Diese Arbeit befasst sich mit einigen Vor- und Nachteilen der Online-Befragung und versucht die Frage zu beantworten, in welchen Fällen Online-Befragungen ein geeignetes Werkzeug zur Datenerhebung sein können.
Um in das Thema einzuführen soll zu Beginn der Begriff des Online-Fragebogens definiert und in seinen möglichen Erscheinungsformen differenziert werden. Im Anschluss werden drei typische und häufig erwähnte Problematiken von Online-Befragungen betrachtet. Der Coverage- Error, Unit-Nonresponse sowie das Problem des Item-Nonresponse sollen hier kurz beschrieben und auf Vorbeuge- bzw. Lösungsmöglichkeiten eingegangen werden.
Weiterführende Gedanken werden das Thema abrunden, welches in einer Conclusio noch einmal zusammengefasst wird und somit zu einem Schluss bezüglich der Anwendung von Online-Fragebögen kommt.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Definition und thematische Abgrenzung
3 Problematiken der Online-Befragung
3.1 Der Coverage-Error
3.2 Unit-Nonresponse
3.3 Item-Nonresponse
4 Weiterführende Gedanken
4.1 Mixed-Mode-Surveys
4.2 Neue Technik – Neue Möglichkeiten?
5 Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die methodischen Herausforderungen und Problematiken, die bei der Anwendung von Online-Befragungen in den Sozialwissenschaften auftreten. Ziel ist es, die vermeintlichen Vorteile von Online-Befragungen (wie geringe Kosten und einfacher Aufwand) kritisch zu hinterfragen und zu evaluieren, inwieweit diese Methode trotz technischer und statistischer Hürden ein angemessenes Werkzeug zur Datenerhebung darstellt.
- Grundlagen der Fragebogenmethode und Definition der Online-Befragung
- Analyse des Coverage-Errors und Möglichkeiten zur Abdeckungssicherung
- Ursachen und Bewältigungsstrategien für Unit-Nonresponse
- Umgang mit Item-Nonresponse bei fehlenden Werten in Datensätzen
- Perspektiven durch Mixed-Mode-Surveys und technologische Fortschritte
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Coverage-Error
Die Frage, die sich die meisten Forscher wohl stellen, die die Online-Befragung als Methode in Erwägung ziehen ist wohl: Kann ich mit dem Online-Frageboden auch alle Personen aus der zu untersuchenden Population erreichen? Diese Frage schildert genau das Problem des Coverage-Errors. Bei einem Coverage-Error oder auch Abdeckungsbezogenem Fehler wurde die Zielpopulation nicht ausreichend bei der Auswahlgesamtheit berücksichtigt (Couper & Coutts, 2006). Diese Berücksichtigung fällt bei Online-Umfragen denkbar schwer. Schließlich möchte man meist auf Große Populationen, wie z.B. die Bevölkerung Deutschlands, zurückschließen können. Leider hat die untersuchte Population meist nicht vollständig einen Internetzugang.
Um eine Zielpopulation so abzugrenzen, dass sie vollständig abgedeckt werden könnte, müsste man sich als Zielpopulation auf alle Internetnutzer begrenzen. Maurer & Jandura (In: Jackob, Schoen, & Zerback, 2009) sahen dies damals als kritisch an. 2007 waren laut ihnen schließlich gerade mal etwas mehr als 60 Prozent „gelegentliche Nutzer“ und die Steigerungsraten betrugen zu der Zeit nur etwa fünf Prozent. Hierbei stützten sie sich auf die damals aktuellen Zahlen der ARD/ZDF-Online-Studie (van Eimeren B. & Frees B., 2007 in: Jackob, Schoen, & Zerback, 2009). Schauen wir uns hierzu einmal in Abbildung 2 die aktuellen Zahlen der letzten Studie von 2018 an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die historische Bedeutung des Internets für die Forschung und stellt die Forschungsfrage zur Eignung von Online-Befragungen.
2 Definition und thematische Abgrenzung: Hier werden grundlegende Definitionen der Fragebogenmethode erarbeitet und die Online-Befragung als spezifische Form der Datenerhebung innerhalb der Sozialforschung klassifiziert.
