Das Pflege-Qualitätssicherungsgesetz verpflichtet die Pflegeeinrichtungen dazu, sich an Maßnahmen der Qualitätssicherung zu beteiligen und die erbrachten Leistungen und deren Qualität nachzuweisen. Das bedeutet, dass die Einrichtungen interne und externe Qualitätssicherungsmaßnahmen durchführen müssen. Zu dieser Notwendigkeit tragen auch der konkurrierende Pflegemarkt, der Überlebenskampf und die Anforderungen des Kunden an die Einrichtung bei.
Wie kann eine Einrichtung diesen Anforderungen nachkommen?
Die Pflegevisite kann diesen Ansprüchen als Instrument der internen Qualitätssicherung gerecht werden. Mit ihrer Hilfe kann die Pflegeeinrichtung die Qualität der erbrachten Leistung sichern und weiterentwickeln, um die gesetzten Ziele dauerhaft zu erreichen.
Die Pflegevisite setzt direkt bei dem pflegebedürftigen Menschen und bei den Mitarbeitern der Einrichtung an. Gemeinsam mit dem Klienten bzw. Bewohner kann eine individuelle Pflegeplanung gestaltet werden, die zur Zufriedenheit der Gepflegten und der Pflegenden beiträgt. Die konzeptuelle Angehörigenarbeit ist wie die Pflegevisite dem Bereich der internen Qualitätssicherung zuzuordnen und sollte daher Einzug in die Unternehmensphilosophie der Einrichtungen finden. Die Angehörigen sind das Bindeglied zur Außenwelt und somit eine wichtige Voraussetzung für die weitere Integration der Klienten bzw. Bewohner in den Alltag. Zur gezielten und konstruktiven Umsetzung der Qualitätssicherungsmaßnahmen „Pflegevisite“ und „Angehörigenarbeit“ benötigen die Mitarbeiter ein ausreichendes Wissen über den Sinn und Zweck der Qualitätssicherung. Daher entwickelten wir Unterlagen für die Fortbildung der Mitarbeiter, die klar und strukturiert diese Themen aufzeigen und eine einfache Handhabung für den Dozenten gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis
