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Homosexualität im Nationalsozialismus. Diskriminierung, Verfolgung und Bestrafung

Die Lebenssituation männlicher Homosexueller im Nationalsozialismus

Title: Homosexualität im Nationalsozialismus. Diskriminierung, Verfolgung und Bestrafung

Term Paper , 2018 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Paulina Tiepermann (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II

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Männliche Homosexuelle gehören zu einer der vielzähligen Opfergruppen, welche während des Nationalsozialismus diskriminiert, verfolgt und bekämpft wurden. Das Entsetzen über die grausame systematische Vernichtung von Juden ist vermutlich der Grund dafür, dass die Aufarbeitung der Verfolgung zahlenmäßig kleinerer Gruppen lange Zeit nur sehr geringe öffentliche und wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhielt.
Am Nollendorfplatz in Berlin, findet man eine Gedenktafel in Form eines Winkels, mit der Inschrift „Totgeschlagen / Totgeschwiegen / den / homosexuellen Opfern / des / Nationalsozialismus“. Die Gedenktafel soll den Opfern die Aufmerksamkeit schenken, welche ihnen lange Zeit verwehrt wurde. Homosexuelle Opfer gehören zu jenen, deren Aufarbeitung erst sehr spät begann, da sie zum einen für lange Zeit in den Hintergrund rückten, zum anderen gezielt aus dem Bewusstsein der Menschen verdrängt wurden. Aus diesem Grund besteht die Relevanz, sich mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen und den Opfern die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihnen zusteht.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung „Wie sah die Lebenssituation eines männlichen Homosexuellen im Nationalsozialismus aus?“. Weitere Unterfragen, beispielsweise „Wie kam es zu der Verfolgung männlicher Homosexueller? Wieso betraf die Verfolgung hauptsächlich männliche Homosexuelle? Wie sah die Verfolgung aus? Welche Sanktionen und Bestrafungen hatten sie zu erwarten? Wie konnte Homosexualität gleichzeitig strafbar und dennoch in gewissen Kreisen praktiziert und geduldet werden?“, werden im Zuge dieser Arbeit untersucht und beantwortet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Forschungsstand

3. Homosexualität im Nationalsozialismus

3.1 Homosexualität in der NS-Ideologie

3.2 Männerbünde im Nationalsozialismus

3.3 Der Fall Ernst Röhm und die Verschärfung des Paragraphen 175

3.4. Diskriminierung, Verfolgung und Bestrafung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenssituation männlicher Homosexueller im Nationalsozialismus unter Berücksichtigung ideologischer, rechtlicher und repressiver Faktoren. Das primäre Ziel ist es, die systematische Diskriminierung und Verfolgung dieser Opfergruppe zu analysieren und die historische Aufarbeitung sowie deren Defizite in den Fokus zu rücken.

  • NS-Ideologie und ihre Ablehnung von Homosexualität
  • Die Rolle von Männerbünden und männlichen Identitätsbildern
  • Der Fall Ernst Röhm als Katalysator für rechtliche Verschärfungen
  • Mechanismen staatlicher Verfolgung (Gestapo, Polizei, Justiz)
  • Stigmatisierung und Bedingungen in Konzentrationslagern

Auszug aus dem Buch

3.4 Diskriminierung, Verfolgung und Bestrafung

Die Radikalisierung der Verfolgung Homosexueller wurde hauptsächlich vom Polizeiapparat dominiert mit Unterstützung der Justiz. Neuere Studien zeigen, dass die Verfolgungspraxen sich je nach lokaler Struktur stark voneinander unterscheiden konnten und darüber entschieden wie intensiv und in welchem Ausmaß die Verfolgungen vollzogen wurden. Die Landeshauptstadt Berlin erfuhr eine besonders zügige und ausgeprägte Intensivierung der Maßnahmen, da sie gleichzeitig die „Hauptstadt der Homosexuellenbewegung“ war und ein Konkurrenzkampf zwischen den örtlichen Behörden und Reichinstitutionen, dessen Kompetenzen und Zuständigkeiten sich zahlreich überschnitten, die Durchführung zusätzlich verstärkte.

Bestehende Gesetzte und Verordnungen gegen homosexuelle Männer wurden verschärft. Zusätzlich durften die geltenden Maßnahmen für bekannte staatsfeindliche Gruppen ebenfalls für Homosexuelle angewandt werden. Die Bekämpfung „öffentlicher Unsittlichkeit“ wurde zur Verfolgung eines neu ernannten „Volksfeindes“, welcher nicht in der Gemeinschaft toleriert werden konnte. In den Jahren des Krieges eskalierte die „Jagd“ auf Homosexuelle zwischen Zusammenwirken und Konkurrenz von Gestapo, Kriminalpolizei und Justiz.

