenfassung F&E-Verbundnetzwerke für KMUs
5.2.2 Beispiel F&E-Verbundnetzwerk
5.3 Virtuelle F&E-Unternehmen für KMUs
5.3.1 Zusammenfassung virtuelle F&E-Unternehmen für KMUs
5.4 Projektorientierte F&E-Netzwerke für KMUs
5.4.1 Zusammenfassung Projektorientierte F&E-Netzwerke für KMUs
5.4.2 Beispiel Projektorientierte F&E-Netzwerke
6 Zusammenfassung
7 Kritische Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung verschiedener Netzwerkformen für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im Bereich der Forschung und Entwicklung (F&E). Das Ziel ist es, klare Kriterien für die Wahl einer geeigneten Netzwerkform zu definieren und diese anhand konkreter Beispiele aus der Praxis zu untermauern, um KMUs bei der Bewältigung von Wettbewerbs- und Globalisierungsherausforderungen zu unterstützen.
- Abgrenzung und Besonderheiten von KMUs
- Gründe für die Netzwerkbildung im F&E-Bereich
- Klassifizierung und Analyse von Netzwerkformen
- Bewertung der Eignung für KMU-Anwendungen
- Praxisorientierte Beispiele zur Netzwerkbildung
Auszug aus dem Buch
5.4.2 Beispiel Projektorientierte F&E-Netzwerke
Die Schuler Fahrzeugbau GmbH baut mobile Lösungen auf Sattel-Aufliegerbasis. Das Unternehmen zeichnet sich durch einen sehr hohen Anteil an Eigenentwicklung und -produktion aus. Im November 2018 trat Aston Martin St. Gallen an die Firma heran und wünschte eine VIP Hospitality für den Eintritt in die DTM Rennserie im Mai 2019. Unter normalen Umständen hätte die Schuler Fahrzeugbau GmbH (fokaler Akteur) eine Entwicklungs- und Produktionszeit von rund zwei Jahren benötigt. Durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern konnte innerhalb von sechs Monaten das Projekt realisiert werden. Bei den Partnern sind unter anderen folgende zu nennen:
SDMO übernahm die Auslegung, Konzeption sowie Installation der Generatoren zur externen Stromversorgung. Diese Bereiche werden ohne derartigen Zeitdruck von Schuler selbst durchgeführt.
Röder HTS Höcker GmbH entwickelte eine Zeltkonstruktion mit zwei Stockwerken. Dies stellt eine Zwischenlösung für die Saison 2019 dar. Die Hauptlösung, welche ab 2020 im Einsatz sein wird, sieht eine Lösung mittels sechs Containers vor welche auf die Dächer von zwei Aufliegern gestellt werden sollen.
Klumaier x Tanner GmbH entwickelte eine Industrieküche als mobile Lösung (in Sattel Auflieger verbaut) und verbaute sie in einem Fahrzeug der Schuler Fahrzeugbau GmbH.
Die BWT AG entwickelte eine Wasseraufbereitungsanlage, welche sich an veränderte Wasserqualitäten des Eingangswassers anpasst (verschiedenes Wasser an verschiedenen Rennstrecken).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der KMUs im Marktwettbewerb ein und erläutert das Ziel der Arbeit, Kriterien zur Wahl geeigneter F&E-Netzwerkformen zu entwickeln.
2 Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Netzwerke und Kooperationen unterschieden sowie KMUs anhand quantitativer und qualitativer Kriterien definiert und in ihren Besonderheiten analysiert.
3 Gründe zur Netzwerkbildung von KMUs: Das Kapitel beleuchtet, wie Globalisierungsdruck und wachsende Komplexität KMUs zur Fokussierung auf Kernkompetenzen und zur Vernetzung zwingen.
4 Formen von Netzwerken: Es erfolgt eine Kategorisierung der Netzwerkformen anhand der Steuerungsform und der zeitlichen Stabilität, wobei vier Haupttypen identifiziert werden.
5 F&E Netzwerkbildung für KMUs: In diesem Hauptteil werden die Netzwerkformen auf ihre spezifische Eignung im F&E-Bereich für KMUs geprüft und mit Fallbeispielen untermauert.
6 Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden hier in einer Übersicht zusammengefasst, die KMUs als Orientierungshilfe für die Wahl einer Netzwerkform dienen soll.
7 Kritische Reflexion: Der Autor bewertet den Arbeitsprozess, diskutiert Einschränkungen bei der Literaturarbeit und zieht ein abschließendes Fazit zur Anwendbarkeit der Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Netzwerke, F&E-Bereich, KMU, Forschung und Entwicklung, Kooperation, Strategische Netzwerke, Verbundnetzwerke, Virtuelle Unternehmen, Projektorientierte Netzwerke, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsmanagement, Globalisierung, KMU-Definition, Projektmanagement, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) durch die Bildung von Netzwerken ihre Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Forschung und Entwicklung (F&E) steigern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt die Definition und Abgrenzung von KMUs, die Gründe für Netzwerkbildung im Zuge der Globalisierung sowie die detaillierte Analyse verschiedener Netzwerkformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, KMUs klare Kriterien an die Hand zu geben, anhand derer sie die für ihre spezifische Situation am besten geeignete Netzwerkform zur Durchführung von F&E-Projekten auswählen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Literaturanalyse durch, die durch die Anwendung der erarbeiteten Kriterien auf konkrete Beispiele aus der Unternehmenspraxis untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden vier spezifische Netzwerktypen – strategische Netzwerke, Verbundnetzwerke, virtuelle Unternehmen und projektorientierte Netzwerke – intensiv auf ihre Eignung für F&E-Aktivitäten in KMUs geprüft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind insbesondere F&E-Netzwerke, KMU-spezifische Wettbewerbsvorteile, Kooperationsfähigkeit und die Abgrenzung nach Steuerungsform sowie zeitlicher Stabilität.
Warum hält der Autor virtuelle Unternehmen für KMUs im F&E-Bereich oft für ungeeignet?
Der Autor argumentiert, dass die Notwendigkeit, Kerntechnologien offenlegen zu müssen, in Verbindung mit der Kurzlebigkeit solcher Netzwerke ein zu hohes Risiko für viele KMUs darstellt.
Welche Rolle spielt die Schuler Fahrzeugbau GmbH im Beispielkapitel?
Das Unternehmen dient als Praxisbeispiel für ein projektorientiertes Netzwerk, in dem unter Zeitdruck spezialisierte Partner kooperierten, um eine komplexe technologische Aufgabe in kurzer Zeit zu realisieren.
- Arbeit zitieren
- Raphael Zeller (Autor:in), 2019, Klein- und mittelständische Unternehmen. Welche Netzwerke im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) sind besonders geeignet?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/490992