1 ALLGEMEINE EINFÜHRUNG
2 REIHENPLANUNG: DIE PFLEGEVISITE
3 ERSTER SEMINARTAG: DIE PFLEGEVISITE ALS INSTRUMENT DER QUALITÄTSSICHERUNG
3.1 Ablaufplanung externer Trainer
3.1.1 Ablaufplanung interner Trainer (1. Einheit)
3.1.2 Ablaufplanung interner Trainer (2. Einheit)
3.2 Mind Map für den externen Trainer
3.3 Themeneinstieg
3.3.1 Methode: Spiegelbild der Gruppe
3.3.2 Methode: Mind Map
3.3.3 Methode: Gedankenanstoß
3.3.4 Pflegevisite im Wohnbereich 1A
3.3.5 Die Pflegevisite
3.3.6 Definition nach Heering & Heering
3.3.7 Definition nach Bieg und Christian
3.4 Themenbearbeitung
3.4.1 Aufgabenstellung
3.4.2 Methode: Abzählen
3.4.3 Methode: Gruppendefinition
3.4.4 Eigene Definition
3.4.5 Pflegevisite versus Übergabe am Patientenbett
3.4.6 Die Mikro-Visite und Makro-Visite
3.4.7 Ziele der Pflegevisite
3.4.8 Methode: Bunte Blättersammlung
3.4.9 Methode: Gruppenarbeit
3.4.10 Aufgabenstellung
3.4.11 Einführung und Ablauf der Pflegevisite
3.4.12 Methode: Eine kleine Geschichte
3.4.13 „Der Hakim weiß alles“
3.4.14 Gesetzliche Anforderungen der Qualitätssicherung
3.4.15 Pflegevisite als Instrument zur Qualitätssicherung
3.5 Themensicherung
3.5.1 Methode: Der Glücksgriff
3.5.2 Methode: Koordinationskreuz
3.6 Mind Map interner Trainer (1. Einheit)
3.7 Mind Map interner Trainer (2. Einheit)
3.7.1 Methode: Der Motivationsanzeiger
3.7.2 Methode: Gruppeneinblick
3.7.3 Methode: Das Interview
4 ZWEITER SEMINARTAG: DIE PFLEGEVISITE ZUR UNTERSTÜTZUNG DES PFLEGEPROZESSES
4.1 Ablaufplanung externer Trainer (2. Tag)
4.1.1 Ablaufplanung interner Trainer (3. Einheit)
4.1.2 Ablaufplanung interner Trainer (4. Einheit)
4.2 Mind Map externer Trainer
4.3 Themeneinstieg
4.3.1 Methode: Tuschel Tuschel
4.4 Themenbearbeitung
4.4.1 Methode: Ideensammlung
4.4.2 Aufgabenstellung
4.4.3 Pflegeprozess und Pflegemodelle als theoretischer Rahmen der Pflegevisite
4.4.4 Das Pflegemodell von Roper, Logan und Tierney
4.4.5 Der Pflegeprozess nach Fiechter und Meier
4.4.6 Der konzeptuelle Rahmen und die Zielerreichungstheorie nach King
4.4.7 Methode: Aus dem eigenen Blickwinkel
4.4.8 Methode: Ansichtskarten-Puzzle
4.4.9 Aufgabenstellung
4.4.10 Formblätter für die Pflegevisite
4.4.11 Dokumentationssystem
4.5 Sicherung
4.5.1 Methode: Der Slogan
4.5.2 Methode: Post für mich
4.6 Mind Map interner Trainer (3. Einheit)
4.7 Mind Map interner Trainer (4. Einheit)
4.7.1 Methode: Erwartungs-Abfrage
4.7.2 Methode: Ratingskala
5 REIHENPLANUNG: ANGEHÖRIGENARBEIT
6 ERSTER SEMINARTAG: ANGEHÖRIGE ALS AKTIVE STATT REAKTIVE PARTNER
6.1 Ablaufplanung externer Trainer
6.2 Ablaufplanungen interner Trainer
6.2.1 Ablaufplanung interner Trainer (5. Einheit)
6.2.2 Ablaufplanung interner Trainer (6. Einheit)
6.2.3 Mind Map externer Trainer
6.3 Themeneinstieg
6.3.1 Methode: Kennenlern-Runde
6.3.2 Methode: Mind Map
6.3.3 Methode: Strukturnetz
6.3.4 Qualitätsmanagement und -sicherung
6.3.5 Systematische vs. unsystematische Angehörigenarbeit
6.3.6 Ziel und Merkmale der Angehörigenarbeit
6.3.7 Gründe für die Integration von Angehörigen
6.3.8 Basis der Angehörigenarbeit
6.3.9 Arten von Angehörigen
6.3.10 Probleme zwischen Angehörigen und Pflegenden
6.3.11 Angehörigenarbeit als Konzept
6.3.12 Formen der Zusammenarbeit
6.3.13 Das Erstgespräch
6.3.14 Wer ist zuständig für die Angehörigenarbeit?
6.3.15 Das AEDL-Strukturmodell von M. Krohwinkel
6.3.16 Methode: Gedankenreise
6.4 Themenbearbeitung
6.4.1 Methode: Memory
6.4.2 Aufgabenstellung: Integration der Angehörigen
6.4.3 Methode: Gruppenarbeit
6.4.4 Lösungsvorschläge: Integration der Angehörigen
6.4.5 Einführung in die Angehörigenanleitung
6.4.6 Was bedeutet Anleitung?
6.4.7 Ziel der Anleitung
6.4.8 Voraussetzungen für eine Anleitung
6.4.9 Die Beziehung zwischen Angehörigen und Pflegenden
6.4.10 Anleitung als Betreuungsprozess
6.4.11 Mögliche Probleme bei der Anleitung
6.4.12 Grenzen der Angehörigen
6.4.13 Bei dem Anleitungsprozess ist zu beachten
6.4.14 Fünf Schritte der Anleitung
6.4.15 Pflegestandards als Hilfsmittel zur Anleitung
6.4.16 Methode: Abzählen
6.4.17 Methode: Planspiel