3 Problematiken der Online-Befragung: Dieses Kapitel diskutiert die drei zentralen Herausforderungen Coverage-Error, Unit-Nonresponse und Item-Nonresponse sowie deren jeweilige Lösungsansätze.
3.1 Der Coverage-Error: Der Fokus liegt hier auf dem Problem der unvollständigen Abdeckung der Zielpopulation durch mangelnden Internetzugang und möglichen Strategien zur Verbesserung der Erreichbarkeit.
3.2 Unit-Nonresponse: Dieses Kapitel thematisiert das Problem der Teilnahmeverweigerung oder Nichterreichbarkeit einzelner Personen und stellt Methoden zur Steigerung der Rücklaufquote vor.
3.3 Item-Nonresponse: Hier wird der Umgang mit teilweise ausgefüllten Fragebögen beleuchtet, bei denen einzelne Fragen oder Items nicht beantwortet wurden.
4 Weiterführende Gedanken: Ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung, insbesondere durch neue methodische Ansätze und technische Möglichkeiten.
4.1 Mixed-Mode-Surveys: Dieses Unterkapitel erörtert das Potenzial der Kombination verschiedener Befragungsmodi zur Kompensation der Schwächen einzelner Methoden.
4.2 Neue Technik – Neue Möglichkeiten?: Die Analyse befasst sich mit technologischen Fortschritten wie Tracking-Software und deren Auswirkungen auf die Qualität der Datenerhebung.
5 Conclusio: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und es wird ein Fazit zur allgemeinen Empfehlung von Online-Befragungen unter Berücksichtigung der diskutierten Problematiken gezogen.
Schlüsselwörter
Online-Befragung, Sozialwissenschaften, Coverage-Error, Unit-Nonresponse, Item-Nonresponse, Mixed-Mode-Surveys, Fragebogenmethode, Datenerhebung, Repräsentativität, Zufallsstichprobe, Incentive, Pretest, Internetnutzung, Forschungsmethodik, Online-Fragebogen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den methodischen Problemstellungen bei Online-Befragungen in den Sozialwissenschaften und hinterfragt, ob die oft angeführten Vorteile der Methode im wissenschaftlichen Kontext tatsächlich ohne Einschränkungen haltbar sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Coverage-Error (Abdeckungsfehler), Unit-Nonresponse (Totalausfall von Befragten) und Item-Nonresponse (Teilausfall bei einzelnen Fragen), ergänzt um Ansätze wie Mixed-Mode-Surveys und technologische Neuerungen.
Was ist das primäre Ziel der Seminararbeit?
Das Ziel ist es, die Vor- und Nachteile von Online-Befragungen zu diskutieren und herauszuarbeiten, unter welchen Voraussetzungen diese Methode ein angemessenes und valides Werkzeug zur wissenschaftlichen Datenerhebung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, bei der er bestehende methodologische Standards und empirische Studien zur Online-Befragung auswertet und kritisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffsdefinitionen geklärt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der drei Hauptproblematiken Coverage-Error, Unit-Nonresponse und Item-Nonresponse, wobei jeweils konkrete Lösungsansätze für die Forschungspraxis diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Online-Befragung, Sozialwissenschaften, Methodik, Coverage-Error, Nonresponse und Datenerhebung beschreiben.
Wie kann der Coverage-Error bei Online-Befragungen sinnvoll minimiert werden?
Der Autor schlägt vor, die Zielpopulation präzise abzugrenzen, auf Offline-Methoden zur Ergänzung zurückzugreifen oder Panel-Befragungen zu nutzen, wobei er betont, dass eine vollständige Abdeckung in der Praxis schwer zu erreichen bleibt.
Warum spielt die sogenannte "Prenotification" eine wichtige Rolle?
Die Vorbenachrichtigung (Prenotification) erhöht laut Arbeit die Glaubwürdigkeit und Seriosität der Untersuchung, informiert die Probanden über die Relevanz der Studie und trägt nachweislich zur Verbesserung der Rücklaufquoten bei.
- Quote paper
- Sebastian Gründig (Author), 2019, Wann sind Online-Befragungen ein angemessenes Werkzeug zur Datenerhebung? Problemstellungen von Online-Befragungen in den Sozialwissenschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489587