Im dieser Arbeit wird untersucht, welche Verteilungswirkungen mit einer Abschaffung der Subventionierung fossiler Kraftstoffe – insbesondere Benzin – in Nigeria einhergehen.
Die Subventionierung von fossilen Brennstoffen, insbesondere Benzin, verursacht schwerwiegenden ökonomischen, ökologischen und sozialen Schaden. Obwohl von den Subventionszahlungen in Nigeria vorranging die reichen Bevölkerungsgruppen profitieren, hätte eine unkompensierte Abschaffung schwerwiegende Folgen für den ärmeren Bevölkerungsteil und würde die Armut signifikant steigern. Eine gezielte Kompensationsstrategie in Form von Transferzahlungen und langfristige Investitionen sind nötig, um diese negativen Effekte abzumildern. Voraussetzung für das Gelingen dieser Kompensation ist die Reduzierung der Korruption und Misswirtschaft der Regierung.
Dafür wird in Abschnitt 2.1 zunächst ein Überblick über das Land Nigeria gegeben, und in Abschnitt 2.2 die aktuelle Subventionssituation auf der Welt und in Nigeria vorgestellt. Dabei wird anhand der Studie von Soile & Mu besonders auf die ungleiche Verteilung von Benzinsubventionen eingegangen. In Kapitel 2.3 werden das Konzept der Pareto-Verbesserung und die Hauptsätze der Wohlfahrtsökonomik erklärt, um nach der Diskussion in Teil 3, welche Verteilungswirkung eine Abschaffung der Benzinsubvention in Nigeria hat, zu überprüfen, inwieweit sich die theoretischen Modelle in der Realität anwenden lassen. Als Grundlage für die Diskussion dient die Studie von Rentschler aus dem Jahr 2016. Er untersucht den sozialen Effekt einer Abschaffung auf die einzelnen Bundesstaaten Nigerias. Speziell für Nigeria ist es wichtig, nicht nationale Durchschnitte vor und nach der Reform zu vergleichen, sondern auf die verschiedenen Bevölkerungsgruppen einzugehen und zwischen städtischen und ländlichen Gegenden zu unterscheiden, da die Einkommens- und Wohlfahrtsverteilung in Nigeria sehr ungleich ist (siehe Kapitel 2.1).
Es wird gezeigt, dass eine unkompensierte Subventionsabschaffung, obwohl von der Subvention vor allem die reichen Haushalte profitieren, in allen Bundesstaaten die Armutsraten steigert. Rentschler untersucht verschiedene Kompensationsstrategien, mit denen die negativen Effekte einer Abschaffung abgemildert werden können, stößt aber auf das Problem, dass umfassendere Daten nötig sind, um vor allem die ärmeren Haushalte vor größerer Armut zu bewahren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlage
2.1 Überblick Nigeria
2.2 Subventionen fossiler Brennstoffe
2.2.1 Begriffserklärung, Subventionen fossiler Brennstoffe allgemein
2.2.2 Benzinsubventionen bzw. Subvention fossiler Brennstoffe in Nigeria
2.3 Pareto-Effizienz und Hauptsätze der Wohlfahrtsökonomik
3 Diskussion
3.1 Diskussion der Vor- und Nachteile einer Subventionsabschaffung
3.2 Redistribution der Staatseinnahmen, Kompensationsstrategien
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ökonomischen, ökologischen und sozialen Verteilungswirkungen einer möglichen Abschaffung der staatlichen Subventionen für fossile Brennstoffe in Nigeria. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern eine unkompensierte Reform die Armutsraten in verschiedenen Bundesstaaten beeinflusst und welche Rolle Kompensationsstrategien sowie systemische Rahmenbedingungen wie Korruption für eine erfolgreiche Umsetzung spielen.
- Analyse der aktuellen Subventionssituation fossiler Brennstoffe in Nigeria
- Untersuchung der ungleichen Wohlfahrtsverteilung und Armutsbetroffenheit
- Evaluierung der Auswirkungen einer Subventionsreform auf diverse Bevölkerungsschichten
- Diskussion theoretischer Ansätze zur Kompensation und Redistribution
- Bewertung der Rolle von Korruption und institutionellen Hürden
Auszug aus dem Buch
3.1 Diskussion der Vor- und Nachteile einer Subventionsabschaffung
Im Folgenden werden auf Grundlage der Studie von Rentschler (2012) die Auswirkungen der Abschaffung von Subventionen fossiler Brennstoffe in den verschiedenen Bundesstaaten von Nigeria beleuchtet.