6.4.18 Situationsbeschreibung des Planspiels
6.4.19 Lösungsvorschläge zu der Aufgabenstellung
6.5 Sicherung des neu erworbenen Wissens
6.5.1 Methode: Satz-Puzzle
6.6 Mind Maps interner Trainer
6.6.1 Mind Map interner Trainer (5. Einheit)
6.6.2 Mind Map interner Trainer (6. Einheit)
6.7 Methoden für den internen Trainer
6.7.1 Methode: Fundbüro
6.7.2 Methode: Ein kleiner Haken
6.7.3 Methode: Plakat-Umfrage
7 ZWEITER SEMINARTAG: ANGEHÖRIGENARBEIT NACH STANDARDS
7.1 Ablaufplanung externer Trainer (2. Tag)
7.2 Ablaufplanungen interner Trainer
7.2.1 Ablaufplanung interner Trainer (7. Einheit)
7.2.2 Ablaufplanung interner Trainer (8. Einheit)
7.2.3 Mind Map externer Trainer
7.3 Themeneinstieg
7.3.1 Methode: Gedankenkorb
7.3.2 Was versteht man unter Pflegequalität?
7.3.3 Definition und Ziel von „Pflegestandards“
7.3.4 Was leisten Standards?
7.3.5 Standards berücksichtigen
7.3.6 Arten von Pflegestandards
7.3.7 Standardkriterien
7.3.8 Die RUMBA-Regel
7.3.9 Die Erarbeitung von Standards
7.3.10 Struktur und Gestaltung von Standards
7.4 Themenbearbeitung
7.4.1 Methode: Abzählen
7.4.2 Methode: Planarbeit
7.4.3 Aufgabenstellung zur Planarbeit
7.4.4 Literaturangaben für die Planarbeit
7.4.5 Standardarten
7.4.6 Lokale handlungsspezifische Standards
7.4.7 Vorteile von Standards
7.4.8 Nachteile von Standards
7.4.9 Was bedeutet Pflege nach Standards für die einzelnen Parteien?
7.4.10 Voraussetzungen für die Erstellung von Standards
7.4.11 Gekaufte oder eigenständig erarbeitete Standards?
7.4.12 Pflegestandards und Pflegedokumentation
7.4.13 Methode: Wollfäden
7.4.14 Aufgabenstellung für die Gruppenarbeit
7.4.15 Lösungsbeispiele zu der Aufgabenstellung
7.4.16 Methode: Gruppenarbeit
7.4.17 Methode: Diskussion
7.5 Sicherung des neu erworbenen Wissens
7.5.1 Methode: Stellung nehmen
7.6 Mind Maps interner Trainer
7.6.1 Mind Map interner Trainer (7. Einheit)
7.6.2 Mind Map interner Trainer (8. Einheit)
7.7 Methoden für den internen Trainer
7.7.1 Methode: Achtung-Fertig-Los
7.7.2 Methode: Bunte Bonbon-Sammlung
7.7.3 Methode: Bei den Nachbarn zu Besuch
7.7.4 Methode: Kreisel
7.7.5 Methode: Tschüß sagen
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit zielt darauf ab, die Qualitätssicherung in der Altenpflege durch die Erarbeitung strukturierter Fortbildungsmaterialien zu den Themen Pflegevisite und Angehörigenarbeit zu fördern, um die Professionalisierung der Pflege und die Zufriedenheit der beteiligten Akteure zu steigern.
- Grundlagen und gesetzliche Anforderungen der Qualitätssicherung
- Die Pflegevisite als Instrument zur Qualitätssicherung und Unterstützung des Pflegeprozesses
- Konzeptuelle, aktive Einbindung von Angehörigen in den Heimalltag
- Erarbeitung und Anwendung von Pflegestandards zur Qualitätssicherung
Auszug aus dem Buch
3.3.5 Die Pflegevisite
Der Begriff „Visite“ wird in der Literatur unterschiedlich definiert und verwendet. Was bedeutet „Visite“ eigentlich?
Der Begriff Visite wird aus dem lateinischen „visitare“ abgeleitet und bedeutet „hingehen und nachsehen“ oder „hingehen und nachsehen, um zu helfen und zu trösten“ (vgl. Hübsch-Swoboda, 2002, S. 3; Kellnhauser, 1995, S. 590). In der Visite wird eine Person aktiv, um die Situation zu überprüfen, oder es wird das Zusammentreffen mit einer oder mehreren Personen initiiert, wobei es sich bei der Initiierung um eine zweckgebundene Interaktion handelt. Übertragen auf die Pflegevisite bedeutet dies, dass die Pflegeperson aktiv wird, das Hingehen zum Klienten initiiert und, nachdem sie dessen Befinden begutachtet hat, mit ihm Gespräche führt.
Im Allgemeinen wird unter Visite der Arztbesuch am Patientenbett verstanden, bei dem es um Diagnosen, Vitalwerte und um die Therapie geht, die dem Patienten im Umgang mit seiner Erkrankung helfen soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ALLGEMEINE EINFÜHRUNG: Diese Einleitung erläutert die gesetzlichen Anforderungen zur Qualitätssicherung und stellt die Pflegevisite sowie die Angehörigenarbeit als interne Instrumente zur Qualitätssicherung in der Altenpflege vor.
