Ludwig van Beethoven zählt neben Mozart und Haydn zu den drei bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Ob in der Schule oder im Gespräch über Musik, Beethoven wird meist als beispielhafter Musiker der Wiener Klassik dargestellt. Weshalb er als Exempel der damaligen Zeit immer wieder aufgegriffen wird und als Modell seiner Zeit gilt, soll in dieser Arbeit herausgearbeitet werden.
Dieser Arbeit wird eine Definition des Begriffs „Norm“ vorangestellt, die ausschlaggebend für den Verlauf ist.
Zu Beginn dieser Arbeit steht eine kurze Biographie Ludwig van Beethovens, die den Künstler und sein Leben resümieren soll. Bewusst wird die Biographie wenig umfangreich verfasst sein, da sie nur einen groben Einblick in sein Leben und Schaffen bieten soll. Dies ist der Ausgangspunkt, um seine Gedanken und Charaktereigenschaften herzuleiten. Hauptaugenmerk wird in diesem Kapitel auf seiner Erkrankung der Schwerhörigkeit liegen, die sein Handeln stark beeinflusst hat.
Im Anschluss daran wird die „Eroica“ als beispielhaftes heroisches Werk seiner Zeit vorgestellt. Die Auswahl der Dritten Sinfonie ist dadurch begründet, dass zu dieser Zeit seine Taubheit stark fortgeschritten war und sich Ludwig van Beethoven in einer Lebenskrise befand. Außerdem gilt sie als Exempel der heroischen Musik.
Abgeschlossen wird diese Arbeit, indem der Frage nachgegangen wird, ob Beethoven ein Komponist war, der aus der Norm ausgebrochen ist oder doch als ein normentsprechender Künstler seiner Zeit gelten kann, wie es heute gelehrt wird. Hierbei wird Bezug genommen auf die vorangestellte Definition der „Norm“, Beethoven als Person und sein erfolgreiches, beispielhaftes Werk „Eroica“, die Dritte Sinfonie.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Versuch einer Begriffsdefinition zu „Norm“
3.0 Biographie Beethovens
3.1 Persönlichkeit Beethovens
4.0 Eroica, Die Dritte Sinfonie
4.1 Zehn absolute Neuerungen der Eroica
5.0 Anerkennung und Ablehnung
6.0 Beethoven als normentsprechender Künstler oder ein Ausbrecher aus der Norm
7.0 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwiefern Ludwig van Beethoven als normentsprechender Künstler seiner Zeit oder als Ausbrecher aus gesellschaftlichen und musikalischen Normen betrachtet werden kann, wobei der Fokus auf seiner Person und der "Eroica" liegt.
- Definition und theoretische Einordnung des Normbegriffs
- Biographische Analyse mit Fokus auf Beethovens Schwerhörigkeit
- Eingehende Untersuchung der Dritten Sinfonie ("Eroica")
- Rezeption von Beethovens Werk durch Zeitgenossen
- Diskussion über gesellschaftliche Erwartungshaltungen an das Genie
Auszug aus dem Buch
4.1 Zehn absolute Neuerungen der Eroica
Begründet durch die politischen Zustände und die fortgeschrittene Ertaubung Beethovens beginnt er in seiner Dritten Sinfonie die Konventionen zu brechen. Die Eroica weist zehn Neuerungen auf, die sich ohne tiefergreifende Analyse erschließen lassen.
Zum einen ist die Eroica doppelt so lang wie üblich. Im Vergleich zu Mozarts „Jupiter“-Sinfonie, die 1607 Takte zählt, komponiert Beethoven in seiner Sinfonie 2325 Take aus. Zum anderen spiegelt sich das Verhältnis der Länge auch in den einzelnen Abschnitten wider. Üblicherweise war das Verhältnis von Exposition zu Durchführung 5:3, Beethoven verändert dies zu einem Verhältnis von 2:3.
Auch in der Besetzung des Orchesters bricht Beethoven aus der Norm aus. Gewöhnlich sind in einer Sinfonie zwei Hörner zu vermerken, Beethoven komponiert jedoch Stimmen für drei Hörner.
