Ziel dieser Arbeit ist es, aufgrund theoretischer Ausgangspunkte und dem nachfolgenden Fallbeispiel die Frage zu untersuchen, ob touristische Destinationen den sozialen Medien gegenüber skeptisch bleiben oder diese für ihr Destinationsmarketing zukünftig nutzen sollten.
Seit mehr als 20 Jahren hat sich das World Wide Web mittlerweile in unserer Gesellschaft etabliert und damit auch unsere Kommunikations- und Informationsgewohnheiten grundlegend verändert. Während private oder berufliche Gespräche zuvor persönlich stattfanden, nutzt man heutzutage Smartphones und Apps, Fotoplattformen oder Social-Network-Seiten wie Instagram und Facebook, um sich auszutauschen und Informationen über seine Mitmenschen zu empfangen. Mit einem Klick erhält man zahlreiche Auskünfte zu allen möglichen Wissensfragen und kann auch den Einkauf von zuhause aus einfach und bequem regeln. Während man im Web 1.0 lediglich auf Informationen zugreifen konnte, wurde das Web 2.0 mittlerweile zu einer Art „Mitmach-Web“, in dem User ihre eigenen Informationen auch für andere bereitstellen können. Somit hat sich der Internutzer regelrecht von einem Konsumenten zu einem Prosumenten weiterentwickelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Das Web 2.0 im Tourismuskontext
3. Die Evolution des Tourismus 2.0
3.1 Herkömmliche Informationsquellen
3.2 Entwicklung des Online-Tourismus
3.3 Der „Neue Tourist“
4. Social Media im Tourismus
4.1 Begriffsbestimmung Social Media
4.2 Der Einfluss sozialer Netzwerke und Reise-Communities auf den Tourismus
4.3 Destinationsmarketing durch Social Media
4.3.1 Chancen und Möglichkeiten von Social Media im Tourismus
4.3.2 Nachteile: Der virtuelle Druck
4.4 Best Practice Beispiel: Cape Town Tourism
5. Ausblick: Tourismus 3.0
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Wandel touristischer Informations- und Kommunikationsgewohnheiten durch das Web 2.0 und analysiert, ob und wie touristische Destinationen Social Media effektiv für ihr Marketing nutzen können, um in einem zunehmend digitalisierten Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Digitalisierung der Reisebranche
- Rolle des "neuen Touristen" und veränderte Ansprüche
- Einfluss sozialer Netzwerke und Reise-Communities
- Chancen und Risiken des Destinationsmarketings
- Zukunftsperspektiven durch das Web 3.0
Auszug aus dem Buch
3.2 Entwicklung des Online-Tourismus
Die Zahl der Internetnutzer hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als vervierfacht. Wir surfen im Internet, kaufen ein, tauschen Informationen aus und vernetzen uns gegenseitig. Man stellt private Reisefotos in Instagram, teilt seinen aktuellen Status auf Facebook mit oder konsumiert Videos auf YouTube. Diese Neuerungen zeigen die Entwicklung der Technologie besonders am Beispiel des Tourismus. Die Digitalisierung hat sich sozusagen „von einem räumlich begrenzten zu einem global wirksamen Phänomen entwickelt“12. Neben Reise- und Buchungsplattformen steht der Reisende auch während des Urlaubs meist mit digitalen Medien in Verbindung und kann sich über Reisedetails informieren und im Nachhinein auch das Ganze reflektieren.
Laut Florian Bauhuber und Bastian Hiller (2016) haben die drei Entwicklungen Social Web, Internet und mobile Technologien die Tourismusbranche in zehn Phasen wesentlich gewandelt.13 Demnach entstanden ab 1999 mit der Gründung von HolidayCheck und Tripadvisor die ersten Reise-Bewertungsportale, welche touristische Dienstleistungen an einem digitalen Ort ermöglichten und damit auch Buchungsinformationen aus Gastperspektive anboten. So könnte man hier beispielsweise von einer „elektronischen Mund-zu-Mund Kommunikation im Reiseentscheidungsprozess“14 sprechen. Durch diese Entwicklung haben sich folglich auch Reiseentscheidungen grundlegend verändert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Wandels der Informationsgewohnheiten durch das Web 2.0 und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der Nutzung von Social Media im Destinationsmarketing.
2. Das Web 2.0 im Tourismuskontext: Analyse der Digitalisierung der Tourismusindustrie und der zunehmenden Bedeutung von Online-Interaktionen für die Reiseentscheidungen der Kunden.
3. Die Evolution des Tourismus 2.0: Überblick über die historische Entwicklung von traditionellen Informationsquellen hin zum modernen, vernetzten Tourismus und dem veränderten Verhalten der Touristen.
4. Social Media im Tourismus: Untersuchung der verschiedenen Social-Media-Kanäle, deren Einfluss auf das Destinationsmarketing sowie der damit verbundenen Chancen und Herausforderungen für Anbieter.
5. Ausblick: Tourismus 3.0: Vorstellung des semantischen Webs als technologische Weiterentwicklung zur intelligenteren Datenverarbeitung im Tourismus.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz von Social Media für Destinationen und Ausblick auf die zukünftige Integration digitaler Technologien.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Tourismus 2.0, Social Media, Destinationsmarketing, Online-Tourismus, Web 2.0, Web 3.0, Reiseentscheidung, Reise-Communities, Social Networks, Kundenansprache, Virtueller Druck, Cape Town Tourism, Informationsgewohnheiten, Prosumenten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der Tourismusbranche durch die Digitalisierung, insbesondere durch soziale Medien und das Web 2.0.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Evolution des Online-Tourismus, die veränderten Bedürfnisse des „neuen Touristen“ sowie die strategische Nutzung von Social-Media-Marketing durch touristische Destinationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob touristische Regionen den sozialen Medien kritisch gegenüberstehen sollten oder ob diese Instrumente für ein erfolgreiches Destinationsmarketing unerlässlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Studien und Fachliteratur, ergänzt um ein Best-Practice-Fallbeispiel (Cape Town Tourism).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die technologische Entwicklung vom Web 1.0 zum Web 2.0, die Begriffsbestimmung von Social Media sowie deren konkrete Einbindung in das Destinationsmarketing inklusive einer Chancen-Risiken-Analyse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digitalisierung, Tourismus 2.0, Destinationsmarketing, Social Media, Prosumenten und Web 3.0 definiert.
Warum ist das Fallbeispiel Cape Town Tourism relevant?
Es veranschaulicht anhand einer konkreten Facebook-Kampagne, wie durch virtuelle Erlebnisse das Interesse an einer Destination gesteigert und das Image verbessert werden kann.
Welche Nachteile bringt das „Web 2.0“ für Tourismusakteure mit sich?
Die Autoren identifizieren insbesondere den „virtuellen Druck“ einer permanenten Präsenz, den hohen Aufwand der Inhaltsaktualisierung sowie die Gefahr von Imageschäden durch negative Bewertungen und den Kontrollverlust über touristische Angebote.
- Arbeit zitieren
- Elisabeth Reckerziegel (Autor:in), 2017, Digitalisierung im Tourismus. Der Einfluss von Social Media auf touristische Destinationen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489152