Dieses Kapitel soll einen allgemeinen Überblick über das Spektrum von Möglichkeiten geben, welche damals durch Polizei, Justiz, und Medizin angewandt wurde, um Homosexualität zu bekämpfen. Dabei bezieht sich ein Großteil der folgenden Fakten auf die Hauptstadt Berlin, um ein exemplarisches Bild des Gesamtzustandes zu erzeugen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage zur Lebenssituation homosexueller Männer im Nationalsozialismus und beschreibt das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Zum Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über die historische Aufarbeitung der NS-Homosexuellenpolitik und benennt bestehende Forschungslücken.

3. Homosexualität im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel analysiert die ideologischen Grundlagen der NS-Zeit, das Konzept der Männerbünde, den Fall Ernst Röhm sowie die Radikalisierung der staatlichen Verfolgung.

3.1 Homosexualität in der NS-Ideologie: Hier wird erläutert, warum Homosexualität im nationalsozialistischen Weltbild als Gefahr für das „Herrenvolk“ und die Reproduktion der „Volksgemeinschaft“ galt.

3.2 Männerbünde im Nationalsozialismus: Die Untersuchung zeigt die Ambivalenz zwischen dem männerbündischen Ideal der NS-Gesellschaft und der staatlichen Angst vor Erotik und Bindungen außerhalb der ideologischen Norm.

3.3 Der Fall Ernst Röhm und die Verschärfung des Paragraphen 175: Das Kapitel behandelt die Instrumentalisierung des Falls Röhm für interne Machtkämpfe sowie die rechtliche Verschärfung des Paragraphen 175 nach 1934.

3.4. Diskriminierung, Verfolgung und Bestrafung: Dieses Kapitel beleuchtet die repressiven Maßnahmen durch Polizei und Justiz, die Rolle der Gestapo sowie die katastrophalen Haftbedingungen in Konzentrationslagern.

4. Fazit: Das Fazit fasst die systematische Vernichtung homosexueller Lebensentwürfe zusammen und kritisiert die langanhaltende Stigmatisierung sowie die späte Wiedergutmachung.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Homosexualität, Paragraph 175, Männerbünde, Verfolgung, Ernst Röhm, Gestapo, Konzentrationslager, Diskriminierung, Volksgemeinschaft, Rosa Winkel, NS-Ideologie, Wiedergutmachung, Haft, Unzucht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Diskriminierung, Verfolgung und Bestrafung männlicher Homosexueller während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die nationalsozialistische Ideologie, die Rolle der Polizei und Justiz bei der Verfolgung, die Instrumentalisierung des Paragraphen 175 sowie der Leidensweg der Betroffenen in den Konzentrationslagern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Lebenssituation der Opfer zu rekonstruieren und aufzuzeigen, wie Homosexualität vom kriminellen Sittenvergehen zum Ziel systematischer staatlicher Vernichtung wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine sozialhistorische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Archivalien und Berichten von Zeitzeugen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der NS-Ideologie, das Männerbild in sogenannten Männerbünden, den Fall Ernst Röhm und die Details der staatlichen Repressionsmechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Nationalsozialismus, Verfolgung, Paragraph 175, Gestapo, Konzentrationslager und Diskriminierung.

Welche Rolle spielte Berlin bei der Verfolgung?

Berlin fungierte als „Testlabor“ der Gestapo für neue Verfolgungsinstrumente, da die Stadt als Zentrum der damaligen Homosexuellenbewegung galt.

Wie unterschied sich die Behandlung lesbischer Frauen von der männlicher Homosexueller?

Weibliche Homosexualität stand zwar nicht unter Strafe, da Frauen auf die Mutterrolle reduziert wurden, jedoch konnten lesbische Frauen dennoch in Konzentrationslager überstellt werden, wenn sie als politisch unzuverlässig galten.

Was passierte mit dem Paragraphen 175 nach 1945?

Die diskriminierende Rechtsprechung wirkte lange nach; der Paragraph 175 wurde erst 1969 in der Bundesrepublik entschärft und erst 1994 vollständig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

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Details

Title
Homosexualität im Nationalsozialismus. Diskriminierung, Verfolgung und Bestrafung
Subtitle
Die Lebenssituation männlicher Homosexueller im Nationalsozialismus
College
Bielefeld University
Grade
1,3
Author
Paulina Tiepermann (Author)
Publication Year
2018
Pages
24
Catalog Number
V489920
ISBN (eBook)
9783668971653
ISBN (Book)
9783668971660
Language
German
Tags
Nationalsozialismus NS Homosexualität Homosexualität NS
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paulina Tiepermann (Author), 2018, Homosexualität im Nationalsozialismus. Diskriminierung, Verfolgung und Bestrafung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489920
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