Besonders die vierte Neuerung, die in der Eroica zu bemerken ist, stieß auf Kritik. Der erste Satz der Sinfonie weist kein eindeutiges, melodisches Hauptthema auf. Auch das Seitenthema ist nicht klar bestimmbar. Es scheint eher, als existiere lediglich ein motivischer Gedanke. Auch fehlt es, wie in Kritiken, an Übergängen, die die Modulation, wie die in die Dominanttonart B-Dur, weich erscheinen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Die Einleitung stellt Beethoven als bedeutenden Musiker der Wiener Klassik vor und führt in die zentrale Fragestellung ein, ob er den Normen seiner Zeit entsprach.
2.0 Versuch einer Begriffsdefinition zu „Norm“: Dieses Kapitel definiert den Normbegriff auf Basis von Duden, Brockhaus und soziologischen Ansätzen, um eine theoretische Grundlage für die Analyse zu schaffen.
3.0 Biographie Beethovens: Das Kapitel bietet einen Abriss über Beethovens Leben, seine Ausbildung und den prägenden Einfluss seiner fortschreitenden Schwerhörigkeit auf sein Schaffen.
3.1 Persönlichkeit Beethovens: Hier wird der Charakter Beethovens beleuchtet, insbesondere der Kontrast zwischen seiner Genialität und seinem oft als schwierig empfundenen Verhalten.
4.0 Eroica, Die Dritte Sinfonie: Das Werk wird als beispielhafte heroische Musik eingeführt, wobei die Widmung und die Entstehungsgeschichte anhand verschiedener Hypothesen diskutiert werden.
4.1 Zehn absolute Neuerungen der Eroica: Dieses Kapitel listet spezifische musikalische und strukturelle Brüche der Sinfonie mit den damals üblichen Konventionen auf.
5.0 Anerkennung und Ablehnung: Die zeitgenössische Rezeption von Beethovens Musik wird analysiert, wobei besonders der Gegensatz zwischen Bewunderung und Kritik an der Komplexität seiner Werke hervortritt.
6.0 Beethoven als normentsprechender Künstler oder ein Ausbrecher aus der Norm: Das Kapitel führt die Analyse zusammen und diskutiert, wie sich der Maßstab für Normen durch Erwartungen der Gesellschaft verschiebt.
7.0 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass die Beurteilung von Beethovens Normentsprechung stark vom gewählten Betrachtungswinkel abhängt.
Schlüsselwörter
Ludwig van Beethoven, Eroica, Dritte Sinfonie, Wiener Klassik, Normbegriff, Musikwissenschaft, musikalische Konventionen, Geniekult, Rezeptionsgeschichte, musikalische Innovation, Taubheit, Alfried Krupp, heroische Musik, Formanalyse, Epochenwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Genie Ludwig van Beethoven und den gesellschaftlichen sowie musikalischen Normen des frühen 19. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Normen, die Biographie Beethovens, die Analyse der Dritten Sinfonie (Eroica) und deren Rezeption.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu beantworten, ob Beethoven als Komponist zu bewerten ist, der konsequent aus bestehenden Normen ausbrach, oder ob er als normentsprechender Künstler gelten kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine hermeneutische Analyse durchgeführt, die biographische Fakten mit musiktheoretischen Neuerungen und soziologischen Normdefinitionen verknüpft.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Detaillierung der "Eroica" als Werk, das die Grenzen der klassischen Sinfonie durch zehn wesentliche Neuerungen sprengte.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?
Besonders prägend sind Begriffe wie "Normentsprechung", "Irregularität", "Eroica", "gesellschaftliche Antizipation" und "heroischer Musikstil".
Inwieweit spielt die Schwerhörigkeit Beethovens eine Rolle bei seiner künstlerischen Entwicklung?
Die Arbeit führt aus, dass die Taubheit eine psychologische Krise auslöste, die ihn zur Verarbeitung seines Schicksals in der Musik zwang und maßgeblich zu seinem heroischen Stil beitrug.
Warum wird gerade die Dritte Sinfonie für diese Untersuchung ausgewählt?
Die "Eroica" dient als Musterbeispiel, da sie an einem Wendepunkt seiner Karriere entstand und sowohl durch ihre Struktur als auch durch ihre Rezeption den Bruch mit bisherigen Traditionen verdeutlicht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Ludwig van Beethoven. Ein normentsprechender Künstler seiner Zeit?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489102