Durch die Subventionierung eines Produktes wird dessen Konsum angeregt. Würde die Subventionierung fossiler Kraftstoffe abgeschafft werden, würde weniger konsumiert und folglich auch weniger CO2 ausgestoßen werden, was einen positiven Effekt auf die Umwelt ausübt (Mundaca, 2017, S. 696). Weltweit wurden aufgrund der Produktion und des Konsums von Erdöl und Erdölprodukten im Jahr 2015 11,169 Milliarden Tonnen CO2 ausgestoßen. Nigeria trägt daran einen Anteil von 0,3% (34,6 Millionen Tonnen). Dadurch ist der positive Umwelteffekt, der aus einer Subventionsabschaffung resultieren würde, verhältnismäßig gering (IEA Statistics, 2017, S. 100-101). Aus diesem Grund konzentriert sich die folgende Diskussion vor allem auf die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte.
Rentschler (2012) führt eine regional aufgeschlüsselte Analyse durch und untersucht, welchen Effekt eine Abschaffung der Treibstoffsubventionen in Nigeria in den einzelnen Bundesstaaten auf die Wohlfahrtsverteilung hat. Dabei betrachtet er nur die direkten Wohlfahrtseffekte in der kurzen- und mittleren Frist und lässt indirekte Effekte außen vor. Unter indirekten Auswirkungen versteht man vor allem die Preisänderung von Konsumgütern wie Nahrung und öffentlichen Verkehrsmitteln, verursacht durch eine Änderung der Energiepreise (Rentschler, 2016, S. 494).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Subventionierung fossiler Brennstoffe in Nigeria ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Verteilungswirkungen sowie Forschungsansätze.
2 Grundlage: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Nigeria, definiert zentrale Begriffe zu Subventionen und führt in die ökonomischen Konzepte der Pareto-Effizienz und Wohlfahrtsökonomik ein.
3 Diskussion: Hier werden die Vor- und Nachteile einer Reform beleuchtet und die Notwendigkeit sowie Herausforderungen von Kompensationsstrategien unter Berücksichtigung der bestehenden Wirtschaftsstruktur diskutiert.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach eine unkompensierte Reform die Armut verschärfen würde, und betont die Bedeutung von Korruptionsbekämpfung und langfristigen Investitionen.
Schlüsselwörter
Nigeria, Subventionen, fossile Brennstoffe, Benzin, Wohlfahrtsverteilung, Armutsraten, Kompensationsstrategien, Pareto-Verbesserung, Korruption, Erdölraffinerien, Energiepreise, Umweltschutz, Wirtschaftsleistung, Wohlfahrtsökonomik, Staatsausgaben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die sozioökonomischen Auswirkungen einer Abschaffung staatlicher Subventionen für fossile Brennstoffe, insbesondere Benzin, in Nigeria.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen Energiepolitik, Armutsentwicklung, regionale Ungleichheit in Nigeria und die Wohlfahrtsökonomik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Verteilungswirkungen einer Reform zu untersuchen und zu bewerten, welche Kompensationsstrategien nötig sind, um die ärmeren Bevölkerungsschichten vor den negativen Folgen eines Preisanstiegs zu schützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Literatur- und Studienanalyse durchgeführt, die auf empirischen Daten zu Wohlfahrtsverteilung, Armutsraten und Subventionsvolumen basiert, ergänzt um wohlfahrtsökonomische Modelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der Auswirkungen auf verschiedene Bundesstaaten und die Diskussion über Redistribution sowie Investitionsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Nigeria, Subventionen, Armutsraten, Wohlfahrtsverteilung und Korruption.
Warum profitieren Reiche stärker von den Subventionen?
Da reichere Haushalte wesentlich mehr Benzin konsumieren, erhalten sie absolut gesehen einen größeren Anteil an den staatlichen Subventionsleistungen als einkommensschwache Haushalte.
Welche Rolle spielt die Korruption für die Reform?
Korruption und Misswirtschaft gelten als Haupthindernisse, da sie eine effiziente und zielgerichtete Verteilung von Kompensationszahlungen an bedürftige Haushalte in der Realität nahezu unmöglich machen.
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- Anonym (Author), 2018, Zur Subventionierung fossiler Brennstoffe in Nigeria, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489134