2 REIHENPLANUNG: DIE PFLEGEVISITE: Hier werden die didaktischen Inhalte und Ziele für eine Seminarreihe zur Pflegevisite strukturiert und übersichtlich dargestellt.
3 ERSTER SEMINARTAG: DIE PFLEGEVISITE ALS INSTRUMENT DER QUALITÄTSSICHERUNG: Dieses Kapitel widmet sich der Einführung der Pflegevisite, ihrer Definition und ihrer Funktion als Instrument zur Qualitätssicherung durch methodisch aufbereitete Seminarinhalte.
4 ZWEITER SEMINARTAG: DIE PFLEGEVISITE ZUR UNTERSTÜTZUNG DES PFLEGEPROZESSES: Der Fokus liegt auf der Verknüpfung von Pflegevisite und Pflegeprozess, unterstützt durch theoretische Pflegemodelle von Roper et al., Fiechter/Meier und King.
5 REIHENPLANUNG: ANGEHÖRIGENARBEIT: Das Kapitel bietet eine didaktische Übersicht für die Seminarreihe zum Thema Angehörigenarbeit.
6 ERSTER SEMINARTAG: ANGEHÖRIGE ALS AKTIVE STATT REAKTIVE PARTNER: Hier werden Konzepte zur systematischen Angehörigenarbeit vorgestellt, um Angehörige als aktive Partner in den Pflegealltag zu integrieren.
7 ZWEITER SEMINARTAG: ANGEHÖRIGENARBEIT NACH STANDARDS: Dieses Kapitel behandelt die Erarbeitung und Einführung von Pflegestandards als Mittel zur Qualitätssicherung in der Angehörigenarbeit.
Schlüsselwörter
Pflegevisite, Qualitätssicherung, Angehörigenarbeit, Pflegeprozess, Pflegestandards, Altenpflege, Fortbildung, Pflegedokumentation, Kommunikation, Partizipation, Pflegemodell, Anleitung, Qualitätsmanagement, Pflegende, Bewohner.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Erarbeitung von strukturierten Fortbildungsmaterialien für das Pflegepersonal, um die Pflegevisite und die Angehörigenarbeit als Instrumente der Qualitätssicherung erfolgreich in Altenpflegeeinrichtungen zu etablieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte sind die Pflegevisite als Qualitätssicherungsinstrument, der Pflegeprozess, die konzeptuelle Einbindung von Angehörigen sowie die Erstellung und Implementierung von Pflegestandards.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Dozenten und Pflegenden klare, didaktisch strukturierte Unterlagen an die Hand zu geben, um die Qualität der pflegerischen Versorgung dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die methodische Aufbereitung durch didaktische Konzepte wie Mind Mapping, Gruppenarbeit, Planspiele und strukturierte Informations-Inputs, um Fortbildungsinhalte praxisnah zu vermitteln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Seminartage, die detaillierte Ablaufpläne, methodische Anleitungen und theoretische Hintergründe zur Pflegevisite sowie zur systematischen Angehörigenarbeit enthalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Pflegevisite, Qualitätssicherung, Angehörigenarbeit, Pflegeprozess, Pflegestandards und Fortbildung sind die Kernbegriffe, welche die Arbeit definieren.
Was unterscheidet die Pflegevisite von der Übergabe am Patientenbett?
Während die Übergabe am Patientenbett primär dem Informationsaustausch zwischen Schichten dient ("Schnappschuss"), ist die Pflegevisite ein umfassenderer, abgekoppelter Prozess zur bedürfnisorientierten Gestaltung und Evaluation des gesamten Pflegeplans.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "Patient" und "Klient" wichtig?
Der Begriff "Patient" impliziert oft eine passive, duldende Rolle, während der "Klient" als selbstverantwortlicher Partner gesehen wird, was dem partizipativen Ansatz der Pflegevisite entspricht.
Welche Rolle spielt die Einbindung der Angehörigen?
Angehörige fungieren als Bindeglied zur Außenwelt, vermitteln Kontinuität und Sicherheit und können als qualitative Ressource in die Pflegeplanung und Betreuung eingebunden werden.
Wie werden Pflegestandards in dieser Arbeit definiert?
Standards werden als dynamische Instrumente zur Qualitätssicherung verstanden, die präzise Richtlinien für die Qualität bestimmter Aspekte der Pflege definieren und durch messbare Kriterien evaluiert werden.
- Quote paper
- Dipl.- Pflegepädagogin Birsel Tosun (Author), Katja Ellwanger (Author), 2003, Qualitätssicherung in der Altenpflege. Erarbeitung von Fortbildungsmaterialien für Pflegevisite und Angehörigenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/47993